mini|hochkant|Wappen derer von Carlowitz. Carlowitz ist der Name eines alten sächsischen Adelsgeschlechts. Die Herren von Carlowitz waren ursprünglich Vasallen der Burggrafen von Dohna und gehören zum meißnischen Uradel.

Geschichte Erstmals wurde Otto von Karlwiz im Jahre 1311 in einer Urkunde des Burggrafen Otto III. von Donin genannt.Aufzeichnungen über die erloschenen Linien der Familie Dohna. Berlin 1876, S. 299 f., Urk. Nr. 21. Otto von Karlewitz, in: Otto III. Burggraf von Donin, beurkundet, dass er mit Zustimmung seiner Söhne das Vorwerk zu Kotta auf St. Nikolaus Altar daselbst dargebracht habe. 25. November 1311. Die Stammreihe des Geschlechts beginnt im Jahr 1375 mit Hans von Carlowitz, Lehnsmann der Burggrafen zu Dohna. In der Markgrafschaft Meißen bzw. im späteren Sachsen hatte sich das Geschlecht von Carlowitz stark verbreitet und reichen Grundbesitz erworben. Sie erhielten im Laufe der Zeit von ihren Landesherren, aber auch von fremden Fürsten, hohe Ämter als Hof- und Staatsbeamte. Zu besonders großem Einfluss gelangten im 15. und 16. Jahrhundert Georg von Carlowitz und sein Neffe Christoph von Carlowitz als Räte der sächsischen Herzöge und Kurfürsten. Von Kaiser Karl V. wurde Christoph von Carlowitz am 13. Januar 1522 der erbliche Titel eines Erbvierritters des Heiligen Römischen Reiches verliehen. Letzter legitimer Träger dieses Titels war Georg Anton von Carlowitz (1866–1945), königlich sächsischer Oberst und Ritter des Militär-St.-Heinrichs-Ordens. Auch das Amt des sächsischen Oberforstmeisters bekleideten die von Carlowitz über mehrere Generationen.

Der sächsische Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz hat 1713 in seinem Buch Sylvicultura oeconomica als Erster den Begriff der Nachhaltigkeit im Zusammenhang mit der Forstwirtschaft geprägt. Im 19. Jahrhundert waren Hans Georg von Carlowitz, als königlich sächsischer Minister, und dessen Sohn Albert von Carlowitz entscheidend an der weiteren gemeinsamen Gestaltung der deutschen Staatenwelt und der Gründung des Deutschen Reiches beteiligt. Adolph von Carlowitz war 1914 sächsischer Kriegsminister und während des Ersten Weltkrieges als General der Infanterie Oberbefehlshaber der 2. Armee.

Verschiedene Vertreter der Familie waren zu allen Generationen Mitglieder des Johanniterordens. Sie gingen zuvor auf verschiedene bekannte Gymnasien und Alumnate, wie das Vitzthum-Gymnasium Dresden oder die Fürstliche Landesschule St. Afra in Meißen. Der spätere Jurist Julius von Carlowitz dagegen war Zögling auf der Ritterakademie Brandenburg.

Wappen Das Stammwappen zeigt in Silber drei (im Verhältnis 2:1) in der Mitte mit den Stielen verbundene schwarze Kleeblätter. Auf dem Helm befindet sich ein wie der Schild gezeichneter silberner Flug. Die Helmdecke ist ebenfalls schwarz-silbern.

Der Wahlspruch der Familie lautete: Invia virtuti nulla est via (lat. – Der Tapferkeit ist kein Weg ungangbar).

Herrschaften und Besitzungen (Auswahl) mini|hochkant|Schloss Zuschendorf. mini|hochkant|Schloss Kuckuckstein in Liebstadt. mini|hochkant|Gut Heyda (nach 1990 zurückerworben). Zuschendorf: 1403–1695 (ältester Stammsitz derer von Carlowitz) Kreischa mit Saida, Karsdorf und Zscheckwitz: 1456–1669 Niedersedlitz: 1465–? Grundherrschaft Wachwitz: 15. Jahrhundert Grundherrschaft Hermsdorf: 15. Jahrhundert – 1574 Dazu gehörten Friedersdorf, Gomlitz, Lausa, Wahnsdorf und Weixdorf Pillnitz: 1463–1535 Burg Kriebstein: 1543–1576 Grundherrschaft Helmsdorf: 1559–? Amt und Schloss Rabenstein: 1602–1774 Herrschaft und Schloss Herbsleben: 1647–1709 Herrschaft und Burg Schönfels: 1649–1721 Rittergut Schloss Burkersdorf: 1755Karl Gottlob Dietmann: Die gesamte der ungeänderten Augsp. Confeßion zugethane Priesterschaft in dem Churfürstenthum Sachsen und denen einverleibten, auch einigen angrenzenden Landen […] Teil I, Band 3. Richter, Dresden / Leipzig 1755, S. 1302; digitale.bibliothek.uni-halle.de Rittergut Ottendorf: 1681–1945 Grundherrschaft Großhartmannsdorf: 1730–1930 Herrschaft Liebstadt (Schloss Kuckuckstein) mit den Dörfern Wingendorf, Herbergen, Göppersdorf, Döbra und Berthelsdorf: 1775–1931 Grundherrschaft Oberschöna mit Oberreichenbach und Kirchbach (bei Freiberg/Sa.): seit 1784 Gut Falkenhain: 1786–1945 Gut Heyda bei Falkenhain: 1857–1945 und wieder nach 1990 Gut Steina bei Waldheim, heute ein Ortsteil von Hartha: ca. 1785 Freigut Fördergersdorf, heute Ortsteil von Tharandt: bis 1885 Gut Eulenfeld, Eilenburg: 1928–1994 Rittergut Neusorge Rittergut Arnsdorf

