Osburg (moselfränkisch: Öhsborsch [, ]) ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Ruwer an, die ihren Verwaltungssitz in Waldrach hat.
Geographie Die Gemeinde liegt im Erholungsgebiet Osburger Hochwald und im Naturpark Saar-Hunsrück nahe dem Riveristal (und der Riveristalsperre) zwischen Trier und Hermeskeil im moselfränkischen Sprachraum.
Bei Osburg befindet sich an der Landesstraße 151 das Gewerbe- und Industriegebiet im Ortsteil Neuhaus. Der Ortsteil Forsthaus Sternfeld befindet sich ebenfalls an der L 151.
Am Rösterkopf entspringt die Ruwer, ein rechter Zufluss der Mosel. Beutelstein bezeichnet einen Quarzitfelsen sowie ein Waldgebiet bei Osburg.
Umliegende Gemeinden sind Waldrach, Thomm, Farschweiler, Beuren (Hochwald), Reinsfeld, Kell am See, Holzerath, Bonerath und Riveris.
Klima Das Klima des Ortes Osburg sowie des gesamten Osburger Hochwaldes als Teil des Hunsrück ist ozeanisch geprägt. Die Sommer sind recht kühl, die Winter -im Vergleich zu weiter östlich gelegenen Mittelgebirgen- eher mild, aber auf Grund der Höhenlage und häufiger Niederschläge im Winter, durchaus schneereich.
Im Sommer sind Hitzetage mit Tageshöchsttemperaturen von mehr als 30 °C im Gegensatz zum naheliegenden Moseltal recht selten. Selbst Sommertage mit einer Höchsttemperatur von 25 °C und mehr gibt es nicht häufig. Im Vergleich zu Becken- und Tallandschaften tritt in Osburg im Sommer daher eine wesentlich geringere Schwüle- und Wärmebelastung auf. Raureif tritt zum Teil noch im Juni und oft auch schon wieder im September auf. Auch in den Hochsommermonaten Juli und August treten in Osburg Tiefsttemperaturen von 5 °C und darunter auf. Mit Schneefall oder Schneeregen muss selbst noch im Mai (so z. B. noch am 23. Mai 2013) und bereits wieder im Oktober gerechnet werden. Es ist ganzjährig recht windig mit zum Teil schweren Stürmen im Winterhalbjahr.
Statistische Erhebungen von 2003 bis 2015 haben gezeigt, dass die Durchschnittstemperatur in Osburg mit ca. 8 °C in etwa um 3 °C niedriger liegt als in den Niederungen des Moseltales. Während die Täler von Mosel, Saar und Ruwer im Herbst und Winter oft in dichte Talnebel gehüllt sind, herrscht zur gleichen Zeit in Osburg auf Grund der Höhenlage oft schönes Wetter mit einer guten Fernsicht, die nach Norden und Nordwesten weit in die Eifel und bis in die luxemburgisch-belgischen Ardennen reicht. Durch diesen Inversionseffekt herrscht in den Höhenlagen oft eine besonders gute und klare Luft, die im Hunsrück anerkanntermaßen eine hohe Qualität aufweist.
Die Niederschlagshöhe ist in Osburg mit durchschnittlich ca. 1.060 Liter pro m² im Jahr (Durchschnittswert 2003 bis 2015) – wie im ganzen südwestlichen Hunsrück – recht hoch. Die Niederschlagshöhen im Osburger Hochwald gehören auf Grund der ausgeprägten Luvlage zu den höchsten in Rheinland-Pfalz. Tagesniederschlagssummen von 50 bis 100 Liter/m² können durchaus auftreten (in Osburg z. B. 88,2 Liter pro m² innerhalb 24 Stunden am 26./27. August 2010). Die monatlichen Niederschläge können in Osburg durchaus deutlich mehr als 200 Liter pro m² betragen (z. B. Juli 2014 mit 237,4 Liter pro m²).Quelle: Private Wetterseite von Jörg Peter Steinmetz, Osburg (archive.org)
Geschichte mini|hochkant=1.2|Typisch moselfränkisches Gehöft in der Ortsmitte mini|hochkant=1.1|Anlage im Steinbruch Misselbach
Die Gegend um Osburg war vermutlich schon vor mehr als 2000 Jahren besiedelt, was Funde von Gegenständen und Bodendenkmalen, sowohl römischen als auch vor-/keltischen Ursprungs belegen.
