Hasbergen ist eine Gemeinde im Landkreis Osnabrück in Niedersachsen mit etwa 11.000 Einwohnern.
Geografie Der Ort liegt teilweise im Bereich des Hüggel, der zum Landschaftsschutzgebiet Teutoburger Wald gehört. Die Höhenlage reicht von 62 m bis 228 m über NN. In Hasbergen liegt der 108 Meter hohe Rote Berg. Am nördlichen Ortsrand bildet der Wilkenbach die Grenze zur Nachbarstadt Osnabrück.
Nachbargemeinden Die Gemeinde grenzt im Norden und Osten an Osnabrück im Süden an Georgsmarienhütte und Hagen im Westen an Lotte und Tecklenburg
Gemeindegliederung Das heutige Hasbergen besteht aus den früher selbständigen Gemeinden Hasbergen, Gaste und Ohrbeck. Hasbergen (6.763 Einwohner) Gaste (2.515 Einwohner) Ohrbeck (2.060 Einwohner)
Stand 31. Dezember 2019
Geschichte Urkundlich erwähnt wurde Hasbergen zum ersten Mal in einer Urkunde des Klosters Corvey im Jahre 836. Der Name Hasbergen ist auf das altniederdeutsche Wort Hers oder Hors (für Ross) zurückzuführen. Herslage war der ursprüngliche Name von Gut und Burg Haslage im Südwesten des Ortes. Eine weitere Urkunde stammt aus dem Jahre 1150. Dort bekundete Bischof Philipp von Osnabrück, dass ihm Heinrich von Tecklenburg den Hof und die Kapelle Wersen und eine Zahl von Lehnsleuten mit ihrem Besitz und den darauf wohnenden Angehörigen gegen eine bestimmte Zahlung übertragen habe. Die Lage des Ortes Hasbergen im Spannungsfeld zwischen der Grafschaft Tecklenburg und dem Hochstift Osnabrück bedeutete für die Besitzer des Gutes und der Burg Haslage in diesen Zeiten viel Unsicherheit und Unruhe. Man kann davon ausgehen, dass bis zum 15. Jahrhundert außer der Burg und dem Gut Haslage in dem jetzigen Hasbergen, wobei man die früher selbständigen Gemeinden, jetzt Ortsteile, Gaste und Ohrbeck zurechnen muss, nur einzelne selbständige Bauern und abhängige Landleute lebten.
Im Jahre 1819 wurde der Augustaschacht Ohrbeck für die Erzgewinnung eingerichtet; er befindet sich an der Grenze zur Nachbargemeinde Georgsmarienhütte. Seine alte Pumpstation diente 1944/1945 der Gestapo Osnabrück als Arbeitserziehungslager, an das heute eine Gedenkstätte erinnert.
Ortskernneugestaltung
Durch die 2005 der Bestimmung übergebene Tunnelung der Bahnstrecke Hamburg–Köln konnten die beiden Schrankenanlagen abgeschafft werden, die zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen geführt hatten.
Im Jahre 2006 ist eine Fußgängerbrücke an der Tecklenburger Straße errichtet worden, um Umwege für Fußgänger und Radfahrer zu verkürzen. Im Jahre 2010 wurde der Kindergarten Kunterbunt um eine Kinderkrippe erweitert. Im Jahre 2011 wurden der Bahnhof und das angrenzende Gelände weitgehend umgebaut. Es entstanden neue Parkbereiche. Das ehemalige Bahnhofsgebäude wird nun als Bürogebäude genutzt. Der Bahnhof selbst wurde durch die Deutsche Bahn umfangreich saniert. Dabei wurde auch eine neue Querung zu den Gleisen 2 und 4 erreichtet und die beiden Treppen von der Eisenbahnbrücke "Schulstraße" dauerhaft gesperrt. Wegen eines Planungsfehlers der Bahn konnte der Bahnsteig an Gleis 1 noch nicht fertiggestellt werden. Dies soll bis März 2027 geschehen.
In den Jahren 2011/2012 wurde das Gemeindehaus der evangelischen Kirche vollständig abgerissen und an gleicher Stelle neu gebaut.
Im Rahmen der Ortskernneugestaltung wird eine Umgestaltung des Ortskernes vorangetrieben. Nach jahrelanger Planung und einer umfangreichen Bürgerbeteiligung haben 2021 im Ortszentrum die Arbeiten zum Bau eines neuen Rathauses begonnen. Es wurde im Jahr 2024 fertiggestellt und eingeweiht. Die Adresse der Gemeindeverwaltung lautet seither "Hüggelplatz 1, 49205 Hasbergen. Inzwischen ist auch der Bürgersaal eingeweiht worden. Er ist Tagungsort des Rates und kann auch von Parteien, Vereinen und Verbänden genutzt werden. Zudem befindet sich dort das Trauzimmer der Gemeinde. Neben dem Rathaus befinden sich ein Boardinghaus und ein Parkplatz mit E-Ladestationen. Abgeschlossen ist auch der Neubau des Feuerwehrhauses für die Freiwillige Feuerwehr. Im Mai 2023 begann die NeugestaltungErneuerung der Ortsdurchfahrt Hasbergen Homepage des Landkreises Osnabrück. Abgerufen am 11. April 2023. der Ortsdurchfahrt der Kreisstraße 305 (Tecklenburger Straße). Sie wurde im August 2026 nach dreieinhalb Jahren Bauzeit fertiggestellt. Auf dem Gelände des ehemaligen Feuerwehrhauses und eines Teils des daneben liegenden Tomblaineplatzes ist der Bau eines Mehrgenerationenhauses geplant. Das soll der letzte Teil der Ortskerngestaltung sein.
