Dies ist eine Liste aller Zeppeline, die von den Zeppelin-Gesellschaften geplant, konstruiert und gebaut wurden. Der Begriff Zeppelin wird häufig als Gattungsname für Starrluftschiffe oder Luftschiffe allgemein verwendet.
Die folgende Einteilung in Zeppeline vor, während und nach dem Ersten Weltkrieg richtet sich nach dem Fertigstellungsdatum. Auch einige „Vorkriegszeppeline“ kamen bei den Kampfhandlungen zum Einsatz. Mit dem Zweiten Weltkrieg endeten 1940 alle Zeppelin-Luftschiff-Aktivitäten. Im September 1993 wurde die ZLT Zeppelin Luftschifftechnik GmbH & Co. KG (ZLT) für die Entwicklung und Fertigung des Zeppelin LZ N07 "NT" gegründet.
Nummerierung und Klassen Die Einteilung der Zeppelin-Luftschiffe erfolgte in Klassen von A bis X, wobei die Zeppelin-Militärluftschiffe der Vorkriegs-Klasse M sowie die im Krieg gebauten Klassen P (22 Schiffe), Q (12 Schiffe), R (17 Schiffe) und V (10 Schiffe) die am häufigsten gebauten waren. Der Typ Q war eine Abwandlung des Typs P durch ein 15 m langes zylindrisches Zwischenstück mit einer weiteren Gaszelle, ansonsten waren beide Klassen technisch identisch.
Die Klasse R stellte die erste Klasse der sogenannten Super-Zeppeline dar, die knapp 200 m lang waren und im Weiteren als höhentaugliche Bombenträger (Höhenkletterer) verwendet wurden. Typschiff dieser neuen Klassen war LZ 62 (L30), wobei der Typ Q noch einige Zeit parallel für das Heer gebaut wurde, da dem Heer keine ausreichend großen Luftschiffhallen für die Riesenzeppeline zur Verfügung standen. Die Schiffe der Klassen W und X waren nochmals vergrößert und 226 m lang.
Die Firma Luftschiffbau Zeppelin in Friedrichshafen versah ihre Konstruktionen mit einer fortlaufenden Bau- bzw. Produktionsnummer in der Form „LZ“ plus laufende arabische Ziffer, wobei „LZ“ für „Luftschiff Zeppelin“ steht. Fahrzeuge, die für zivile Zwecke eingesetzt wurden, bekamen seit der Baunummer „LZ 7“ darüber hinaus einen Namen. Die deutschen Militärluftschiffe hingegen wurden (wie bei allen Kriegsmarinen der Welt üblich) mit einer „taktischen Nummerierung“ versehen (das gilt auch für Militärluftschiffe anderer Systeme):
Das Heer nannte seine ersten Zeppeline „Z“ plus römische Ziffer, z. B. „Z I“ bis „Z XII“ (= Baunummer LZ 26). Die Bezeichnung „Z XIII“ wurde nicht verwendet, weil der designierte Kommandant abergläubisch war; stattdessen wurde die Baunummer „LZ 35“ auch zur taktischen Bezeichnung. Arabische Ziffern wurden dann auch deshalb verwendet, weil eine Fortführung mit römischen Ziffern bald sehr umständlich und in der Ausführung (als Name an der Bugspitze) recht lang geworden wäre. So hatten die Heeresluftschiffe LZ 35 bis LZ 39 Namen, die ihrer Baunummer entsprachen. Ab der Baunummer LZ 42 ergab sich der Name der Heeresluftschiffe aus der laufenden Baunummer plus „30“, die Produktionsnummer LZ 42 bekam also den Namen (sprich: die taktische Bezeichnung) „LZ 72“. Ob dieser „Zahlensprung“ etwas mit „Verschleierung“ zu tun hatte, sei dahingestellt, praktisch waren die Kriegsgegner sehr gut über die laufende Produktion der Luftschiffe unterrichtet, und dies stellte sich nicht erst nach dem Kriege heraus. Im Januar 1917 stellte das Heer dann den Einsatz von Luftschiffen ein. Die Marine verwendete für die Luftschiffe vom Typ Zeppelin die taktische Bezeichnung „L“ (= Luftschiff) plus laufende arabische Ziffer.