Zwischen 1190 und 1200 wurde der Ort erstmals als Oysperg überliefert bei einer königlichen Schenkung des Hochwaldes an den Trierer Erzbischof. Im Liber annalium iurium um 1212 wurden für den Ort die dem Erzbischof gehörenden Hufen, eine Mühle und eine Pfarrkirche erwähnt. Im 13. Jahrhundert erschien der Ort als Ozburc, Ozburch oder Hozburch. Eine erzbischöfliche Hofstatt und der Bau eines Gebäudes für einen Hofmann wurden 1317 erwähnt.
Der Zusammenhang der Personen Peter von Osburg und des Obristen Jakob von Osburg mit dem Ort ist ungeklärt. Ein weiterer Peter von Osburg, auch Johann Peter von Bernkastel genannt, war 1461–1464 Geistlicher in St. Wendel.Katholische Pfarreiengemeinschaft St. Wendel
Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Osburg zur Pflege Waldrach im Amt Pfalzel des Kurfürstentums Trier. Nach der Inbesitznahme des Linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen gehörte der Ort von 1798 bis 1814 zum Kanton Hermeskeil im Saardepartement und kam 1815 aufgrund der auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen zum Königreich Preußen. Im Jahr 1816 wurde die Gemeinde dem Landkreis Trier zugeordnet und gehörte von 1822 an zur Rheinprovinz. Unter der preußischen Verwaltung gehörte Osburg zur Bürgermeisterei Farschweiler und später zum Amt Waldrach. Die Waldhüttensiedlungen rund um den Ort wurden Mitte des 19. Jahrhunderts aufgelöst. Im Jahre 1893 wurde die Straße zwischen Waldrach und Hermeskeil über Hinkelhaus und Neuhaus fertiggestellt, 1913 erhielt Osburg Wasserleitungen und elektrischen Strom.
Im Zweiten Weltkrieg wurde der Ort zu etwa 60 % zerstört. Südöstlich von Osburg befindet sich in der Nähe der Landesstraße 151 an der Grünbrücherschneise ein Bunker als Teil des ehemaligen Westwalls.
In den 1950er Jahren existierte in dem Gebiet zwischen Misselbach und Eschbach der Steinbruch Misselbach.
Ende des 20. Jahrhunderts entstanden mehrere Neubaugebiete und das Gewerbe- und Industriegebiet Osburg-Neuhaus. Erstmals in seiner Geschichte stellte Osburg als „Nichtweinort“ mit Julia Bonert die Ruwerweinkönigin 2004/2006.
Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Osburg, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:
Politik Gemeinderat Der Ortsgemeinderat in Osburg besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Sitzverteilungen im Gemeinderat: Wahl SPD CDU FWG GfO Gesamt 2024 – – 9 7 16 Sitze 2019 5 – 11 – 16 Sitze 2014 5 2 9 – 16 Sitze 2009 5 3 8 – 16 Sitze 2004 4 3 9 – 16 Sitze
Ortsbürgermeister Andreas Dewald (FWG) wurde am 22. September 2022 September 2022 Ortsbürgermeister von Osburg. Bei der Direktwahl am 11. September 2022 war er mit einem Stimmenanteil von 78,4 % gewählt worden. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde er als einziger Bewerber mit 71,6 % für fünf Jahre erneut gewählt.
Liste der Ortsbürgermeister: Hans Rausch, CDU, bis 1984 Werner Mergens, FWG, 1984 bis 2011, Träger des BundesverdienstordensTrierischer Volksfreund Hubert Rommelfanger, FWG, 2012 bis 2017 Klaus Bauer, SPD, 2017 bis 2019 Silvia Klemens, FWG, 2019 bis 2022 Andreas Dewald, FWG, ab 2022
Wappen
Partnergemeinden Velars sur Ouche im Département Côte-d’Or, Arrondissement Dijon, Frankreich, seit 1993
Kultur und Sehenswürdigkeiten Der mittelalterliche Rundturm dient der Kirche als Glockenturm.
