Ophiacodon ist eine ausgestorbene Gattung der frühesten Synapsiden („Pelycosauria“) und gehört zu deren am besten bekannten Vertretern. Fossile Überreste stammen unter anderem aus dem Unterperm von Nord-Texas. Der Name bedeutet ins Deutsche übersetzt „Schlangenzahn“.

Beschreibung Ophiacodon waren sehr große Pelycosaurier, die 1,5 bis 2,5 Meter, spätere Formen bis zu 3,60 Meter lang wurden und wahrscheinlich zwischen 30 und 50 Kilogramm wogen. Die einzelnen Arten hatten bis zu ihrem Aussterben im Unteren Perm ständig an Körpergröße zugenommen.

Sie besaßen einen hoch aufragenden Schädel, der seitlich abgeflacht war. Der Kiefer nahm drei Fünftel der Schädellänge ein und war schmal, hoch und mit scharfen, relativ gleichförmigen Zähnen bestückt. Das Fehlen von großen Reißzähnen und die geringe Verknöcherung der Hand- und FußgelenkeRobert L. Carroll: Paläontologie und Evolution der Wirbeltiere, Seite 379, Thieme, Stuttgart (1993), ISBN 3-13774-401-6 führte zu der Annahme, dass sich Ophiacodon von Fischen ernährte und aquatisch in Flüssen und Seen lebte. Allerdings spricht der hohe Schädel gegen eine solche Lebensweise.

Charaktermerkmale Abgeflachte Finger- und Zehenknochen Augenorbital sehr hoch am Schädel Dem Supraoccipitale fehlt die seitliche Ausdehnung über das posttemporale Fenster. Oberhalb der Eckzähne des Oberkiefers befindet sich ein aufstrebender Vorsprung. Der Bereich vor der Zahnreihe am Flügelbein ist zahnlos. Die Rückenwirbel spannen zwischen dem Rippenhöcker und dem Rückenköpfchen des Wirbelkopfendes eine Knochenschicht auf.

Fundorte Die Funde von Ophiacodon sind (bisher) auf Nordamerika und Europa beschränkt: England: Kenilworth-Brekzie – CisuraliumUnterpermische Pelycosaurier aus den englischen Midlands (PDF; 1,6 MB) Frankreich: Unteres Perm von Autun – Ophiacodontiden Vereinigte Staaten: Arizona: Cutler-Formation – Cisuralium Colorado: Cutler-Formation – Cisuralium Kansas: Fort-Riley-Kalk, Chase-Gruppe – Cisuralium New Mexico: Cutler-Formation – Cisuralium Ohio: Green-Formation, Dunkard-Gruppe – CisuraliumJohn J. Stephens, Ophiacodon aus Ohio (PDF; 1,0 MB) Oklahoma: Ada-Formation – Pennsylvanium, Clyde-Formation, Wellington-Formation – Cisuralium Texas: Admiral-Formation, Belle-Plains-Formation, Clyde-Formation, alle Teil der Wichita-Gruppe – Cisuralium Utah: Cutler-Formation – Cisuralium

Systematik Die sehr spezialisierte Gattung Ophiacodon gehört zur Familie der Ophiacodontidae, sie ist relativ artenreich: Liste der Pelycosauriertaxa

Ophiacodon grandis Ophiacodon hilli Romer, 1925 Ophiacodon major Romer & Price, 1940 Ophiacodon mirus Marsh, 1878 – Typart Ophiacodon navajovicus Case, 1907 Ophiacodon retroversus Cope, 1878 Ophiacodon uniformis Cope, 1878

Synonyme Es bestehen mehrere Synonymbezeichnungen: Arribasaurus Diopaeus Poliosaurus Theropleura Therosaurus Winfeldia

Siehe auch Evolution der Säugetiere

Literatur Michael J. Benton: Paläontologie der Wirbeltiere. 2007, ISBN 3899370724 Thomas S. Kemp: The Origin & Evolution of Mammals. Oxford University Press, Oxford 2005. ISBN 0198507615.

Einzelnachweise

Weblinks

Palæos Ophiacodon

Kategorie:Synapsiden Kategorie:Synapsida