mini|Maurice Ronet (1973) Maurice Ronet (* 13. April 1927 in Nizza; † 14. März 1983 in Paris; eigentlich Maurice Robinet) war ein französischer Schauspieler und Filmregisseur.
Leben und Laufbahn Ronet stammte aus einer Schauspielerfamilie. Er studierte am Conservatoire national supérieur d’art dramatique in Paris, wo er ein Schüler von Jean-Louis Barrault war. Außerdem nahm er Unterricht bei Bernard Blier, Robert Dhéry, Julien Bertheau, René Simon und René Alexandre. Bereits während seiner Ausbildung war Ronet ab 1947 auf Pariser Bühnen in klassischen Stücken von Jean Racine, Pierre Corneille und Alfred de Musset sowie in Jean Cocteaus Les Parents terribles und Jean-Pierre Aumonts Lustspiel Un beau dimanche zu sehen.Neuer Film-Kurier Nr. 158: Bis zur bitteren Neige – Maurice Ronet, Oktober-Folge 1975, S. 10, Verlag Neues Filmprogramm, Wien. Ronet hatte vielseitige musische Begabungen: Neben der Schauspielkunst malte er und war als Bildhauer tätig, formte Keramiken und war ein exzellenter Orgelspieler. Zudem verfasste er philosophische Essays über Søren Kierkegaard und Arthur Schopenhauer.
Zu einem großen persönlichen Erfolg in seinen Anfangsjahren wurden für Ronet zwei Filme des Nouvelle-Vague-Regisseurs Louis Malle, der Kriminalfilm Fahrstuhl zum Schafott (1958) und die Literaturverfilmung Das Irrlicht (1963), das Porträt eines Selbstmörders, beide mit Jeanne Moreau. Neben Malle drehte Ronet auch mit dem Regisseur Claude Chabrol und zählte zusammen mit Alain Delon, Jean-Paul Belmondo und Jean-Louis Trintignant zu den renommiertesten jungen Filmschauspielern Frankreichs. Einige seiner Filmpartnerinnen waren Romy Schneider, Jean Seberg, Simone Signoret, Marina Vlady, Lilli Palmer, Brigitte Bardot und Annie Girardot ebenso wie Virna Lisi, Mylène Demongeot, Jane Fonda, Faye Dunaway, Audrey Hepburn und Irene Papas.
Zu Ronets erfolgreichsten Filmen zählt Nur die Sonne war Zeuge, die Verfilmung eines Kriminalromans von Patricia Highsmith durch René Clément mit Alain Delon und Marie Laforêt in weiteren Hauptrollen. Einen Höhepunkt in seiner Karriere bildete auch der 1969 erschienene Kriminalfilm Der Swimmingpool mit Delon, Romy Schneider und Jane Birkin. Mit Schneider arbeitete er erneut in dem Thriller Die Geliebte des Anderen (1970) und Blutspur (1979) zusammen.
1974 drehte er seinen ersten deutschen Film, Die Antwort kennt nur der Wind nach dem Bestsellerroman von Johannes Mario Simmel. Im folgenden Jahr wirkte er in seinem zweiten Simmel-Film mit, Bis zur bitteren Neige. Seine Partnerinnen waren Suzy Kendall und Susanne Uhlen.
Im Jahr 1965 drehte Ronet in Barcelona den Film Le Voleur du Tibidabo, dessen Autor, Regisseur und Hauptdarsteller er war. Der bekannteste Film, in dem er selbst Regie führte, war das Drama Bartleby (1976).
Ronet war zweimal verheiratet: von 1950 bis 1956 mit Maria Pacôme und von 1977 bis zu seinem Tod mit Josephine Chaplin, die auch die Mutter seines Sohnes war. Ronet starb im März 1983 im Alter von 55 Jahren an einer Krebserkrankung.
Filmografie (Auswahl) mini|Ronets Grab in Bonnieux Schauspieler
Regisseur und Autor 1965: Le Voleur du Tibidabo 1973: Vers l’île des dragons (Dokumentarkurzfilm; auch Kamera) 1976: Bartleby 1981: Ligeia (Fernsehfilm) 1981: Edgar Allan Poe – Ungewöhnliche Geschichten (2 Episoden)
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Einzelnachweise
Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Person (Nizza) Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1927 Kategorie:Gestorben 1983 Kategorie:Mann