Samantha Jane Stosur (* 30. März 1984 in Brisbane) ist eine ehemalige australische Tennisspielerin. Sie gewann acht Grand-Slam-Titel, darunter vier im Doppel und drei im Mixed. Ihr größter Erfolg jedoch war der Gewinn der US Open im Jahr 2011 im Einzel. Mit weit über 1700 Partien in allen drei Disziplinen und über 20 Mio. US-Dollar Preisgeld zählt sie zu den erfolgreichsten australischen Tennisspielerinnen der Open Era.
Karriere Im Alter von acht Jahren erhielt Samantha Stosur zu Weihnachten einen Tennisschläger, mit 13 nahm sie bereits an den Weltmeisterschaften der Juniorinnen in Djakarta teil. Im Alter von 15 Jahren begann sie ihre Profikarriere bei Turnieren der ITF. Anfang 2000 gab sie ihr Debüt bei den Australian Open, scheiterte jedoch gleich in der ersten Qualifikationsrunde. 2001 gewann sie vier ITF-Turniere, darunter drei in Japan (Ibaraki, Osaka und Kyōto) sowie eins in Australien (Cairns). 2002 trat sie mit einer Wildcard erneut in Melbourne an. Im Jahr darauf erreichte sie dort, nachdem sie Conchita Martínez und Vanessa Webb hatte ausschalten können, die dritte Runde, in der sie Daniela Hantuchová unterlag. 2003 spielte sie erstmals in Wimbledon, wo sie eine Erstrundenniederlage gegen Lindsay Davenport hinnehmen musste. Seit 2002 gehört sie dem australischen Fed-Cup-Team. 2004 trat sie für ihr Land auch bei den Olympischen Spielen an.
Für die australische Fed-Cup-Mannschaft bestritt Stosur bislang 58 Partien im Einzel und Doppel, von denen sie 37 für sich entscheiden konnte. im Doppel verlor sie nur eines von neun Matches. Außerdem hält sie mit 29 gewonnenen Partien den Landesrekord für die meisten Einzelsiege im Fed Cup.
2005 und 2006 Stosur trat in jungen Jahren vor allem als Doppelspezialistin in Erscheinung. 2005 siegte sie an der Seite von Scott Draper im Finale des Mixed-Wettkampfs bei den Australian Open im Tiebreak des dritten Satzes gegen Liezel Huber und Kevin Ullyett. Im selben Jahr gewann sie zusammen mit Lisa Raymond die Damendoppel-Konkurrenz der US Open im Endspiel gegen Jelena Dementjewa und Flavia Pennetta sowie die WTA Championships 2005 in Los Angeles nach Sieg über Cara Black und Rennae Stubbs. 2006 kam es beim Jahresturnier der Besten in Madrid zu einer Neuauflage des Finals, aus dem Stosur und Raymond aber erneut als Siegerinnen hervorgingen. Gemeinsam mit der US-Amerikanerin stand sie bis 2008 in vier weiteren Grand-Slam-Endspielen, von denen sie sich lediglich im Finale der French Open 2006 gegen Daniela Hantuchová und Ai Sugiyama durchsetzen konnten. Gemeinsam gewann das Duo zwanzig Endspiele, darunter Matches bei großen Tier-I-Turnieren wie Moskau, Charleston oder Berlin. 2007 verteidigten sie jeweils ihre Titel in Tokio, Indian Wells, Miami. Der Sieg beim englischen Rasenturnier in Eastbourne 2008 war ihr bislang letzter gemeinsamer Titel. Im Februar 2006 wurde sie zum ersten Mal als Nummer eins der Weltrangliste im Doppel geführt. Insgesamt stand sie 62 Wochen lang an der Spitze des Feldes, ehe sie im April 2007 von ihrer Partnerin Lisa Raymond abgelöst wurde.
Im Einzel ließ Stosur zum ersten Mal Anfang 2005 aufhorchen, als sie mit einer Wildcard ausgestattet nacheinander die Finals von Gold Coast und Sydney erreichte, dort aber gegen Patty Schnyder respektive Alicia Molik verlor. Im folgenden Jahr konnte sie diese Resultate zunächst nicht verteidigen, erhielt jedoch eine Wildcard für die Australian Open. Dort zog sie erstmals ins Achtelfinale ein, in dem sie Martina Hingis 1:6, 6:7 (6:8) unterlag. Beim WTA-Turnier in Tokio verlor sie das Viertelfinale gegen Marija Scharapowa. In Miami ging sie im Einzel gegen die Weltranglistenerste Amélie Mauresmo mit 0:6 und 0:6 unter. In Prag kam sie ins Endspiel, das sie in drei Sätzen verlor. Bei den French Open setzte es eine Erstrundenniederlage gegen Ana Ivanović.