Eingemeindungen Im Zuge der Verwaltungs- und Gebietsreform schlossen sich die Gemeinden Gaste und Ohrbeck am 1. Januar 1971 freiwillig der Einheitsgemeinde Hasbergen an.
Einwohnerentwicklung mini|Bevölkerungsentwicklung seit 1987 Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen von Hasbergen im jeweiligen Gebietsstand und jeweils am 31. Dezember.
Bei den Zahlen handelt es sich um Fortschreibungen des Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen auf Basis der Volkszählung vom 25. Mai 1987.
Bei den Angaben aus den Jahren 1961 (6. Juni) und 1970 (27. Mai) handelt es sich um die Volkszählungsergebnisse einschließlich der Orte, die am 1. Januar 1971 eingegliedert wurden.
Jahr Einwohner 1961 5.842 1970 7.485 1987 9.226 1990 9.717 1995 10.494 2000 10.851 2005 11.141 2010 11.383 2011 11.286 2015 10.901 2017 10.944 2018 10.936 2020 11.022
Religionen In Hasbergen„Kirchen in Hasbergen“ hasbergen.de. Abgerufen am 23. Juli 2024 gibt es sowohl eine evangelisch-lutherische wie auch eine römisch-katholische Kirchengemeinde. Zur evangelischen Christusgemeinde gehören rund 4000 Mitglieder. Sie verfügt neben der Christuskirche über ein Gemeindehaus. Diese steht im Ortszentrum auf dem Kirchberg. Sie ist damit ein Wahrzeichen der Gemeinde. Das Gotteshaus wurde 1900 eingeweiht. Außerdem befindet sich neben der Kirche die Kindertagesstätte Kunterbunt. Zudem betreibt sie im Ortsteil Gaste die Kindertagesstätte Gaster Zauberhaus. Die römisch-katholische St. JosefsgemeindeSt. Josef hasbergen.de, abgerufen am 23. Juli 2024. hat ihre Kirche an der Kolpingstraße im Ortsteil Ohrbeck. Dort steht auch das Gemeindehaus. Daneben betreibt sie dort eine Kindertagesstätte. Die St. Josefsgemeinde bildet mit den Osnabrücker Gemeinden St. Wiho und St. Elisabeth die Pfarrgemeinde St. Elisabeth. Die heutige Kirche entstand 1961, weil die bis dahin genutzte St. Josefskapelle„Pfarrei St. Elisabeth“ auf der Homepage der Pfarrei. Abgerufen am 5. Oktober 2021 zu klein wurde. Die St. Josefsgemeinde hat heute rund 3400 Mitglieder. Die Statistik„Statistik“ hasbergen.de. Abgerufen am 5. Oktober 2021 der politischen Gemeinde weist außerdem 400 evangelisch-reformierte Bürger aus.
Feuerwehr Die Gemeinde Hasbergen verfügt über eine Freiwillige Feuerwehr. Sie wird durch den Gemeindebrandmeister und seinen Stellvertreter geführt. Bis 1972 hatte sie ihren Standort an der Osnabrücker Straße (L 89). Von 1972 bis 2021 war sie in einem damals neugebauten Feuerwehrhaus im Ortszentrum untergebracht. Im Oktober 2021 ist sie in ein ebenfalls im Ortszentrum neugebautes Feuerwehrhaus umgezogen. Die Feuerwehr verfügt über folgende Einsatzfahrzeuge: Einsatzleitfahrzeug, TLF 2000, HLF 16/12, Gerätewagen Logistik und ein Mannschaftstransportfahrzeug. Außerdem gibt es eine Jugendfeuerwehr.
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat hat gegenwärtig 28 Mitglieder aus vier Parteien. Hinzu kommt der Bürgermeister als stimmberechtigtes Mitglied des Rates. Ab dem 1. November 2026 hat der Rat nur noch 26 Sitze. Insgesamt sind dann 5 Parteien im Rat vertreten. Da die AFD nur einen ihrer drei Sitze besetzen kann, wird der Rat aus 24 Mitgliedern bestehen.
