Dumfries [], : Dùn Phris,Informationen des schottischen Parlaments ist die größte Stadt und Verwaltungssitz des im Süden Schottlands gelegenen Council Area von Dumfries and Galloway. Bis 1889 war sie Verwaltungssitz der traditionellen Grafschaft Dumfriesshire. Die Stadt hatte 2011 32.914 Einwohner.Zensus 2011
Geographie Dumfries liegt am Nith und nahe dessen Mündung in den Solway Firth. Der Galloway Forest Park beginnt etwa 30 Kilometer westlich der Stadt. Nahegelegene Sehenswürdigkeiten wie das Kloster Sweetheart Abbey ziehen Touristen an.
Die wichtigsten Straßen in der Nähe sind die Fernverkehrsstraße A75 und die Autobahn M74. Mit der Dumfries railway station verfügt die Stadt über einen Bahnhof. Er wird von der Eisenbahngesellschaft ScotRail betrieben.
Geschichte Im Jahre 1186 erhielt Dumfries die Rechte eines Royal Burgh. Im Bereich des heutigen Castledykes Park wurde im 13. Jahrhundert ein königliches Schloss erbaut, das nicht mehr existiert. Robert the Bruce, der spätere König von Schottland, traf am 10. Februar 1306 in Dumfries ein und brachte in Erfahrung, dass John Comyn sich ebenfalls dort aufhielt. In der dortigen Franziskanerkirche trafen sich die beiden zu einem privaten Gespräch. Bruce beschuldigte Comyn, ihn verraten zu haben, was dieser jedoch verneinte. Voller Zorn zog Bruce seinen Dolch und verletzte seinen Widersacher schwer. Als Bruce aus Angst aus der Kirche floh, betrat sein Begleiter Sir Roger de Kirkpatrick das Gebäude, fand den noch lebenden Comyn und tötete ihn. Dabei sagte er „I mak siccar“ (auf Scots bedeutet dies ungefähr „ich gehe auf Nummer sicher“). Bis heute ist dies der Wahlspruch der Familie Kirkpatrick.
Im Jahre 1633 schuf König Charles I. den Titel eines Earl of Dumfries und verlieh ihn an ein Mitglied der Familie Crichton. Über mehrere Heiraten gelangte dieser an die Familie Crichton-Stuart, die ihn noch heute trägt. Unter seinen insgesamt 15 Adelstiteln führt der jetzige Inhaber, Sir John Colum Crichton-Stuart, ein ehemaliger Rennfahrer, auch denjenigen des 12. Earl of Dumfries.
Kultur Der schottische Schriftsteller und Poet Robert Burns wohnte das letzte Drittel seines Lebens in Dumfries. Zunächst in einem Gutshof einige Meilen nördlich der Stadt (Ellisland Farm), danach im Ort selbst. Er begleitete 1792 den Bau und die ersten Jahre des örtlichen Theatre Royal, welches heute als das älteste aktive Theater Schottlands gilt. Im Theater finden auch Aufführungen des Dumfries and Galloway Arts Festival, des Dumfries Music Festival statt sowie Performances der Dumfries Musical Theatre Company.Website der Dumfries Musical Theatre Company Es befindet sich seit 1959 im Besitz der örtlichen privaten Schauspielervereinigung Guild of Players und wurde 2015 renoviert und modernisiert.
Sehenswürdigkeiten Dumfries besitzt einen historischen Ortskern. Das älteste Gebäude der Stadt ist das Old Bridge House aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. Des Weiteren gibt es mehrere Museen, zum Beispiel über Robert Burns oder über die Camera obscura im Dumfries Museum. Letzteres und ein Museum über die Stadt sind in einer alten Windmühle untergebracht. Der River Nith, der die Stadt durchquert, wird von der Devorgilla Bridge überspannt. Etwa 10 km südwestlich von Dumfries liegt Threave Gardens, eine Gartenanlage, die die Practical School of Horticulture beherbergt und eine Vielzahl unterschiedlicher Gärten präsentiert.
Klima Auf den Britischen Inseln herrscht ausnahmslos ozeanisches Klima mit kühlen Sommern und milden Wintern (Köppen: Cfb). (direkt: Final Revised Paper; PDF; 1,7 MB). Dumfries ist wegen seiner tiefen, geschützten Lage im Südwesten des Landes einer der schneeärmsten Orte Schottlands.
Sport Queen of the South vertritt Dumfries in der Scottish Championship, Heimspiele werden im Palmerston Park Stadion ausgetragen. Der Dumfries Rugby Club spielt in der Scottish Rugby Union. Die Solway Sharks tragen ihre Eishockeyspiele in Dumfries aus.
Persönlichkeiten Folgende Persönlichkeiten wurden in Dumfries geboren:
John Richardson (1787–1865), Naturforscher John Allan Broun (1817–1879), Wissenschaftler James Anderson (1824–1893), Kapitän und Unternehmer Thomas Mitchell (1843–1921), Fußballtrainer John Law Hume (1890–1912), Musiker auf der Titanic Dave Halliday (1901–1970), Fußballspieler Ian Carr (1933–2009), Jazzmusiker Michael Carter (* 1947), Schauspieler Dougal Dixon (* 1947), Paläontologe und Evolutionsforscher Sam Malcolmson (1947–2024), Fußballspieler Ian Callum (* 1954), Automobildesigner und Designberater Raphael Ravenscroft (1954–2014), Saxophonspieler David Humble (* 1967), Badmintonspieler Ray Wilson (* 1968), Rockmusiker Allan McNish (* 1969), Autorennfahrer Sheila Rowan (* 1969), Physikerin und Astrophysikerin Dominic Matteo (* 1974), Fußballspieler Lorna Vevers (* 1981), Curlerin Calvin Harris (* 1984), DJ, Sänger und Produzent Niall Farrell (* 1987), Pokerspieler Rory Loy (* 1988), Fußballspieler Lynsey Sharp (* 1990), Mittelstreckenläuferin Grant Hanley (* 1991), Fußballspieler Liam Shortall (* 1996), Jazzmusiker
Folgende sind in der Stadt gestorben:
John III. Comyn, Lord of Badenoch († 1306), schottischer Adliger Robert Burns (1759–1796), Schriftsteller und Poet Charles Altamont Doyle (1832–1893), Maler Hector Monro (1922–2006), Politiker
Die Dumfries Academy besuchten unter anderem Persönlichkeiten wie der Schriftsteller und Dramatiker J. M. Barrie, die Missionarin Jane Haining und der Schauspieler John Laurie.
Partnerstädte Dumfries unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften:
Annapolis, Maryland, USA Cantù, Lombardei, Italien Gifhorn, Deutschland Passau, Deutschland (bis 1979, beendet wegen der Eingemeindung von Dumfries)
Weblinks
Undiscovered Scotland über Dumfries (engl.) Dumfries im Gazetteer for Scotland
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Dumfries and Galloway
Kategorie:Hochschul- oder Universitätsstadt in Schottland