mini|Panasonic P2-Karte E-Series 32 GB P2 bzw. P2HD ist ein von der Panasonic Corporation (ehem. Matsushita Electric Industrial Co. Ltd.) speziell für ENG-Kameras entwickelter Speicherkarten Typ. P2-Speicherkarten entsprechen in ihren Abmessungen PCMCIA-Karten und können auch wie solche von Lesegeräten bei PCIe-Geschwindigkeiten ausgelesen werden.

Geschichte Nachdem sich digitale ENG-Kameras seit der Einführung der CCD-Sensor Technologie Mitte der 1980er Jahre durchgesetzt hatten, und viele Hersteller bereits ENG-Kamera Systeme boten die die von den CCD-Sensoren generierten Daten direkt digital codiert auf Magnetband schrieben, wurde Anfang der 2000er Jahre klar, dass der nächste Schritt in der Evolution Flash-Speicher ist. Panasonic hatte bereits vorher einen digitalen Magnetbandstandard in Form von DVCPRO etabliert. Dieser erreichte aber Anfang der 2000er Jahre die Limites des technisch Möglichen.

DVCPRO mini|DVCPRO Logo Ausgehend vom originalen DV-Standard für Endverbraucher, hatte man zunächst die die Farbunterabtastung auf 4:1:1 erhöht. Die Audioqualität wurde ebenfalls auf 16 Bit / 48 kHz PCM erhöht mit zwei zusätzlichen längs verlaufenden Timecode-Spuren. Um die Gefahr von Drop-Outs zu verringern wurde die Bandtransportgeschwindigkeit, bei im Vergleich zu DV gleichgebliebenen 25 MBit/s, um 80 % erhöht und Magnetband höherer Qualität verwendet. Dies erforderte jedoch den Einsatz eigener DVCPRO-Kassetten, die mehr Magnetband halten konnten. mini|DVCPRO Logo Später wurde mit DVCPRO50 eine weitere Verbesserung des Codecs eingeführt. Die Farbunterabtastung wurde weiter auf 4:2:2 erhöht, was in einer erhöhten Datenrate von 50 MBit/s resultierte. Entsprechend wurde Bandtransportgeschwindigkeit weiter von 33,82 mm/s auf 67,64 mm/s erhöht. mini|DVCPRO Logo Mit dem Aufkommen von HDTV in den Späten 90er und frühen 2000er Jahren wurde ebenfalls DVCPRO-HD eingeführt, dass die Datenrate weiter auf 100 MBit/s erhöhte. DVCPRO-HD ermöglichte, anders als DVCPRO/DVCPRO50, welche nur in NTSC (720×480) bzw. PAL (720×576) aufzeichnen konnten, eine Auflösung von bis zu FHD (1920×1080) bei bis zu 60 Bildern pro Sekunde interlaced. Diese Steigerung der Qualität hatte aber auch zur Folge, dass das Magnetband mit bedenklichen 135,28 mm/s verbraucht wurde, was dem siebenfachen des ursprünglichen DV-Standards entspricht!

P2-Karten mini|P2-Karte vor einer Panasonic HPX 371e Da die Grenze dessen was mit Magnetband möglich war erreicht wurde, wagte man 2004 den Wechsel zu Flash-Speicher. Anders als Magnetband, welches damals mit Schrägspuraufzeichnung eine seit Jahrzehnten bewehrte Technologie war, dessen Schreibgeschwindigkeit und Speicherplatz einfach durch die Bandtransportgeschwindigkeit und die Länge des Magnetbands bestimmt werden konnte, war Flash-Speicher eine neue, noch nicht sehr ausgreifet Technologie. Magnetbandkassetten waren, auch wenn sie sehr schnell verbraucht wurden, sehr günstig und konnten mehrere Dutzend Gigabyte an Daten speichern. Flash-Speicher war dahingegen war 2004 noch sehr teuer und nur in kleineren Speichergrößen verfügbar. Dennoch setzte sich der teurere Flash-Speicher aufgrund seiner vielen Vorteile schnell durch. P2-Karten erlauben das sofortiges Ansehen und/oder Löschen beliebigen Aufnahmen Jede Aufnahme wird auf der Karte schon als einzelner Clip abgelegt (späteres Segmentieren im Schnittsystem ist nicht mehr nötig) P2-Karten sind zuverlässiger und widerstandsfähiger als DVCPRO-Kassetten und SD-Karten Kameras, die Flash-Speicher verwenden (sogenannte solid state cameras), sind zuverlässiger, da sie weniger bewegliche Teile haben. P2-Karten kleiner und leichter als DVCPRO-Kassetten Daten können in schneller als Echtzeit übertragen werden das Vor- und Zurückspulen der DVCPRO-Kassetten entfällt bei Flash-Speicher P2-Karten können tausende Male öfter verwendet werden als DVCPRO-Kassetten keine Timecodesprünge beim Neuansetzen Die Kameras haben grundsätzlich mehrere Slots für die P2-Karten, um unterbrechungsfreies Aufnehmen zu gewährleisten (volle Karten können während der Aufnahme gegen leere getauscht werden)

