mini|hochkant=0.6|Landeswappen Die Liste der Kanzler, Kreishauptmänner, Landespräsidenten und Landeshauptleute gibt einen Überblick über die obersten Politiker und Beamten des Landes Salzburg.

Landesherren waren in dieser Zeit die amtierenden Fürsterzbischöfe von Salzburg, danach Ferdinand, Herzog und Kurfürst von Salzburg, der regierende Herzog von Salzburg (gleichzeitig Kaiser von Österreich), 1809–1810 Napoléon, Kaiser der Franzosen, sowie 1806–1815 Maximilian I. Joseph, König von Bayern, welcher sich selbst die Würde des Herzogs und Fürsten von Salzburg zugeeignet hatte.

Seit 1920 ist das formale Staatsoberhaupt der amtierende österreichische Bundespräsident.

Hofräte und Hofkanzler des Salzburger Bistums (bis 1803) Räte und Hofkanzler des Erzbistums Salzburg (bis 1648) Die mittelalterlichen Ämter Kämmerer, Marschall, Schenk und Truchseß waren an die Herzöge von Bayern (Kämmerer), Steiermark (Marschall), Österreich (Schenk) und Kärnten (Truchseß) vergeben, die ihrerseits Ministerialen damit als Erbamt beliehen. Sie sind in der Hofratsordnung 1524Hofratsordnung 1524. Druck bei Mayr 1925, S. 64 ff., Anhang Nr. 2. noch angeführt. Der Leiter der Hofkanzlei trug bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts nur den Titel Protonotar oder Oberster Schreiber, der Titel Kanzler ist erstmals 1354 bezeugt. Im Spätmittelalter übten meist die Bischöfe am Chiemsee (als Weihbischof in Salzburg) das Amt der Hofkanzlers aus. Bekannt ist ab dem 15. Jahrhundert die Verbindung mit dem Amt des Lehenspropstes (Vorstand des Lehenhofs)genannt in: In der Hofkanzleiordnung von 1561 sind Amt des Hofkanzlers und des Hofdirektors als Leiter der Hofkanzlei verbunden. 1588Hofratsordnung 1588. Salzburger Landesarchiv, Generalia 1.Hofstaatsordnung 1590. Salzburger Landesarchiv, HS 13. richtete Wolf Dietrich das Amt des Hofkammerpräsidenten ein. 1592 wird die HofkanzleiordnungHofkanzleiordnung 1592. Salzburger Landesarchiv, Geheimes Archiv XXIII/3. Druck bei Mayr 1926, S. 55–57. auf die Leitung durch den Hofrat angepasst und eine Geheime Kanzlei für Staats- und Kabinettsgeschäfte, Reichs- und Kreisangelegenheiten geschaffen.

(folgende Liste ist lückenhaft) Friedrich Gren Amtszeit: um 1438 Bernhard von Kraiburg [Kreyburg] (* 1412 in Kraiburg am Inn; † 1477 in Herrenchiemsee) Amtszeit: 1463–1467 Kanzler. danach Bischof von Chiemsee Georg Altdorfer (* 1437 in Landshut; † 1495 in Salzburg) Amtszeit: um 1488 als Bischof von Chiemsee Wolfgang Pachhaimer [Pachaimer] Amtszeit: 1508 – um 1511 Protonotar. Erster Laie als Kanzler Hieronymus von Baldung (? † 1539 in Tirol) Amtszeit: 1524–1526 ? nachher Kanzler von Tirol Hieronymus Anfang Amtszeit: unter Erzbischof Ernst von Bayern (1540–1554) Sebastian Höflinger [auch: Sigmund] (* 1533, † 28. November 1584) Amtszeit: 1556?–1573 unter den Erzbischöfen Ernst, Michael von Kuenburg (1554–1560) und Jakob von Kuen-Belasy (1560–1586) beiderlei Rechte Dr.; Rat Simon Paurs Amtszeit: ab 1580 beiderlei Rechte Dr., Protonotar, Lehenprobst, Rat und Kanzler Balthasar Höfinger beiderlei Rechte Dr. und Rat Johann Gyster Amtszeit: unter Erzbischof Wolf Dietrich (1587–1612) beiderlei Rechte Dr. und Rat Kaspar Gröpper geheimer Rat und Kanzler Georg Khiell Amtszeit: ab 1609 Rat, Vicekanzler und Lehenpropst Johann Grueber Vicekanzler Bartlmä Thurner ab 1613 beiderlei Rechte Licentiat und Hofrat Stephan Feyertag beiderlei Rechte Dr. und Rat

