mini|Topografische Karte Der Rhein-Neckar-Kreis ist eine Gebietskörperschaft in Baden-Württemberg. Er ist mit Einwohnern () der bevölkerungsreichste Landkreis Baden-Württembergs und der fünfteinwohnerstärkste Deutschlands. Er liegt im Nordwesten des Landes im Regierungsbezirk Karlsruhe und gehört zur Metropolregion Rhein-Neckar.
Sitz des Landkreises ist Heidelberg, das selbst ein Stadtkreis ist und dem Landkreis nicht angehört. Die einwohnergrößte Stadt im Landkreis ist die Große Kreisstadt Weinheim.
Geographie Lage Der Rhein-Neckar-Kreis hat Anteil an der Oberrheinischen Tiefebene, am westlichen Kraichgau und am südlichen Odenwald. Die Landschaft am westlichen Rand des Odenwalds von Wiesloch nordwärts über Heidelberg und Weinheim bis Darmstadt bezeichnet man als Bergstraße, eine der wärmsten Gegenden Deutschlands. Im Osten liegt das Tourismusgebiet Brunnenregion. Der Landkreis grenzt direkt an Hessen und Rheinland-Pfalz (Brühl (Baden) – Altlußheim/Altrip – Speyer) und besitzt zudem mit Badisch-Schöllenbach eine Exklave, die nur zwei Kilometer von Bayern (Kirchzell-Breitenbach) entfernt ist. Die Höhenlage erstreckt sich von am Neckar in Ilvesheim bis auf der Stiefelhöhe im Odenwald.
Nachbarkreise Der Rhein-Neckar-Kreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Bergstraße, Odenwaldkreis (beide in Hessen), Neckar-Odenwald-Kreis, Heilbronn und Karlsruhe (alle in Baden-Württemberg). Im Westen bildet der Rhein die Landesgrenze zum Bundesland Rheinland-Pfalz mit der kreisfreien Stadt Speyer und dem Rhein-Pfalz-Kreis, mit Ausnahme der linksrheinischen Kollerinsel, die zur Gemeinde Brühl und damit zum Rhein-Neckar-Kreis gehört. Weiterhin grenzt der Rhein-Neckar-Kreis an die Stadtkreise Mannheim und Heidelberg.
In das Kreisgebiet ragt von Norden bis zum Neckar ein schmaler Streifen, der zu Hessen gehört. Es handelt sich hierbei um die zum Landkreis Bergstraße gehörigen Gemeinden Neckarsteinach und Hirschhorn (Neckar) sowie das gemeindefreie Gebiet Michelbuch.
Flächenaufteilung
Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2015.Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung 2015
Naturschutz
Der Rhein-Neckar-Kreis besitzt folgende 51 Naturschutzgebiete. Nach der Schutzgebietsstatistik der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW)Schutzgebietsstatistik der LUBW, Stand: 23. Dezember 2024 stehen 3.063,58 Hektar der Kreisfläche unter Naturschutz, das sind 2,89 Prozent.
