Die Elektrotriebwagen der Baureihe ET 56, ab 1968 Baureihe 456 der Deutschen Bundesbahn, wurden für Nahschnellverkehrszüge im süddeutschen Raum konzipiert. Sie bestanden aus zwei Triebwagen und einem kurzgekuppelten Mittelwagen. Der Zug führte die erste und zweite Wagenklasse. Eingestellt wurden Fahrzeuge unter der Bauartbezeichnung ET 56 (Triebwagen) bzw. EM 56 (Mittelwagen). Eingesetzt wurden sie vorwiegend im Stuttgarter Vorortverkehr sowie rund um Heidelberg.

Entwicklung mini|links|ET 56 auf der Münchner Verkehrsausstellung 1953 mini|links|hochkant|Der letzte eingesetzte 456 war zweifarbig (rot und ozeanblau/beige), 1986

Technisch galt der ET 56 als Übergangsbaureihe von Vorkriegs- zu Nachkriegskonstruktionen. Die Technik basierte in vielen Punkten noch auf der Technologie der Vorkriegsbaureihen ET 25, ET 31/32 und insbesondere ET 55. So wurden Motoren und Transformatoren kriegsbeschädigter Triebwagen dieser Baureihen verwendet. Das Erscheinungsbild entsprach dagegen dem der jungen Bundesbahn, wie es auch die V 200, der VT 085 und der ETA 176 zeigten. Der Führerstand lag etwas niedriger als beim VT 085, was sich in größeren Stirnfenstern äußerte. Die gleiche Kopfform wurde auch im später gebauten ET 30 verwendet.

Geschichte 1968 wurden die Nummern der Trieb- und Beiwagen auf die neue UIC-Baureihenbezeichnung 456 (bzw. 856 für die antriebslosen Mittelwagen) umgestellt. 1970 wurden alle Triebwagen nach Heidelberg umstationiert. Um sie dort besser einsetzen zu können, wurden die Tatzlagerantriebe überarbeitet und die Übersetzung geändert, so konnten sie 110 km/h erreichen.

Ursprünglich waren die Wagenkästen rot, die Dächer grau und die Schürze schwarz lackiert. Um die Stirnfenster zog sich, wie bei den Dieseltriebwagen, ein schwarzes Band. Dieses verschwand aber in den 1970er Jahren. Das in den späten 1970er Jahren übliche ozeanblau-beige Farbkleid erhielt nur der 456 106. Beheimatet waren die Triebwagen stets in Tübingen und Heidelberg.

Konstruktive Merkmale Die Wagenkästen waren als selbsttragende Röhren ausgeführt. Sie hatten Schürzen und eine geschlossene Bodenwanne, in der die elektrischen Aggregate untergebracht waren. Die Drehgestelle hatten geschweißte Blechträgerrahmen. Die Wagen einer Einheit waren kurzgekuppelt und hatten Scharfenbergkupplungen an den Stirnfronten, mit deren Hilfe mehrere Einheiten zu längeren Zugverbänden gekuppelt werden konnten.

Verbleib Es ist keine Einheit erhalten geblieben.

Literatur Thomas Estler: Baureihe ET 30/ET 56, Transpress, Stuttgart 2000, ISBN 3-613-71139-7. Alfred B. Gottwaldt: 100 Jahre deutsche Elektro-Lokomotiven. Franckh’sche Verlagshandlung, Stuttgart 1979, ISBN 3-440-04696-6.

Weblinks

Die Baureihe ET 56 auf triebwagenarchiv.de (Fahrzeugchroniken, Daten, Fotos) Baureihe 456

ET 056 Kategorie:Elektrotriebwagen für Wechselstrom 15 kV 16,7 Hz Kategorie:Schienenfahrzeug (Waggonfabrik Fuchs) Kategorie:Schienenfahrzeug (Maschinenfabrik Esslingen)