Die folgende Tabelle zeigt die Kommunalwahlergebnisse seit 1996. Rat der Gemeinde Hasbergen: Wahlergebnisse und GemeinderäteCDUSPDGRÜNEFDPUWGAFDEinzel-bewerberSonstige Gesamt Wahl-beteiligung Wahlperiode % rahmenlos|20px|Mandate % rahmenlos|20px|Mandate % rahmenlos|20px|Mandate % rahmenlos|20px|Mandate % rahmenlos|20px|Mandate % rahmenlos|20px|Mandate % rahmenlos|20px|Mandate % rahmenlos|20px|Mandate % rahmenlos|20px|Gesamtanzahl der Sitze im Rat %1996–200141,4 1244,7 129,1 24,8 1— — — —— —— —1002767,32001–200640,2 1137,6 107,3 29,2 25,6 1 — —— —— —1002656,42006–201136,6 1044,8 135,1 24,3 14,5 1 — —4,7 1— —1002857,02011–201633,0 949,6 1411,2 32,3 1— — — —— —3,8 11002852,72016–202125,2 744,1 129,3 24,3 1— — — —— —17,1 41002655,02021–202632,2 945,2 1315,3 44,3 2 — — — —1,9 0 — —1002863,92026–203121,22 550,67 1413,11 31,62 0 2,85 1 10,53 3 — — — —1002668,5 Prozentanteile gerundet.Quellen: Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie NiedersachsenLandesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Tabelle 5000311, Landkreis Osnabrück (PDF; 528 kB).Die Ergebnisse der Wahl 2021 stammen von Votemanger.kdo.de.Gemeindewahl votemanager.kdo.de bei Votemenager.kdo.de. Abgerufen am 5. Oktober 2021 Bei unterschiedlichen Angaben in den genannten Quellen wurden die Daten des Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie verwendet,da diese eine insgesamt höhere Plausibilität aufweisen. Die AFD trat 2026 mit nur einem Kandiaten an, gewann aber drei Sitze. Da Nachmeldungen unzulässig sind, bleiben 2 Sitze der AFD unbesetzt, so dass der Rat künftig nur 24 Sitze hat.
Bürgermeister Hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Hasbergen ist aktuell Adrian Schäfer (SPD). Bei der Bürgermeisterwahl als Stichwahl am 26. September 2021 wurde er mit 68,30 % der Stimmen zum neuen Bürgermeister von Hasbergen gewählt.Ergebnis der Bürgermeister-Stichwahl vom 26. September 2021; abgerufen am: 1. Oktober 2021 Adrian Schäfer hat sein Amt am 1. November 2021 angetreten. Am 13. September 2026 wurde Adrian Schäfer mit 82,38 % für eine zweite Amstzeit von diesmal 8 Jahren„Adrian Schäfer (SPD) wiedergewählt“, NOZ am 14. September 2026; abgerufen am 18. September 2026 wiedergewählt.
seit 1. November 2021 Adrian Schäfer (SPD)Adrian Schäfer gewinnt in Hasbergen haushoch gegen Amtsinhaber, NOZ am 27. September 2021; abgerufen am 1. Oktober 2021 2014–2021 Holger Elixmann (CDU) 1996–2014 Frank Stiller (SPD)„Frank Stiller (SPD) gestorben“, NOZ am 16. April 2021; abgerufen am 4. Juni 2022, ab 1999 hauptamtlich 1971–1996 Günter Fischer (SPD, erster Bürgermeister der Einheitsgemeinde Hasbergen nach dem Zusammenschluss mit Ohrbeck und Gaste)
Bürgermeister der ehemaligen Gemeinde Hasbergen (bis 1971) 1933–1945 August Giebelmeyer (erster Bürgermeister der Gemeinde Hasbergen) 1945–1948 Fritz Temme (SPD) 1948–1952 Heinrich Pott (CDU) 1952 Wilhelm Borgelt (CDU) 1952–1970 Wilhelm Bardelmeier (ab 1952 Wahlblock, ab 1956 CDU, ab 1961 SPD) 1970–1971 Günter Fischer (SPD)
Gemeindedirektoren Das Amt des Gemeindedirektors entfiel 1999 mit der Einführung des hauptamtlichen Bürgermeisters.
1981–1999 Manfred Steiner 1949–1981 Kurt Schüttler
Wappen und Flagge mini|150px|Hissflagge der Gemeinde
Gemeindepartnerschaften Tomblaine, Frankreich, seit 1987 Gelenau/Erzgeb., Sachsen, seit 1990 Comprachtschütz, Polen, seit 1996
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen mini|Gedenkstätte Augustaschacht In Hasbergen gibt es ein Museum: Die Gedenkstätte Augustaschacht befindet sich im Ortsteil Ohrbeck. Das Hauptgebäude diente in der Zeit des Nationalsozialismus als Arbeitserziehungslager der Gestapo Osnabrück. Das ursprüngliche zweite Museum Geozentrum Hüggel lag im ehemaligen Kino Schierke auf dem Roten Berg. Es beherbergte Gesteine und Fossilien, die bei Ausgrabungen im Teutoburger Wald gefunden worden sind. Das Museum musste geschlossen und die Ausstellungsstücke ausgelagert werden.
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