U 37 war ein U-Boot vom Typ IX A, das im Zweiten Weltkrieg von der deutschen Kriegsmarine im Nord- und Mittelatlantik eingesetzt wurde.

Geschichte Der Auftrag für das Boot wurde am 29. Juli 1936 an die Werft Deschimag AG Weser, Bremen vergeben. Die Kiellegung erfolgte am 15. März 1937, der Stapellauf am 14. Mai 1938, die Indienststellung unter Kapitänleutnant Heinrich Schuch am 4. August 1938.

Das Boot gehörte von seiner Indienststellung bis zum 31. Dezember 1939 als Einsatz- bzw. Frontboot zur U-Flottille „Hundius“ in Kiel. Im April und Mai 1939 führte es zusammen mit U 29, U 30, U 31 und U 34 Tauch- und Geleitübungen zwischen Portugal und den Azoren durch.

Bei der Neugliederung der U-Flottillen kam U 37 vom 1. Januar 1940 bis zum 30. April 1941 als Frontboot zur 2. U-Flottille in Wilhelmshaven. Ab 1. Mai 1941 diente es als Schulboot bei der 26. U-Flottille in Pillau, dann ab 1. April 1942 als Schulboot bei der 22. U-Flottille in Gotenhafen und schließlich vom 1. Juli 1944 bis zum 3. Mai 1945 als Erprobungsboot bei der 4. U-Flottille in Stettin.

U 37 unternahm elf Einsätze, auf denen es 55 Schiffe (darunter zwei Kriegsschiffe) mit einer Gesamttonnage von 202.528 BRT versenkte.

Einsatzstatistik Erste Unternehmung Das Boot lief am 19. August 1939 um 0.00 Uhr von Wilhelmshaven aus und am 15. September 1939 um 13.17 Uhr wieder dort ein. Auf dieser Unternehmung in den Nordatlantik, westlich Irland und in Höhe Gibraltar wurden keine Schiffe versenkt oder beschädigt.

Zweite Unternehmung Das Boot lief am 5. Oktober 1939 um 8.00 Uhr von Wilhelmshaven aus und am 8. November 1939 um 9.58 Uhr wieder dort ein. Auf dieser Unternehmung im Nordatlantik wurden acht Schiffe mit 35.306 BRT versenkt.

8. Oktober: Versenkung des schwedischen Dampfers Vistula (1.018 BRT) durch Artillerie. Das Schiff hatte Stahlwaren und Holzprodukte geladen und befand sich auf dem Weg von Göteborg nach Kingston upon Hull. Es gab neun Tote. 12. Oktober: Versenkung des griechischen Dampfers Aris (4.810 BRT) () durch einen Torpedo. Der Dampfer fuhr in Ballast und war auf dem Weg von Troon nach Hampton. Es gab zwei Tote. 15. Oktober: Versenkung des französischen Dampfers Vermont (5.186 BRT) () durch Torpedo und Artillerie. Der Frachter fuhr in Ballast und war auf dem Weg nach New Orleans. Es gab zwei Tote. 17. Oktober: Versenkung des britischen Dampfers Yorkshire (10.184 BRT) () durch zwei Torpedos. Das Schiff hatte Frachtgut und 151 Passagiere an Bord und befand sich auf dem Weg von Rangun nach Liverpool. Es gehörte zum Konvoi HG-3. 25 Besatzungsmitglieder und 33 Passagiere wurden getötet, 160 Mann der Besatzung und 118 Passagiere wurden gerettet. 24. Oktober: Versenkung des britischen Dampfers Menin Ridge (2.474 BRT) () durch einen Torpedo. Der Dampfer hatte 4.200 t Eisenerz geladen und befand sich auf dem Weg von Djidjelli (Algerien) nach Port Talbot. Es gab 20 Tote und fünf Überlebende. 24. Oktober: Versenkung des britischen Dampfers Ledbury (3.528 BRT) () durch Artillerie. Der Dampfer hatte 5.800 t Bauxit an Bord und befand sich auf dem Weg von Toulon nach Burntisland. Es gab keine Menschenverluste. 24. Oktober: Versenkung des britischen Dampfers Tafna (4.413 BRT) () durch einen Torpedo. Der Dampfer hatte 6.900 t Eisenerz geladen und befand sich auf dem Weg von Benisaf (Algerien) nach London. Es gab zwei Tote und 31 Überlebende. 30. Oktober: Versenkung des griechischen Dampfers Thrasyvoulos (3.693 BRT) () durch einen Torpedo. Das Schiff hatte 2.158 t Anthrazit und 3.450 t Nüsse an Bord und war auf dem Weg von Swansea nach Halifax. Es gab 22 Tote.

Dritte Unternehmung Das Boot lief am 28. Januar 1940 um 8.18 Uhr von Wilhelmshaven aus und am 27. Februar 1940 um 17.10 Uhr wieder dort ein. Auf dieser Fahrt wurde der deutsche Geheimagent Ernst Weber-Drohl zur Kontaktaufnahme mit der IRA an der irischen Küste abgesetzt. Auf dieser Unternehmung im Nordatlantik wurden acht Schiffe mit 24.539 BRT versenkt.