Mehr als 20 Vereine sind in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen aktiv. Die Gewerbevereinigung Osburger Hochwald e. V. mit Sitz in Osburg bestand von 2002 bis 2018 und führte mehrfach Gewerbeschauen im Gewerbe- und Industriegebiet Osburg-Neuhaus durch. Das Osburger Dorf- und Heimatfest erlangte überregionale Bedeutung durch den Auftritt international bekannter Interpreten.Bericht im Trierischen Volksfreund
Siehe auch Liste der Kulturdenkmäler in Osburg Liste der Naturdenkmale in Osburg
Wirtschaft und Infrastruktur Nahe Osburg-Neuhaus befindet sich ein 380-Kilovolt-Umspannwerk, es wird betrieben durch die Amprion GmbH. Die Anlage ist Bestandteil des europäischen Höchstspannungsnetzes und dient der Versorgung im Trierer Umland. Siehe auch: Liste der Schaltanlagen im Höchstspannungsnetz in Deutschland#Rheinland-Pfalz.
Medien Örtliche Medien sind der Trierische Volksfreund, der Mosel-Ruwertaler Wochenspiegel und das Amtsblatt der Verbandsgemeinde Ruwer.
Öffentliche Einrichtungen Schule, Kindergarten, Seniorenheim mit Tagespflege (ab 2024), Feuerwehrhaus, Festplatz, Sportplatz, Tennisplätze, Vereinshaus, Pfarrheim Osburger Hochwaldhalle
Verkehr Osburg liegt an der Landesstraße 151 (Kenn – Reinsfeld) und über den Rösterkopf führt die Landesstraße 146 (Holzerath – Reinsfeld). Bei Osburg-Neuhaus führt die Landesstraße 149 in Richtung Lorscheid/Bescheid.
Bei Reinsfeld besteht ein Anschluss an die Bundesautobahn 1 und bei Kenn an die Bundesautobahn 64a sowie an die Bundesautobahn 602. Die Kreisstraße 67 verläuft zwischen Osburg und Osburg-Neuhaus.
Osburg liegt im Bereich des Verkehrsverbundes Region Trier und wird von folgenden Linien bedient: Linie 20: Trier – Farschweiler Linie 202: Osburg – Thomm Linie 205: Osburg – Hermeskeil
Wanderwege Zahlreiche Wanderwege führen durch den Osburger Hunsrück, den Osburger Hochwald oder um die Riveristalsperre.
Der örtliche Verbindungswanderweg Os1 hat eine Länge von 7,6 km und verläuft von der Ortsmitte Osburg ins Misselbachtal, vorbei am Altweiher bis zum Gezeichneten Baum.
Der Wanderweg Os2 (alt) hat eine Länge von 4,1 km und beginnt ebenfalls in der Ortsmitte, führt zur Freizeitanlage Schornstein-Wald und weiter bis zur Schutzhütte an der Riveristalsperre.
Die Osburger Ameisenschleife Os2 (neu) ist ein 11 km langer Rundwanderweg mit Informationstafeln zum Osburger Wald, dessen Historie und seine Funktion als Lebensraum, u. a. für ein großes Vorkommen an Waldameisen.
Der Osburger Panoramaweg Os3 ist ein Spazier- und Rundwanderweg auf befestigten Wegen rund um Osburg mit einer Länge von 7,7 km und vielen Aussichten und Fernblicken in den Naturpark Saar-Hunsrück oder das Tal der Mosel.Osburger Hochwald und Wanderwege
Der Historische Weg Osburg ist ein Rundgang mit 5,7 km Länge und wurde im April 2024 eröffnet. Die Stationen des Weges sind:
Der Historische Weg XXL hat eine Länge von 16,1 km mit den Stationen:
Persönlichkeiten Wilhelm Becker (1913–1994), Düsseldorfer Automobilhändler Regine Barbie geb. Willms (1915–1982), Ehefrau des SS-Kriegsverbrechers Klaus BarbieQuelle: Holocaust Research Project (englisch), abgerufen am 19. Juli 2016 Hans-Peter Dellwing (* 1950), Fußballschiedsrichter Kristina Krewer (* 1989), Kegelsportlerin
Literatur Tobias Blasum / Hermann Bonert, Gefallene Festungen. Das Ende des Zweiten Weltkrieges im Osburger Hochwald und im Ruwertal, Kieselkaul-Verlag, Osburg 2016, 541 Seiten. ISBN 978-3-00-054815-4.gefallene-festungen.de
Weblinks
Gemeinde Osburg
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Trier-Saarburg Kategorie:Ort an der Ruwer Kategorie:Ort im Hunsrück Kategorie:Ersterwähnung im 12. Jahrhundert