iTunes ist ein universelles, kostenloses Multimedia-Verwaltungsprogramm des US-amerikanischen Unternehmens Apple. Es dient dem Abspielen, Konvertieren, Brennen, Organisieren und Kaufen von Musik, Hörbüchern, Podcasts und Filmen und kann die Multimedia-Inhalte angeschlossener Geräte des Typs iPod, iPad und iPhone verwalten. Mit Erscheinen von macOS Catalina 2019 wurde iTunes durch die voneinander getrennten Applikationen Apple Music, Apple Podcasts, Apple TV App und Apple Books ersetzt und wird seither für macOS nicht mehr weiterentwickelt. Die Version für Windows bleibt jedoch bestehen.

Die letzte Version von iTunes für macOS läuft auf Mountain Lion ab Version 10.8.5 oder neuer, jedoch (offiziell) nicht mehr ab macOS Catalina (Version 10.15 von macOS). Die aktuelle Version für Windows setzt Windows 10 oder neuer voraus. Ältere Versionen liefen auch auf klassischem Mac OS (ab Version 9) und diversen Versionen von macOS (Mac OS X bzw. OS X) und Windows. Alte iTunes-Versionen unterstützen aber neuere Geräte teilweise nicht mehr und können Sicherheitslücken aufweisen. iTunes war auch Bestandteil des Softwarepakets iLife, das auch iPhoto, iDVD, iMovie, iWeb und GarageBand beinhaltet.

Funktionsübersicht Mit iTunes kann man vor allem Musik hören und diese ordnen, sortieren, gruppieren, über ein Netzwerk via Bonjour streamen, CDs auf die Festplatte überspielen und Musik-CDs oder DVDs brennen und für diese Cover ausdrucken. Unterstützt werden auch QuickTime-Videos. Ab Version 4.9 ist es möglich, Podcasts kostenlos zu abonnieren und zu verwalten.

Dazu bedient es sich einer eigens geführten Musikbibliothek, um Musikdateien unterschiedlichster Formate mit Metainformationen (bei MP3 beispielsweise ID3-Tags) zu hinterlegen. Nach diesen kann flexibel – wenn auch nicht beliebig – sortiert und gefiltert werden. Eine weitere Eigenschaft in diesem Zusammenhang sind die intelligenten Wiedergabelisten. Eine intelligente Wiedergabeliste wird erstellt, indem man Kriterien ähnlich einer Datenbankabfrage definiert. Daneben bietet iTunes eine Echtzeit-Suche, deren Suchresultate bereits bei der Eingabe erscheinen.

Ferner bietet es eine integrierte Schnittstelle und Portalsoftware zum iTunes Store, über den per Internet Musiktitel und Musikvideos angeschaut und gekauft werden können. Außerdem ist iTunes für den iPod, das iPhone und Apple TV als Standard-Musikverwaltungs-Software gedacht. Die Windows-Version von iTunes löst damit die MusicMatch Jukebox des ehemaligen Kooperationspartners ab, jedoch existiert – außer für das Modell „iPod Touch“ – eine Vielzahl an alternativer Software. Die Inhalte dieses Modells können ausschließlich mit der iTunes-Software gepflegt werden.

Ende September 2005 kam das Motorola ROKR (gesprochen „Rocker“) auf den Markt. Es war das erste Mobiltelefon, das von iTunes als Musik-Abspielgerät unterstützt wird. Es kann bis zu 100 Lieder mit einer iPod-ähnlichen Software verwalten.

Als Sonderprogramm ist iTunes U gedacht, das Hochschulen erlaubt, ihre Multimedia-Angebote über iTunes zu publizieren. Zu Anfang war der Dienst nur in den USA und Kanada aktiv, er wurde jedoch ständig erweitert. Im Allgemeinen sind die Angebote uneingeschränkt und kostenfrei nutzbar. Spezifische Inhalte sind jedoch eingeschriebenen Studenten und Universitätsangehörigen vorbehalten. Im Januar 2009 startete iTunes U mit Angeboten der Ludwig-Maximilians-Universität München, der RWTH Aachen, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und des Hasso-Plattner-Instituts auch in Deutschland.

Weder die Windows-Version noch die macOS-Version unterstützt die automatische Konvertierung von WMV-Dateien. Unter macOS existiert ein zusätzliches Plug-in namens „Flip4Mac“, das in der kostenlosen Version die direkte Wiedergabe von WMV-Dateien erlaubt.

