Die Jugendarbeit innerhalb der Feuerwehr soll den Nachwuchs in der Feuerwehr fördern. Je nach Staat hat diese unterschiedliche Namen und Organisationsformen.

Jugendfeuerwehr oder Feuerwehrjugend mini|hochkant=0.5|Verbands­emblem der DJF Die Jugendfeuerwehr ist die Jugendabteilung in einer Freiwilligen Feuerwehr. Die Deutsche Jugendfeuerwehr (kurz DJF) ist die Jugendorganisation innerhalb des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV).

In Österreich ist die Feuerwehrjugend, wie auch in Südtirol, ein fester und integrierter Teil der Feuerwehr in Österreich. Im Jahr 2020 weist der Österreichische Bundesfeuerwehrverband auf seiner Website rund 26.000 Mitglieder in der Feuerwehrjugend aus.Österreichs Feuerwehrjugend auf der Website des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes Auch in Südtirol sind etwa 1300 Jugendliche in der Feuerwehrjugend organisiert.Jugend beim Landesverband der Freiwilligen Feuerwehren in Südtirol abgerufen am 10. März 2018.

Aufgabe Die Jugendfeuerwehrarbeit hat das Ziel, Kinder und Jugendliche für den Einsatz in der Feuerwehr vorzubereiten, sodass sie nach Erfüllung der rechtlichen Voraussetzungen bei entsprechendem Alter und Qualifikation in der Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr eingesetzt werden können. Sie dürfen jedoch bis zu einem bestimmten Alter nicht in den Gefahrenbereich von Feuerwehreinsätzen eingesetzt werden. Zudem nimmt die Jugendfeuerwehr wichtige Aufgaben im Bereich der allgemeinen Jugendarbeit wahr, wo sie durch verschiedenste Freizeitmaßnahmen bei der Betreuung von Kindern und Jugendlichen mitwirkt. Der Jugendfeuerwehrwart ist die Schnittstelle zwischen der Führung der Freiwilligen Feuerwehr und der Jugendfeuerwehr. Die Ausbildung leitet er bzw. der Jugendausschuss.

Geschichte mini|Jugendfeuerwehr aus Hamburg-Hummelsbüttel im Jahr 1991 Eine erste Gymnasialfeuerwehr am Fürst-Otto-Gymnasium (heutiges Gerhart-Hauptmann-Gymnasium) in Wernigerode wurde im Jahr 1864 gegründet. Sie ist die erste schriftlich nachweisbare deutsche Schülerfeuerwehr und gilt als Vorläuferin der heutigen Jugendfeuerwehr.Handbuch zur Feuerwehrgeschichte Schwerpunkt: Provinz Sachsen, Anhalt, Sachsen-Anhalt – Geschichtlicher Abriss zur Kinder- und Jugendarbeit, Landesfeuerwehrverband Sachsen-Anhalt Im Jahr 1882 wurde eine erste Jugendfeuerwehr in Deutschland in Oevenum auf der Insel Föhr gegründet. Die erste Jugendfeuerwehr nach dem heutigen Modell ist vermutlich die im Jahr 1948 gegründete Jugendfeuerwehr Clausthal-Zellerfeld, gefolgt 1949 von der Jugendfeuerwehr Altenau und 1950 von der Jugendfeuerwehr Wildemann.Websites der jeweiligen Feuerwehren. Man gebe bei Google zum Beispiel Feuerwehr Clausthal-Zellerfeld 1948 ein. Jugendfeuerwehren wurden im Zuge der Gleichschaltung in der NS-Zeit als Hitler-Jugendfeuerwehr (siehe auch HJ-Streifendienst) gleichgeschaltet. Die Deutsche Jugendfeuerwehr (DJF) wurde im Jahr 1964 in Berlin gegründet.

In Deutschland und Österreich sollte man bei Eintritt in eine Jugendfeuerwehr zehn Jahre alt sein.Website der Deutschen Jugendfeuerwehr; abgerufen am 21. Dezember 2015. Doch es gibt Bundesländer, in denen der Beitritt zur Jugendfeuerwehr erst mit 12 Jahren möglich ist (z. B. Bayern). Es gibt jedoch in einigen Orten Kindergruppen, so dass bereits Kinder ab sechs oder acht Jahren die Feuerwehr kennenlernen können. Diese sind jedoch nicht Teil der offiziellen Jugendfeuerwehren. Mit 18 Jahren (Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg), in anderen Bundesländern schon früher (z. B. in Rheinland-Pfalz, Bayern, Niedersachsen mit 16 Jahren), kann ein Jugendfeuerwehrmitglied in den aktiven Dienst der Feuerwehr übernommen werden. Zu Beginn durchläuft der angehende Feuerwehrmann (Truppmannanwärter) die „Truppmannausbildung“ (auch Grundlehrgang oder Grundausbildung genannt), in der die in der Jugendfeuerwehr erlernten grundlegenden Tätigkeiten vertieft und geprüft werden (beispielsweise Brandlehre, Feuerwehrfahrzeuge, Brandbekämpfung). Entsprechende Regelungen sind in den Landesgesetzen verankert. In Schleswig-Holstein und auch Bayern kann diese Truppmannausbildung auch schon vor der Übernahme in den aktiven Dienst der Feuerwehr erfolgen.

