mini|Jakob Vetsch (2021) Jakob Vetsch (* 18. April 1954 in Rorschach, heimatberechtigt in Grabs und Zürich) ist ein evangelisch-reformierter Pfarrer und Buchautor in der Schweiz.
Jugendzeit und Studienjahre Im Kanton St. Gallen Jakob Vetsch wurde am 18. April 1954 als Sohn des nachmaligen sankt-gallischen Regierungsrats Florian Vetsch von Grabs und der Anny Vetsch–Engler von Sevelen in Rorschach geboren. Seine Kindheit verbrachte er zusammen mit seinen Geschwistern HeidyWerner Brennwalder (Text u. Fotos): Heidy Kuhn und ihre fünfjährige Deutsche Pinscherhündin Duska / Philipp Kuhn und Hündin Duska nach einer anspruchsvollen Übung. In: Tierwelt. 3. März 2006, S. 11. und Florian in Buchs SG, wo er die Volksschulen durchlief. Bis zur Wirtschaftsmaturität 1973 besuchte er zuerst die Kantonsschule Sargans, dann die Kantonsschule am Burggraben in St. Gallen. Dort verbrachte er seine Jugendzeit. In der Mittelschule wurde er u. a. bei Alfred ScheferAlfred Schefer: Die Frage nach dem Menschen. Wissenschaftliche Beilage zum 117. Programm der St. Gallischen Kantonsschule für das Schuljahr 1973/74. in Philosophie, Hannes Schwander. Online-Archivkatalog des Staatsarchivs St. Gallen, A 285/04.04-354, abgerufen am 14. Februar 2021. in deutscher Literatur und Erwin StaehelinErwin Staehelin (Mitherausgeber): . Evangelisches Universitätspfarramt St. Gallen / Église Française de Saint-Gall, St. Gallen 2009 (PDF; 4,7 MB), abgerufen am 14. Februar 2021. in Wirtschaftsfächern unterrichtet.
In Basel Da er sich aufgrund eines nächtlichen Traumes kurz vor der Wirtschaftsmatura für den Pfarrberuf entschiedDenise Tischhauser: Schreiben als Ausgleich. Ein Gespräch mit Pfarrer Jakob Vetsch, Gretschins. In: St. Galler Oberland Nachrichten. 27. Mai 1993, S. 16., erwarb sich Vetsch die für das Theologiestudium erforderlichen Ergänzungsmaturitäten in den Sprachen Griechisch, Latein und Hebräisch an der damaligen Kirchlich-theologischen Schule (KTS) Basel.Kirchlich-theologische Schule Basel geschlossen. In: Neue Zürcher Zeitung. 8. September 2001, abgerufen am 12. Februar 2021. Dort nahm er von 1973 bis 1976 am A-Kurs teil.
Zugleich absolvierte er ein Studium der evangelisch-reformierten Theologie an der Universität Basel. Dort lehrte der Alttestamentler und Wissenschaftler für semitische Sprachen Ernst Jenni auch die akkadische Sprache. Ein Gastsemester führte Vetsch an die römisch-katholische Theologische Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau. Dort lehrten Karl Lehmann Dogmatik und Peter Fiedler (als Assistent von Anton Vögtle) Neues Testament. Während des Studiums in Basel betätigte sich Vetsch als Privat-Assistent von Heinrich Ott, Professor für Systematische Theologie.
In Reinach BL Seine Wohngemeinde Reinach BL wählte ihn im November 1975 in den Einwohnerrat, dem er vom 1. Januar 1976 bis zum 30. Juni 1977 angehörte, die Fraktion der sozialdemokratischen Ortspartei präsidierte und sich schwerpunktmässig für Umweltanliegen auf kommunaler Ebene miteinsetzte (Nutzung von Solarenergie bei öffentlichen Liegenschaften; Naturschutzgebiet Reinacher Heide). Er engagierte sich an den örtlichen Schulen mit dem Erteilen von Religionsunterricht, war Mitglied der Kirchenpflege und arbeitete bei den Vorbereitungen der Reformbewegung Birsecker SynodeJakob Vetsch: Das Reformunternehmen der Birsecker Synode bis zu ihrem Beginn. Serneus, Mai 1978. Hausarbeit zur Übung Theologische Probleme der Kirchenreform, bei Heinrich Ott (Dokument). Inventar Nachlass Heinrich Ott, Signatur: NL 359. Verzeichnung: Abteilung Handschriften und Alte Drucke, UB Basel, Basel 2019; 1295 D/II/c/11, S. 195/327. Universitätsbibliothek Basel, abgerufen am 14. Januar 2021 (PDF; 1,8 MB). mit, einer Vorläuferin der Schweizerischen Evangelischen Synode (SES), die von 1981 bis 1987 abgehalten wurde.
