Verliebt in Berlin (kurz: „ViB“) ist eine deutsche Telenovela, die vom 28. Februar 2005 bis zum 12. Oktober 2007 in Sat.1 von Montag bis Freitag um 19:15 Uhr ausgestrahlt wurde.

Verliebt in Berlin wurde von der Grundy UFA TV Produktions GmbH in Zusammenarbeit mit Phoenix Film Karlheinz Brunnemann GmbH & Co. Produktions KG produziert. Sie basierte auf der kolumbianischen Telenovela Yo soy Betty, la fea. Es existiert ebenfalls ein Fernsehfilm zur Serie. Die Telenovela wurde nach der zweiten Staffel mangels Erfolg eingestellt.

Seit Mai 2012 strahlt der digitale Bezahlfernsehsender SAT.1 emotions und der frei empfangbare Sender Sat.1 Gold die gesamten Folgen von Verliebt in Berlin in unregelmäßigen Abständen wieder aus.

Handlung Staffel 1 mini|hochkant|Alexandra Neldel spielt Lisa Plenske. Die junge und als unscheinbar beschriebene Elisabeth „Lisa“ Plenske wächst in dem (fiktiven) Ort Göberitz in der Nähe von Berlin auf. Ihr Vater Bernd arbeitet zunächst im Baustoffhandel, später als Hausmeister der Familie Seidel. Ihre Mutter Helga, anfänglich Hausfrau, ist im Catering von Kerima Moda, einem erfolgreichen Modeunternehmen, tätig. Nach einem glänzenden Abitur und einer Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau zieht es Lisa in die Großstadt Berlin. Als sie nach anfänglichen Schwierigkeiten bei Kerima Moda Arbeit findet, macht sie zunächst nur als Aushilfskraft im Catering auf sich aufmerksam. Umso mehr stört es die Mitarbeiter, dass Lisa bereits nach kurzer Zeit persönliche Assistentin des neuen Geschäftsführers David Seidel wird. Obwohl dieser anfangs kaum die Qualitäten seiner neuen Hilfskraft erkennt und Lisa von einem Fettnäpfchen in das nächste schickt, verliebt sie sich prompt unglücklich in ihren Vorgesetzten. Lisa findet vor allem Halt bei ihrem ehemaligen Schulfreund, dem Kioskbesitzer Jürgen Decker, der ihr auch in schwierigen Situationen mit Rat und Tat zur Seite steht. Nicht zuletzt dank seiner Unterstützung gewinnt Lisa stetig an Selbstbewusstsein und macht schließlich doch noch Karriere, als sie zunächst Geschäftsführerin der Tochterfirma B.Style und letztlich sogar Mehrheitseignerin und Geschäftsführerin von Kerima Moda wird.

Parallel dazu gelingt es Lisa über ihre gemeinsame geschäftliche Beziehung hinweg, auch eine innige Freundschaft zu David aufzubauen. Schließlich verliebt er sich in sie, wird jedoch von seinem rachsüchtigen Halbbruder Richard entführt. Nachdem er von der verzweifelten Lisa befreit werden kann, leidet er unter einem schweren Trauma, das ihm eine Beziehung zu Lisa unmöglich erscheinen lässt. Stattdessen möchte er die Welt umsegeln. Lisa gibt daraufhin dem Werben Robert Konrad „Rokko“ Kowalski nach und möchte diesen auch heiraten. David erwacht gerade noch rechtzeitig aus seiner Trance, um zu begreifen, dass er dabei ist, Lisa für immer zu verlieren und macht ihr ebenfalls einen Antrag. Doch Lisa lehnt ab. Sie ist entschlossen, Rokko zu heiraten. Am Tag der Trauung zögert sie jedoch vor dem Ja-Wort. Als die Zeremonie von einem Schuss unterbrochen wird und Lisa den von Richard von Brahmberg scheinbar angeschossenen David vor der Kirche vorfindet, erkennt sie, dass sie David immer noch liebt. Die beiden lassen sich sofort trauen. Anschließend segeln Lisa und David mit dessen Boot nach Tahiti.