Altenbachtal und Galgenberg, 116,1 ha, Gemeinden Malsch, Mühlhausen, Stadt Rauenberg Altneckar Wörth-Weidenstücker, 16,7 ha (davon 5,1 ha im Rhein-Neckar-Kreis), Gemeinde Edingen-Neckarhausen Altneckarschleife-Neckarplatten, 84,9 ha, Stadt Ladenburg, Gemeinden Ilvesheim, Edingen-Neckarhausen Backofen-Riedwiesen, 147,7 ha, (davon 63,6 ha im Rhein-Neckar-Kreis), Gemeinden Brühl, Edingen-Neckarhausen Bockscheuer, 11,2 ha, Stadt Sinsheim Brombacher Tal, 18,7 ha, Stadt Eberbach Brühlwegdüne, 36,5 ha, Gemeinde Sandhausen Brühlwiesen, 4,0 ha, Stadt Sinsheim Dammstücker, 19,5 ha, Gemeinde Nußloch Elsenzaue-Hollmuthang, 58,0 ha, Gemeinde Bammental, Stadt Neckargemünd Felsenberg, 5,9 ha, Stadt Neckargemünd Feuchtgebiete am Ilvesbach, 39,41 ha, Stadt Sinsheim Frauweilerwiesen, 12,3 ha, Stadt Wiesloch Gräbenwiesen, Spechbach, Weidichberg und Birkenwald, 44,4 ha, Gemeinde Mühlhausen Hilsbacher Bruchwiesen, 19,9 ha, Stadt Sinsheim Hirschacker und Dossenwald, 128,9 ha, (davon 61,3 ha im Rhein-Neckar-Kreis), Stadt Schwetzingen Hochholz-Kapellenbruch, 263,7 ha, Städte Rauenberg und Wiesloch, Gemeinden Malsch und St. Leon-Rot Hockenheimer Rheinbogen, 640,4 ha, Stadt Hockenheim, Gemeinden Altlußheim und Ketsch Hoffenheimer Klinge, 22,3 ha, Stadt Sinsheim Kallenberg und Kaiserberg, 39,6 ha, Gemeinden Eschelbronn, Neidenstein Ketscher Rheininsel, 476,4 ha, Gemeinden Brühl, Ketsch Kranichsberg,8,4 ha, Stadt Eberbach Landschaft am Waldangelbach, 11,5 ha, Städte Rauenberg, Wiesloch Malscher Aue, 23,9 ha, Gemeinden Bad Schönborn, Malsch, Mühlhausen Mauermer und Bammentaler Elsenztal, 162,0 ha, Gemeinden Bammental, Mauer, Meckesheim Neckaraue zwischen Botzheimer Wasen und Obere Wörth, 5,5 ha, Stadt Ladenburg Neckarufer Seitelsgrund-Moosklinge, 47,3 ha, Stadt Eberbach, Gemeinde Schönbrunn Nußlocher Wiesen, 69,3 ha, Städte Leimen, Walldorf, Wiesloch, Gemeinde Nußloch Oftersheimer Dünen, 50,5 ha, Gemeinde Oftersheim Ölberg, 51,5 ha, Gemeinde Dossenheim, Stadt Schriesheim Rohrwiesen und Gänswiesen, 11,6 ha, Stadt Hemsbach, Gemeinde Laudenbach Sallengrund-Waldwiesen, 33,3 ha, Gemeinde Dielheim Sandgrube am Grafenrain, 5,3 ha, Gemeinde Mauer Sandhausener Dünen, 37,1 ha, Gemeinde Sandhausen Sauerwiesen-Fuchsloch, 60,8 ha, Gemeinde Dielheim, Stadt Wiesloch Schafhof-Teufelsloch, 34,4 ha, Stadt Hemsbach Schwetzinger Wiesen-Riedwiesen, 150,4 ha, Stadt Schwetzingen, Gemeinden Brühl und Edingen-Neckarhausen Sotten, 18,5 ha, Stadt Neckargemünd Steinbruch Kirchardter Berg, 11,3 ha, Stadt Sinsheim Steinbruch Leimen, 22,0 ha (davon 18,0 ha im Rhein-Neckar-Kreis), Stadt Leimen Steinbruch Sulzbach, 2,4 ha, Stadt Weinheim Streuobstwiesen Kleingemünd, 15,7 ha, Stadt Neckargemünd Teiche am Landgraben, 2,9 ha, Stadt Weinheim Todtenbronnen, 15,0 ha, Gemeinde Schönbrunn Unteres Schwarzbachtal, 40,3 ha, Gemeinden Eschelbronn, Meckesheim, Zuzenhausen Wagbachniederung, 222,5 ha (davon 20,6 ha im Rhein-Neckar-Kreis), Gemeinde Neulußheim Waibstädter Schwarzbachaue, 40,4 ha, Stadt Waibstadt Wendenkopf, 55,9 ha, Stadt Schriesheim Wüstnächstenbach und Haferbuckel, 8,9 ha, Stadt Weinheim Zugmantel-Bandholz, 16,0 ha, Gemeinde Sandhausen