Berufsleben In Klosters-Serneus GR mini|Das Dorf Serneus mit vorgelagerter Kirche St. Sebastian, Juli 2008 In seiner Studienzeit und in den ersten Pfarramtsjahren war er auch dem ehemaligen Serneuser Pfarrer und systematischen Theologen Klaus Otte eng verbunden, dessen christologischer, interreligiöserReinhard Kirste, Kurzfassung des Beitrags Interreligiöse Hermeneutik als Grenzen überschreitende Kommunikation im Buch Ein Dialog in Raum und Zeit zum 80. Geburtstag von Klaus Otte; Herausgeberinnen: Christa Otte, Katharina Otte-Varolgil, Eva Maria Kagermann-Otte. Köln 2015, S. 197–200; abgerufen am 11. Januar 2021 und homiletischerKlaus Otte: Durch Gemeinde zur Predigt. Zur Verhältnisbestimmung von Theologie und Predigt bei Alexander Schweizer und Alois Emanuel Biedermann. Frankfurt am Main 1979. Ansatz in seiner Arbeit nachwirkten: Als prägend dürfen Erwähnung finden: Die Freude an der Gemeindearbeit sowie der theologischen Reflexion und vor allem die Verbindung von beidem im Sinne «Durch Gemeinde zur Predigt», wie ein Buchtitel von Klaus Otte lautet, auch unter Einbezug von Kunst. So ist die Predigt, aus welcher der Glaube kommt, ein steter Dialog, ein Gespräch, das durch Johann Wolfgang von Goethe als noch erquicklicher denn das Licht bezeichnet wurde. Dabei ist die interreligiöse Ausrichtung vom Gekreuzigt-Auferstandenen her zentral.Christa Otte, Katharina Otte-Varolgil, Eva Maria Kagermann-Otte (Hrsg.): Ein Dialog in Raum und Zeit. Interkultureller und interreligiöser Dialog – Feld zwischen Gemeinde und Universität. Für Klaus Otte zum 80. Geburtstag. Köln 2015, S. 54.
Auf den 1. Juli 1977 wurde Vetsch als Pfarrstellvertreter, Vikar und Pfarrer in die Kirchgemeinde Klosters-Serneus im Prättigau mit Wohnsitz in Serneus berufen. Am 29. Juni 1980 nahm er anlässlich der Synodenversammlung in Zizers die Ordination zum Pfarrdienst mit dem Wahlfähigkeitszeugnis entgegen und wurde in die Bündner Synode (ehedem Evangelisch-Rätische Synode) aufgenommen.Karl Graf: Pfarrerinnen und Pfarrer der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St. Gallen, 1971-2009 Theologischer Verlag Zürich 2010, S. 71. Die Bsatzig (Kreisversammlung) des Kreises Klosters hatte ihn am 6. Mai 1979 zum Friedensrichter-Stellvertreter bestimmt, ein Mandat, das er bis zum 31. Juli 1982 ausübte. In dieser Zeit versah er auch das Präsidium der Sektion Prättigau-Herrschaft des Schweizerischen Protestantischen Volksbunds.
Anlässlich eines Hausbesuches im Frühjahr 1979 auf dem Höfli wurde ihm die Broschüre Anton von Sprechers über das Zinsbuch der Kirche von Serneus vom Jahre 1479Anton von Sprecher: Das Zinsbuch der Kirche von Serneus vom Jahre 1479. Aufgeführt in: Die Schweizergeschichte in den periodischen Veröffentlichungen des Jahres 1951. Graubünden. S. 158, abgerufen am 15. Januar 2021. gezeigt, wodurch er auf das anstehende 500-Jahr-Jubiläum des Kirchenbaus dieser Sebastianskirche aufmerksam wurde und in Zusammenarbeit mit dem Vorstand die Vorbereitungen zur Feier im Herbst traf. So wurde am Reformationssonntag, dem 4. November 1979, das 500-jährige Bestehen des Gotteshauses St. Sebastian zu Serneus mit einem Festgottesdienst zusammen mit den Pfarrern Karl Otto Sulzbach und Klaus Otte gefeiertJohannes Haltiner: Die 500-Jahr-Feier der Kirche Serneus im Jahre 1979. Ein idyllischer Tag. Reformationssonntag, 4. November 1979. In: Klosterser Zeitung. 9. November 1979, abgerufen am 19. März 2021.Schneehäschen, Flower Power und ein Heididörfli aus Karton. 50 Jahre Klosterser Zeitung.. In: Klosterser Zeitung/Prättigauer Post. 4. Jg., Nr. 16, 19. April 2013, S. 12 (E-Paper, abgerufen am 15. Januar 2021). und das Büchlein Das Gotteshaus zu Serneus. Festschrift zur 500-Jahr-Feier 1479–1979 in erster Auflage herausgegeben. Fünfundzwanzig Jahre danach wurde die um die Serneuser Haussprüche erweiterte und aktualisierte Neuauflage. Einleitende Gedanken von Pfarrer Jakob Vetsch zur zweiten Auflage von Das Gotteshaus zu Serneus. 2004, Gemeinde Serneus, abgerufen am 17. Januar 2021. zur 525-Jahr-Feier vom Samstag, dem 7. August 2004, von der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Klosters-Serneus herausgegeben.Jakob Vetsch: Wieder greifbar: Das Gotteshaus zu Serneus. In: Klosterser Zeitung. 15. Juli 2004.Johannes Haltiner: Serneuser Fest mit Wetterglück. Auch die Kirche miteinbezogen. In: Klosterser Zeitung. 12. August 2004, S. 11.