In Wimbledon traf Stosur in Runde zwei wiederum auf Mauresmo und unterlag diesmal mit 4:6, 2:6. In der zweiten Runde von Los Angeles besiegte sie mit Lindsay Davenport erstmals eine Top-Ten-Spielerin, unterlag in Runde drei jedoch Jelena Janković. Zwei Wochen später in New Haven kam sie als Lucky Loserin bis ins Halbfinale, in dem sie erneut Davenport unterlag.
Die europäische Hallensaison begann Stosur beim Turnier in Luxemburg, wo sie in Runde zwei gegen Jelena Dementjewa ausschied. In Stuttgart folgte einer Auftaktniederlage im Einzel erneut ein Doppeltitel mit Raymond, ebenso wie in Linz und im letzten Turnier des Jahres im belgischen Hasselt.
2007 bis 2009 Nach mäßigem Start in die neue Saison, zeigten sich bei den French Open bei Stosur erste Symptome einer durch Zeckenbiss hervorgerufenen Lyme-Borreliose. In Wimbledon verlor sie in der ersten Runde, die US-Hartplatzsaison war dann von vielen Absagen begleitet. Nach den US Open beendete sie vorzeitig die Saison.
Nach überstandener Krankheit bestritt sie im April 2008 zwei ITF-Turniere (Dothan, Charlottesville). Bei ihrem ersten WTA-Turnier in Rom unterlag sie in Runde zwei Venus Williams. In Wimbledon gewann sie an der Seite von Bob Bryan ihren zweiten Grand-Slam-Titel im Mixed. Im Finale schlugen sie Katarina Srebotnik und Mike Bryan in zwei Sätzen.
2009 kämpfte sich Stosur zurück in die Weltspitze. Bei den Australian Open erreichte sie die dritte Runde, in der sie der an Nummer vier gesetzten Jelena Dementjewa unterlag. In Miami erreichte sie nach Siegen über Sybille Bammer, Dinara Safina und Amélie Mauresmo das Viertelfinale, scheiterte dann jedoch gegen die spätere Siegerin Wiktoryja Asaranka. Mit dem Halbfinaleinzug bei den French Open erreichte sie ihr bislang bestes Einzelergebnis bei einem Grand-Slam-Turnier; sie unterlag dort mit Swetlana Kusnezowa wiederum der späteren Siegerin. In Wimbledon erreichte sie wieder nur die dritte Runde, stand dann aber mit ihrer Landsfrau Rennae Stubbs im Doppelfinale, das die beiden gegen Serena und Venus Williams verloren. In WTA Osaka gewann Stosur am 18. Oktober ihren ersten WTA-Einzeltitel, als sie im Finale der HP Open Francesca Schiavone mit 7:5, 6:1 besiegte.
2010 Bei den Australian Open schied Stosur im Achtelfinale gegen die Weltranglistenerste Serena Williams aus, die sich später auch den Titel sicherte. Im Fed Cup gelang dem australischen Team mit einem Sieg über Spanien der Aufstieg in die Relegation. Kurz darauf scheiterte Stosur bereits in der ersten Runde von Dubai gegen Tathiana Garbin.
Im März spielte sie bei den großen Turnieren in Indian Wells, wo sie im Halbfinale gegen die spätere Siegerin Jelena Janković verlor, und in Miami, wo sie im Viertelfinale Kim Clijsters unterlag, die danach ebenfalls das Turnier gewinnen konnte. Im Doppel zog sie mit Nadja Petrowa bei beiden WTA-Turnieren ins Endspiel ein. Am 18. April gewann Stosur beim Family Circle Cup ihren zweiten WTA-Einzeltitel. Sie gab im gesamten Turnier nur einen Satz ab und setzte sich im Finale gegen Wera Swonarewa mit 6:0, 6:3 durch. In der zweiten Fed-Cup-Runde kehrten die Australierinnen mit einem ungefährdeten Sieg über das Team der Ukraine seit langer Zeit wieder in die erste Weltgruppe zurück.