Ähnlich wie in Deutschland gab es in Österreich eine Feuerwehrjugend bereits vor dem Zweiten Weltkrieg. So wurde beispielsweise im burgenländischen Landesfeuerwehrgesetz im Jahr 1935 vorgesehen, dass Jugendfeuerwehren zu Schulungszwecken aus Buben und Jünglingen im Alter von 10 bis 18 Jahren gebildet werden konnten. Es wurden auch tatsächlich noch im selben Jahr Jugendfeuerwehren, wie in Neufeld an der Leitha gegründet. auf der Seite des Burgenländischer Landesfeuerwehrverbandes abgerufen am 15. April 2010.

Anlässlich der 300-Jahr-Feier der Berufsfeuerwehr wurde durch Bürgermeister Helmut Zilk die Feuerwehrjugend in Wien spontan gegründet. Das Ziel, Nachwuchs für die Feuerwehr zu rekrutieren, tritt hier in den Hintergrund. Vorrangig ist die Feuerwehrjugend eine Jugendorganisation. Jugendführer sind sowohl freiwillige Zivilisten als auch Mitglieder der Berufsfeuerwehr. Wie in anderen Bundesländern ist die Jugend in Wien fest im Landesfeuerwehrverband verankert.

„Junge Brandschutzhelfer“ in der DDR mini|Junge Brandschutzhelfer der DDR Durch das „Jugendgesetz der DDR“ vom 4. Mai 1964 wurden in der DDR die Arbeitsgemeinschaften „Junge Brandschutzhelfer“ gegründet. Sie sollten den Kindern außerhalb der Schule Grundlagen des Brandschutzes und organisierende Tätigkeiten des Brandschutzes beibringen. Diese Arbeitsgemeinschaften (häufig auch als „Atze-Feuerwehren“ bezeichnet) wurden im Allgemeinen durch Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr geleitet. Ab der 5. Klasse wurde im Schulunterricht beispielsweise Vorbeugender Brandschutz, Brandbekämpfung und Erste Hilfe gelehrt. Nach der deutschen Wiedervereinigung gingen die Arbeitsgemeinschaften in „Jugendfeuerwehren“ über.

Kinderfeuerwehr In Kinderfeuerwehren – in Deutschland auch Minifeuerwehren oder Bambinifeuerwehren genannt – wird Kindern meist ab sechs Jahren neben Spiel und Spaß das richtige Verhalten in Gefahrensituationen vermittelt. Im Jahr 1949 wurde in Radevormwald-Önkfeld nach Angaben der dortigen Feuerwehr die erste Kinderfeuerwehr Deutschlands gegründet. Die Kinderfeuerwehr im heute bekannten Konzept, wurde im Jahr 1992 im Frankfurter Stadtteil Praunheim gegründet. Dieses haben mittlerweile zahlreiche weitere Feuerwehren in Deutschland übernommen.

In Rheinland-Pfalz und in HessenNassauischer Feuerwehrverband e. V.: Kindergruppen bei den Freiwilligen Feuerwehren. vom 27. Mai 2011 (Dokumentendatum). Abgerufen am 2. Juli 2012. (seit September 2007) ist gesetzlich der Eintritt in eine solche Kinder-, Mini- oder Bambinifeuerwehr (auf öffentlich-rechtlicher Basis) mit einem Mindestalter von sechs Jahren möglich. Seit dem Jahr 2016 können in Bremen ebenfalls Kinderfeuerwehren gegründet werden. In Bayern ist seit Juni 2017 die Bildung von Gruppen mit Kindern ab dem vollendeten sechsten Lebensjahr möglich.

Wettbewerbe In einigen Bundesländern gibt es die Kinderflamme, ähnlich der Jugendflamme. Die Richtlinien und Stufen sind in den einzelnen Bundesländern verschieden. So gibt es in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern drei Stufen und in Hessen vier.

Ziel Nachwuchsförderung Ein wichtiges Anliegen der Jugendfeuerwehr besteht in dem Heranführen von Jugendlichen an die Aufgaben der Feuerwehr. Auf Grund der geänderten demographischen Entwicklung der westlichen Gesellschaft (weniger Kinder) ist diese Förderung sehr wichtig, da gerade kleinere Freiwillige Feuerwehren schon jetzt Personalsorgen haben. Leider ist die Zahl der Quereinsteiger in die Einsatzabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren rückläufig, so dass vielerorts die Jugendfeuerwehr die größte Nachwuchsquelle an Einsatzkräften ist.