Eltern, vor allem Väter, berichteten Ende der 70er Jahre, dass sie ihren Kindern infolge veränderter Lebensgewohnheiten und somit verkürzter Aufenthaltszeit auf den Maiensässen (Sommerschule,Der virtuelle Museumsrundgang. Museen Graubünden MGR, S. 2, 4, abgerufen am 21. Dezember 2020: «Wusstest du, dass früher die Schule nur ein halbes Jahr lang dauerte? Das ganze Sommerhalbjahr war schulfrei. – In die Ferien fuhr man allerdings nicht. Zu Hause gab es genug Arbeit, denn auf dem Hof brauchten die Bauernfamilien jede Hand, um das Heu ins Trockene zu bringen.» Mobilität, Radios) nicht mehr in dem Masse SagenJakob Vetsch: Sagen. Die Sagenwelt als Verarbeitungsinstrument der Urängste. In: Davoser Zeitung/Klosterser Zeitung/Prättigauer Post. 24. Mai 2013, S. 11. und Geschichten erzählten, wie sie es einst noch gehört hatten. Daher nahm der Gemeindepfarrer sein Diktaphon-Gerät mit auf die Hausbesuche und liess sich die Erzählungen aus früheren Zeiten von älteren Dorfbewohnern vermitteln, nahm sie auf, übertrug sie hernach Satz für Satz ins Stenogramm und tippte sie mit der Schreibmaschine ins Manuskript. Vereint mit in älteren Bündner Kalendern und Schriften gefundenem und erhaltenem Erzählgut fügte er sie anno 1982 zusammen im Buch Ds Goldbrünneli mit Fotos von Thomas Jost. Viele Jahre später diente diese Sagensammlung aus Klosters und Umgebung als Grundlage für den Sagenpark vom Madrisa-Land, das als ein Erlebnispark auch für Körper- und Sehbehinderte gestaltet und am 8. August 2009 auf der Saaseralp offiziell eröffnet wurde.Tag der offenen Tür und Bundesfeier auf Madrisa. Pfarrer Jakob Vetsch als Vater des Sagenlandes. In: Davoser Zeitung/Klosterser Zeitung. 7. August 2009, S. 4, 5 (PDF; 149 kB).Madrisa-Land nun auch offiziell eröffnet. In: Klosterser Zeitung. 14. August 2009, S. 3.
In Wartau-Gretschins SG mini|Kirche und Pfarrhaus Gretschins, 1993 Ab 1. August 1982 war Vetsch in der damaligen Kirchgemeinde Wartau-Gretschins in Wartau SG mit Wohnsitz im Pfarrhaus Gretschins tätig. Dort hatten mit der Pfarrfamilie Tschudi bereits entfernte Vorfahren mütterlicherseits gewirkt und war nun Hans Sulser-CorrodiJakob Vetsch: Hans Sulser-Corrodi (1931–1999). In: Werdenberger Jahrbuch 2000. Präsident und später Laienprediger. Ab 1994 war er als dessen Nachfolger Mitglied der Synode der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St. Gallen. Er wurde zum Vizedekan des Kirchenbezirks Rheintal-Werdenberg-Sargans gewählt.Feierliche Amtseinsetzung von Pfarrer Hörler (in der Kirchgemeinde Walenstadt-Flums-Quarten, durch Vizedekan Jakob Vetsch). In: Sarganserländer. 124. Jg., Nr. 158, 19. August 1996, S. 1. Hier entstanden die meisten Buchwerke und wurde der Grundstein für die Seelsorge im Internet gelegt, deren Leitsätze lauteten: «Seelsorge als Angebot auf allen wichtigen Kommunikationskanälen» und «Helfen, ohne nach Schuld zu fragen und ohne Dank zu erwarten».Hanspeter Thurnherr: Die Wiege stand 1995 in Gretschins. Menschen helfen, ohne Dank zu erwarten. In: Werdenberger & Obertoggenburger. Nr. 228, 30. September 2010, S. 1, 3.Heini Schwendener: Seelsorge per E-Mail boomt: Gründervater vor 25 Jahren war der Wartauer Pfarrer Jakob Vetsch. In: St. Galler Tagblatt. 28. Januar 2021, abgerufen am 4. Februar 2021.Gründervater war Pfarrer Vetsch Von Heini Schwendener, in: Werdenberger & Obertoggenburger, Lokal, Zürich/Wartau. Freitag, 29. Januar 2021, Seiten 1 und 9.