Im Mai erreichte Stosur in Stuttgart das Finale, das sie gegen Justine Henin in drei Sätzen verlor. Nach einer verletzungsbedingten Absage kam sie in Madrid ins Viertelfinale (Niederlage gegen Venus Williams). Bei den French Open ging sie als beste Sandplatzspielerin der Saison mit einer Bilanz von 14:2 Siegen als Mitfavoritin an den Start. Nach Siegen über Simona Halep, De Los Rios und Piwowarowa stieß sie ins Achtelfinale vor; sie traf dort, wie bereits in Stuttgart, auf Justine Henin und behielt nach verlorenem ersten Satz diesmal die Oberhand (2:6, 6:1 und 6:4). Im Viertelfinalmatch besiegte sie Serena Williams mit 6:2, 6:7 und 8:6; eineinhalb Sätze lang war sie die dominierende Spielerin, schlug im zweiten Satz bei 5:3 zum Matchgewinn auf und musste bei 5:6 im dritten Satz dann sogar einen Matchball abwehren. Im Halbfinale gegen Jelena Janković war sie von Beginn an konzentriert und verwandelte nach gerade mal einer Stunde ihren ersten Matchball zum 6:1 und 6:2. Das Endspiel gegen Francesca Schiavone am 5. Juni 2010 verlor sie mit 4:6, 6:7 (2:7).
Bei den US Open hatte Stosur erneut Startschwierigkeiten. Gegen Jelena Wesnina konnte sie im zweiten Satz beim 3:6, 7:6 und 6:1 das Aus gerade noch abwenden, in der zweiten Runde besiegte sie ihre Landsfrau Anastasia Rodionova mit 6:3, 6:4. Nach einem Sieg über Sara Errani (6:2, 6:3) traf sie im Achtelfinale auf Jelena Dementjewa, gegen die sie sich mit 6:3, 2:6 und 7:6 knapp durchsetzte und damit erstmals im Einzel das Viertelfinale der US Open erreichte. Dort traf sie bei phasenweise irregulären Bedingungen (heftige Windböen wegen Hurrikan „Earl“) auf die favorisierte Kim Clijsters, der sie am Ende mit 4:6, 7:5 und 3:6 unterlag.
2011 und 2012 Nach ihrer Drittrundenniederlage in Melbourne war beim Grand-Slam-Turnier in Paris gegen Gisela Dulko ebenfalls in Runde drei Schluss. Dennoch erreichte sie im Februar 2011 mit Platz vier ihre höchste Position in der Damen-Weltrangliste. Dazwischen stand sie beim Sandplatzturnier in Rom im Finale, das sie gegen Scharapowa mit 2:6, 4:6 verlor. Beim Rasenturnier von Eastbourne kam Stosur ins Halbfinale, das sie bei äußerst windigen Bedingungen gegen die spätere Turniersiegerin Marion Bartoli glatt verlor. In Wimbledon scheiterte sie bereits in der ersten Runde. Mit ihrer neuen Doppelpartnerin Sabine Lisicki, an deren Seite sie im April bereits das Turnier von Stuttgart hatte gewinnen können, zog sie in London dagegen erneut ins Finale ein. Sie unterlagen der Paarung Květa Peschke und Katarina Srebotnik allerdings mit 3:6 und 1:6.
Zu Beginn der Hartplatzsaison unterlag Stosur im Achtelfinale von Stanford ihrer Doppelpartnerin Lisicki in zwei Sätzen. Besser lief es in Toronto, wo sie nach einer längeren Durststrecke wieder ein Finale erreichen konnte. Das Endspiel verlor sie gegen eine wieder erstarkte Serena Williams klar mit 4:6 und 2:6. Ihren bislang größten Erfolg erreichte Stosur dann bei den US Open, als sie dort mit einem 6:2-, 6:3-Endspielsieg über Serena Williams ihren ersten Grand-Slam-Titel im Einzel feierte.
Zur Enttäuschung ihrer Fans kam bei den Australian Open das Aus 2012 bereits in Runde eins gegen Sorana Cîrstea. Beim Sandplatzturnier in Charleston stieß sie ins Halbfinale vor, in dem sie der späteren Siegerin Serena Williams unterlag. Bei der Fed-Cup-Begegnung im April gegen das deutsche Team gewann sie gegen Angelique Kerber und Andrea Petković beide Einzel. Beim WTA-Turnier in Stuttgart erreichte sie das Viertelfinale, in dem sich die spätere Turniersiegerin Scharapowa durchsetzte.
Im Mai in Madrid schied sie gegen die Qualifikantin Lucie Hradecká ebenfalls im Viertelfinale aus. Bei den French Open spielte sie sich mit überzeugenden Siegen (u. a. 6:4, 6:1 im Viertelfinale über Dominika Cibulková) bis ins Halbfinale, in dem sie Sara Errani mit 5:7, 6:1 und 3:6 unterlag. In Wimbledon scheiterte sie bereits in Runde zwei an Arantxa Rus. Als Titelverteidigerin schied sie bei den US Open im Viertelfinale gegen Wiktoryja Asaranka aus.
2013 bis 2016