mini|Der Feature-Autor und -Redakteur Karl-Heinz Tesch (1930–1997) Anfang der 90er Jahre in einem Porträt des Berliner Fotografen Werner Bethsold. Karl-Heinz Tesch (* 23. Januar 1930 in Berlin; † 20. September 1997 ebenda) war ein deutscher Journalist, Hörfunkmoderator, Featureautor, Hörfunkredakteur und Regisseur. Er gehörte zu den bedeutenden Feature-Autoren des Rundfunks der DDR. Nach 1990 baute er bei SachsenRadio in Leipzig eine Feature-Abteilung auf, aus der die Feature-Redaktion des Mitteldeutschen Rundfunks hervorging. 1994 erhielt er gemeinsam mit Michel Besnier den Deutsch-Französischen Journalistenpreis für das MDR-Feature Leipzig – Portrait einer Liebe – Beobachtungen in einer Stadt.
Leben und Wirken Tesch legte das Abitur am Dorotheenstädtischen Realgymnasium und an der Arbeiter-und-Bauern-Fakultät in Ost-Berlin ab. Anschließend studierte er Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin und schloss das Studium mit dem Staatsexamen ab. Danach arbeitete er als Redakteur bei der Freien Presse in Berlin und als Journalist beim Rundfunk der DDR.FF dabei stellt vor: Karl-Heinz Tesch. In: FF dabei, Heft 29, 1971.Matthias Thalheim: Fatzer im Radio – Begegnungen seltener Natur. Darin: Wer kennt Charly Tesch?, epubli, Berlin 2019, ISBN 978-3-750260-96-2, S. 72–77.
Ab 1962 war Tesch beim Berliner Rundfunk als Redakteur, Reporter und Moderator tätig. 1975 wechselte er in die Feature-Abteilung der Hauptabteilung Funkdramatik des Rundfunks der DDR. Dort verfasste er mehr als 50 Features und Reportagen. Zu seinen Arbeiten gehörte auch das Feature So wie wir denken und fühlen(1982) über die DDR-Rockband Karat, für das Tesch die Band auf Tour begleitete und auch bei einem Konzert in West-Berlin dabei war. Viele seiner Arbeiten entstanden aus umfangreichen Originaltonaufnahmen und unmittelbaren Beobachtungen des Alltags. Bei mehreren Produktionen setzte er die damals neuartige Kunstkopf-Stereofonie ein.Patrick Conley: Features und Reportagen im Rundfunk der DDR. Tonträgerverzeichnis 1964–1991. 2., überarbeitete Auflage. Askylt Verlag, Berlin 1999, ISBN 3-9807372-0-9 (Digitalisat).
Zu seinen dokumentarischen Arbeiten gehört Die Stadt erwacht von 1980, ein akustisches Porträt des frühmorgendlichen Ost-Berlin. Deutschlandfunk Kultur bezeichnete Tesch anlässlich einer Wiederaufführung als „einen der wichtigsten Feature-Autoren des DDR-Rundfunks“. In Meine Schwester Ursel von 1986 begleitete er den Arbeitsalltag einer Gemeindeschwester im Berliner Ortsteil Prenzlauer Berg. Das Feature ist weitgehend aus Gesprächen, Hausbesuchen und anderen Originaltonaufnahmen gestaltet.
Neben dokumentarischen Features schrieb Tesch auch Hörspiele. Sein Kriminalhörspiel Der schreckliche Gott wurde unter der Regie von Fritz-Ernst Fechner produziert und am 15. September 1978 erstmals auf Radio DDR I ausgestrahlt.
Nach dem Ende des DDR-Rundfunks baute Tesch bei SachsenRadio in Leipzig eine Feature-Abteilung auf. Nach der Gründung des Mitteldeutschen Rundfunks leitete er die daraus hervorgegangene Feature-Redaktion von 1992 bis 1994. Anschließend übernahm Holger Jackisch die Leitung. Tesch arbeitete in dieser Zeit weiterhin als Autor und führte auch bei Produktionen anderer Feature-Autoren Regie.Sabine Rauh: Die Radio-Feature-Produktionen des MDR. Teil 1. In: Kirche und Rundfunk, Heft 83, 21. Oktober 1992, S. 8–9.Holger Jackisch (Hrsg.): Originalton Deutschland. Radiofeature 1992–1997. Concept-Verlag, Leipzig 1997.
Zu den Produktionen von SachsenRadio gehörte 1991 Teschs Feature Wenn Du hier rauskommst, vergiß uns nicht! – Das „gelbe Elend“ in Bautzen. Darin beschäftigte er sich mit ehemaligen Häftlingen des Zuchthauses Bautzen. Tesch war sowohl Autor als auch Regisseur der Produktion.
1994 erhielten Tesch und der französische Autor Michel Besnier den ersten Hörfunkpreis des Deutsch-Französischen Journalistenpreises. Ausgezeichnet wurde ihr vom MDR ausgestrahltes Feature Leipzig – Portrait einer Liebe – Beobachtungen in einer Stadt.
Hörfunkarbeiten (Auswahl) 1976: Besuch im Seebachstift 1977: Unser Park nebenan – Im Berliner Tierpark (Kunstkopf-Stereofonie) 1978: Der schreckliche Gott (Kriminalhörspiel) 1980: Die Stadt erwacht 1984: Idyll mit kleinen Fehlern – Am Wasserturm im Prenzlauer Berg 1986: Meine Schwester Ursel 1988: Dienstwohnung inbegriffen – Das Leben des Türmers vom Französischen Dom in Berlin 1990: Natascha oder Eigentlich weiß ich nicht weiter – Eine Berliner Staatsbürgerkundelehrerin 1991: Wenn Du hier rauskommst, vergiß uns nicht! – Das „gelbe Elend“ in Bautzen
Auszeichnung 1994: Erster Hörfunkpreis des Deutsch-Französischen Journalistenpreises, gemeinsam mit Michel Besnier, für Leipzig – Portrait einer Liebe – Beobachtungen in einer Stadt
Literatur FF dabei stellt vor: Karl-Heinz Tesch. In: FF dabei, Heft 29, 1971. Patrick Conley: Features und Reportagen im Rundfunk der DDR. Tonträgerverzeichnis 1964–1991. 2., überarbeitete Auflage. Askylt Verlag, Berlin 1999, ISBN 3-9807372-0-9. Sabine Rauh: Die Radio-Feature-Produktionen des MDR. Teil 1. In: Kirche und Rundfunk, Heft 83, 21. Oktober 1992, S. 8–9. Holger Jackisch (Hrsg.): Originalton Deutschland. Radiofeature 1992–1997. Concept-Verlag, Leipzig 1997. Matthias Thalheim: Fatzer im Radio – Begegnungen seltener Natur. Darin: Wer kennt Charly Tesch?, epubli, Berlin 2019, ISBN 978-3-750260-96-2, S. 72–77.
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