Die Pinckney, auch USS Pinckney, ist ein Kriegsschiff der United States Navy. Der Lenkwaffenzerstörer gehört der Arleigh-Burke-Klasse an und trägt die Schiffskennung DDG-91. Das Schiff ist nach Cook First Class William Pinckney benannt, der für seinen Einsatz während der Schlacht bei den Santa-Cruz-Inseln das Navy Cross erhielt.

Geschichte Bau Die Pinckney wurde 1998 als Schiff der Konfiguration Flight IIA der Arleigh-Burke-Klasse in Auftrag gegeben und im Juli 2001 bei Ingalls Shipbuilding auf Kiel gelegt. Nach weniger als einem Jahr lief der Zerstörer vom Stapel, im Mai 2004 wurde er in Dienst gestellt.

Heimathafen wurde San Diego. Im Verlauf des Jahres 2004 folgten Übungs- und Erprobungsfahrten, unter anderem auch mit spanischen Einheiten der Álvaro-de-Bazán-Klasse.

Einsätze 2006 verlegte die Pinckney erstmals in den Pazifik, unter anderem nahm sie an der International Maritime Exposition in Sydney, Australien teil.. U.S. Navy 2007 folgte ein Einsatz während der Übung Valiant Shield, 2008 während RIMPAC.. U.S. Navy 2009 begleitete sie die Nimitz als Geleitschutz in den Westpazifik, ab Ende 2011 dann die John C. Stennis in den Indischen Ozean und ab Anfang 2012 in den Pazifikraum. Im März 2014 beteiligte sich das Schiff an der Suche nach dem zu dem Zeitpunkt verschwundenen Flugzeug des Fluges Malaysia-Airlines MH 370.

Im März 2025 führte die Pinckney in der Pacific Missile Range Facility in Kauaʻi in Zusammenarbeit mit der Missile Defense Agency Versuche zur Raketenabwehr durch. Dabei wurde das Verteidigungssystem Sea Based Terminal Increment 3 erprobt. Es wurde ein Ausweichmanöver durchführender Hyperschallgleiter in seiner Endanflugphase () mit einem zum Glide Phase Interceptor weiterentwickelten Flugkörper RIM-174 Standard ERAM (SM-6) bekämpft.

Technik Pinckney ist das erste Schiff eines elf Einheiten der Arleigh-Burke-Klasse umfassenden Bauloses der Konfiguration Flight IIA, das ab Werft mit der Systemversion Baseline 7 des Aegis-Kampfsystems ausgerüstet war. Damit einher ging die Integration des Multifunktionsradars mit der JETDS-Bezeichnung AN/SPY-1D(V) mit seiner Optimierung für küstennahe Gefechtsführung.

Bis 2023 wurden auf Pinckney bei einer Modernisierung mit Werftliegezeit bei National Steel and Shipbuilding Company in San Diego im Rahmen des Programms „DDG MOD 2.0“ Umbauten vorgenommen und neue Systeme installiert. Dabei wurde die Aegis-Systemversion Baseline 9 eingerichtet.

Die Pinckney erhielt zugleich 2022 als höherwertigen Ersatz für das zuvor für die Elektronischen Kampfführung vorhandene System mit der JETDS-Bezeichnung AN/SLQ-32(V)3 als erstes Überwasserschiff der US-Navy das AN/SLQ-32(V)7 aus dem Projekt Surface Electronic Warfare Improvement Program (SEWIP) Block III. Dieses System nutzt Active Electronically Scanned Arrays als Emitter und Empfänger. Für die Ausrichtung in der „Hemisphere“-Konfiguration wurde das Aussehen des vorderen Decksaufbaus durch seitlich montierte SEWIP-Module in Form umschlossener Schwalbennester verändert.

Bei einer Werftliegezeit, die für 2026 bis 2028 geplant ist, soll das seit Bau vorhandene Multifunktionsradar AN/SPY-1D(V) durch das AN/SPY‑6(V)4 ersetzt werden. Bei Pinckney wird als erstem Schiff der Arleigh-Burke-Klasse diese Modernisierung umgesetzt, die auch für weitere Einheiten der Klasse geplant ist.

Bewaffnung Für die Abwehr von anfliegenden Flugkörpern erhielt das Schiff die Flugabwehrraketen RIM-162 Evolved Sea Sparrow Missile (ESSM), die aus dem Vertical Launching System verschossen werden. Zur verbesserten Nächstbereichs-Flugabwehr wurde 2007 nachträglich hinter dem achteren Schornsteinaufbau ein Close-In-Weapon-System des Typs Phalanx Mk 15 RAM installiert, das aufgrund in den 1990er Jahren für plausibel gehaltener Bedrohungsszenarien beim Bau der Schiffe ab McCampbell (Block IV) nicht vorgesehen war, sondern durch die ESSM überflüssig werden sollte.

Minenjagdsystem mini|Heckspiegel der Pinckney 2024, steuer­bords zwei Klüsen für Anti-Torpedo-Täusch­körper Nixie Sechs aufeinander folgende Einheiten des gleichen Bauloses, von Pinckney bis Bainbridge, erhielten beim Bau auf der Steuerbordseite auf Höhe des achteren Schornsteinaufbaus einen zusätzlichen Decksaufbau mit einem seeseitigen Tor. Darin wurde bei drei Schiffen ein Minenbekämpfungssystem untergebracht. Das AN/WLD-1 Remote Minehunting System bestand aus einem vom Zerstörer aus ferngesteuerten unbemannten Wasserfahrzeug in Halbtaucher-Bauweise, das ein Schleppsonar führte.

Die Navy beendete 2016 die Versuche mit dem Remote Minehunting System. Das zum Aussetzen und Einholen des Fahrzeugs vorgesehene Tor des seitlichen Decksaufbaus wurde bei dem bis 2023 durchgeführten Umbau des Schiffs entfernt und die Öffnung verschlossen.

Weblinks

Pinckney (DDG 91) im Naval Vessel Register (englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Arleigh-Burke-Klasse Kategorie:Ingalls Shipbuilding