Weiter lassen sich iPhone, iPad oder iPod touch über iTunes aktualisieren, was nützlich ist, falls auf dem Gerät nicht genügend Speicherplatz vorhanden ist.iPhone, iPad oder iPod touch mit iTunes aktualisieren

Geschichte mini|hochkant=0.55|Logo der Version 9 mini|hochkant=0.55|Logo der Version 10 mini|hochkant=0.55|Logo der Version 11 mini|hochkant=0.55|Logo der Version 12 iTunes basiert weitgehend auf der kommerziellen MP3-Applikation SoundJam MP, die vom Software-Verlag Casady & Greene entwickelt worden war. Letztendlich übernahm Apple die Entwickler mitsamt der Software. Die erste Version von iTunes im Januar 2001 war daher SoundJam MP sehr ähnlich.

Nach der Übernahme durch Apple wurden zahlreiche Funktionen ergänzt. Dazu gehört die Unterstützung des iPods sowie einer größeren Auswahl an CD-Brennern und Sprachen. Ferner wurde die für iTunes charakteristische Playlistverwaltung verbessert, 2003 die Unterstützung für Windows XP und den hauseigenen „iTunes Music Store“ ergänzt.

Seitdem wurde das Angebot des inzwischen umbenannten „iTunes Store“ auf weitere Länder (darunter auch Deutschland, Österreich und die Schweiz) und Inhalte (darunter Filme, Fernsehserien, Podcasts und DRM-freie Musik) ausgeweitet.

Am 9. September 2009 erschien Version 9 des Musikverwaltungsprogrammes iTunes. Einerseits wartete iTunes 9 mit einem umfassend überarbeiteten Design des iTunes Store sowie erweiterten Funktionen für die Zusammenstellung intelligenter Wiedergabelisten auf. Andererseits waren die Anzeige- und Suchfunktionen für Genres sowie die Listendarstellung der Titel in der Anzeige des Music-Store-Fensters stark in den Hintergrund gedrängt oder ersatzlos gestrichen worden.

Am 25. Februar 2010 wurde die Grenze von zehn Milliarden heruntergeladenen Musikstücken seit der Gründung überschritten.

Am 1. September 2010 erschien iTunes 10. Dieses wartete mit neuen Ansichten sowie dem „Ping“-Service auf, der ein in iTunes integriertes Soziales Musiknetzwerk darstellt. Ping wurde am 30. September 2012 geschlossen.

Am 29. November 2012 erschien iTunes 11 mit völlig überarbeitetem Design. So wurde zum Beispiel der Wechsel zwischen Mediathek und Store dadurch erleichtert, dass er über einen Button unterhalb des Players erfolgt statt wie zuvor über die Seitenleiste, in der sich alles inklusive Wiedergabelisten befand. Verändert wurde auch das Logo. Es zeigt nun eine weiße statt einer schwarzen Note auf blauem Grund. Neu ist unter anderem auch die Integration von Facebook und Twitter.

Am 16. Oktober 2014 erschien iTunes 12. Wieder wurde das Design überarbeitet – Mediathek und der iTunes Store sind noch enger zusammengerückt. Auch das Logo ist überarbeitet und zeigt eine weiße Note auf rotem Grund.

Version 12.5 vom 13. September 2016 führte proprietäre mp4- und mp3-Tags speziell für klassische Musik ein, der die einfache Teilung in „Songs“ und „Alben“ nicht gerecht wird.

Mit der Version 12.7 wurde die Verwaltung von Apps für iOS aus iTunes entfernt. Für Unternehmen, die noch auf die Verwaltung von Apps mit iTunes angewiesen sind, stellte Apple übergangsweise die Version 12.6.5 bereit, mit der diese Funktion bis zu macOS High Sierra (Version 10.13) einschließlich weiterhin zur Verfügung steht.

Mit macOS Mojave (Version 10.14), das im September 2018 herauskam, wurde iTunes integraler Bestandteil des Betriebssystems und ist nicht deinstallierbar. Für ältere Versionen von macOS kann es weiterhin heruntergeladen und installiert werden.

Im Juni 2019 gab Apple bekannt, iTunes werde nur noch für Windows gepflegt. In macOS Catalina (Version 10.15) ist iTunes nicht mehr vorhanden, die bisherigen Funktionen sind nun in (Einzel-)Applikationen aufgeteilt: dem Finder, zum Datenabgleich mit iOS-Geräten, und in die vier neuen macOS-Apps Musik, TV App, Podcasts und Books.

Im Oktober 2019 fand ein freier Entwickler heraus, dass iTunes unter Catalina mit Anpassungen der Einstellungen und Austauschen alter Bibliotheken auch unter einen reinen 64-Bit-Betriebssystem lauffähig ist. Diese Schritte können manuell oder per App durchgeführt werden.