Räte und Hofkanzler des Erzstifts Salzburg (1648 bis 1803) 15. Mai – 24. Oktober 1648: Westfälischer Friede, das Erzbistum wird als souveränes Land im Range eines Fürstentums anerkannt Volpert [von] Motzel [Motzl] (* 12. Dezember 1604 Arberg [heute Bayern], † 27. Jänner 1662 Salzburg) Amtszeit: 1649/51–1662 Geheimer Rat und Kanzler Franz Volpert [I.] Camerlohr von Weiching († 13. Oktober 1675 in Mülln) Amtszeit: 1662–1675 Geheimer Rat, Hofkanzler und Lehenprobst Johann Theodor Sprenger Amtszeit: 1675–1681 Geheimer Rat und Kanzler Balthasar Staudacher von Wispach († 18. April 1684 auf Schloss Wiespach, Oberalm?); Amtszeit: 1681–1684? Geheimer Rat und Kanzler Johann Jakob Lebel Freiherr von Löwenheim[b] (* ca. 1645, † 14. Jänner 1703) Amtszeit: 1684/7?–1703 (?1698) Geheimer Rat, dann Hofkanzler Sebastian Zillner [Freiherr] von Zillerberg Amtszeit: 1703–? Geheimer Rat, Hofkanzler und Lehenprobst Franz Andre de Alberti Amtszeit: unter Erzbischof Franz Anton von Harrach (1709–1727) Geheimer Rat, Hofkanzler und Lehenprobst Johann Franz (III.) Freiherr von Gentilot[ti] zu Engelsbrunn (* 16. Jh., † nach 1751 in Trient) Amtszeit: 1715/6–1728/9 Geheimer Rat und Hofkanzler Heinrich Fichtl Amtszeit: 1718–1731 Geheimer Rat und Hofkanzler Hieronymus Nikolaus Anton Cristani Freiherr von Rall[/de Rallo] (* 1692/93 im Trient [Rallo/Tassullo], † 28. Juni 1751) Amtszeit: 1731–1751 Geheimer Rat und Hofkanzler Franz Joseph Ayblinger 1751–1752 Geheimer Sekretär und Hofrat Franz Felix Anton Edler von Mölk (* 1714, † 20. Jänner 1776) Amtszeit: 1752–1774 Geheimer Rat und Hofkanzler Franz Anton Ignaz Freiherr von Kürsinger (* 21. November 1727 in Heggbach [bei Biberach in Württemberg], † 15. September 1799 Salzburg) Amtszeit: 1774–1796 Geheimer Rat und Hofkanzler Johann Franz Thaddä von Kleimayrn (* 25. September 1733 in Zell am Ziller, † 5. März 1805 Salzburg) Amtszeit: 1796–1799 Geheimer Rat und Hofratsdirektor ad interim Johann Heinrich Reichsfreiherr von Bleul (* 1765 Koblenz, † 21. September 1807 Salzburg) Amtszeit: ab 1799 als Bischof von Chiemsee, Geheimer Rat, Hofkanzler und Lehenpropst Leiter der Geheimen Hofkanzlei (1799 installiert), blieb auch nach Beendigung des Erzstifts im Amt 10. Dezember 1800: Erzbischof Colloredo flieht im zweiten Koalitionskrieg vor den Franzosen nach Wien (3. Dezember 1800 Schlacht bei Hohenlinden), Amtsausübung aus dem Exil

