mini|August von Rothmund, um 1890 August von Rothmund (* 1. August 1830 in Volkach; † 27. Oktober 1906 in München) war ein deutscher Augenarzt, Hochschullehrer und Lehrstuhlinhaber in München.
Leben August von Rothmund war der Sohn des Chirurgen Franz Christoph von Rothmund (1801–1891) und dessen Ehefrau Babette von Rothmund, geborene Seuffert (1804–1883).Babette Rothmund (* 19. Februar 1804; † 21. April 1883) geborene Seuffert.Reiner Kaltenegger, Gräber des Alten Südfriedhofs München - Inschriften - Biographien , 1. Auflage 2019, PDF-Ausgabe, S. 5681 1847 schloss er am (heutigen) Wilhelmsgymnasium München seine Schulausbildung ab.Max Leitschuh: Die Matrikeln der Oberklassen des Wilhelmsgymnasiums in München, 4 Bde., München 1970–1976; Bd. 4, S. 41. Er studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und wurde 1848 im Corps Isaria aktiv.Kösener Korpslisten 1910, 173/307. 1853 wurde er in München zum Dr. med. promoviert.Dissertation: Ueber die Exarticulation des Unterkiefers. Er wechselte an die Friedrich-Wilhelm-Universität zu Berlin zu Albrecht von Graefe. Danach war er bei Carl Ferdinand von Arlt an der Deutschen Universität Prag und bei Friedrich Jäger von Jaxtthal in Wien tätig. 1854 nach München zurückgekehrt, lehrte von Rothmund an der Ludwig-Maximilians-Universität Augenheilkunde. Er war Leiter der chirurgischen Poliklinik am Reisingerianum.
Rothmund wurde 1859 außerordentlicher Professor und 1863 ordentlicher Professor für Augenheilkunde. Für das akademische Jahr 1884/85 wurde er zum Rektor der LMU gewählt.Rektoratsreden (HKM). Seine Wahl zum Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina erfolgte 1887. 1889 erhielt er das Ritterkreuz des Franz-Josephs-Orden des Kaisers von Österreich.
August von Rothmund wurde 1900 emeritiert. Sein Alterssitz, die Villa Rothmund in Miesbach, wurde 1902 von Eugen Drollinger erbaut. Das Rothmund-Thomson-Syndrom wurde 1868 durch August von Rothmund in der Veröffentlichung Ueber cataracten in Verbindung mit einer eigenthümlichen Hautdegeneration erstmals beschrieben.
August Rothmund starb 1906 im Alter von 76 Jahren. Er war der Vater des Chemiker, Physikers und Universitätsprofessors Viktor Rothmund (1870–1927)Vgl. Grabstelle. und der UrgroßvaterCremer, Michael. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 197. von Lothar Cremer.
Grabstätte mini|Grab von August Rothmund auf dem Alten Südlichen Friedhof in MünchenDerzeit (Januar 2026) ist der Grabstein mit Platte (siehe Bild Grabtafel) von einem großen Busch verdeckt, der hoffentlich bald zurückgeschnitten wird. mini|Grabtafel am Grab von August Rothmund
Die Grabstätte von August Rothmund befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Gräberfeld 36 – Reihe 1 – Platz 33/34, ).Schiermeier/Scheungraber, Alter Südlicher Friedhof in München, Übersichtsplan, 2008, ISBN 978-3-9811425-6-3. In dem Grab ist auch Augusts Ehefrau Marie von Rothmund, sein Vater, der Chirurg Franz Christoph von Rothmund (1801–1891) und seine Mutter Babette (1804–1883) von Rothmund bestattet.
Schriften (Auswahl) Ueber Radical-Operation beweglicher Leistenbrüche. Kaiser, München 1853. Beiträge zur künstlichen Pupillenbildung. München 1855. Ueber Cataracten in Verbindung mit einer eigenthümlichen Hautdegeneration. Archiv für Ophthalmologie 14 (1868), S. 159–182. Ueber den gegenwärtigen Standpunkt der Lehre von den infectiösen Erkrankungen des Auges. München 1881. (Vortrag) Mitteilungen aus der Universitäts-Augenklinik zu München. Oldenbourg, München 1882–. Casuistischer Beitrag zur Lehre von der sogenannten sympathischen Augenentzündung. Oldenbourg, München 1882. Einige Bemerkungen über die Anwendung des Sublimats. M. Rieger, München 1883. Ueber die Entwicklung des medizinischen Studiums an den Universitäten Ingolstadt, Landshut und München: Rede an die Studierenden beim Antritte des Rektorates der Ludwig-Maximilians-Universität gehalten am 22. November 1884. München, 1884.
Trivia August von Rothmund wird bei Sothebys Carl Spitzwegs Bild Der Trunkenbold (1836) unter Provenienz der Erstbesitz des Bildes zugeschrieben. Das Bild wurde dann am 24. Oktober 1911 von der Galerie G.A. Sturm in München an die Galerie Helbing in München weiter veräußert. Nächster Besitzer war der Gemälde sammelnde Fabrikbesitzer Heinrich Morgenstern (1869–1944) aus Fürth, von dem das Bild im März 1939 durch Zwangsverkauf des NS-Staates in die Galerie Gurlitt nach Berlin kam. Über den Kunsthandel Schöninger in München 1946 kam das Bild schließlich zu René von Schleinitz (1890–1972) nach Milwaukee in die USA. Dieser schenkte das Bild 1962 dem Milwaukee Art Museum. 2020 wurde das Bild wegen des unrechtmäßigen Zwangsverkaufs restituiert und den Erben von Heinrich Morgenstern zurückgegeben.
Literatur Otto-Erich Lund: Rothmund und die Anfänge der poliklinischen Ophthalmologie in München. In: Die Münchener Polikliniken. Marburg/Lahn 1989. S. 77–85. Oskar Eversbusch: Zum 70. Geburtstag von August von Rothmund. In: Münchener Medicinische Wochenschrift. N. 31, J. F. Lehmann, München 1900. Oskar Eversbusch: Zur Erinnerung an Geheimrat Professor Dr. August v. Rothmund von Oskar Eversbusch: Ein Gedenkblatt für seine Freunde und Verehrer. Gedächtnisrede, gehalten in der Sitzung des Münchener Ärztlichen Vereins in München vom 12. Dezember 1906. Bayerische Druckerei & Verlagsanstalt, München 1906. Julius Hirschberg: Deutschlands Augenärzte. 1911 (Graefe-Sämisch 14, 2: 345; 15, 2: 212–217).
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Einzelnachweise
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