150px|mini|Die Trophäe in der aktuellen Form Die CONMEBOL Libertadores, auch Copa Libertadores () genannt, ist der wichtigste südamerikanische Vereinsfußballwettbewerb, vergleichbar mit der europäischen Champions League. Ursprünglich wurde er von 1960 bis 1964 als Copa Campeones de América ausgetragen. Bis 2016 wurde von Januar bis August gespielt. Organisiert wird der Wettbewerb vom Südamerikanischen Fußball-Verband (CONMEBOL). Von 1998 bis 2016 nahmen auch mexikanische Mannschaften daran teil. Der Sieger qualifiziert sich für die FIFA-Klub-Weltmeisterschaft und für die kommende Copa Libertadores, zudem tritt er gegen den Gewinner der Copa Sudamericana um die Recopa Sudamericana, das Pendant zum UEFA Super Cup, an.
Jahr Sieger des Campeonato Sudamericano de Campeones (1948) Jahr Sieger derCopa Campeones de América 1960 1961 (2) 1962 1963 (2) 1964 Saison Sieger derCopa Libertadores 1965 (2) 1966 (3) 1967 1968 1969 (2) 1970 (3) 1971 1972 (3) 1973 (4) 1974 (5) 1975 (6) 1976 1977 1978 (2) 1979 1980 (2) 1981 1982 (4) 1983 1984 (7) 1985 1986 1987 (5) 1988 (3) 1989 1990 (2) 1991 1992 1993 (2) 1994 1995 (2) 1996 (2) 1997 (2) 1998 1999 2000 (3) 2001 (4) 2002 (3) 2003 (5) 2004 2005 (3) 2006 2007 (6) 2008 2009 (4) 2010 (2) 2011 (3) 2012 2013 2014 2015 (3) 2016 (2) 2017 (3) 2018 (4) 2019 (2) 2020 (2) 2021 (3) 2022 (3) 2023 2024 2025 (4)
Geschichte Mit dem Campeonato Sudamericano de Campeones 1948 in Santiago in Chile fand ein erster Versuch statt, einen Wettbewerb der Meister Südamerikas zu etablieren. Er gilt heute als Vorläufer der Copa Libertadores und wurde als solcher 1996 von der CONMEBOL offiziell anerkannt. Diese Anerkennung ermöglichte dem damaligen Sieger CR Vasco da Gama die Teilnahme an der Supercopa Sudamericana 1997, einem Wettbewerb, an dem alle bis dahin in der Libertadores erfolgreichen Vereine teilnahmen.
Seit vielen Jahren ist der Name eines kommerziellen Sponsors Bestandteil des offiziellen Namens des Wettbewerbs. So hieß der Wettbewerb von 1998 bis 2007 Copa Toyota Libertadores, von 2008 bis 2012 Copa Santander Libertadores und 2013 bis 2017 der Reifenhersteller Bridgestone Hauptsponsor.
Modus Im Laufe der Zeit wurde der Modus mehrmals verändert. Anfangs wurde im reinen K.-o.-System gespielt, später kam eine Gruppenphase hinzu. Ebenso wie die Zahl und Stärke der Gruppen variierte auch die Anzahl der Vereine pro Land. Bis in die 1980er Jahre hinein spielte bei Punktgleichheit sowohl in der Gruppe als auch in den K.-o.-Runden die Tordifferenz grundsätzlich keine Rolle, sondern es wurde ein Entscheidungsspiel fällig. Zu Beginn der 1990er Jahre entschied bei Punktgleichheit auch die Tordifferenz. War diese ebenfalls gleich, wurden in den Finalpartien jedoch keine Entscheidungsspiele mehr ausgetragen, sondern es gab, wie in Südamerika üblich, direkt im Anschluss an das Rückspiel ein Elfmeterschießen.
Von 2005 bis 2016 durften 38 Mannschaften am Turnier teilnehmen. Seit der 2017 nehmen 44 Vereine aus zehn Nationen teil. Außerdem wurde in diesem Jahr das Turnier erstmals über die gesamte Saison des südamerikanischen Fußballkalenders ausgetragen, also von Ende Januar bis Ende November.À la Champions: Libertadores cresce e jogos serão de fevereiro a novembro, Bericht auf Portugiesisch auf globo.com vom 27. September 2016, abgerufen am 21. Mai 2019
Die Teilnahmebedingungen unterscheiden sich von Land zu Land teilweise stark. Den Siegermannschaften der vorherigen Ausgaben der Copa Libertadores und der Copa Sudamericana steht jeweils ein Startplatz zu. Ferner erhalten insgesamt sieben Teams aus Brasilien die Startberechtigung (der Sieger der Copa do Brasil sowie die sechs besten in der Meisterschaft der Vorsaison), aus Argentinien dürfen die besten fünf Mannschaften der vorausgegangenen Saison in der Meisterschaft sowie der Sieger der Copa Argentina antreten. Nach einem ähnlichen Schlüssel (Pokalsieger mit den drei Meisterschaftsbesten) treten aus den folgenden Verbänden jeweils vier Mannschaften an: Bolivien, Ecuador, Paraguay, Peru, Uruguay und Venezuela.CBF anuncia que o Brasil terá mais duas vagas na próxima Libertadores, Bericht auf Portugiesisch auf globo.com vom 2. Oktober 2016, abgerufen am 21. Mai 2019 Alle teilnehmenden Mannschaften müssen ein Frauenfußballteam aufweisen. Mit dieser Maßnahme soll der Frauenfußball in Südamerika gestärkt werden. Zum Zeitpunkt der Verkündung der Regel im Januar 2017 hatten beispielsweise nur sieben der 20 Vereine aus der höchsten brasilianischen Spielklasse eine Frauenfußballabteilung.Clube sem futebol feminino ficará fora da Libertadores a partir de 2019, Bericht auf Portugiesisch auf globo.com vom 26. Januar 2017, abgerufen am 21. Mai 2019