Regierung des Kurfürstentums Salzburg (1803 bis 1806) 9. Februar 1801: Frieden von Lunéville. Ferdinand III. erhält als Entschädigung für das verloren gegangene Großherzogtum Toskana die geistlichen Fürstentümer Salzburg, Berchtesgaden, Eichstätt und Passau zugesprochen 11. Februar 1803: Abdankungsurkunde Colloredos, Besitzergreifungspatent Ferdinands als Kurfürst 25. Februar 1803 Reichsdeputationshauptschluss (kaiserliche Ratifikation 27. April 1803): Säkularisation des Bistums wird rechtswirksam, Installierung des Kurfürstentums Salzburg Kommissär/Staatsminister Heinrich Freiherr von Krumpipen (* 1738, † 1811 Stuttgart) Amtszeit: 1803 – 10. Oktober 1803 Hofkommissär für die Besitzergreifung Marchese Federigo Manfredini (* 1743; † 1829) Amtszeit: 1803 – Februar 1806 Dirigierender Staatsminister, blieb auch während der Besatzung im Amt Hofkanzler Johann Heinrich Reichsfreiherr von Bleul Amtszeit: bis 1806 Bischof von Chiemsee, wurde aus der Regierung des Fürstbistums übernommen

Militärgouverneure der 1. Französischen Besatzung (1805) 30. Oktober 1805: Franzosen besetzen im Dritten Koalitionskrieg Salzburg Jean-Baptiste Bernadotte (* 1763 in Pau, Frankreich; † 1844 in Stockholm als Karl XIV. Johann von Schweden/Karl III. Johann von Norwegen) Amtszeit: 30. Oktober 1805 – 9. November 1805 Französischer Marschall Franz Graf von Minuzzi Amtszeit: 9. November 1805 – 6. Dezember 1805 Bayerischer General-Major Michel Ney (* 1769 in Saarlouis; † 1815 in Paris) Amtszeit: 6. Dezember 1805–1806 Französischer Marschall

Landesleitung des Herzogtums Salzburg (1806 bis 1816) K.k. Kommissäre und Landespräsidenten des Herzogtums Salzburg (1806 bis 1809) 26. Dezember 1805: Pressburger Frieden, ratifiziert 6. Jänner 1806: Salzburg und Berchtesgaden, nicht aber Passau und Eichstätt kommen an das Kaisertum Österreich Ferdinand Graf von Bissingen und Nippenburg (* 1749 in Wilten, Tirol; † 1831 ebenda) Amtszeit: Februar 1806 – Juli 1807 Außerordentlicher Kommissär Christian Graf von Aicholt (* 1754; † 1838) Amtszeit: 3. Juli 1807 – April 1809 trug die Amtsbezeichnung einstweiliger Präsidiumsverweser der Salzburger Landesregierung (erster Rang unter den vier Regierungsräten der fünfköpfigen Landesregierung, in der die Stelle des Präsidenten unbesetzt war)

Gouverneure und Regierungspräsidenten des französischen Landes Salzburg (1809 / 1810) 6. April 1809: Kriegserklärung im Vierten Koalitionskrieg 29. April 1809: Französische Armee besetzt die Stadt Salzburg 14. Oktober 1809: Frieden von Schönbrunn, Herzogtum Salzburg (samt dem Berchtesgadener Land) an Napoléon als Land Salzburg ()

Militärgouverneure Georges Baron Kister (* 1755 Saargemünd [Sarreguemines], Lothringen, † 1832 Saint-Avold, Lothringen) Amtszeit: 1809 – 15. April 1810 Pierre-Paul Fourn (* 1776 in Limoux; † ?) Amtszeit: Apr 1810 – 18 Aug 1810 Kommandant in Ried Intendanten Jules Jean-Baptiste Baron Anglès (* 1778; † 1828) Amtszeit: 10. Mai 1809 – 6. August 1809 Camille Périer (* 1781; † 1844) Amtszeit: August 1809 – Jänner 1810 Pierre-Paul Fourn Amtszeit: Januar 1810 – 30. Mai 1810 danach Gouverneur Menzeauworldstatesmen.org; zeitgenössisch etwa genannt in: Amtszeit: 30. Mai 1810 – Juni 1810 Chevalier Thomas Amtszeit: 14. Juni 1810 – 26. September 1810 Präsidenten Josef Felner (* 1769 St. Veit im Pongau, † 1850 Wien?) Amtszeit: April 1809 – Mai 1809 provisorischer Präsident der Salzburger Landesregierung