Österreich Viele der Mitglieder werden mit einem Alter von 15 Jahren in den aktiven Dienst bei der eigenen oder bei einer anderen Feuerwehr übernommen. Bei der Übernahme kann auch ein Teil der Ausbildung bereits angerechnet werden.

Rund 5 % der Feuerwehrjugendmitglieder ergreifen in Österreich auch den Beruf des Feuerwehrmannes bei einer der sechs Berufsfeuerwehren. Im speziellen Fall der Stadt Wien können sie freiwillige Mitglieder des Katastrophenhilfsdienstes in Wien bleiben. Im Schnitt gibt es 40 bis 60 Mitglieder.Die Berufsfeuerwehr Wien. ISBN 3-9501775-0-7, S. 56 f.

Beispiel Ostdeutschland Gerade in den neuen Bundesländern gibt es das Problem, dass ein Großteil der ausgebildeten Jugendlichen, bereit für den aktiven Dienst in der Feuerwehr, aus ihrer Heimat nach Westdeutschland wegziehen. Begründet ist dies meist durch schlechteren Ausbildungs- und Einstellungschancen für die Jugendlichen in ostdeutschen Regionen.

Letztlich wurden zwar Jugendliche als Feuerwehrleute ausgebildet, das Ziel der betroffenen Feuerwehren, neue Feuerwehreinsatzkräfte an ihren Ort zu binden, wurde aber verfehlt. Somit gibt es nur noch sehr wenige junge Einsatzkräfte in wirtschaftsschwachen Regionen.

Allgemeine Probleme und Lösungsstrategien Die räumliche Entfernung von Wohnort und Arbeitsplatz vermindert vor allem tagsüber die Alarmbereitschaft der Feuerwehr am Wohnort der Pendler. Zudem stellt die kontinuierlich notwendige Weiterbildung eine zusätzliche Belastung für bereits im Berufsleben geforderte Freiwillige dar. Auch ist die Unvereinbarkeit von Ehrenamt, Beruf und Familie in empirischen Untersuchungen als Hauptgrund für die Beendigung eines freiwilligen Engagements benannt. Ausstiegsbereite Ehrenamtliche berichten aber zudem häufiger von Problemen innerhalb der Organisation und nehmen das interne Klima eher ungünstig wahr. Dabei fällt auf, dass ausstiegsbereite freiwillige Feuerwehrleute nicht etwa höheren zeitlichen Anforderungen (z. B. aus Beruf oder Familie) ausgesetzt sind als Ehrenamtliche, die ihr Engagement fortführen möchten. Dies deutet darauf hin, dass Unvereinbarkeit kein isoliertes zeitliches Problem ist, sondern ein komplexes Phänomen, welches mit kollektiver Notwendigkeit (zeitliche und räumliche Flexibilität) und individueller Priorisierung von Lebensbereichen und -inhalten zusammenhängt.David Wenzel, Irmtraud Beerlage, Silke Springer: Motivation und Haltekraft im Ehrenamt. Die Bedeutung von Organisationsmerkmalen für Engagement, Wohlbefinden und Verbleib in Freiwilliger Feuerwehr und THW (= Soziologische Studien. Band 39). Centaurus, Freiburg (Breisgau) 2012, ISBN 978-3-86226-123-9. Andererseits wird nach Aussagen von Studien in den letzten Jahren vermehrt von Unternehmen auf die Erfahrungen zurückgegriffen, die Mitglieder von Freiwilligenorganisationen und da vor allem bei der Feuerwehr als Arbeitskräfte mitbringen, dies vor allem seit vermehrt Führungs- und Teamfähigkeiten in der Wirtschaft gefragt ist.Bei der Feuerwehr erworbene Führungsqualität hilft im Job. In: Brand Aus. Nr. 11, 2010, , S. 8–9.

Angesichts dieser Vielzahl von Herausforderungen, die sich aus den sich „nachteilig“ auswirkenden Entwicklungstendenzen des modernen Arbeitslebens und der Gesellschaft ergeben, werden neue Organisationsformen gesucht. Bundesweite Beachtung fand dabei in den letzten Jahren der Versuch des Kreisfeuerwehrverbands Offenbach, aktive Mitgliederwerbung und Lehrgangsausbildung dort anzubinden, wo solche am ehesten zu finden sind: in der Schule.Markus Henkel, Ralf Ackermann, Andreas Winter: Feuerwehr-Ausbildung zwischen allgemeinbildender Schule und Praxis. Neue Wege der Einsatzkräftegewinnung und Jugendarbeit im Bereich des Bevölkerungsschutzes und der Katastrophenhilfe im Kreis Offenbach. In: BRANDSchutz. Deutsche Feuerwehr-Zeitung. 2/2015, S. 25–29. Damit wurde ein Ansatz aufgegriffen, der seit dem Zweiten Weltkrieg keine Anwendung mehr fand.