Bekannte Familienmitglieder Adolf von Carlowitz (1900–1966), deutscher Staatsbeamter Adolph von Carlowitz (1858–1928), sächsischer Kriegsminister, General der Infanterie, Oberbefehlshaber Albert von Carlowitz (1802–1874), sächsischer und preußischer Politiker; Sohn von Hans Georg Albrecht von Carlowitz (1837–1924), preußischer Generalmajor Anton von Carlowitz (1785–1840), Dirigierender Staatsminister in Sachsen-Coburg und Gotha Carl Adolf von Carlowitz (1771–1837), General unter dem russischen Zaren Alexander I. von Russland Christoph von Carlowitz (1507–1578), sächsischer Diplomat Christoph Rudolph von Carlowitz (1656–1723), königlich-polnischer und kurfürstlich-sächsischer Hofbeamter Dietrich Carl von Carlowitz (1839–1890), Rittergutsbesitzer und Mitglied des Deutschen Reichstags

Hermann von Carlowitz-Maxen (1811–1880), Bevollmächtigter der Herrschaft Wildenfels und Mitglied des Sächsischen Landtages (1839/40) Job von Carlowitz (1806–1866), sächsischer Generalmajor Leo von Carlowitz (1846–1907), sächsischer Generalleutnant Nicolaus II. von Carlowitz, Bischof von Meißen (1550–1555)

Sigismund Friedrich von Carlowitz von 1690 bis 1696 (†) Komtur des Deutschen Ordens in Buro (Anhalt) Viktor von Carlowitz-Maxen (1809–1856), deutscher Heraldiker Wilhelm von Carlowitz (* 1944), deutscher Unternehmer und Politiker (CDU) sowie: Esther von Kirchbach (1894–1946), geb. von Carlowitz; Tochter von Adolph von Carlowitz

Literatur Valentin König: Genealogische Adels-Historie oder Geschlechts-Beschreibung derer im Chur-Sächsischen und angräntzenden Landen Adligen Geschlechter. Band 1, Wolffgang Deer, Leipzig 1727, S. 112–163. (Digitalisat) Ernst Heinrich Kneschke (Hrsg.): Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon. Band 2. Friedrich Voigt, Leipzig 1860, S. 222 f. (Vollkommen Uneingeschränktes Digitalisat) Oswald Rudolph von Carlowitz: Aus dem Archive der Familie von Carlowitz. Ramming, Dresden 1875. (Digitalisat) Nachträge zur Familien-Geschichte aus dem Archiv der Familie von Carlowitz bis zum 13. December 1891. Ramming, Dresden 1891. (Digitalisat) Marcelli Janecki (Red. zug.): Jahrbuch des Deutschen Adels. Erster Band. Hrsg. Deutsche Adelsgenossenschaft (DAG), Vaterländische Verlagsanstalt-W. T. Bruer’s Verlag, Berlin 1896, S. 403–435. (Digitalisat) Moritz Maria von Weittenhiller: Genealogisches Taschenbuch der Ritter- u. Adels-Geschlechter 1877. Jg. 2. Buschak & Irrgang, Brünn / Wien 1876, S. 157 f. (Digitalisat) GGT, (Redaktion und Druck jew. im Vorjahr | Auszug): Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. 1900. Erster Jahrgang, Justus Perthes-Druck 1899, Gotha Januar 1900. (Digitalisat) Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Deutscher Uradel. 1922. Dreiundzwanzigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1921. (Digitalisat), In: Internet Archive. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser 1940. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft (DAG). Teil A (Uradel). 1940. Jg. 39, Justus Perthes, Gotha 1939. Otto Eduard Schmidt: Drei Brüder Carlowitz: Carl-Adolf, Hans Georg und Anton von Carlowitz. Koehler & Amelang, Leipzig 1933.

Genealogisches Handbuch des Adels. (Auszug): Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser A. Band VII, Band 34 Gesamtreihe GHdA. C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1965, ISBN 3-7980-0734-9, S. 76–103. Walter von Hueck: GHdA, Adelslexikon. Band II, Band 58 der Gesamtreihe GHdA. C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1974, ISBN 3-7980-0758-6. Christoph Franke: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser A. Band XXX, Band 145 Gesamtreihe GHdA. C. A. Starke, Limburg an der Lahn 2008, ISBN 978-3-7980-0845-8. Drei Kleeblätter. Die Familie von Carlowitz. Hrsg. Lars-Arne Dannenberg, Matthias Donath. In: Adel in Sachsen. Band 16. Via Regia Verlag, Königsbrück 2022, ISBN 978-3-944104-54-6.

Sekundärliteratur Otto Hupp: Münchener Kalender 1929. Verlagsanstalt Buch u. Kunstdruckerei, München / Regensburg 1929. Max Winkler, Hermann Raußendorf: Die Burggrafenstadt Dohna. In: Mitteilungen des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz, Band 25, Heft 1–4, Dresden 1936. Maria Emanuel Herzog zu Sachsen: Mäzenatentum in Sachsen. Mit: Kapitel über die Familie von Carlowitz. Verlag Weidlich, Frankfurt am Main 1968, S. 17, 18, S. 22.

Weblinks

Eintrag über Carlowitz-Ferber, Familie von. Zentrale Datenbank Nachlässe Familie von Carlowitz Linie Falkenhain., In: Nitzschka-Info.de

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung 1311 Kategorie:Deutsches Adelsgeschlecht Kategorie:Sächsisches Adelsgeschlecht Kategorie:Preußisches Adelsgeschlecht