Die Pflanzengattung Guzmania gehört zur Familie der Bromeliengewächse (Bromeliaceae). Die etwa 220 Arten sind in der Neotropis weitverbreitet.
Beschreibung Erscheinungsbild und Blätter Guzmania-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen, die meist als Epiphyten oder selten terrestrisch wachsen. Die meisten Arten sind Trichterbromelien; ihre Sprossachse ist gestaucht und die mesomorphen Laubblätter stehen dicht in Rosetten zusammen. Die Blätter überdecken sich in der Weise, dass ein Trichter zum Sammeln von Wasser entsteht. Die parallelnervigen Laubblätter sind meist schwertförmig.
Blütenstände und Blüten Die oft leuchtend bunten Blütenstände sind bei vielen Arten lange haltbar und einfach oder meist unverzweigt mit meist spiralig oder selten zweizeilig angeordneten Blüten.
Die zwittrigen Blüten sind dreizählig. Die drei Kelchblätter sind symmetrisch angeordnet. Die drei Kronblätter sind weiß, gelb oder grün und zu mehr als 1/4 ihrer Länge zu einer Kronröhre verwachsen. Es sind zwei mal drei Staubblätter vorhanden. Die drei Fruchtblätter sind zu einem Fruchtknoten verwachsen.
Früchte und Samen Es werden Kapselfrüchte gebildet. Die Samen haben einen „Fallschirm“, ähnlich wie bei der Pusteblume.
Systematik und Verbreitung Die Gattung Guzmania wurde 1802 durch Hipólito Ruiz Lopez und José Antonio Pavón y Jiménez in Peruvianae et Chilensis prodromus, sive, Novorum generum plantarum Peruvianarum et Chilensium descriptiones, et icones, Band 3, Seite 37, Tafel 261 aufgestellt. Der Gattungsname Guzmania ehrt den spanischen Apotheker und Pflanzensammler Anastasio Guzmán († 1807).
Die Gattung Guzmania gehört zusammen mit Racinaea, Barfussia, Gregbrownia, Lemeltonia, Pseudalcantarea und Tillandsia zur Tribus Tillandsieae in der Unterfamilie Tillandsioideae innerhalb der Familie Bromeliaceae.
Das weite neotropische Verbreitungsgebiet der Gattung Guzmania reicht von Florida über die Großen Antillen, Mexiko und Zentralamerika bis ins westliche Brasilien. Die meisten Guzmanien sind im nordwestlichen Südamerika in der tropischen Regenwaldzone der Anden von Kolumbien bis Ecuador verbreitet. Ein Zentrum der Artenvielfalt liegt in Costa Rica und Panama.
Es gibt etwa 220 Guzmania-Arten mit etwa 26 Varietäten (Stand 2025):mini|Habitus, Laubblätter und Blütenstand von Guzmania alliodora mini|Dreizählige Blüte mit grünen Kronblättern von Guzmania alliodora mini|Habitus, Laubblätter und Blütenstand der kleinbleibenden Art Guzmania angustifolia mini|Habitus, Laubblätter und Blütenstand von Guzmania berteroniana im Habitat mini|Ausschnitt eines Blütenstandes mit dreizähligen Blüten von Guzmania bismarckii mini|Habitus und Blüten der kleinbleibenden Art Guzmania butcheri mini|Habitus, Laubblätter und Blütenstand von Guzmania conifera mini|Habitus, Laubblätter und Blütenstand von Guzmania coriostachya im Habitat mini|Blütenstand mit weißen Blüten von Guzmania desautelsii im Habitat mini|Blütenstand von Guzmania eduardii mini|Habitus, Laubblätter und Blütenstand der kleinbleibenden Art Guzmania farciminiformis mini|Blütenstand von Guzmania lingulata var. lingulata mini|Habitus, Laubblätter und Blütenstand von Guzmania monostachia mini|Blütenstand mit Blüten von Guzmania monostachia mini|Blütenstand mit Blüten von Guzmania monostachia f. alba mini|Habitus, schön gezeichnete Laubblätter und Blütenstände von Guzmania musaica mini|Habitus und Blütenstände von Guzmania osyana mini|Habitus, Laubblätter und Blütenstand von Guzmania roseiflora mini|Habitus, Laubblätter und knospiger Blütenstand von Guzmania rubrolutea mini|Habitus, gestauchter Blütenstand und dreizählige Blüten von Guzmania sanguinea mini|Blütenstand von Guzmania squarrosa mini|Habitus und Blütenstand von Guzmania steyermarkii im Habitat mini|Habitus und Blütenstand von Guzmania teuscheri im Habitat mini|Habitus, Laubblätter und Blütenstand von Guzmania undulatobracteata im Habitat mini|Ausschnitt eines zusammengesetzten Blütenstandes