mini|hochkant=1.2|Die Schöpfer von South Park, Trey Parker und Matt Stone, bei den Annual Peabody Awards, New York, 2006

South Park (in der 29. Staffel auch South America) ist eine US-amerikanische Animationsserie von Trey Parker und Matt Stone mit gesellschaftskritischem, humoristischem Inhalt. Die Serie, die aktuell in ihrer 28. Staffel ist, läuft seit ihrem Start 1997 auf dem US-Kabelsender Comedy Central. In Deutschland wurde South Park von 1999 bis 2006 auf RTL, von 2003 bis 2005 auf VIVA, von 2006 bis 2011 auf MTV sowie seit 2008 auf Comedy Central Deutschland ausgestrahlt. Seit dem 15. Juli 2009 stellt der Rechteinhaber zudem nahezu alle deutschen und englischen Episoden auf der offiziellen Website kostenlos zur Verfügung. Am 6. März 2014 (iOS) beziehungsweise am 27. Mai 2014 (Android) wurde eine South-Park-App in Deutschland, Österreich und der Schweiz veröffentlicht, die die Inhalte der Website auch für Smartphones und Tablets verfügbar macht, die aber seit 2020 nicht mehr aktualisiert wird. Bis zur Staffel 12 war das Format der Serie 4:3, seitdem ist es 16:9.

South Park basiert auf dem Videoclip The Spirit of Christmas, welcher von Stone und Parker im Auftrag eines Fernsehproduzenten als Weihnachtskarte für dessen Freunde produziert wurde. Der animierte Clip wurde derart oft an verschiedenste Empfänger (auch in Hollywood) verschickt, dass den beiden bald angeboten wurde, basierend auf den Figuren eine komplette Fernsehserie zu produzieren. Trotz sehr schlechter Noten bei Probevorstellungen vor sogenannten Television Focus Groups wurde die Sendung für sechs Folgen in Auftrag gegeben. Schon nach den ersten Ausstrahlungen wurden weitere Produktionen verhandelt.

Im August 2021 wurde bekannt gegeben, dass die Serie bis zur 30. Staffel und somit bis mindestens 2027 verlängert worden sei. Außerdem sollen für Paramount+ 14 Spielfilme produziert werden.

Am 9. September 2026 gaben die Macher der Serie bekannt, den Titel von South Park in Anspielung auf Donald Trumps „Namensänderungspolitik“ in South America geändert zu haben.»South Park« heißt jetzt »South America«, auf zeit.de, vom 9. September 2026

Beschreibung, Humor und Kontroversen mini|hochkant=1.2|Parker und Stone, 2007 mini|Cosplayer als Towelie und Mr. Hankey Die Serie dreht sich um das Leben der vier acht- bis zehnjährigen, frühreifen Jungen Stan Marsh, Kyle Broflovski, Eric Cartman und Kenny McCormick. Sie besuchen die Grundschule im fiktiven, typisch idyllischen, US-Bergstädtchen South Park in Colorado. Durch ihre Augen erlebt der Zuschauer Konfrontationen mit teils heiklen Themen, die oft polarisierend behandelt werden. Die Macher bedienen sich verschiedener satirischer Stile: Sowohl des klassischen englischen schwarzen Humors – wobei etwa Monty Python als Vorbilder genannt wurde –, als auch in einigen Episoden des Fäkalhumors. Die Serie wird daher abends ausgestrahlt und richtet sich vorwiegend an Erwachsene. Dennoch finden sich auch minderjährige Anhänger, weshalb sie öfter kritisiert wurde. Andererseits erhielt die Serie auch Lob für die vermittelnd wirkende Aufarbeitung schwieriger gesellschaftlicher Problemstellungen.