AVC Intra Nachdem der fortlaufend erweiterte DVCPRO-HD Standard, der immer noch auf dem Mitte der 1990er Jahre entwickelte DV-Codec basierte, langsam seine Schwächen zweigte wurde Mitte der 2007 der neue AVC Intra 100 Standard eingeführt, welcher auf dem H.264/MPEG-4 AVC-Codec basiert. Dieser erlaubte erstmals effizientere Dateigrößen bzw. bessere Qualität bei gleich bleibender Bitrate.

P2HD-Karten Da sich die Codecs immer weiter entwickelten und immer größere Auflösungen verarbeiten mussten stiegen auch die Anforderungen an das Speichermedium. So wurden schlussendlich die schnelleren P2HD-Serie an Speicherkarten eingeführt die auch die gestiegenen Anforderungen der AVC-Intra und AVC-Ultra Codecs verarbeiten können.

Aufbau Frühe P2-Karten bestanden aus vier SD-Karten die in einem RAID ähnlich System zusammengeschaltet wurden. Dies wurde gemacht, da früher Flash-Speicher noch nicht schnell genug war um die damals hohen Schreibgeschwindigkeit (>16 MB/s) zu verarbeiten.

Kameras Nachstehend sind beispielhaft einige Kameras aufgelistet die auf P2/P2HD-Karten schreiben.

Codecs + Auf P2HD-Karten verwendete Codecs Name Farbabtastung Farbtiefe max. Größe max. Datenrate AVC-Intra 4K4:4:4 4:4:4 12 bit 4096p 800 Mbps AVC-Intra 4K4:2:2 4:2:2 10 bit 4096p 400 Mbps AVC-Intra 2K4:4:4 4:4:4 12 bit 2048p 440 Mbps AVC-Intra 2K4:2:2 4:2:2 10 bit 2048p 220 Mbps AVC-Intra 4:4:4 4:4:4 12 bit 1080p 440 Mbps AVC-Intra 200 4:2:2 10 bit 1080p 200 Mbps AVC-Intra 100 4:2:2 10 bit 1080p 112 Mbps AVC-Intra 50 4:2:0 10 bit 1080i 54 Mbps AVC-LongG G50 4:2:2 10 bit 1080i 50 Mbps AVC-LongG G25 4:2:2 10 bit 1080p 50 Mbps AVC-LongG G12 4:2:0 8 bit 1080p 24 Mbps AVC-LongG G6 4:2:0 8 bit 1080p 12 Mbps AVC-Proxy G6 4:2:0 8 bit 1080p 6 Mbps AVC-Proxy SHQ 4:2:0 8 bit 1080p 3,5 Mbps AVC-Proxy HQ 4:2:0 8 bit 1080p 1,5 Mbps AVC-Proxy LOW 4:2:0 8 bit 1080p 800 kbps DVCPRO-HD 4:2:2 8 bit 1080i 100 Mbps DVCPRO50 4:2:2 8 bit 576i 50 Mbps DVCPRO 4:1:1 8 bit 576i 25 Mbps DV 4:2:0 8 bit 576i 25 Mbps

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