Habhi ist ein Land im nördlichen Mesopotamien. Es wird unter anderem auf der Yoncalı-Inschrift des assyrischen Herrschers Tiglat-pileser I. (1114 bis 1076 v. Chr.) erwähnt, der sich hier als der Eroberer von Nairi von Tumme nach Daiaeni, Eroberer von Habhi bis zum „großen Meer“ bezeichnet.

In der Zeit von Adad-nirari II. lag Habhi zwischen Hatti, also Nordost-Syrien, und Nairi (K.A.H. II, 83 r. 7; 84 r.).D. J. Wiseman: A fragmentary inscription of Tiglath-Pileser III from Nimrud. In: Iraq 18/2, 1956, 128 Adad-nirari II. berichtet auf einer Gründungsplatte aus Niniveh (BM 12104) von seinen Siegen gegen Urartri: Danach wird der Text lückenhaft; er erwähnt Opfer, die der König darbrachte, und weitere Eroberungen.A. R. Millard: Fragments of Historical Texts from Nineveh: Middle Assyrian and Later Kings. In: Iraq 32/2, 1970, 170

Aššur-nâṣir-apli II. erwähnt Habhi im Zuge eines Feldzuges gegen den Tur Abdin (Kašiari) im Jahre 879 v. Chr. Er erhielt von Habhi 300 Talente Eisen als Tribut.K. R. Maxwell-Hyslop, H. W. M. Hodges: Three Iron Swords from Luristan. In: Iraq 28/2, 1966, 175

Lage Emil Forrer wollte Habhi in Aserbaidschan lokalisieren.RLA l, 280 Lacheman und MaidmanErnest R. Lacheman, Maynard P. Maidman: Studies on the civilization and culture of Nuzi and the Hurrians. Eisenbrauns 1995, 21 sehen in der Bezeichnung (wie auch von Nairi) . Der georgische Assyriologe Gregor A. Melik'išvili liest die mit hab-hi transkribierte Stelle der Yoncalı-Stele als quil-hi (Kilchi) und setzt dieses mit dem Land Qulḫa der urartäischen Quellen und der Kolchis der Griechen gleich. Damit entspräche das „Große Meer“ dem Schwarzen Meer. Dies ist jedoch schon wegen der dann durch das assyrische Heer zurückzulegenden Entfernungen sehr unwahrscheinlich.

Andere Forscher suchen Habhi im Tur AbdinClaudia Sagona, Jennifer C. Newton, Elizabeth G. Pemberton, Ian McPhee: Archaeology at the north-east Anatolian frontier. und wollen es mit dem heutigen Hah (Anıtlı) gleichsetzen. Auch eine Gleichsetzung mit dem Hyope des Hekataios von Milet wurde erwogen.

Literatur K. R. Maxwell-Hyslop, H. W. M. Hodges: Three iron swords from Luristan. In: Iraq 28/2, 1966, 164–176. A. R. Millard: Fragments of historical texts from Nineveh: Middle Assyrian and Later Kings. In: Iraq 32/2, 1970, 167–176. Grigorij A. Melikišvili: Diauechi. In: Vestnik drevnej istorii 4. Moskva 1950, 26–42. Grigorij A. Melikišvili: Nairi-Urartu. Tiflis 1964, 27–28. H. F. Russell: Shalmaneser's campaign to Urarṭu in 856 B.C. and the historical geography of Eastern Anatolia according to the Assyrian sources. In: Anatolian Studies 34, 1984, 171–201. D. J. Wiseman: A fragmentary inscription of Tiglath-Pileser III from Nimrud. In: Iraq 18/2, 1956, 117–129.

Einzelnachweise

Kategorie:Historischer Staat (Vorderasien)