Mit der Z-Reihe etablierte sich Kawasaki seit Beginn der 1970er Jahre auf dem Markt der schweren Motorräder. Zugleich wurde damit der Grundstein der vierten erfolgreichen japanischen Marke großer Motorräder neben Honda, Suzuki und Yamaha gelegt. Der Hersteller, der zunächst im japanischen Akashi und später auch in Lincoln, Nebraska fertigte, vollzog damit den Wechsel von den ursprünglichen Zweitaktern und den eher als Kopien englischer Vorbilder anzusehenden Viertaktern hin zu einem Allroundhersteller mit sportlichem Image.
In den USA wurden die Modelle unter der Bezeichnung KZ vertrieben, aufgrund der möglichen Verwechslung der Abkürzung mit einem Konzentrationslager wurde die Bezeichnung in Europa auf Z reduziert. Die Unterschiede zwischen den Modellen sind in der Regel marginal. Modellverlauf mini|Kawasaki Z 1 mini|Kawasaki Z 1
Z 1 (intern Z 900A1)
Nachdem sich 1972 die Z1 bzw. 900 Super4 (ursprünglich „Pilot 900“) der Honda CB 750 als überlegen erwiesen hatte und mit großem Erfolg verkauft wurde, ging Kawasaki daran, das Modell kontinuierlich zu modifizieren. So entstanden zunächst die Z1 A (1974), die Z1 B (1975), jeweils mit eher geringfügigen Änderungen wie z. B. anderer Gestaltung der Lackierung, der Farbe des Motors und anderen Seitendeckelemblemen. Am meisten gefragt blieb jedoch das Urmodell.
Z 900 (intern Z 900A4) Zum gleichen Preis wie die Z 1 kam im Jahr 1976 mit der Z 900 (intern Z 900 A4) der Nachfolger auf den Markt, der sich stärker von den drei Vormodellen unterschied als diese untereinander. So erhielt das 1976er Modell einen stabileren Rahmen, eine vergrößerte und doppelte Scheibenbremse vorn, andere Seitendeckel, ein anders geformtes Heckteil, das zum ebenfalls geänderten Rücklicht passte, neu gestaltete Anzeigeninstrumente und vieles mehr. Auch das Lackdesign war geändert worden. Die 4-in-4-Auspuffanlage des Vorgängermodells blieb erhalten. Bei dieser Auspuffanlage führte jeder der vier Zylinder seine Abgase durch ein eigenes Auspuffrohr ins Freie. Sie sorgte für einen guten Klang und auch der Anblick der verchromten Rohre dürfte zur Faszination beigetragen haben, die von diesem Motorrad ausging. Zur gleichen Zeit bot Kawasaki in den USA die KZ 900 LTD an, eine Choppervariante der Z 900.
Z 750 / Z 750 LTD (Paralleltwin) (intern Z 750B bzw. Z 750Y) mini|Kawasaki Z 750 mini|Kawasaki Z 750 LTD
Im Jahr 1975 präsentierte Kawasaki die Z 750 B1, ein zweizylindriges Tourenmodell der Mittelklasse mit 745 cm³. Zur Erreichung eines möglichst großen Leistungsbandes war das Modell mit zwei kettengetriebenen, obenliegenden Nockenwellen ausgerüstet, welche die Ventile direkt über Stößeltassen betätigten. Das Verhältnis Bohrung/Hub wurde mit 78/78 mm quadratisch ausgelegt. Mittels zweier Ausgleichswellen wurden die entstehenden Vibrationen gemäßigt. Die Zündanlage war identisch mit der aus der Z400. Das Triebwerk entwickelte sein maximales Drehmoment von 59,8 Nm bereits bei 3000/min und leistete 50 PS (37 kW) bei 7000/min, damit war eine Beschleunigung aus dem Stand bis 100 km/h in 6 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h möglich. Trotz eines Tankinhalts von 14,5 l lag die Reichweite mit einer Tankfüllung bei über 200 km. Das Modell war sowohl vorne wie auch hinten mit einer Bremsscheibe ausgerüstet. Im Jahr 1977 erschien die Z 750 B2 mit einer andersfarbigen Lackierung, an Stelle von Rot war das Modell jetzt in Blau oder Braun erhältlich. Im Jahr 1978 erschien die Z 750 B3 mit geänderter Lichtmaschine und blieb bis 1979 im Programm, diesmal in den Farben Dunkelrot oder Dunkelgrün.