Wegen des sehr aggressiven Humors und der kontroversen Inhalte wird South Park stellenweise heftig kritisiert; dies führte zum Teil zum Verbot einzelner Folgen. So stoppte Tom Cruise im Januar 2006 die Folge Schrankgeflüster („Trapped in the Closet“) durch ein Gerichtsverfahren in Großbritannien. In ihr wird Stan von Scientologen zunächst für die Reinkarnation des Sekten-Gründers L. Ron Hubbard gehalten. Cruise, selbst bekennender Scientology-Anhänger, tritt hier als Figur auf. Weil Stan sich wenig begeistert von dessen schauspielerischen Leistungen zeigt, versteckt dieser sich im Wandschrank und weigert sich, ihn zu verlassen. Dieser Gag spielt auf die englische Redewendung coming out of the closet, was so viel heißt wie „sich als homosexuell bekennen“, und die gleichnamige „Hip-Hopera“ von R. Kelly an. Eine weitere Besonderheit der Folge weist der Abspann auf: Wo sonst die Namen der Produzenten und Mitwirkenden zu sehen sind, stehen ausschließlich „John Smith“ und „Jane Smith“ (vergleichbar mit den deutschen Allerweltsnamen „Max Mustermann“ und „Lieschen Müller“). Dies bezieht sich vermutlich auf die Schlusssequenz der Folge, in der die Scientology-Anhänger drohen, Stan Marsh zu verklagen, weil er ihre heilige Doktrin Nichtmitgliedern verraten hatte. Stan reagierte auf diese Drohung zynisch.Staffel 9: Schrankgeflüster – Abspann (21:05) Kurz nach der Ausstrahlung kündigte Isaac Hayes, selbst Scientology-Mitglied, seinen Vertrag als US-Synchronstimme des „Chefkochs“. Eigenen Angaben zufolge hatte Hayes zu diesem Zeitpunkt jedoch einen Schlaganfall erlitten. Diese Ereignisse werden in einer eigenen South-Park-Folge behandelt.

Auch die Doppelfolge S10E03/S10E04 Cartoon Krieg wurde sehr kontrovers aufgenommen. Hier nahmen die Macher die heftige Kontroverse um die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in Dänemark zum Anlass, um ein ähnliches Szenario in South Park zu karikieren; passenderweise gibt sich Eric Cartman als Däne aus, der nur knapp einem Attentat entkam. Hierbei ist anzumerken, dass in der Folge Die Liga der super besten Freunde der Prophet Mohammed unzensiert dargestellt wurde und das ohne Reaktionen blieb; allerdings vor den Terroranschlägen vom 11. September 2001. In der späteren Doppelfolge 200/201 war es Comedy Central zu heikel, Mohammed erneut zu zeigen. Deshalb ließen sie den Machern angeblich die Wahl, sich selbst zu zensieren oder die Eingriffe vom Sender vornehmen zu lassen. Es wird auch vermutet, dass die Auseinandersetzung mit dem Sender nur inszeniert war und Parker und Stone den Propheten freiwillig zensiert hätten, um den satirischen Wert der Folge noch zu steigern.

Im April 2010 trat in der 200. Folge der Serie eine Figur im Bärenkostüm auf, die den Propheten Mohammed darstellen sollte. Daraufhin erhielten Parker und Stone von einer islamistischen Blogger-Gruppe eine Todesdrohung, und Comedy Central entfernte im Alleingang die Mohammed-Anspielungen aus der Episode.Der Freitag: Zensur und Angst, 24. April 2010.'South Park’ Episode Is Altered After Muslim Group’s Warning, NY Times, 22. April 2010. Bis heute ist diese weder im TV- noch im Online-Angebot des Senders einsehbar. In der Comedy-Central-Sendung The Daily Show wurden als Reaktion wegen der vielen Drohungen von religiösen Fundamentalisten als Schwerpunkt religiöse Scherze gesendet. Der muslimische Comedy-Central-Mitarbeiter Aasif Mandvi erklärte, er fühle sich unwohl, wenn Mohammed gezeigt werde, aber viel ärgerlicher sei es, wenn Leute im Namen der Religion dafür bedroht würden.The Daily Show: South Park Death Threats, 22. April 2010.Jon Stewart Takes On Comedy Central’s Censorship of 'South Park’, NY Times, 22. April 2010.

Die Inhalte von South Park haben oft politische Hintergründe. In der Folge, in der Al Gore die Bevölkerung vor dem „Mannbärschwein“ bzw. „Schweinebärmann“ (man bear pig) warnt, werden oft Andeutungen auf eine angenommene Panikmache von Klimaschutz-Organisationen, unter anderem von Ex-Vizepräsident Gore, gemacht. In der Episode Terrance & Phillip: Hinter dem Furz wird der Tag der Erde als Gehirnwäsche dargestellt. Auch in der Episode Der Treibhauseffekt wird die Panikmache vor dem Klimawandel kritisiert, während in den Folgen Jetzt wird’s ernte und Niemand meint’s ernte? der mangelnde Handlungswille gegen die Auswirkungen des Klimawandels in Form des „Mannbärschweins“ zum Thema gemacht wird. Zudem werden in den Geschichten auch immer wieder militärische Auslandseinsätze der USA thematisiert. In der Episode Kippe weg! (Staffel 7 Episode 13) wird die Anti-Raucher-Kampagne unter Rob Reiner kritisiert und erwähnt, dass es nicht genug Beweise für die gesundheitliche Schädigung durch Passivrauchen gebe.