Spielfilm

Staffel 2 mini|hochkant|Laura Osswald spielt Hannah Refrath. Bruno Lehmann, Lisas unbekannter Halbbruder, kommt nach Berlin, um nach der Flucht aus seiner (fiktiven) Heimatstadt Kahlene endlich seinen Vater Bernd kennenzulernen. Er verliebt sich in die verheiratete Jungdesignerin Nora Lindbergh. Nachdem es ihm jedoch endlich gelungen ist, ihr Herz zu erobern, muss sie erkennen, dass sie in Wahrheit nur die Erinnerung an ihre verstorbene große Liebe in ihm sieht. Sie trennt sich von ihrem Mann und kehrt nach Italien zurück, um sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen.

Wenig später kehrt Hannah Refrath, eine begabte Jungdesignerin, die am Ende der ersten Staffel die Serie verließ, nach Berlin zurück und verliebt sich sofort in Bruno. Doch dieser hat inzwischen nur noch Augen für Davids jüngere Schwester Kim. Als Bruno und Kim schließlich ein Paar werden und heiraten wollen, begreift Bruno jedoch, dass sein Herz tatsächlich Hannah gehört, und er bläst die Hochzeit ab. Kim unternimmt daraufhin einen vorgetäuschten Suizidversuch, der sie jedoch in tatsächliche Gefahr bringt. Anschließend täuscht sie bei Bruno vor, von ihm schwanger zu sein. Hannah gibt ihn daraufhin frei, um für seine Familie da zu sein. Doch Bruno erfährt bald, dass Kim ihn belogen hat und ihr Noch-Ehemann Paolo in Wahrheit Vater ihres Kindes ist. Er trennt sich abermals. Derweil hat Hannah sich dazu entschlossen, mit ihrem neuen Freund Jan nach Los Angeles zu gehen, wovon sie jedoch absieht, als ihr abermals bewusst wird, wie sehr sie Bruno liebt.

Am vereinbarten Treffpunkt gerät Hannah jedoch in Kims Entführung durch Paolo und einem Gehilfen. Beide Frauen werden zusammen in einem alten Puppenlager im Kerima-Hochhaus gefangen gehalten. Während der ahnungslose Bruno verzweifelt seine Freundin sucht, kann diese Kim durch einen Trick befreien, da sie ihr den Kopf rasiert. Als Hannah schließlich kämpfend mit Paolo gefunden wird, schießt sie versehentlich Bruno an. Doch eine beherzte Aktion Hannahs rettet ihn und Paolo stirbt bei einem Sturz in einen Aufzugschacht. Wenig später heiraten die beiden. Nach der Hochzeit von reist das Paar zu David und Lisa nach Tasmanien, wo Letztere inzwischen Mutter eines Mädchens geworden ist. Hannah erfährt unterdessen von ihrer Mutter, dass ihre Cousine Jenny von zuhause ausgerissen ist. Keiner weiß, wo sie steckt. Sie bittet Hannah, sie bei der Suche nach Jenny zu unterstützen. Hannah findet Jenny, die sich bei einer Musicalschule beworben hat und auch aufgenommen wurde.

Hintergrund Entstehung und Besetzung Verliebt in Berlin basiert auf einer Idee der Berliner Phoenix Film. Bereits im Jahr 2004 lud der Phoenix-Chef Markus Brunnemann Sat.1-Verantwortliche rund um den Geschäftsführer Roger Schawinski zu einer Präsentation ein, um das Potenzial von Telenovelas und deren Hintergrund zu erörtern. Schawinski zweifelte zunächst daran, dass sich die melodramatischen Erzählelemente der ihm bekannten südamerikanischen Telenovelas angesichts der geringeren gesellschaftlichen Konflikte auf den deutschsprachigen Raum übertragen ließen. Brunnemann präsentierte daraufhin Ausschnitte der kolumbianischen Telenovela Yo soy Betty, la fea, die in den Jahren 1999 bis 2001 produziert worden war und sich nach Verkauf zum internationalen Quotenerfolg entwickelt hatte. Sie erzählte von der äußerlich unscheinbaren Assistentin Betty, die sich in der ihr fremden Modewelt ausgerechnet in ihren attraktiven Chef verliebt. Sat.1 gefiel die kitschreduzierte Tonalität der originalen Vorlage, deren „Stimmung in einer als real erlebten Business-Welt mit Mobbing, Arbeitslosigkeit, Karrierismus und Nepotismus einen Bezug zur Alltagswirklichkeit“ lieferte. Schon wenig später beauftragte man die Grundy UFA mit der Produktion der Serie und widmete sich zugleich der Lizenzierung der Sendung, in der sich die kolumbianischen Verantwortlichen als hartnäckig erweisen sollten. Da die wortwörtlich Übersetzung des Originaltitels (Ich bin Betty, die Hässliche) Sat.1 missfiel, wurde überdies nach einem neuen Namen für die Telenovela gesucht. Marktforschungsergebnisse machten Alles nur aus Liebe zum eindeutigen Favoriten unter den eingereichten Vorschlägen. Sat.1 begann daraufhin, die Produktion unter dem Titel in den Medien zu bewerben. Aufgrund der in Fankreisen üblichen Abkürzung des Titels fürchtete man später jedoch, sich mit ANAL und der gedanklichen Verknüpfung zu Analverkehr zu blamieren, und so wurde die Serie nach Vorschlag einer Mitarbeiterin kurz vor Sendestart in Verliebt in Berlin umbenannt.AerzteZeitung.de: ‚Alles nur aus Liebe‘ – ein schlechter Titel. 22. November 2004.

