Der Dosiskonversionsfaktor, manchmal auch Dosis-Umrechnungsfaktor genannt, engl. dose conversion factor (DCF), stellt eine Beziehung her zwischen der gemessenen Zerfallsrate eines radioaktiven Strahlers (Einheit Becquerel), der in den menschlichen Körper gelangt ist, und der Strahlenbelastung, ausgedrückt als Äquivalentdosis mit der Einheit Sievert (Sv). Meist beziehen sich die Dosiskonversionsfaktoren auf eine 50-Jahres-Äquivalenzdosis und geben an, welche Dosis über einen Zeitraum von 50 Jahren nach der Inkorporation eines Strahlers pro Becquerel akkumuliert wird.
Der Dosiskonversionsfaktor hängt von physikalischen und physiologischen Parametern ab: Zusammensetzung des Strahlers (Isotop bzw. Isotopengemisch) Art der Strahlung des Isotops (Alpha-, Beta- oder Gamma-Strahlung) Strahlungsenergien des Isotops Art der Aufnahme des Strahlers (über Haut, Lunge oder Magen-Darm-Schleimhäute)
Die Dosiskonversionsfaktoren einiger Substanzen betragen:Guidelines for Canadian Drinking Water Quality: Guideline Technical Document, ein Teil der Werte findet sich unter TABLE II-III. Committed Effective Dose Per Unit Intake via Inhalation and Ingestion (Sv/Bq) for Workers: The RADAR site: Internal Sources – Occupational Exposures (Abgerufen am 19. September 2013)
Substanz Beschreibung DCF Aufnahme Halbwertszeit 137Caesium Element 1,3 · 10−8 Sv/Bq 30,2 Jahre 131Iod Element 2,2 · 10−8 Sv/Bq0,7 · 10−8 Sv/Bq1,3 · 10−8 Sv/Bq43 · 10−8 Sv/Bq350 · 10−8 Sv/Bq Ingestion Inhalation Ganzkörper Schilddrüse Schilddrüse Kleinkind 8 Tage 226Radium Element 22 · 10−8 Sv/Bq 1.600 Jahre 90Strontium Element 2,8 · 10−8 Sv/Bq 28,6 Jahre 40Kalium Element 0,45 · 10−8 Sv/Bq 1,28 · 109 Jahre 60Cobalt Element 0,54 · 10−8 Sv/Bq 5,2 Jahre 210Polonium Element 60 · 10−8 Sv/Bq 138 Tage 18F-2-FDG Kontrastmittel 2 · 10−11 Sv/Bq intravenöse Injektion 109,8 Minuten
Bei der Bestimmung von Dosiskonversionsfaktoren wird zunächst versucht, aus der spezifischen Empfindlichkeit der betroffenen Gewebe und Modellannahmen (etwa zur Verteilung der Folgeprodukte in den Atmungsorganen, zur Art der Atmung und der körperlichen Tätigkeit) eine Organdosis zu berechnen.vgl. (PDF; 542 kB) Durch den Vergleich mit epidemiologischen Studien wird dann der Dosiskonversionsfaktor ermittelt. Je nach den getroffenen Modellannahmen treten im Zahlenwert Abweichungen um einen Faktor von 10 und mehr auf.
Innerhalb der Strahlenschutzverordnung eines Landes werden Dosiskonversionsfaktoren tabelliert.für Deutschland in einem Zusatz zur StrlSchV, vgl. Bundesanzeiger Nr. 160a und b vom 28. August 2001 Teil I, II, IV und V
Einzelnachweise
Kategorie:Strahlenschutz Kategorie:Kernphysik