Liste der Zeppeline Vor dem Ersten Weltkrieg gebaut Werk-Nr. Name/taktische Nummerierung Einsatzbereich Volumen (m³) Erstfahrt Bemerkungen Letzte Fahrt LZ 1 Prototyp 11.300 2. Juli 1900 abgewrackt 24. Oktober 1900 LZ 2 experimentell 11.300 30. November 1905 bei Unfall nach Notlandung bei zweiter Fahrt bei Kißlegg zerstört. 17. Januar 1906 LZ 3 Z I experimentell; Heer 11.300 / 12.200 9. Oktober 1906 nach Umbau 1908 an das Heer verkauft; als Schulschiff eingesetzt; 1913 abgerüstet. ? LZ 4 militärisch (geplant) 15.000 20. Juni 1908 zerstört beim Unglück von Echterdingen; siehe Zeppelin; keine Opfer. 5. August 1908 LZ 5 Z II experimentell; Heer 15.000 26. Mai 1909 1910 während eines Sturms bei Weilburg an der Lahn gestrandet. 24. April 1910 LZ 6 experimentell; zivil (DELAG) 15.000 / 16.000 25. August 1909 erste Funkversuche; erstes Luftschiff der DELAG; 14. September 1910 in seiner Halle Baden-Oos fahrlässig zerstört (verbrannt). ? LZ 7 „Deutschland“ zivil (DELAG) 19.300 19. Juni 1910 Bei Unfall über dem Teutoburger Wald irreparabel beschädigt. 28. Juni 1910 LZ 8 Ersatz „Deutschland“ zivil (DELAG) 19.300 30. März 1911 Am 16. Mai 1911 unter dem erstmaligen Kommando von Hugo Eckener. Artikel im Blog airships.net (2009), abgerufen am 3. Juni 2026. bei der Ausfahrt von einer Windböe an die Wand der Flughafenhalle in Düsseldorf gedrückt und irreparabel beschädigt.Toter Link Chronik des Stadtarchivs der Landeshauptstadt Düsseldorf im Portal duesseldorf.de, abgerufen am 5. August 2013 16. Mai 1911 LZ 9 Ersatz Z II Heer 16.500 / 17.800 2. Oktober 1911 abgerüstet am 1. August 1914 ? LZ 10 „Schwaben“ zivil (DELAG) 16.500 26. Juni 1911 transportierte bei 224 Fahrten 4.354 Passagiere und legte dabei 27.321 km zurück; am 28. Juni 1912 bei einem Unfall auf dem Flugfeld in Düsseldorf zerstört. ? LZ 11 „Viktoria Luise“ zivil (DELAG); später: Heer 18.700 19. Februar 1912 transportierte bei 489 Fahrten 9.783 Passagiere und legte dabei 54.312 km zurück; im August 1914 vom Heer übernommen, der OHL unterstellt und unter Kommando von Hptm. Lempertz in Frankfurt stationiertvgl. Lemma Luftstreitkräfte (Deutsches Kaiserreich), später als Schulschiff genutzt; brach am 8. Oktober 1915 beim Einhallen auseinander. ? LZ 12 Z III Heer 16.500 25. April 1912 abgerüstet am 1. August 1914 ? LZ 13 „Hansa“ zivil (DELAG); später: Heer 18.700 30. Juli 1912 Legte bei 399 Fahrten mit 6.217 Passagieren 44.437 km zurück; erste planmäßige Fahrt ins Ausland (nach Dänemark und Schweden); nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges Umbau zum Militärluftschiff, Aufbau einer Plattform auf dem First des Schiffes für 2 Maschinengewehre; Angriffsfahrten nach Frankreich und Aufklärungsfahrten über der Ostsee (Einnahme von Libau). Ab Frühjahr 1915 Verwendung als Schulschiff in Berlin-Johannisthal; über 500 Fahrten über Berlin; dabei auch wochenlang Funkversuche zwischen dem Dampfer Siegesfürst auf dem Müggelsee und zugleich Tests, inwieweit der Gegner Luftschifffunkverkehr stören könnteKurt Groggert: Spreefahrt tut not!, Haude & Spenersche Verlagsbuchhandlung, Berlin 1972, S. 69–70; abgerüstet in Jüterbog im August 1916 ? LZ 14 L 1 Marine 22.500 7. Oktober 1912 wurde bei einem Gewitter über der Nordsee vom Sturm ins Meer gedrückt; 14 Besatzungsmitglieder ertranken. 9. September 1913 LZ 15 Ersatz Z I Heer 22.500 16. Januar 1913 bei einer Notlandung zerstört. 