Bei der Besetzung der Hauptrollen nahm man sich weitestgehend die Originaldarsteller von Yo soy Betty, la fea zum Vorbild. Gemäß Betty-Darstellerin Ana María Orozco hielt man für die Rolle der Lisa Plenske nach einer attraktiven Schauspielerin Ausschau, die nicht nur komödiantisches Talent hatte, sondern auch mit der industriellen Produktion einer täglichen Serie vertraut war und überdies bereits ein etabliertes Gesicht bei Daily-Soap-Zuschauern war. Erste Wahl war Alexandra Neldel, die von 1996 bis 1999 in einer gänzlich anderen Rolle in der RTL-Soap Gute Zeiten, schlechte Zeiten mitgewirkt hatte. Neldel trug in ihrer Rolle einen Fettanzug sowie Brille, Perücke und Zahnspange. Über die Besetzung der Rolle des David Seidel war hingegen noch bis zum Tag vor Drehbeginn keine Entscheidung gefallen. Erst spät in der Vorproduktion waren die Produzenten auf den bis dato vorwiegend unbekannten Schweizer Schauspieler Mathis Künzler aufmerksam geworden. Um ihn verpflichten zu können, wurde Künzler während der ersten Produktionswochen via Privatjet aus Zürich eingeflogen, wo er parallel zu den Dreharbeiten ein zuvor eingegangenes Theaterengagement vertragsgemäß zu Ende brachte.

Produktion mini|Gedreht wurde Verliebt in Berlin an rund zwanzig Sets im Studio Berlin Adlershof in Treptow-Köpenick. Die Grundy UFA TV Produktions GmbH und Phoenix Film ließen für die Produktion in zwei Hallen des Studio Berlin Adlershof eigens rund zwanzig Sets entstehen. Anfänglich sollten dort 225 Episoden hergestellt und die Telenovela folglich während eines Jahres ausgestrahlt und genretypisch mit Happy End beendet werden. Wie Schawinski später äußerte, verpasste man bei Sat.1 jedoch den rechtzeitigen Produktionsbeginn des angedachten Nachfolgeformats Schmetterlinge im Bauch. Um die Entwicklung des neuen Programms als auch die hohen Marktanteile zur gewohnten Sendezeit weiterhin sichern zu können, beschloss man daher aufgrund des anhaltenden Erfolges des Formats, Verliebt in Berlin um weitere sechs Monate auf insgesamt 364 Episoden zu verlängern. Alexandra Neldel erklärte sich erst nach Erhöhung ihrer Gage bereit, weiterhin am Projekt mitwirken zu wollen. Zuvor gab sie in der Talkshow Beckmann an, an einer Fortsetzung nicht interessiert zu sein, da die Geschichte um die Serienfigur Lisa auserzählt sei. Mathis Künzler ließ sich ferner nur erneut verpflichten, nachdem ihm vertraglich zugesichert worden war, dass er eine achtwöchige Babypause erhalten würde. Um seine lange Abwesenheit zu erklären, erfanden die Autoren der Telenovela eigens einen neuen Handlungsstrang, in dem er in seiner Rolle als David entführt wurde.