Im Jahr 1982 wurde der Motor im Modell Z 750 LTD (intern Z 750 Y1) wieder zum Einsatz gebracht. Kawasaki folgte dabei dem Erscheinungsbild der LTD-Serie mit hochgezogenem Lenker, tropfenförmigem Tank, Stufensitzbank, kurzen Auspuffen und dickem Hinterrad. Aluminiumfelgen und Drahtspeichenräder sowie Bremse vorne mit doppelter Scheibe und hinten als Trommelbremse sorgten für die gewünschte klassische Optik. Mit 49 PS lag die Leistung nahezu identisch mit den Vorgängermodellen, der Tank mit nur 10,5 l Inhalt war deutlich kleiner geraten. Das Modell war in den Farben Schwarz und Dunkelrot erhältlich. Zusätzlich wurde im Jahr 1983 die Z 750 LTD Belt Drive, analog zur Z440 LTD mit Sekundärtrieb durch Zahnriemen auf den Markt gebracht. Beide Modell wurden bis 1984 parallel vermarktet, 1985 nur noch die Z 750 LTD Belt Drive. Im Jahr 1986 wurde das Modell dann durch die VN 750 abgelöst.
Z 1000 (intern Z 1000A1 und Z 1000A2) Im Jahr 1977 erfuhr die Modellreihe abermals erhebliche Änderungen. Der Hubraum stieg durch Vergrößerung der Bohrung auf 1009 cm³, womit nominell 85 PS bei 8000/min erreicht wurden (Drehmoment 80,4 Nm bei 6500/min). Die klassische Vierrohranlage entfiel und wurde durch eine 4-in-2-Anlage ersetzt. Zudem erhielt das Motorrad nun auch eine Scheibenbremse am Hinterrad. Die Z 1000 (intern Z 1000 A1) war recht erfolgreich, wurde aber bereits im folgenden Jahr durch die Z 1000/1978 (intern Z 1000 A2) ersetzt.
Neben neuerlichen Lackdesignänderungen gab es einige geringfügige Modifikationen: So wurden die vorderen Bremszangen hinter die Gabelrohre verlegt, ein trapezförmiger Handbremszylinder löste den hohen runden der A1 ab, und es gab einen unterdruckgesteuerten Benzinhahn, der gewissermaßen automatisch funktionierte. Außerdem begann der rote Bereich des Drehzahlmessers jetzt bei 8500/min und endet bei 11.000/min (A1: 9.000 – 12.000/min). Zwar gab es in anderen Märkten das eher rundliche Design noch länger, aber in Deutschland endete mit der Z 1000 A2 die Ära der großen runden Kawasaki-Z-Reihe. Die Z 1000 (A1) war Anfang 1977 für 9000 DM erhältlich (einschl. MwSt. – entspricht heute Euro).Diese Zahl wurde mit der Vorlage:Inflation ermittelt, auf 100 EUR gerundet und gilt für den zurückliegenden Januar. Auch dieses Modell war als Choppervariante KZ 1000 LTD in den USA erhältlich.
Z 650 (intern Z 650B) mini|Kawasaki Z 650
Im Jahr 1976 präsentierte Kawasaki auf der IFMA die Z 650, ein der Z 1000 ähnliches Modell mit Vierzylindermotor. Trotz äußerlicher Ähnlichkeiten war der Motor keine verkleinerte Version der Z 1000, sondern ein komplett neu gestalteter Motor. Mit 652 cm³ aus 62 mm Bohrung und 54 mm Hub und einer Leistung von 66 PS (47 kW) bei 8500/min und einem maximalen Drehmoment von 56,8 Nm bei 7000/min zielte die Z 650 nicht nur auf Wettbewerbsmodell wie die Yamaha XS 650, sondern auch auf die 750er Modelle der Wettbewerber. Mit nur 220 kg (Vollgetankt) und einem Neupreis in Deutschland von 6500 DM präsentierte Kawasaki damit ein attraktives Modell, konnte die Z 650 in ihren Fahrleistungen mit den sportlichen Modellen der Wettbewerber (Honda CB 750 Four, Suzuki GS 750 und Yamaha XS 750) mithalten, und verbrauchte dabei im Durchschnitt nur rund 5 bis 8 l auf 100 km.
Bereits 1977 schob Kawasaki zwei weitere Modelle der Z 650 nach, zum einen die Z 650 C2 mit Leichtmetall-Gussrädern und Scheibenbremse im Hinterrad, welche ursprünglich für den US-Markt bestimmt war. Zum anderen die Z 650 LTD (Limited Edition), bei welcher es sich um eine auf 200 Modelle limitierte Version für den Deutschen Markt handelte. Diese wurden zunächst nur an die Teilnehmer des Kawasaki-Marken Cups verkauft. Dieses Modell war ausgerüstet mit drei Bremsscheiben und lief auf Ronal-Rädern. Mit einem eckigen 26-Liter-Tank, Sitzbank mit abnehmbarem Höcker, Vollverkleidung, Magura-Lenker und geänderten Seitendeckeln sah das Modell tatsächlich ein wenig nach Rennmaschine aus. Die 8100 DM teure Z 650 LTD kam nur eine Saison zum Einsatz, der Kawasaki-Cup wurde Ende 1978 eingestellt und die ausschließlich in giftgrün lackierten restlichen Modell kamen in den freien Handel.