von Guzmania undulatobracteata im Habitat mini|Habitus, Laubblätter und Blütenstand von Guzmania weberbaueri im Habitat mini|Habitus, Laubblätter und Blütenstand von Guzmania xanthobractea im Habitat mini|Habitus, Laubblätter und Blütenstand von Guzmania zahnii Guzmania acorifolia : Sie gedeiht epiphytisch in Nebelwäldern in Höhenlagen von 1260 bis 1950 Metern in Venezuela. Guzmania acuminata : Sie gedeiht epiphytisch an Sträuchern in Höhenlagen von 720 bis 1200 Metern in Kolumbien und Ecuador. Guzmania acutispica : Sie gedeiht in Höhenlagen von etwa 300 Metern in Peru nur in Amazonas. Guzmania adscendens : Sie wurde 2013 aus Ecuador erstbeschrieben. Dieser Endemit gedeiht terrestrisch und epiphytisch in Höhenlagen von etwa 1000 Metern in Ecuador nur in Carchi. Guzmania aequatorialis : Sie ist nur vom Typusfundort am Monte Cajanuma in der Nähe von Loja in der Provinz Loja in Ecuador bekannt. Sie wurde anhand eines in Montreal kultivierten Exemplars 1959 erstbeschrieben. Guzmania albescens : Sie gedeiht in Höhenlagen von etwa 700 Metern nur in der Provinz Esmeraldas in Ecuador. Guzmania alborosea (Syn.: Guzmania scherzeriana var. albiflora ): Sie gedeiht in feuchten Wäldern in Höhenlagen von 600 bis 1250 Metern in Ecuador. Guzmania alcantareoides : Sie gedeiht in Höhenlagen von 1200 bis 1500 Metern in der Provinz Zamora-Chinchipe in Ecuador. Guzmania alliodora : Sie gedeiht im Nebelwald in Höhenlagen von 1800 bis 2200 Metern in Peru nur in der Region Pasco. Guzmania altomayoensis : Sie wurde 2025 aus dem peruanischen San Martin erstbeschrieben. Guzmania altsonii emend. (Syn.: Guzmania pleiosticha sensu et auct. non ): Sie gedeiht terrestrisch oder epiphytisch in Höhenlagen von 400 bis 2300 Metern von Kolumbien bis Surinam und in Ecuador. Guzmania ×amoena : Diese Naturhybride aus Guzmania kraenzliniana × Guzmania longipetala gedeiht in Höhenlagen von etwa 800 Metern nur in der Provinz Carchi in Ecuador. Guzmania amplectens : Sie gedeiht in Höhenlagen von etwa 840 Metern in Kolumbien nur in Narino. Guzmania anae : Dies ist 2021 ein neuer Name für Guzmania spectabilis : Sie gedeiht in Höhenlagen von 900 bis 1500 Metern in Costa Rica. Guzmania andreana : Sie gedeiht in Höhenlagen von 1000 bis 1800 Metern in Kolumbien nur in Narino. Guzmania andreettae : Dieser Endemit gedeiht in Höhenlagen von etwa 1800 Metern im Nebelwald nur in Cuenca im südlichen Ecuador. Guzmania angustifolia : Von dieser kleinbleibenden Art gibt es zwei Varietäten: Guzmania angustifolia var. angustifolia (Syn.: Guzmania bulliana , Guzmania caulescens ): Sie gedeiht epiphytisch in Wäldern in Höhenlagen von 1050 bis 1750 Metern in Nicaragua, Panama, Kolumbien und Ecuador. Guzmania angustifolia var. nivea : Sie kommt nur in Höhenlagen von etwa 1350 Metern im kolumbianischen Narino vor. Guzmania apiculata : Sie gedeiht epiphytisch in tropischen Wäldern in Höhenlagen von 1300 bis 1500 Metern in Peru. Guzmania armeniaca : Dieser Endemit gedeiht in Höhenlagen von 600 bis 800 Metern nur am Cero Jefe in der Provinz Panamá in Panama. Guzmania asplundii : Sie gedeiht epiphytisch im Gebüsch und in Wäldern in Höhenlagen von 1050 bis 1100 Metern in Ecuador nur in Napo. Guzmania atrocastanea : Dieser Endemit wurde bisher nur in einer Höhenlage von etwa 2500 Metern an der Straße von Sig Sig bis Chiguinda in der Provinz Morona-Santiago in Ecuador gefunden. Guzmania attenuata : Dieser Endemit wurde bisher nur am Südhang des westlichsten Gipfels des Cerro Tacarcuna-Massiv zwischen dem Pucro-Basiscamp und dem Tecaracuna-Gipfelcamp in Höhenlagen von 1400 bis 1600 Metern in der Provinz Darién in Panama gefunden. Er gedeiht als Epiphyt im tiefergelegenen, feuchten Bergwald. Guzmania bakeri (Syn.: Guzmania drewii , Guzmania elongata ): Sie gedeiht epiphytisch im Dickicht und in Regenwäldern in Höhenlagen von 900 bis 3200 Metern in Ecuador sowie Kolumbien. Guzmania bergii : Dieser Endemit wurde bisher nur in einer Höhenlage von etwa 1800 