Sigmund Christoph Graf von Zeil und Trauchburg (* 1754 in München; † 1814 in Salzburg) Amtszeit: Mai 1809 – 10. Oktober 1810 Präsident der General-Landesadministration (); Fürstbischof vom Chiemsee, auch geistlicher Generalvikar

Königl. bayr. Verwaltung des Salzachkreises (1810 bis 1816) 28. Februar 1810: Pariser Vertrag: Gebietstausch Napoléons mit dem Königreich Bayern, Land Salzburg an Bayern (Besitzergreifung wirksam Ende September 1810) Generalgouverneur für die neu für Bayern gewonnenen Gebiete (Inn-, Salzachkreis) war Ludwig von Bayern, nachmalig König Ludwig I.

Generalkreiskommissär Carl Graf von Preysing (* 1767 München, † 1827 Schloss Brannenburg) 30. September 1810 – 1. Mai 1816 vorher Hofkommissär für die Vorbereitung der Amtsübernahme Regierungsdirektor (Kanzleidirektor) Arnold Friedrich von Mieg (* 1778 in Heidelberg, † 1842 Frankfurt/Main)Mieg, Arnold von. In: Zeitdokumente, Landesbibliothek Teßmann 2009. 30. September 1810 – 1. Mai 1816

K.k. Kreishauptmänner des Salzburgkreises (1816 bis 1849) 3. Juni 1814: Pariser Vertrag (Separatvertrag mit Bayern über die Rückgabe Salzburgs östl. und westl. des Inns ohne Berchtesgaden, und anderen Gebietsausgleich)G. M. Kletke: Die Staats-Verträge des Königreichs Bayern …: von 1806 bis einschließlich 1858. Pustet, 1860, Abtheilung II. Staats-Verträge in Bezug auf Hoheits-, Territorial und Grenzverträge 20., S. 263–266 (cf. Pragmatisches Inhalts-Verzeichniß. wikisource) 18. September 1814 – 9. Juni 1815: Wiener Kongress (Neuordnung Europas) 14. April 1816: Münchener Staatsvertrag (Staatsvertrag zwischen Bayern und Österreich, Rückgabe ohne Berchtesgaden und Rupertiwinkel) 1. Mai 1816: Offizielle Übernahme in Salzburg 30. April 1818: Bayer. Königl. Allerh. Abtretungs-Patent für das Innviertel. Hausruckviertel. das Amt Vils und das Fürstenthum Salzburg (Vollzug des Vertrages vom 14. April 1816)Kletke: Die Staats-Verträge des Königreichs Bayern …: 1860, 28d., S. 328 (cf. Pragmatisches Inhalts-Verzeichniß., wikisource) Bernhard Gottlieb Freiherr von Hingenau (1759–1833) Präsident der Landesregierung von Österreich ob der Enns, als kaiserlicher Hofkommissär für die Übernahme im April 1816 Karl Joseph Anton Graf Welsperg von Primör und Raitenau (1779–1873) Amtszeit: 1. Mai 1816–1825 Johann Nepomuk Freiherr von Stiebar (1791–unbek.)Johann Nepomuk Freiherr von Stiebar (* 1791 in Linz, Österreich o.d.Enns; † unbekannt); Familienartikel: Stiebar Amtszeit: 1825–1831 Albert Graf von Montecuccoli-Laderchi (1802–1852)Albert Graf Montecuccoli-Laderchi (* 30. Juni 1802 in Mitterau, Österreich u.d.Enns; † 19. August 1852 in Wien); Amtszeit: 1831–1838