28 der 44 Mannschaften sind direkt für die Gruppenphase qualifiziert. Sechzehn Teams spielen in einer Qualifikationsrunde in Hin- und Rückspiel um die übrigen Plätze für die Gruppenphase. Die an der Gruppenphase teilnehmenden Mannschaften bestreiten in acht Gruppen mit je vier Mannschaften sechs Spiele (drei zuhause, drei auswärts). Die Erst- und Zweitplatzierten erreichen das Achtelfinale und ermitteln ab da den Sieger im K.-o.-System mit Hin- und Rückspiel. Im Finale wird die Auswärtstorregel außer Kraft gesetzt. Das Finale ist auch die einzige Runde, in der es eine Verlängerung gibt. Lange Zeit wurden die Begegnungen in der K.-o.-Phase nicht ausgelost, sondern anhand der Leistungen während der Gruppenphase zugeteilt, so dass der bestplatzierte Gruppenerste gegen den schlechtestplatzierten Gruppenzweiten spielte. Auch Paarungen, die es bereits in der Gruppenphase gegeben hat, waren somit nicht ausgeschlossen. Mit der Austragung des Jahres 2017 wurde diese Reglung geändert und es gab erstmals eine Auslosung der Achtelfinalpartien.CONMEBOL LIBERTADORES BRIDGESTONE: Sorteio das Oitavas de Final, Mitteilung auf Portugiesisch auf conmebol.com vom 14. Juni 2017, abgerufen am 21. Mai 2019
2017 wurde zu den Halbfinal- und Finalspielen erstmals der Videobeweis eingesetzt. In der Ausgabe 2018 konnten die Schiedsrichter bereits ab dem Viertelfinale auf den VAR zugreifen.Videobeweis ab 2018, Bericht auf otempo.com.br vom 5. Juli 2018, Seite auf portug., abgerufen am 6. Juli 2018 Im selben Jahr kam es aufgrund von Ausschreitungen vor dem Finalrückspiel erstmals zu einem Finale außerhalb des südamerikanischen Kontinents. Das Rückspiel des selbsternannten Befreierpokals fand ausgerechnet in der Hauptstadt der ehemaligen Kolonialmacht eines großen Teils Lateinamerikas, nämlich im Estadio Santiago Bernabéu in Madrid statt.
Seit Austragung 2019 wird der Sieger des Wettbewerbs nicht mehr in Hin- und Rückspiel, sondern in einer einzigen Partie ermittelt.Finale ab 2019, Bericht auf weltfussball.com vom 23. Februar 2018, abgerufen am 5. Oktober 2018 Standort der ersten Finalpartie war das Estadio Monumental „U“ in Lima.
Ranglisten +nach Vereinen Rang Verein Titel Finalteilnahmen Quote 1 20px CA Independiente77100 % 2 20px Boca Juniors61250 % 3 20px Peñarol Montevideo51050 % 4 20px River Plate4757 % 520px Estudiantes de La Plata4580 % 20px Flamengo Rio de Janeiro4580 % 7 20px Club Olimpia3743 % 20px Palmeiras São Paulo3743 % 9 20px Nacional Montevideo3650 % 20px FC São Paulo3650 % 11 20px Grêmio Porto Alegre3560 % 20px FC Santos3560 % 13 20px Cruzeiro Belo Horizonte2450 % 14 20px Internacional Porto Alegre2367 % 20px Atlético Nacional2367 % 16 20px CSD Colo-Colo1250 % 20px Fluminense Rio de Janeiro1250 % 20px Atlético Mineiro1250 % 19 20px Racing Club de Avellaneda11100 % 20px Argentinos Juniors11100 % 20px CA Vélez Sarsfield11100 % 20px CR Vasco da Gama11100 % 20px Once Caldas11100 % 20px LDU Quito11100 % 20px Corinthians São Paulo11100 % 20px Club Atlético San Lorenzo de Almagro11100 % 20px Botafogo FR11100 % +nach Ländern Rang Land Titel Finalteilnahmen Vereine(kursiv: nur Finalisten) Quote 1 2545 FC Santos, FC São Paulo, Cruzeiro Belo Horizonte, Grêmio Porto Alegre, SC Internacional, Palmeiras São Paulo, Flamengo Rio de Janeiro, CR Vasco da Gama, Corinthians São Paulo, Atlético Mineiro, Fluminense Rio de Janeiro, Botafogo FR, AD São Caetano, Atlético Paranaense56 % 2 2538 CA Independiente, Boca Juniors, Estudiantes de La Plata, River Plate, Racing Club, Argentinos Juniors, CA Vélez Sársfield, CA San Lorenzo de Almagro, CA Newell’s Old Boys, CA Lanus66 % 3 816 Peñarol Montevideo, Nacional Montevideo50 % 4 38 Club Olimpia, Club Nacional38 % 5 310 Atlético Nacional, Once Caldas, Deportivo Cali, América de Cali30 % 6 16 CSD Colo-Colo, Unión Española, CD Cobreloa, CD Universidad Católica17 % 7 14 Liga de Quito, Barcelona SC, Independiente del Valle25 % 8 03 CD Cruz Azul, CD Guadalajara, UANL Tigres0 % 9 02 Universitario de Deportes, Sporting Cristal0 %
Rekorde (Stand: 31. Juli 2022)