mini|Ehemalige Gaststätte „Ardeyer Hof“

Ardey ist ein Ortsteil der Stadt Fröndenberg/Ruhr im Kreis Unna in Nordrhein-Westfalen, mit etwa 2200 Einwohnern.

Geschichte 1170 übernahm Rabodo von Rüdenberg das Lehen zu Ardey. Seine Erben errichteten die Burg Ardey, die 1176 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Die Burg existiert heute nicht mehr; nur einige Mauerreste sind noch sichtbar. 1318 wurde letztmals ein Edelmann zu Ardey urkundlich erwähnt. Der Burgberg wird heute von der Bahnlinie Unna – Fröndenberg durchschnitten.

Ardey gehörte im Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit in eigener Bauerschaft im Amt Unna zur Grafschaft Mark. Laut dem Schatzbuch der Grafschaft Mark von 1486 hatten die 11 Steuerpflichtigen in der Bauerschaft zwischen 1 und 6 Goldgulden an Abgabe zu leisten. Größter Steuerzahler war der Schulzenhof in Ardey.Aloys Meister: Die Grafschaft Mark. Festschrift zum Gedächtnis der 300-jährigen Vereinigung mit Brandenburg-Preußen. 2. Band, Dortmund 1909, S. 29 – Auszug aus dem Schatzbuch der Grafschaft Mark von 1486 (Bauerschaft Ardey). Im Jahr 1705 waren in der Bauerschaft 13 Steuerpflichtige mit Abgaben an die Rentei Hamm im Kataster verzeichnet.Westfälisches Schatzungs- und Steuerregister, Band 6, Münster 1980. Darin: Kataster der Kontribuablen Güter in der Grafschaft Mark 1705. Bearb. von Willy Timm, S. 60.

Ab dem 19. Jahrhundert gehörte Ardey bei der Errichtung der Ämter in der preußischen Provinz Westfalen zum Amt Fröndenberg im Kreis Hamm. 1895 gab es in der Landgemeinde Ardey auf 293,9 ha Fläche 3 Wohnplätze, 35 Wohnhäuser mit 47 Haushaltungen und 263 Einwohner.Gemeindelexikon für die Provinz Westfalen. Berlin 1897, S. 76/77 (Online, pdf; Münster, Universitäts- und Landesbibliothek 2014). Am 1. August 1964 schlossen sich die Gemeinden Ardey, Dellwig und Langschede zur neuen Gemeinde Langschede zusammen, die bereits am 1. Januar 1968 in die Stadt Fröndenberg eingegliedert wurde.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1849 193 1910 369 1931Handbuch der Ämter und Landgemeinden in der Rheinprovinz und in der Provinz Westfalen, Preußischer Landgemeindetag West, Berlin 1931. 374 1956Otto Lucas: Kreis-Atlas Unna. Unna/Münster 1957. 596 1961 849 1987 2330 2011 2138 2013 2187

Heute mini|Haltepunkt der Hönnetal-Bahn

Es gibt eine Versicherungs-Geschäftsstelle, eine Pizzeria, eine Bäckerei, eine Kindertageseinrichtung und ein Jugendzentrum. Das evangelische Gemeindezentrum in der Ortsmitte, in dem zweimal im Monat ein Gottesdienst und diverse Veranstaltungen abgehalten worden waren, ist geschlossen und wurde im Januar 2012 entwidmet. Inzwischen ist für Gemeindemitglieder ein Bustransfer zur evangelischen Kirche Dellwig eingerichtet. Im Jahr 2016 wurden ein Wohnheim und ein neues Neubaugebiet an der Ardeyer-Straße gebaut.

Das größte Unternehmen in Ardey ist ein in der Region sehr bekannter Geflügelhof, der Landhähnchen herstellt, die teils an Supermärkte geliefert und teils in Hähnchenverkaufswagen im Umkreis von 30 Kilometern angeboten werden. Höhepunkt im dörflichen Leben ist das jährliche Schützenfest.

Die Sonnenberg-Grundschule geht auf die Volksschule Ardey-Langschede zurück. Nach dem Wegfall der Bezirksgrenzen steht es den Eltern frei, ihre Kinder an dieser Grundschule anzumelden.

Durch Ardey verläuft die Landesstraße L673 mit Anschluss an die Bundesstraße 233. Die Züge der Linie RB 54 Unna–Fröndenberg–Menden–Neuenrade auf der Bahnstrecke Fröndenberg–Unna halten in jeder Richtung stündlich (an Sonn- und Feiertagen vormittags im Zweistundentakt) am in der Ortsmitte gelegenen Haltepunkt Ardey.

Linie Verlauf Takt

Ergänzt wird der Bahnverkehr tagsüber durch die Buslinie 180 von Unna nach Fröndenberg.

Vereine In Ardey gibt es verschiedene Vereine, etwa einen Gospelchor, einen Förderverein Dorfgemeinschaft Ardey, den Kaninchenzuchtverein W124 Ardey e. V. sowie einen Schützenverein.

Weblinks

Stadt Fröndenberg

Einzelnachweise

Kategorie:Stadtteil von Fröndenberg/Ruhr Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Kreis Unna) Kategorie:Ort an der Ruhr Kategorie:Gemeindeauflösung 1964