Wilhelm Eduard Carl Richard Ritter von Kaufmann-Asser (* 16. Mai 1888 in BerlinGeburtsregister Standesamt Berlin 3, Nr. 870/1888; † 21. Oktober 1959 ebendaSterberegister Standesamt Charlottenburg von Berlin, Nr. 3197/1959) war ein deutscher Arzt und Filmproduzent.
Leben Der gebürtige Berliner, Sohn des Kunstsammlers und Geheimen Regierungsrats im Finanzministerium Richard von Kaufmann, hatte nach dem Besuch eines humanistischen Gymnasiums in seiner Heimatstadt Medizin studiert und mit dem Staatsexamen abgeschlossen. Als approbierter Arzt führte er zunächst seine eigene Praxis und avancierte später zum Leiter des Sanatoriums Wiggers Kurheim in Partenkirchen. Sein Bruder war der Diplomat Heinrich von Kaufmann-Asser.
Kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs lernte er den Stummfilmstar Henny Porten kennen und heiratete sie am 24. Juli 1921Heiratsregister Standesamt Berlin 3, Nr. 582/1921. Zuvor hatte er am 7. Oktober 1915 in erster Ehe Lisbeth Oloff (* 7. Januar 1895 in Bremen) in Bremen geheiratet; die Ehe wurde am 16. Juni 1921 in München geschieden. Kaufmann beendete vorübergehend seine Tätigkeit als Arzt und wurde Leiter der Produktionsfirma seiner Frau, der Henny-Porten-Film GmbH Berlin. In den folgenden zehn Jahren (bis 1931), in denen Henny Porten noch einmal eine beträchtliche Anzahl an Filmerfolgen aufweisen konnte, übernahm Kaufmann die Funktion eines Produzenten bzw. Produktionsleiters.
Infolge der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde Wilhelm von Kaufmann als „Halbjude“ mit Berufsverbot belegt. Trotz Drucks seitens der Goebbels-Behörde auf seine Frau weigerte sich Henny Porten bis zuletzt beharrlich, sich von Kaufmann scheiden zu lassen und musste daraufhin einen beträchtlichen Karriereeinbruch hinnehmen.
Nach Kriegsende arbeitete von Kaufmann im schleswig-holsteinischen Ratzeburg in einem Behelfskrankenhaus für ostdeutsche Flüchtlinge, zeitweise mit seiner als Schauspielerin unterbeschäftigten Frau als Hilfskraft. Seit 1957 wieder in Berlin ansässig, lebte das Ehepaar die verbleibenden Lebensjahre in wirtschaftlich äußerst schwierigen Verhältnissen.
mini|hochkant|Inschriftentafel für Mitglieder der Familie Kaufmann an der Kapelle des KWG-Friedhofs Wilhelm von Kaufmann starb 1959 im Alter von 71 Jahren in Berlin. Beigesetzt wurde er in der Gruft der Familie Kaufmann im Untergeschoss der Friedhofskapelle auf dem Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Friedhof in Charlottenburg (heutiger Ortsteil Berlin-Westend). Hier hatten zuvor bereits seine Eltern Richard (1849–1908) und Marie von Kaufmann geb. Eltzbacher (1860–1934) ihre letzte Ruhestätte gefunden. Später wurden an gleicher Stelle auch seine Gattin Henny Porten (1890–1960) und seine Schwester Emilie Rintelen geb. von Kaufmann (1884–1970) beigesetzt. Nur eine einfache Inschriftentafel mit Ornamentrahmung an der Südmauer der Kapelle erinnert an die Toten der Familie Kaufmann.Hans-Jürgen Mende: Lexikon Berliner Begräbnisstätten. Pharus-Plan, Berlin 2018, ISBN 978-3-86514-206-1, S. 475–476, 479.
Filmografie 1921: Hintertreppe 1921: Die Geierwally 1921: Frauenopfer 1922: Sie und die Drei 1923: Inge Larsen 1924: Kammermusik 1925: Das Abenteuer der Sybille Brant 1925: Tragödie 1926: Rosen aus dem Süden 1926: Wehe, wenn sie losgelassen 1926: Die Flammen lügen 1927: Violantha 1927: Meine Tante – Deine Tante 1927: Die große Pause 1928: Liebe und Diebe 1928: Lotte 1928: Zuflucht 1928: Liebe im Kuhstall 1929: Die Frau, die jeder liebt, bist Du! 1929: Mutterliebe 1929: Die Herrin und ihr Knecht 1930: Skandal um Eva 1930: Kohlhiesels Töchter 1931: 24 Stunden aus dem Leben einer Frau 1931: Luise, Königin von Preußen
Literatur Kay Weniger: Zwischen Bühne und Baracke. Lexikon der verfolgten Theater-, Film- und Musikkünstler 1933 bis 1945. Mit einem Geleitwort von Paul Spiegel. Metropol, Berlin 2008, ISBN 978-3-938690-10-9, S. 395. Kurt Mühsam, Egon Jacobsohn: Lexikon des Films, Berlin 1926, S. 93
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