Technisches Hintergrunddienste iTunes benötigt für die korrekte Funktion einige Hintergrunddienste, die während der Installation von iTunes automatisch im Hintergrund installiert werden und auch dann aktiv sind, wenn iTunes geschlossen ist. Die wichtigsten davon sind der Apple Application Support, der dafür sorgt, dass alle Apple-Dienste zusammenarbeiten, der Apple-Mobile-Device-Dienst, der für die Kommunikation mit iPhones, iPads und iPods sorgt, Apple Software Update, welches Apple-Software auf dem System aktuell hält, sowie Bonjour und der mDNS Responder, die die Netzwerkkommunikation von iTunes möglich machen. Funktionen von iTunes wie AirPlay oder iTunes Homesharing bauen auf den Netzwerkdiensten auf. Weitere Apple-Programme wie das iPhone Configuration Utility bauen auf den iTunes-Diensten auf und wären ohne sie nicht lauffähig.

AirPlay

An ein AirPlay-fähiges Gerät von Apple oder einem Dritthersteller kann eine HiFi-Anlage, ein Lautsprechersystem oder ein Fernseher angeschlossen werden. In iTunes kann diese Anlage ausgewählt werden, um die Musik live an die Anlage zu streamen. iTunes berechnet die kurze Verzögerungszeit beim Streamen, so dass die Musik auf allen Lautsprechern synchron läuft, auch wenn die Boxen in mehreren Räumen verteilt sind. Die Vorgängertechnik hieß AirTunes, der verbesserte Nachfolger AirPlay, der abwärtskompatibel ist. Der Nachfolger AirPlay unterstützt neben Audio- auch Videostreaming.

Audioformate iTunes unterstützt folgende Audioformate: MP3 mit konstanter und variabler Bitrate, AAC mit und ohne variable Bitrate, Apple Lossless, AIFF sowie WAV und TCA. iTunes kann zudem bei Audible gekaufte Hörbücher sowie DRM-geschütztes AAC aus dem hauseigenen iTunes Music Store abspielen.

Wenn auf dem PC mindestens Windows Media Player 9 installiert ist, kann iTunes eine Kopie von DRM-freien WMA-Dateien im AAC-Format und anderen von iTunes unterstützten Formaten erstellen. Ein Mac kann wegen fehlender Lizenzen keine WMA-Dateien in iTunes importieren.

Da iTunes auf QuickTime aufsetzt, wird neben MIDI auch das freie Ogg-Vorbis-Format unterstützt, wenn das entsprechende inoffizielle Plug-in Xiph QuickTime Components (XiphQT) in QuickTime installiert wird. Es funktioniert mit Version 7 von QuickTime und somit auch in Version 6 von iTunes.

Automatisierung iTunes unterstützt unter macOS AppleScript und Automator. Damit kann durch einfaches Drag & Drop im Automator Funktionalität ferngesteuert werden. Unter Windows existiert eine COM-Schnittstelle, die jedoch bisher nur wenig genutzt wird.

Dateifreigabe Musikdateien können über Bonjour, die Apple-Bezeichnung für den offenen Netzwerkstandard Zeroconf, freigegeben werden. Die Musikdateien können daher ohne Konfiguration mit Nutzern im selben Subnetz angehört werden. Benutzer außerhalb des Subnetzes können die IP-Adresse des verteilenden Computers angeben. Eine Ausnahme bildete die Version 4.0, mit der die Freigabe auch über das Internet möglich war. Dies wurde jedoch in der bald darauf erschienenen Version 4.0.1 deaktiviert, um aufkommenden rechtlichen Streitigkeiten und Lizenzansprüchen aus dem Weg zu gehen. Durch den Aufbau eines privaten Netzwerks ist es allerdings möglich, diese Beschränkung zu umgehen. Es wird der TCP-Port 3689 verwendet.

Genius Die Funktion Genius erschien mit der Version 8 von iTunes; sie erstellt Wiedergabelisten mit Titeln, die nach Apples Ansicht „gut zueinander passenden“ (‘songs that go great together’).

Beim ersten Start der Genius-Funktion sendet die iTunes-Musik-Bibliothek Informationen an Apple, die mit denen anderer Genius-Nutzer verglichen und an den Benutzer zurückgeschickt werden. Klickt der Nutzer während des Liedes auf den Genius-Button, generiert iTunes eine eigene Playlist mit Titeln, die zu diesem Lied „passen“. Laut Apple sind die übermittelten Daten anonymisiert.

Zudem gibt es die Genius Sidebar. Wird ein Titel abgespielt, zeigt die Sidebar Angebote aus dem iTunes-Store für ähnliche Titel. Die Sidebar zeigt ab Version 10.0.1 alternativ auch die Ping Sidebar.