Grünerløkka [] ist ein zentraler Stadtteil in der norwegischen Hauptstadt Oslo. Der Stadtteil hat Einwohner (Stand: ) und eine Fläche von km². Grünerløkka ist nach dem gleichnamigen Stadtviertel benannt, das am Ostufer der Akerselva liegt.
Lage Der Stadtteil Grünerløkka liegt nordöstlich des Osloer Stadtzentrums, weitgehend östlich der Akerselva. Die Uelands gate bildet die Westgrenze. Die Straße gilt auch als Grenze zwischen dem Westen und Osten der Stadt. Im Osten wird Grünerløkka von der äußeren Ringstraße (Ring 3) begrenzt.
Grünerløkka grenzt im Norden an die Stadtteile Sagene und Nordre Aker, im Osten an Bjerke, im Südosten in einem Punkt an Alna, im Süden an Gamle Oslo, im Südwesten an Sentrum und im Westen an St. Hanshaugen.
Zum Stadtteil gehören unter anderem die Stadtviertel Grünerløkka, Sofienberg, Rodeløkka, Dælenenga, Teile von Tøyen, Hasle, Keyserløkka, Sinsen, Rosenhoff und Løren.
Geschichte und Bebauung Eingemeindung des Stadtviertels Grünerløkka Das Stadtviertel Grünerløkka wurde im Jahr 1859 in Christiania, der heutigen Kommune Oslo, eingemeindet. Heute macht es nur noch den westlichen Teil des Stadtteils aus. Ab der Eingemeindung galt die Vorschrift, dass nur gemauerte Gebäude errichtet werden dürfen. Nur wenige Holzhäuser aus der Zeit vor 1859 sind erhalten geblieben.
Das Gebiet des Stadtviertels gehörte ursprünglich zum Nedre Foss gård. Der Hof wurde im Jahr 1672 vom Münzmeister Friedrich Grüner erworben. Ab 1856 wurden Teile des Hofgrunds als Baugrund verkauft. Aufgrund der Lage an der Akerselva entstanden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts viele Industriebetriebe. Geprägt ist das Viertel wie auch Sofienberg jedoch von Mietshäusern aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Entwicklung seit dem 20. Jahrhundert Viele der Bauten in den Stadtvierteln Grünerløkka und Sofienberg wurden ab Ende der 1970er-Jahre saniert. Anfang der 2000er-Jahre starteten weitreichende Gentrifizierungsprozesse im früheren Arbeiterviertel. Grünerløkka gilt als eins der bekanntesten Beispiele von Gentrifizierung in Norwegen.
Vor allem in Sinsen befinden sich viele Häuser aus der Zwischenkriegszeit. Im Süden von Tøyen befindet sich die Lille Tøyen hageby, eine Gartenstadt aus der Zeit um das Jahr 1920. In Keyserløkka und Søndre Hovin stehen viele Wohnblöcke aus den 1950er-Jahren.
Ab den 2000er-Jahren wurden die Industrie- und Gewerbegebiete zwischen der Gjøvikbanen und der äußeren Ringstraße, im Osten des Stadtteils, verstärkt in Wohnviertel umgewandelt. Auch entlang der Akerselva wurden frühere Industrie-Areale wie Vulkan und die Christiania Seildugsfabrik, in der die Kunsthochschule Oslo einzog, modernisiert.
Gründung des Stadtteils Grünerløkka Der Stadtteil Grünerløkka entstand zum 1. Januar 2004 im Rahmen einer Reform der Osloer Stadtteile. In Grünerløkka gingen der Großteil des Stadtteils Grünerløkka–Sofienberg sowie die Stadtviertel Sinsen, Løren und Hasle aus dem früheren Stadtteil Helsfyr-Sinsen auf. Das Gebiet westlich der Hausmanns gate ging von Grünerløkka–Sofienberg an St. Hanshaugen über.
Zum Zeitpunkt der Gründung war Grünerløkka der Stadtteil mit den siebtmeisten Einwohnern. In den folgenden Jahren kam es durch die Verdichtung der Wohngebiete, insbesondere in Løren, zu einem größeren Wachstum. Im Jahr 2017 wurde Grünerløkka der einwohnerreichste Stadtteil Oslos.
Verkehr Schienenverkehr mini|Haltepunkt Tøyen an der Gjøvikbanen Durch das Stadtviertel führt in Nord-Süd-Richtung die Gjøvikbanen. Die Bahnstrecke verläuft zwischen Gjøvik und dem Osloer Hauptbahnhof. In Tøyen befindet sich seit 1904 ein Haltepunkt.
In Grünerløkka liegen an der Linie 5 die U-Bahnhöfe Carl Berners plass und Hasle sowie der U-Bahnhof Løren an der Linie 4. Der U-Bahnhof Tøyen, der von den Linien 1, 2, 3, 4 und 5 angefahren wird, liegt kurz hinter der Grenze zu Gamle Oslo.
Neben den beiden U-Bahn-Linien führen auch zwei Straßenbahn-Trassen durch Grünerløkka. Eine Trasse führt weitgehend über den Trondheimsveien und quert den Carl Berners plass. Die zweite Trasse verläuft weiter westlich durch das Stadtviertel Grünerløkka.
Straßenverkehr Im Osten des Stadtteils verläuft die äußere Ringstraße, der Riksvei 150. An der Nordostgrenze des Viertels befindet sich das Sinsenkrysset. Dort kreuzt die Ringstraße den Trondheimsveien, eine der Haupteinfahrtsstraßen aus dem Nordosten.
Am Carl Berners plass treffen der Trondheimsveien und der zweite Ring aufeinander.
Kultur, Sehenswürdigkeiten und Bildung mini|alt=Foto einer steinern Brücke, die über einen kleineren Fluss führt. Im Hintergrund ist eine Kirche und städtische Bebauung zu sehen.|Blick auf die Ankerbrua In Grünerløkka liegen mehrere große Parkanlagen. Zu diesem gehören der Tøyenparken, der Sofienbergparken und Birkelunden. In Tøyen befinden sich der Botanische Garten Oslo (Botanisk hage) und das Botanische Museum der Stadt.
An der Storgata 36 befindet sich die denkmalgeschützte Gebäudeanlage Prinds Christian Augusts Minde mit dem ältesten Gebäudeteil, den Mangelsgården. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Ankerbrua, eine Brücke über die Akerselva, und die Aamodt-Brücke, eine Hängebrücke für Fußgänger.
In Grünerløkka ist die Architektur- und Designhochschule Oslo sowie die Kunsthochschule Oslo (Kunsthøgskolen) beheimatet.
Name Der Stadtteil erhielt seinen Namen durch das gleichnamige Stadtviertel. Dieses ist nach Friedrich Grüner benannt. Grüner betrieb ab 1672 die Nedre Foss mølle, eine Mühle an der Akerselva, zu der Gebiete östlich des Flusses gehörten.
Weblinks
Stadtteil Grünerløkka im Store norske leksikon (norwegisch) Stadtteil Grünerløkka im Oslo byleksikon (norwegisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Stadtteil von Oslo