mini|195x195px|Wappen der Familie Fenrich (Linie Fenrich-Gjurgjenovac) Die Familie Fenrich (IPA: [fεn'rɪç], alternative Schreibweisen: Fendrich, Fenrick, teilweise mit dem Adelsprädikat von) war ein österreichisches Adelsgeschlecht deutscher Herkunft, das eine Linie des Hauses Fenner (auch Venner oder Venour) bildete. Die Familie trat im späten 18. Jahrhundert in Meseritz in Südpreußen (heute Międzyrzecz, Polen) in Erscheinung und siedelte im 19. Jahrhundert in die Österreichisch-Ungarische Monarchie über.

Geschichte Der Familienname Fenrich ist seit Beginn des 16. Jahrhunderts dokumentiert und ersetzte ältere mittelhochdeutsche und alemannische Namensformen wie Fenner oder Venner.

Der Name Fenner lässt sich jedoch auf den keltischen Stamm der Fen zurückführen, der ursprünglich aus Österreich stammte und sich nach und nach in ganz Europa ausbreitete, woraus die Stammhäuser der Fenrichs – Fenner und Venner (auf Französisch auch Venour) – hervorgingen. Sir William Fenner und Baron La Venour sind im Domesday Book verzeichnet, einem Verzeichnis aller Grundbesitzer in England, das König Wilhelm im Jahr 1086 anordnen ließ.

Die Familie geht in direkter Linie auf Achaz Eduard von Grone (1704–1758) zurück, der in Kirchbrak im Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel geboren wurde. Grone trat 1724 als Fähnrich in hessische Militärdienste und bekleidete später das Amt eines hochfürstlichen Drosten in Lüneburg-Wolfenbüttel. Im Jahr 1730 heiratete er Maria Elisabetha Fenner von Fenneberg (1699–1756), die einzige Tochter des Peter Anton Fenner von Fenneberg. Die Nachkommen aus dieser Ehe legten den Geburtsnamen des Vaters ab und nahmen den Namen Fenrich (auch Fennerich) an. Die Namenswahl wird auf den militärischen Rang des Stammvaters (Fähnrich bzw. Fendrich) zurückgeführt. Durch mehrfache Heiraten im 18. und 19. Jahrhundert bestanden familiäre Verbindungen zum pfälzischen Geschlecht Ochsenreither von Jockgrim.

In den 1730er Jahren ließ sich die Familie im Landkreis Meseritz in Südpreußen (heute Międzyrzecz) nieder und erwarb dort Gutsbesitz in Schillen. Im Zuge der preußischen Verwaltung des Gebiets ernannte König Friedrich Wilhelm III. im Jahr 1798 die Brüder Christian Eduard von Fenrich und Johann Leopold von Fenrich zu Schulzen des Kreises Meseritz. Im Jahr 1801 folgte die offizielle preußische Adelsanerkennung des zuvor geführten Adelsstandes nebst einer Wappenbestätigung. Zudem erhielten die Brüder den Titel eines Erbschultheißen, wodurch das Verwaltungsamt erblich wurde.

Mit der Gründung des Herzogtums Warschau unter napoleonischer Herrschaft im Jahr 1807 wurde der erbliche Titel der Familie vom neuen Regime nicht anerkannt. Die administrative Kontrolle über den Kreis Meseritz ging direkt an das Herzogtum über, während der Familie nur die Verwaltung des eigenen Gutshofs in Schillen verblieb. Nach der Reichsgründung 1871 besaß der Titel des Erbschultheißen nur noch symbolischen Charakter. Im späten 19. Jahrhundert emigrierte eine Linie der Familie in das Königreich Ungarn, wo sie bis 1945 das Gut Susine-Gjurgjenovac in Slawonien (heute Kroatien) besaß.

Im Jahr 1913 erhielt Joseph von Fenrich eine formelle Adelsbestätigung durch Kaiser Franz Joseph I. von Österreich.

Bekannte Familienmitglieder

Andrew T. Fenrich (* 1914; † 1992): Demokratisches Mitglied des Repräsentantenhauses von Pennsylvania. Anna Fenrich geb. Schmitteckert (* 1877; † 1939): Opfer der Krankenmorde in der NS-Zeit (Kreispflegeanstalt Hub) Ellen Fenrich: ehemaliges Mitglied der AfD-Gemeinderatsfraktion Karlsruhe. Heinz Fenrich (* 1940): Deutscher Politiker (CDU), von 1998 bis 2013 Oberbürgermeister von Karlsruhe. Melanie Fenrich: Deutsche Autorin. Miguel A. Fenrich (* 2002): Sudanesisch-kanadischer Journalist, Fotograf und Autor. Robert Fenrich (* 1995): Kroatischer zeitgenössischer Künstler. Valentin Fenrich: 1915–1924 Bürgermeister von Jockgrim.

Einzelnachweise

Kategorie:Individuelle Familie