mini|Ansicht von Niederroßbach Niederroßbach ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rennerod an.
Geographie Die Gemeinde liegt im Westerwald zwischen Siegen und Limburg an der Lahn. Zu Niederroßbach gehören die Wohnplätze „Bahnhof Niederroßbach“, Dammühle und Berghof.
Durch den Ort fließen der Ortsbach und der Roßbach.
Nachbargemeinden sind Oberroßbach, Fehl-Ritzhausen, Neustadt/Westerwald und Zehnhausen.
Geschichte Der Ort wurde 1422 erstmals urkundlich erwähnt. 1570 wird erstmals eine Kapelle im Ort genannt. 1773 erwarb die Gemeinde ein Haus und richtete dort eine Schule ein. 1566 ließ Nassau-Dillenburg nahe dem Ort durch Aufstauung der Nister einen Weiher anlegen. Um 1740 herum entstand an dem inzwischen baufälligen Damm eine Mühle, die spätestens 1782 um eine Schneidmühle, also ein Sägewerk, ergänzt war.
Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Niederroßbach, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten Jahr Einwohner 1534 5 Vogt- und 16 Eigenleute (Nassau-Beilstein) 1577 13 dienstpflichtige Häuser 1607 11 Mann 1660 54 1711 17 Familien 1782 263 1815 367 1835 367 Jahr Einwohner 1871 315 1905 391 1939 545 1950 560 1961 597 1970 636 1987 628 2005 834
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Niederroßbach besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Bürgermeister Gerhold Haas wurde am 10. Juli 2024 Ortsbürgermeister von Niederroßbach. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 war er als einziger Bewerber mit einem Stimmenanteil von 92,0 % für fünf Jahre gewählt worden.
Sein Vorgänger Bernd Schäfer wurde zuletzt bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 mit 80,29 % für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt. Bei der Wahl 2024 kandidierte der langjährige Ortsbürgermeister nicht erneut.
Wappen
Wahlen Bei allen Wahlen zwischen 1964 und 2006 setzte sich die SPD als stärkste Kraft durch, teilweise mit mehr als 60 Prozent. Seit den 2000er Jahren übernahm die CDU zunehmend diese Position. Bei der Bundestagswahl 2025 gelang dies erstmals der AfD. Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und die Partei Freie Wähler schneiden im Dorf im Vergleich mit Landes- und Bundesergebnissen unterdurchschnittlich ab. In den 2010er Jahren konnten die Piratenpartei und die evangelikale Partei Bibeltreuer Christen vereinzelt Achtungserfolge von über fünf Prozent im Ort erzielen. Die FWG Westerwald e.V. tritt nur bei Kommunalwahlen an.
Die folgende Tabelle zeigt die Ergebnisse vergangener Wahlen.