Im Jahr 1979 präsentierte Kawasaki die Z 650 D (SR) auf dem Deutschen Markt, den ersten Softchopper der Marke. Der Tank mit 14,3 l Inhalt war flacher gestaltet, der Lenker höher, andere Räder und eine Auspuffanlage mit gekreuzten mittleren Krümmern fielen sofort ins Auge. Mit einer Sitzhöhe von nur 770 mm und einem längeren Nachlauf zielte das Modell auf einen sauberen Geradeauslauf.
1980 wurden alle Z 650, mit Ausnahme der Z 650 D (SR), durch die Z 750 E abgelöst. Trotzdem blieb die Nachfrage am Markt nach der Z 650 erhalten, sodass Kawasaki die Z 650 F3 mit den technischen Neuerungen der Z 750 E auf den Markt brachte. Dieses Modell blieb bis 1983 im Programm.
Z 1000 Z1-R (intern Z 1000D)
Neben den eher ursprünglich anmutenden Z-Modellen, entschloss sich Kawasaki aber auch im Jahr 1977 ein sportlich wirkendes Motorrad, die Z1-R (intern Z 1000D) auf den Markt zu bringen. Statt runder Formen waren nun Kanten allgegenwärtig. Die Maschine verfügte über eine serienmäßige lenkerfeste kleine Verkleidung, ein 18 Zoll großes Vorderrad (die bisherigen und auch die größte Zahl der Nachfolger verfügten stets über ein 19-zölliges Vorderrad), eine hydraulische Doppelscheibenbremse vorne, die jedoch – anders als bis dato – über einen Seilzug betrieben wurde. Zudem war nur noch ein einzelnes Auspuffrohr für alle Zylinder vorhanden, womit Kawasaki ganz offensichtlich dem Trend der sogenannten 4-in-1-Auspuffanlagen ebenso gerecht werden wollte, wie mit den Aluminiumdruckgussrädern, die ebenfalls im Trend lagen und die bis dahin verbauten Speichenräder ablösten. In den ersten Tests enttäuschte das Modell, denn zuvor war es zum Motorrad des Jahres 1977 gewählt worden. Gleichwohl war der Z1-R ein Erfolg beschieden. Aus Sicht des japanischen Herstellers war man mit der Z1-R jedoch leistungsmäßig (obwohl inzwischen 90 PS), aber auch im Hinblick auf die bei Tests bemängelten Fahrwerksschwächen ins Hintertreffen geraten. Daher wollte Kawasaki zurück an die Spitze.
Z 1000 MKII (intern Z 1000A3 und Z 1000A4) Mit der Z 1000 MKII (intern Z 1000A3 und Z 1000A4) gelang dies auch. Das Modell, das im Jahr 1979 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, war abermals kantig geraten, verfügte aber neben einem neuen Design (ohne Verkleidung) wieder über eine Zweirohrauspuffanlage. Der ebenfalls gestärkte Motor trug zum Verkaufserfolg bei. Parallel wurde mit der Z 1000 ST = Shaft (Z 1000E1 und E2) erstmals ein Modell, das ganz auf den Tourenfahrer ausgerichtet war, angeboten. Neben weiteren Features, die das Fahrzeug erheblich von dem Kettenmodell Z1000 MKII unterschieden, war es vor allem der wartungsfreie Kardanantrieb, der die ST auszeichnete. Relativ geringe Lastwechselreaktionen (also das Aufstellen des Fahrzeuges beim Gasgeben und Abtauchen beim Gaswegnehmen) zeigten eindrücklich, wie gut dem Hersteller aus Akashi dieser Wurf gelungen war. Denn zu einer Zeit, als den Motorrädern des deutschen Herstellers BMW der Spitzname „Gummikuh“ verliehen wurde, weil die Motorräder bei Lastwechselreaktionen erhebliche Auf- und Abbewegungen machten, war die Kawasaki überraschend ruhig.
Z 1000 FI (intern Z 1000H) mini|Kawasaki Z 1000 H, Bj. 1980 Im Jahr 1980 gab es dann eine weitere Evolutionsstufe mit der Z 1000 FI (intern Z1000H), die sich neben der Lackfarbe vor allem durch die erstmals zum Einsatz kommende Einspritzanlage auszeichnete, mit der das Modell – aus heutiger Sicht – seiner Zeit weit voraus war.
Z 750 / Z 750 LTD (Vierzylinder) (intern Z 750E & 750L bzw. Z 750H und Z 750P1)