19. März 1913 LZ 16 Z IV Heer 19.500 14. März 1913 überquerte am 3. April 1913 versehentlich bei dichtem Nebel die französische Grenze und wurde einen Tag lang in Lunéville festgehalten. Im August 1914 der VIII. Armee in Ostpreußen unterstellt und unter Kommando von Hptm. von Quast von August bis Oktober 1914 in Königsberg stationiert; dabei einige nächtliche Aufklärungsfahrten auf Festung Osowiec und Schaulen, später Bombenangriffe auf Warschau und Lyck. Ab 1915 als Schulschiff verwendet; da veraltet im Herbst 1916 in Jüterbog abgewrackt. ? LZ 17 „Sachsen“ zivil (DELAG); später: Marine 22.500 / 20.900 3. Mai 1913 transportierte bei 419 Fahrten 9.837 Passagiere und legte dabei 39.919 km zurück; bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges als Schulschiff von der Marine gechartert. Abgerüstet im Herbst 1916. ? LZ 18 L 2 Marine 27.000 9. September 1913Douglas H. Robinson: The Zeppelin in Combat. A History of the German Naval Airship Division, 1912–1918. Foulis, London 1971, S. 26. zerstört bei der Explosion eines Motors; die gesamte Besatzung kam ums Leben. 17. Oktober 1913 LZ 19 Zweiter Ersatz Z I Heer 22.500 6. Juni 1913 in einem Gewittersturm am 13. Juni 1914 irreparabel beschädigt. ? LZ 20 Z V Heer 22.500 8. Juli 1913 im Ersten Weltkrieg für Aufklärungsfahrten über Westpolen eingesetzt; Notlandung während der Schlacht bei Tannenberg nach einem Angriff auf Mława; die Besatzung wurde beim Versuch, das Schiff in Brand zu setzen, von feindlicher Kavallerie gestellt und geriet in Gefangenschaft. 23. August 1914 LZ 21 Z VI 'Cöln' Heer 20.870 10. November 1913 Im August 1914 unter Kommando von Hptm. Kleinschmidt in Köln stationiert und direkt der OHL unterstellt. Beim nächtlichen Angriff auf Lüttich durch Abwehrfeuer beschädigt, nach Gasverlust bei Bonn notgelandet und dort abgewrackt.Toter Link Der Luftschiff-Angriff endet im Wald. In: ksta.de. Nachfolger: LZ 17. 6. August 1914 LZ 22 Z VII Heer 22.140 8. Januar 1914 Im August 1914 unter Kommando von Hptm. Jacobi in Baden-Oos stationiert und direkt der OHL unterstellt. Bei einer Aufklärungsfahrt im Elsass in einer Flughöhe von nur 1.500 m bei taktischer Aufklärung von Infanteriefeuer getroffen und bei anschließender Notlandung in Saint-Quirin, Lothringen irreparabel beschädigt. 23. August 1914 LZ 23 Z VIII Heer 22.140 11. Mai 1914 Im August 1914 unter Kommando von Hptm. Andrée in Trier stationiert und direkt der OHL unterstellt. Am 22./23. August 1914 mit gleichem Auftrag (Aufklärung sowie Bombenabwurf) wie Z VII unterwegs; geriet nach seiner Notlandung hinter feindlichen Linien vorübergehend in die Hände französischer Soldaten und wurde geplündert. Es gelang jedoch der Mannschaft, sich zu den deutschen Linien durchzuschlagen und die Aufklärungsmeldungen abzuliefern. 23. August 1914 LZ 24 L 3 Marine 22.470 11. Mai 1914 24 Aufklärungsfahrten über der Nordsee; nahm am ersten Luftangriff auf England am 19. Januar 1915 teil; wegen Motorschadens im Sturm bei Fanø/Dänemark notgelandet und von seiner Mannschaft zerstört. Besatzung in Dänemark interniert. 17. Februar 1915 LZ 25 Z IX Heer 22.470 13. Juli 1914 Im August 1914 unter Kommando von Hptm. Horn in Düsseldorf, direkt der OHL unterstellt und eingesetzt für Aufklärungs- und Bombenangriffsfahrten in Nordfrankreich, darunter die beiden einzigen Fernaufklärungseinsätze der Heeresluftschifffahrt am 1. September 1914 gegen Gent und am 25. September 1914 gegen Boulogne; zerstört durch gezielten Bombenangriff eines R.N.A.S.-Fliegers auf seine Halle in Düsseldorf am 8. Oktober 1914. ?
Im Ersten Weltkrieg gebaut