Geschichte Der Rhein-Neckar-Kreis entstand durch die Kreisreform in Baden-Württemberg am 1. Januar 1973. Damals wurden die Altkreise Heidelberg und Mannheim mit der nördlichen Hälfte des Altkreises Sinsheim und der Gemeinde Lindach des Altkreises Mosbach zum Rhein-Neckar-Kreis vereinigt.Der Rhein-Neckar-Kreis wird 40 18. Oktober 2013 www.rnz.de Am 1. Januar 1975 erfolgte die Ausgliederung von Ziegelhausen in den Stadtkreis Heidelberg. Am 1. April 1976 wurde der Kümmelbacher Hof aus der Stadt Heidelberg aus- und in die Stadt Neckargemünd eingegliedert. Nach einer kleinen Grenzkorrektur zum Neckar-Odenwald-Kreis, die am 1. Januar 1977 wirksam wurde, erhielt der Kreis seine derzeitige Gestalt.
Historisch spielte der Rhein-Neckar-Kreis schon vor der Kreisreform in der Revolution 1848/49 eine wichtige Rolle. Von hier gingen entscheidende Impulse für den Kampf um Freiheit und Demokratie aus.
Die Altkreise Heidelberg, Mannheim und Sinsheim gehen zurück auf die ehemals badischen Bezirksämter, die im Laufe der Geschichte mehrmals verändert wurden und 1936/1939 in Landkreise überführt wurden. Gleichzeitig entstanden 1939 die Stadtkreise Heidelberg und Mannheim. Seither gehören beide Städte nicht mehr zu den jeweiligen Kreisgebieten, blieben jedoch bis 1972 Sitz der jeweiligen Kreisverwaltung.
Nach der Kreisreform wurde Heidelberg Sitz des neuen Rhein-Neckar-Kreises. Dieser umfasst nach Abschluss der Gemeindereform noch 54 Gemeinden, darunter 17 Städte und hiervon wiederum sechs „Große Kreisstädte“ (Hockenheim, Leimen, Schwetzingen, Sinsheim, Weinheim und Wiesloch). Größte Stadt ist Weinheim, kleinste Gemeinde ist Heddesbach. Mit seinen insgesamt 54 Städten und Gemeinden liegt der Rhein-Neckar-Kreis nur knapp hinter dem Alb-Donau-Kreis, der 55 Städte und Gemeinden hat. In Weinheim, Ladenburg, Neckargemünd, Sinsheim und Wiesloch befinden sich, zusätzlich zu den zahlreichen Dienststellen in Heidelberg, Außenstellen des Landratsamts.
Einwohnerstatistik mini|400x400px|Bevölkerungspyramide für den Rhein-Neckar-Kreis (Datenquelle: Zensus 2011Datenbank Zensus 2011, Rhein-Neckar-Kreis, Alter + Geschlecht.)
Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg. Es wurden nur Hauptwohnsitze berücksichtigt.
Datum Einwohner 31. Dezember 1973 447.099 31. Dezember 1975 449.602 31. Dezember 1980 463.110 31. Dezember 1985 467.597 25. Mai 1987 ¹ 465.342 31. Dezember 1990 488.017 Datum Einwohner 31. Dezember 1995 512.445 31. Dezember 2000 524.028 31. Dezember 2005 533.993 31. Dezember 2010 537.625 31. Dezember 2015 541.859 31. Dezember 2020 548.233
Konfessionsstatistik Laut der Volkszählung 2011 waren 35,5 % der Einwohner evangelisch, 33,5 % römisch-katholisch und 31,0 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Religionsgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Landkreis Rhein-Neckar-Kreis Religion, Zensus 2011. Der Anteil der Protestanten und Katholiken an der Gesamtbevölkerung ist seitdem jährlich um 1 Prozentpunkt gesunken. Gemäß dem Zensus 2022 waren 28,2 % der Einwohner evangelisch, 26,9 % katholisch, und 44,8 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Bevölkerung kompakt (Gebietsstand 15.05.2022, Religion), abgerufen am 13. August 2024.
