Riksantikvarieämbetet (RAÄ; deutsch Reichsantiquaramt oder Zentralamt für Denkmalpflege) ist Schwedens zentrale Verwaltungsbehörde im Bereich des kulturellen Erbes und für Denkmalpflege. Es hat seinen Hauptsitz in Stockholm, doch ist eine Übersiedelung nach Gotland geplant. Am Zentralamt arbeiten etwa 400 Mitarbeiter.

Geschichte Die Institution wurde am 20. Mai 1630 von Gustav II. Adolf von Schweden gegründet, nachdem sein Interesse an Antiquitäten unter anderem durch seinen Lehrer, den Runenforscher Johannes Bureus, geweckt worden war. Vorbild für diese Einrichtung war ein dänischer Erlass aus dem Jahr 1622, der dazu diente , mit dem der dänische Runenforscher und Archivar Ole Wormius beauftragt war. Bureus bereiste also das Land, untersuchte Runensteine, sammelte Münzen und alte Chroniken, Gerichtsbücher, Briefe und Manuskripte. Unter der Leitung von Bureus wurden rund 1600 antike Monumente erforscht. Das Zentralamt für Denkmalpflege ist verbunden mit den Staatlichen historischen Museen (Staatliches historisches Museum, Königliches Münzkabinett), gemeinsam unterhalten sie die Bibliothek der Königlichen Akademie für Schöne Literatur, Geschichte und Altertumskunde .

Nach der Einrichtung dieser Behörde 1630 wurde in Schweden 1662 ein Denkmalschutzgesetz erlassen und die Universität Uppsala richtete eine Professur für Altertümer ein.

Die Aufgaben des Zentralamts für Denkmalpflege sind der Schutz, die Dokumentation und die Pflege von kulturell bedeutungsvollen Objekten, Orten und Umgebungen. Das umfasst Einsätze zum Schutz von Denkmälern, Forschung und Forschungsinformation, Pflege und Konservierung sowie archäologische Untersuchungen. Das Zentralamt für Denkmalpflege ist dem Kulturministerium zugeordnet.

mini|Riksantikvarieämbetet Liste der Reichsarchivare seit 1630 Name Zeitraum Johannes Bureus 1630–1648 Georg Stiernhielm 1648–1651 Johan Axehielm 1652–1657 Laurentius Bureus 1657–1665 Olof Verelius 1666–1675 Jacob Reenhielm 1675–1678 Johan Hadorph 1679–1693 Johan Peringskiöld 1693–1719 Johan Fredrik Peringskiöld 1720–1725 Johan Helin 1725–1750 Carl Reinhold Berch 1750–1777 Gudmund Jöran Adlerbeth 1778–1793 Johan David Flintenberg 1793–1795 Georg Frans Tihleman 1795–1802 Jonas Hallenberg 1803–1819 Carl Birger Rutström 1820–1826 Johan Gustaf Liljegren 1826–1837 Name Zeitraum Bror Emil Hildebrand 1837–1879 Hans Hildebrand 1879–1907 Oscar Montelius 1907–1913 Bernhard Salin 1913–1923 Otto Janse 1918–1923 Sigurd Curman 1923–1946 Martin Olsson 1946–1952 Bengt Thordeman 1952–1960 Gösta Selling 1960–1966 Sven B.F. Jansson 1966–1972 Roland Pålsson 1972–1987 Margareta Biörnstad 1987–1993 Erik Wegræus 1993–2003 Inger Liliequist 2003–2012 Lars Amréus 2012–2021 Joakim Malmström 2021–

Veröffentlichungen (Auswahl) Deutsche Ausgaben, herausgegeben vom Zentralamt für Denkmalpflege in Stockholm

Zeitschrift: Schwedische Kulturdenkmäler.

Digitalisierungen Mit der Erlaubnis des Amtes digitalisierte die Universitätsbibliothek Stockholm im Jahr 2011 die Reihe Sveriges runinskrifter (Schwedische Runeninschriften), die aus mehreren Bänden besteht. Das Projekt Runeberg übernahm diese und bearbeitete sie 2012 neu, damit sie korrekturgelesen werden konnten. Sven Söderberg: Sveriges runinskrifter. Band 1: Ölands runinskrifter. Norstedt, Stockholm 1906 (runeberg.org). Erik Brate, Elias Wessén, Ragnar Kinander, Hugo Jungner, Elisabeth Svärdström, Sven B. F. Jansson: Sveriges runinskrifter. Band 2: Östergötlands runinskrifter. Norstedt, Stockholm 1911 (runeberg.org).

Weblinks

Website des Zentralamtes

Einzelnachweise

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