miniatur|Minona Frieb-Blumauer und Theodor Döring, Holzstich von Paul Bürde Minona Frieb-Blumauer (* 11. Mai 1816 in Stuttgart; † 31. Juli 1886 in Berlin) war eine deutsche Schauspielerin und Sängerin.

Leben Ihre Eltern waren der Schauspieler Karl Blumauer (1774–1841) und dessen Ehefrau Johanna Wilhelmine Hofmeister (1777-um 1840).

Minona (eigentlich Johanna) Frieb-Blumauer erhielt bei ihrem Vater den ersten Unterricht. Schon als Kind trat sie in Neustrelitz im „Freischütz“ und 1828 in Gotha als „Knabe“ in der „Zauberflöte“ auf. Sie studierte drei Jahre Gesang am Prager Konservatorium und wurde bei einem Gastspiel in Darmstadt sogleich engagiert. In Darmstadt blieb sie drei Jahre und wechselte dann nach Köln und Aachen, wo sie unter Julius Mühling besonders in Rossinischen Opern erfolgreich mitwirkte, zum Beispiel als Rosine in Der Barbier von Sevilla.

Da ihre Stimme den Anforderungen auf Dauer nicht gewachsen war, wechselte sie zum Sprechtheater. Carl Leberecht Immermann holte sie nach Düsseldorf. Unter seiner Anleitung entwickelte sie sich zu einer hervorragenden Schauspielerin. Nachdem sie in Meiningen und zuletzt in Brünn als jugendlich muntere Liebhaberin gewirkt hatte, verheiratete sie sich 1839 mit dem Ingenieur Emanuel Frieb (deren gemeinsame Tochter Lina wurde Opernsängerin) und trat nach einer Pause erst 1841 wieder am Wiedener und am Carltheater in Wien auf, wohin Moritz Gottlieb Saphir sie empfohlen hatte.

Ein Gastspiel Friedrich Beckmanns war Ursache, dass die noch junge Frau ins Charakterfach überwechselte und Rollen reifer Frauen übernahm. Bei einem Gastspiel in Wien sah Theodor Döring die Schauspielerin in mehreren älteren und komischen Rollen. Er veranlasste nach seiner Rückkehr, dass Minona Frieb-Blumauer zu einem Probegastspiel nach Berlin eingeladen wurde, das sie mit großem Erfolg ausführte. Sie erhielt 1854 einen zehnjährigen und später einen lebenslangen Vertrag beim königlichen Schauspielhaus. Zu ihren Schülerinnen zählten Anita Augspurg, Olga Arendt, Agnes Freund und Anna Haverland.

Gustav Heinrich Gans zu Putlitz charakterisiert die Schauspielerin folgendermaßenGustav Heinrich Gans zu Putlitz: Theater-Erinnerungen. Berlin: Paetel, 1874.:

Ähnlich beschreibt Gotthilf Weisstein die Eigenart und Wirkung der SchauspielerinGotthilf Weisstein: Minona Frieb-Blumauer †. In: Berliner Tageblatt, 1. August 1886, Morgen-Ausgabe, S. 2.:

miniatur|hochkant|Das Grab von Minona Frieb-Blumauer in Berlin-Kreuzberg Kurz nach einem Kuraufenthalt in Wiesbaden, von dem sie scheinbar erholt zurückgekehrt war, starb Minona Frieb-Blumauer am 31. Juli 1886 unerwartet im Alter von 70 Jahren in Berlin.Berliner Tageblatt, 1. August 1886, Morgen-Ausgabe, S. 2. Die Trauerfeier, geleitet von Theodor Hossbach, dem Pfarrer der Neuen Kirche am Gendarmenmarkt, fand am 4. August in der Wohnung der Verstorbenen in der Zimmerstraße statt. Unter großer Teilnahme von Vertretern des Berliner und auswärtigen Theaterlebens sowie der Bevölkerung wurde der Sarg dann zum Friedhof III der Jerusalems- und Neuen Kirche vor dem Halleschen Tor geleitet, wo in der Nähe der letzten Ruhestätte ihres acht Jahre zuvor verstorbenen Förderers Theodor Döring die Beisetzung erfolgte. Die Trauerrede am Grab hielt Arthur Deetz, Direktor des Königlichen Schauspielhauses.Die Beerdigung der Frau Frieb-Blumauer. In: Berliner Tageblatt, 4. August 1886, Abend-Ausgabe, S. 2. Die erhaltene Grabstelle wird von einer Grabplatte mit Inschrift und Ornamenten markiert.Hans-Jürgen Mende: Lexikon Berliner Begräbnisstätten. Pharus-Plan, Berlin 2018, ISBN 978-3-86514-206-1, S. 241.

Familie Minona Blumauer heiratete im Jahr 1839 in Mönitz (Mähren) den Eisenbahn-Ingenieur Emanuel Frieb. Das Paar hatte eine Tochter und einen Sohn, darunter: Karolina (* 26. November 1845; † 17. August 1876), Sängerin und Schauspielerin ⚭ 1872 Wilhelm Karl Mühldorfer (1837–1919), Theater-Kapellmeister in Leipzig

Schülerinnen (Auswahl) Anita Augspurg, Olga Arendt, Agnes Freund, Anna Haverland, Catharine Jacobi, Laura Friedmann, Hedwig Meyer, Amanda Tscherpa

Literatur Ludwig Eisenberg: Großes biographisches Lexikon der Deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert. List, Leipzig 1903, S. 284–286 (Digitalisat).

Deutsches Theater-Lexikon. Band 1: A – Hurk. Kleinmayr, Klagenfurt 1953, S. 494 f.

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Einzelnachweise

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