Ein besonderes Merkmal der Sendung ist auch die Zeichenstilästhetik, die an die ursprüngliche Legetrick-Stop-Motion-Technik angelehnt ist, jedoch (mit Ausnahme der Pilotfolge) mit aktueller Technik produziert wird. Die Figuren wirken flächig (2D) und sind in ihren Details stark vereinfacht. Laut eigenen Angaben entstand dieser Stil während der Studienzeit, als Matt Stone und Trey Parker Semesterprojekte abzugeben hatten und sich wegen mangelnden Zeichentalents nicht anders zu helfen wussten. Ab der zweiten Episode bis einschließlich der vierten Staffel entstanden sie am Computer mit der Software Power Animator, danach mit Maya. Die Animationen und der Detailgrad haben sich dabei in den Jahren deutlich weiterentwickelt, ohne jedoch die Legetrick-Ästhetik zu verlieren. Bei der Darstellung real existierender Personen wurde in den ersten Staffeln der Serie meist ein reales Foto als Gesicht eingesetzt. Der Mund dieses Fotos wurde animiert, indem Teile des Bildes verschoben wurden, ähnlich wie bei den Animationen von Monty Python.

Der rasche und durchschlagende Erfolg der teils sehr eigenwilligen Perspektiven, die Matt Stone und Trey Parker der US-amerikanischen Öffentlichkeit präsentierten, erklärt sich nicht zuletzt durch die Verarbeitung aktueller politischer und gesellschaftlicher Themen, was teils auf karikierende, überzeichnende Weise, teils mittels hintergründiger Metaphern geschieht. Hierauf wurde auch Filmemacher Michael Moore aufmerksam, der ein Interview mit Matt Stone in seinen Film Bowling for Columbine einbrachte. Stone kritisierte Moore später, weil dieser im selben Film unmittelbar danach einen im South-Park-Stil gedrehten Zeichentrickfilm zeigt und so der Anschein erweckt wird, dass Stone und Parker den Film selbst produzierten.

Die zweite Episode Band in China der 23. Staffel wurde in China verboten. Sie thematisiert, wie US-Studios ihre Filme anpassen, damit sie dort gezeigt werden dürfen. Den chinesischen Behörden ging dies offenbar zu weit, weshalb sie „gemäß der geltenden Gesetze und Vorschriften“ sämtliche Spuren von South Park aus dem Internet des Landes tilgten.

Figuren

Eric Theodore Cartman Kennzeichen: hellblaue Mütze, darunter hellbraunes Haar, rote Jacke, braune Hose und „korpulenter Körperbau“

Eric Cartman ist dick und wird deshalb oft gehänselt und als „Fettarsch“ (engl. „fatass“) bezeichnet. Er selbst ist jedoch – ebenso wie seine Familie – davon überzeugt, er habe lediglich „schwere Knochen“ und sei in Wirklichkeit schlank, beziehungsweise müsse noch „in seinen Körper hineinwachsen“ und „komme nur in Form“, wie es ihm auch von seiner Mutter eingeredet wird. Sie verwöhnt ihn in höchstem Maße und ist ihm in manchen Situationen hörig. Auch deshalb ist Cartman verzogen und voller stereotyper Einstellungen, vor allem gegenüber Juden. So ist Adolf Hitler eines seiner größten Vorbilder, was er oft sehr ausführlich betont und sich auch in sozialdarwinistischen und chauvinistischen Handlungen und Ansichten äußert. Ein anderes Vorbild ist Mel Gibson, der sich durch den Film Die Passion Christi bei ihm sehr beliebt gemacht habe. Cartman handelt meist sadistisch, berechnend und egoistisch (Charakterzüge, die in späteren Staffeln mehr und mehr offensichtlich werden). Auch seine Abneigung gegen Hippies (in den ersten Staffeln mit „Ökofritzen“ übersetzt) ist unübersehbar. In frühen Folgen der Serie ist Kenny sein bester Freund, später nimmt jedoch der gutmütige Butters diese Stellung ein, der alles glaubt, was Eric ihm weismacht, und ihn bei jedem Vorhaben unterstützt. Ständig versucht er seinen Mitschülern, insbesondere seinen Freunden Stan, Kyle, Kenny und Butters, übel mitzuspielen. Laut Aussage der Schöpfer ist er „der dreckige kleine Bastard, der in jedem von uns steckt“.