Metern 10 bis 15 km westlich von Limon an der Straße Gualeceo in der Provinz Morona-Santiago in Ecuador gefunden. Guzmania berteroniana : Sie gedeiht terrestrisch und epiphytisch in Wäldern in Höhenlagen von 390 bis 1200 Metern in Panama, Puerto Rico und in der Dominikanischen Republik. Guzmania besseae : Sie gedeiht in Höhenlagen von 2100 bis 2600 Metern in Bolivien nur in Cochabamba. Guzmania betancurii : Sie wurde 1999 erstbeschrieben. Dieser Endemit gedeiht terrestrisch in Höhenlagen von 1300 bis 1700 Metern in Kolumbien nur in Antioquia. Guzmania bicolor : Dieser Endemit kommt in Kolumbien nur in Valle vor. Guzmania bipartita : Sie gedeiht epiphytisch in Wäldern in Höhenlagen von 750 bis 900 Metern in Ecuador und Peru. Guzmania blassii : Sie gedeiht im Regenwald in Costa Rica (es wurde kein genauer Fundort angegeben). Guzmania brackeana : Sie wurde 2002 erstbeschrieben. Dieser Endemit gedeiht terrestrisch an sumpfigen Standorten in Höhenlagen von etwa 2000 Metern in der Cordillera del Condor in Ecuador nur in Zamora-Chinchipe. Guzmania bracteosa (Syn.: Guzmania fusispica ): Sie gedeiht in Wäldern in Höhenlagen von 1500 bis 2000 Metern in Ecuador nur in Pichincha. Guzmania brasiliensis : Sie gedeiht epiphytisch in Wäldern in Höhenlagen von 125 bis 760 Metern von Kolumbien über Venezuela bis Brasilien. Guzmania breviscapa : Sie wurde 1998 anhand eines kultivierten Exemplars erstbeschrieben. Sie gedeiht epiphytisch nur im kolumbianischen Choco. Guzmania brevispatha : Dieser Endemit gedeiht terrestrisch in strauchartigen Wäldern in Höhenlagen von 2000 bis 2500 Metern nur in der peruanischen Region Huanuco. Guzmania butcheri : Dieser kleinbleibende Endemit gedeiht epiphytisch im Wald in einer Höhenlage von etwa 100 Metern nur in der Nähe von El Boquette in Chiriqui in Panama. Guzmania cabrerae : Dieser Endemit gedeiht epiphytisch in feuchten Primär- oder Sekundärwäldern in einer Höhenlage von etwa 2000 Metern nur im kolumbianischen Valle. Guzmania calamifolia : Es gibt zwei Varietäten: Guzmania calamifolia var. calamifolia: Sie gedeiht epiphytisch in Wäldern in Höhenlagen von 5 bis 1000 Metern von Panama über Kolumbien bis Ecuador. Guzmania calamifolia var. rosacea : Sie wurde 1998 erstbeschrieben. Sie wurde bisher nur in einer Höhenlage von etwa 700 Metern in Cocle in Panama gefunden. Guzmania calothyrsus : Sie gedeiht epiphytisch und lithophytisch in Savannen in Höhenlagen von 250 bis 750 Metern in Kolumbien und Bolivien. Guzmania candelabrum : Sie gedeiht epiphytisch in Wäldern in Höhenlagen von 2400 bis 3300 Metern in Kolumbien. Guzmania caricifolia : Dieser Endemit gedeiht epiphytisch in Wäldern in Höhenlagen von 840 bis 1100 Metern nur im kolumbianischen Narino. Guzmania cerrohoyaensis : Sie wurde 2001 erstbeschrieben. Sie wurde bisher nur in terrestrisch in einem feuchten Wald wachsend im Gipfelbereich des Cerro Hoya in einer Höhenlage von etwa 1400 Metern in Panama in der Provinz Veraguas gefunden. Guzmania cinnabarina : Sie gedeiht epiphytisch in Höhenlagen von 900 bis 950 Metern in Panama in den Provinzen Panama sowie Cocle. Guzmania circinnata : Sie gedeiht epiphytisch und terrestrisch in Bergwäldern in Höhenlagen von 800 bis 1000 Metern in Panama nur in der Provinz Chiriqui. Guzmania claviformis : Sie gedeiht in Höhenlagen von 1100 bis 1300 Metern in Ecuador in Morona Santiago und in Peru nur in der Region San Martin. Guzmania compacta (Syn.: Guzmania capitulata ): Sie gedeiht in Regenwäldern in Nicaragua, Costa Rica, sowie Panama. Guzmania condensata (Syn.: Guzmania costaricensis , Guzmania thyrsoidea ): Sie gedeiht epiphytisch in Wäldern in Höhenlagen von 900 bis 1300 Metern in Costa Rica. Guzmania condorensis : Dieser Endemit gedeiht in einer Höhenlage von etwa 1200 Metern in Ecuador nur in Zamora-Chinchipe. Guzmania confinis (Syn.: Guzmania confusa var. foetida ): Sie gedeiht terrestrisch im Paramo in Höhenlagen von 3100 bis 3500 Metern in Kolumbien und Venezuela.