Politik Der Landkreis wird vom Kreistag und vom Landrat verwaltet. Kreistag mini|Hauptgebäude des Landratsamtes in Heidelberg
Ergebnisse vergangener Kreistagswahlen Parteien und Wählergemeinschaften 2024 2019 Ergebnis der Kreistagswahl 2019 2014 Ergebnis der Kreistagswahl 2014 2009 Ergebnis der Kreistagswahl 2009 2004 1999 1994 1989 % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 29,4 30 26,8 27 34,17 36 34,0 38 39,7 45 42,1 46 33,6 38 35,3 50 FW Freie Wähler 17,4 18 18,0 18 19,19 20 17,7 17 – – – – – – – – SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 16,1 17 16,6 17 22,29 23 23,3 24 24,3 23 26,3 25 29,3 31 29,7 38 GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 15,116 20,5 20 13,83 15 12,2 12 11,9 12 8,8 8 13,2 14 10,3 13 AfD Alternative für Deutschland 12,4 13 7,7 8 – – – – – – – – – – – – FDP Freie Demokratische Partei 6,1 7 6,6 7 5,95 6 8,5 9 6,9 7 4,9 5 5,6 6 6,9 9 LINKE Die Linke 3,3 3 3,6 4 3,72 4 2,9 3 – – – – – – – – WMD Wählervereinigung Mehr Demokratie Weinheim 0,3 0 – – – – – – – – – – – – – – WL Weinheimer Liste – – – – 0,84 1 – – – – – – – – – – WG* Wählervereinigungen – – – – – – – – 17,2 16 17,6 16 15,9 17 15,2 20 REP Die Republikaner – – – – – – – – – – – – 1,3 1 0,8 1 Sonst. Sonstige; u. a. Weinheim Plus – – – – – – 0,4 0 – – 0,3 0 1,1 1 1,7 1 Gesamt 100 % 104 100 % 101 100 % 105 100 % 103 100 % 103 100 % 100 100 % 108 100 % 132 Wahlbeteiligung 63,4 % 62,1 % 51,5 % 53,6 % 55,9 % 55,9 % 70,6 % 66,8 % * WG: Wählervereinigungen, da sich die Ergebnisse von 1989 bis 2004 nicht auf einzelne Wählergruppen aufschlüsseln lassen.
Landrat Der Kreistag wählt den Landrat für eine Amtszeit von acht Jahren. Er ist gesetzlicher Vertreter und Repräsentant des Landkreises sowie Vorsitzender des Kreistags und seiner Ausschüsse. Er leitet das Landratsamt und ist Beamter des Kreises. Zu seinem Aufgabengebiet zählen die Vorbereitung der Sitzungen des Kreistags sowie seiner Ausschüsse. Er beruft Sitzungen ein, leitet sie und vollzieht die dort gefassten Beschlüsse. In den Gremien hat er kein Stimmrecht. Sein Stellvertreter ist der Erste Landesbeamte.
Die Landräte des Rhein-Neckar-Kreises seit 1973: 1973: Georg Steinbrenner, Amtsverweser 1973–1986: Albert Neckenauer 1986–2010: Jürgen Schütz (CDU) 2010–2026: Stefan Dallinger (CDU) seit 2026: Manuel Just (parteilos)
Wappen und Flagge 100px|rechts Beschreibung: Gespalten: vorn in Blau ein silberner, mit einem gewellten schwarzen Faden belegter Wellenbalken; hinten in Gold ein rot gekrönter, rot bezungter und rot bewehrter schwarzer Löwe.
(Wappen-Verleihung 5. November 1975)