Ergebnisse im Detail (seit 1990) Landtagswahl 2026 22,9 % 26,6 % 5,9 % 2,0 % 28,2 % 5,1 % 4,2 % 5,1 % Bundestagswahl 2025 16,3 % 28,3 % 4,2 % 5,3 % 36,0 % 4,6 % 1,4 % 3,9 % Europawahl 2024 8,0 % 32,6 % 5,4 % 3,1 % 25,4 % 3,1 % 4,9 % 17,5 % Kreistagswahl 2024 19,0 % 41,4 % 3,5 % 2,6 % 21,0 % 3,2 % 2,9 % 6,4 % (FWG WW: 6,4 %) Bundestagswahl 2021 28,4 % 28,8 % 4,8 % 8,7 % 16,3 % 3,8 % 3,8 % 5,4 % Landtagswahl 2021 36,1 % 30,9 % 4,9 % 5,3 % 9,1 % 3,5 % 4,6 % 5,6 % Kreistagswahl 2019 24,4 % 40,2 % 10,5 % 3,8 % 5,3 % 5,3 % — 10,5 % Europawahl 2019 22,3 % 34,2 % 12,4 % 3,5 % 10,9 % 4,5 % 3,0 % 9,2 % Bundestagswahl 2017 27,2 % 35,1 % 5,4 % 8,0 % 14,7 % 5,4 % 1,3 % 2,9 % Landtagswahl 2016 36,2 % 27,9 % 5,0 % 2,8 % 19,2 % 1,9 % 4,5 % 2,5 % Europawahl 2014 33,2 % 44,4 % 4,7 % 1,4 % 5,1 % 2,8 % 1,4 % 7,0 % Kreistagswahl 2014 36,2 % 47,6 % 5,9 % 1,8 % — 2,6 % — 5,9 % Bundestagswahl 2013 36,0 % 37,8 % 4,5 % 3,9 % 3,3 % 4,5 % 0,9 % 9,1 % (PIRATEN: 6,0 %) Landtagswahl 2011 43,0 % 31,2 % 14,3 % 2,5 % — 3,6 % 1,1 % 4,3 % Bundestagswahl 2009 26,5 % 35,9 % 6,5 % 16,0 % — 8,2 % — 6,9 % Europawahl 2009 36,0 % 36,0 % 5,3 % 9,6 % — 3,1 % — 10,1 % (PBC: 5,3 %) Kreistagswahl 2009 37,5 % 39,1 % 4,7 % 8,2 % — 3,1 % — 7,5 % Landtagswahl 2006 49,4 % 29,4 % 2,9 % 5,7 % — — — 12,6 % (PBC: 5,3 %) Bundestagswahl 2005 39,7 % 31,4 % 4,5 % 8,2 % — 6,8 % — 9,4 % (PBC: 5,7 %) Europawahl 2004 44,3 % 32,8 % 5,1 % 4,7 % — 1,2 % — 11,9 % Kreistagswahl 2004 43,7 % 38,3 % 5,4 % 4,7 % — — — 7,9 % Bundestagswahl 2002 46,4 % 35,1 % 4,1 % 8,0 % — 0,8 % — 5,6 % Landtagswahl 2001 55,0 % 29,0 % 3,7 % 7,3 % — — — 5,0 % Europawahl 1999 53,9 % 33,6 % 3,6 % 2,5 % — 1,1 % — 5,4 % Kreistagswahl 1999 53,4 % 35,6 % 3,1 % 3,1 % — — — 4,8 % Bundestagswahl 1998 51,3 % 30,2 % 5,3 % 4,5 % — 0,5 % — 8,2 % Landtagswahl 1996 50,8 % 31,0 % 4,0 % 7,9 % — — — 6,4 % Bundestagswahl 1994 52,6 % 34,1 % 3,3 % 6,4 % — 1,7 % — 1,9 % Europawahl 1994 51,9 % 27,8 % 7,5 % 2,2 % — 0,0 % — 10,6 % (REP: 8,4 %) Kreistagswahl 1994 51,6 % 31,9 % 8,8 % 2,5 % — — — 5,3 % Landtagswahl 1991 63,8 % 23,2 % 3,8 % 6,7 % — — — 3,2 % Bundestagswahl 1990 52,5 % 31,6 % 3,2 % 8,7 % — 0,0 % — 4,0 % Die Tabelle zeigt Parteien, die bei Bundestagswahlen oder Landtagswahlen seit 1990 Sitze errungen haben. Andere Parteien werden unter Sonstige benannt, wenn sie bei der jeweiligen Wahl mindestens fünf Prozent der Stimmen errangen. Die Bundes- und Landtagswahlergebnisse zeigen die Zweitstimmen. Ergebnisse im Detail (1945–1989) Europawahl 1989 59,0 % 25,3 % 4,0 % 5,6 % — — — — — 6,2 % Kreistagswahl 1989 61,0 % 22,2 % 3,9 % 5,6 % — — — — — 7,3 % Bundestagswahl 1987 54,7 % 28,8 % 7,5 % 8,1 % 0,3 % — — — — 0,6 % Landtagswahl 1987 63,1 % 25,2 % 5,8 % 3,1 % 0,3 % — — — — 2,5 % Europawahl 1984 59,9 % 26,4 % 7,1 % 4,7 % 0,6 % — — — — 1,2 % Kreistagswahl 1984 65,8 % 26,1 % 4,5 % — — — — — — 3,6 % Bundestagswahl 1983 54,2 % 35,9 % 4,8 % 4,8 % 0,3 % — — — — 0,0 % Landtagswahl 1983 55,8 % 34,0 % 4,4 % 5,7 % — — — — — 0,0 % Bundestagswahl 1980 57,8 % 26,6 % 14,2 % 1,1 % 0,0 % — — — — 0,3 % Europawahl 1979 59,2 % 30,5 % 8,0 % 1,0 % — — — — — 1,3 % Kreistagswahl 1979 60,1 % 28,9 % 8,5 % — — — — — — — Landtagswahl 1979 60,8 % 28,1 % 9,0 % — 0,3 % — — — — 1,8 % Bundestagswahl 1976 61,0 % 27,6 % 11,1 % — 0,0 % — — — — 0,3 % Landtagswahl 1975 57,4 % 29,4 % 12,3 % — 0,3 % — — — — 0,9 % Kreistagswahl 1974 56,9 % 30,9 % 12,2 % — — — — — — — Bundestagswahl 1972 69,2 % 19,0 % 11,5 % — 0,3 % — — — — 0,0 % Landtagswahl 1971 63,3 % 22,4 % 7,5 % — 4,3 % — — — — 2,5 % Bundestagswahl 1969 58,6 % 25,4 % 9,4 % — 6,2 % — — — — 0,3 % Kreistagswahl 1969 61,4 % 23,6 % 15,0 % — — — — — — — Landtagswahl 1967 58,6 % 19,1 % 13,9 % — 7,2 % — — — — 1,2 % Bundestagswahl 1965 58,8 % 25,4 % 12,9 % — 2,6 % — — — — 0,4 % Kreistagswahl 1964 68,1 % 14,1 % 17,9 % — — — — — — — Bundestagswahl 1961Voß, Julian: German Post-War Election Database (GPWED). Öffentliches Projekt. Center for Open Science, 2025. OSF. URL: https://doi.org/10.17605/OSF.IO/RT83Y. 55,5 % 19,3 % 20,0 % — — — — — — 5,2 % Bundestagswahl 1957Voß, Julian: German Post-War Election Database (GPWED). Öffentliches Projekt. Center for Open Science, 2025. OSF. URL: https://doi.org/10.17605/OSF.IO/RT83Y. 59,9 % 21,8 % 13,9 % — — — 2,0 % — 1,7 % 0,7 % Bundestagswahl 1953Voß, Julian: German Post-War Election Database (GPWED). Öffentliches Projekt. Center for Open Science, 2025. OSF. URL: https://doi.org/10.17605/OSF.IO/RT83Y. 57,8 % 16,7 % 17,4 % — — 1,1 % 1,1 % 3,7 % 1,9 % 0,4 % Bundestagswahl 1949Voß, Julian: German Post-War Election Database (GPWED). Öffentliches Projekt. Center for Open Science, 2025. OSF. URL: https://doi.org/10.17605/OSF.IO/RT83Y. 25,0 % 57,4 % 13,1 % — — 4,5 % — — — — Laut Angaben des Landeswahlleiters Rheinland-Pfalz liegen Wahlergebnisse im hauseigenen Archiv erst ab Mitte der 1960er-Jahre vor. Die Tabelle zeigt Parteien, die bei Bundestagswahlen oder Landtagswahlen zwischen 1945 und 1989 Sitze errungen haben und in der Gemeinde Stimmen gewonnen haben. Andere Parteien werden unter Sonstige benannt, wenn sie bei der jeweiligen Wahl mindestens fünf Prozent der Stimmen errangen. Bei Wahlen mit Erst- und Zweitstimmen sind jeweils die Zweitstimmen vermerkt.
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr In unmittelbarer Nähe der Gemeinde verlaufen die Bundesstraßen 54, die Limburg an der Lahn mit Siegen verbindet und 255, die von Montabaur nach Herborn führt. Die nächste Autobahnanschlussstelle ist Haiger/Burbach an der A 45 Dortmund–Hanau, etwa 17 Kilometer entfernt. Zwischen den Orten Niederroßbach und Neustadt befand sich der Haltepunkt Niederroßbach-Neustadt der stillgelegten Bahnstrecke Herborn–Montabaur. Der nächstgelegene ICE-Halt ist der Bahnhof Montabaur an der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main.
Literatur
Weblinks
Informationen der Verbandsgemeinde Rennerod über die Ortsgemeinde Niederroßbach
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Westerwaldkreis Kategorie:Ersterwähnung 1431