4. Februar: Versenkung des norwegischen Dampfers Hop (1.365 BRT) () durch einen Torpedo. Der Dampfer fuhr in Ballast und war auf dem Weg von Bergen zum Tyne. Die gesamte Besatzung von 18 Mann kam ums Leben. 4. Februar: Versenkung des britischen Dampfers Leo Dawson (4.330 BRT) () durch einen Torpedo. Der Frachter hatte Eisenerz geladen und befand sich auf dem Weg von Narvik nach Immingham. Es war ein Totalverlust mit 35 Toten. 10. Februar: Versenkung des norwegischen Dampfers Silja (1.259 BRT) () durch einen Torpedo. Der Frachter hatte eine unbekannte Ladung und befand sich auf dem Weg von Trapani über Gibraltar nach Bergen. Es war ein Totalverlust mit 17 Toten. 11. Februar: Versenkung des britischen Fischdampfers Togimo (290 BRT) () durch Artillerie. Der Dampfer hatte 15 t Fischfett geladen. Es gab einen Toten. 15. Februar: Versenkung des dänischen Dampfers Aase (1.206 BRT) () durch einen Torpedo. Der Dampfer hatte Früchte geladen und befand sich auf dem Weg von Valencia nach Bristol. Es gab 15 Tote und einen Überlebenden. 17. Februar: Versenkung des britischen Dampfers Phyrrus (7.418 BRT) () durch einen Torpedo. Der Dampfer hatte 4.000 t Frachtgut, darunter Whisky, geladen und befand sich auf dem Weg von Glasgow über Liverpool nach Manila. Das Schiff gehörte zum Konvoi OG-18. Es gab acht Tote und 79 Überlebende. 18. Februar: Versenkung des griechischen Dampfers Ellin (4.917 BRT) durch einen Torpedo. Das Schiff hatte Kohle geladen und befand sich auf dem Weg von Cardiff nach Piräus. Es gab keine Menschenverluste. 18. Februar: Versenkung des französischen Dampfers P.L.M. 15 (3.754 BRT) () durch einen Torpedo. Er hatte eine unbekannte Ladung und befand sich auf dem Weg von Oran in einen unbekannten Hafen. Das Schiff gehörte zum Konvoi RS 10.

Vierte Unternehmung Das Boot lief am 30. März 1940 um 8.30 Uhr von Wilhelmshaven aus und am 18. April 1940 um 10.20 Uhr wieder dort ein. Auf dieser Unternehmung in der Nordsee, dem Nordatlantik, dem Nordmeer und östlich der Shetlandinseln wurden drei Schiffe mit 18.715 BRT versenkt.

10. April: Versenkung des schwedischen Tankers Sveaborg (9.076 BRT) () durch zwei Torpedos. Er hatte 4.500 t Diesel, 2.000 t Heizöl und 6.500 t Leichtöl geladen und befand sich auf dem Weg von Curaçao nach Göteborg. Es gab fünf Tote und 29 Überlebende. 10. April: Versenkung des norwegischen Dampfers Tosca (5.128 BRT) () durch einen Torpedo. Er hatte 2.000 t Zink, 2000 t Korbwaren und 1.000 t Früchte geladen und war auf dem Weg von Talcahuano nach Eitreim. Es gab zwei Tote und 32 Überlebende. 12. April: Versenkung des britischen Dampfers Stancliffe (4.511 BRT) durch einen Torpedo. Er hatte 7.200 t Eisenerz geladen und befand sich auf dem Weg von Narvik nach Middlesbrough und Immingham. Es gab 21 Tote – unter ihnen der Kapitän Sudbury – und 16 Überlebende. Kommandant Hartmann nahm einen Überlebenden an Bord, um ihn zu verhören. Nach eingehender Befragung wurde dem Mann eine Flasche Rum und einige Zigaretten übergeben, dann wurde er in ein Rettungsboot gesetzt. Die Überlebenden der Stancliffe erreichten die schottische Insel Unst, größte der Shetland-Inseln, auf Höhe der Ortschaft Haroldswick.Ian M. Malcolm: Shipping Company Losses of the Second World War. Book II. Moira Brown, Dundee 2020, ISBN 978-1-65661-255-7, S. 121.

Fünfte Unternehmung Das Boot lief am 15. Mai 1940 um 15.00 Uhr von Wilhelmshaven aus und kehrte am 9. Juni 1940 um 10.15 Uhr wieder dorthin zurück. Auf dieser Unternehmung im Nordatlantik, nordwestlich von Kap Finisterre, wurden neun Schiffe mit 34.043 BRT versenkt und zwei Schiffe mit 16.900 BRT beschädigt.

19. Mai: Versenkung des schwedischen Motorschiffs Erik Frisell (5.066 BRT) () durch einen Torpedo und Artillerie. Es hatte Getreide geladen und befand sich auf dem Weg von Buenos Aires nach Liverpool. Es gab keine Menschenverluste, 34 Überlebende. 22. Mai: Beschädigung des britischen Dampfers Dunster Grange (9.494 BRT) durch Artilleriebeschuss. 24. Mai: Versenkung des griechischen Dampfers Kyma (3.944 BRT) () durch einen Torpedo. Er hatte 6.000 t Mais und 90 t Süßwaren geladen und befand sich auf dem Weg von Rosario nach Avonmouth. Es gab sieben Tote und 23 Überlebende. 27. Mai: Versenkung des britischen Dampfers Sheaf Mead (5.008 BRT) () durch einen Torpedo. Er fuhr in Ballast und war auf dem Weg von Swansea nach Philadelphia. Es gab 32 Tote und fünf Überlebende.

mini|Argentinischer Dampfer Uruguay 27. Mai: Versenkung des argentinischen Dampfers Uruguay (3.425 BRT) () durch Sprengung. Er hatte 6.000 t Mais geladen und befand sich auf dem Weg von Rosario (Argentinien) nach Limerick. Es gab 15 Tote und 13 Überlebende. 28. Mai: Versenkung des französischen Motorschiffs Brazza (10.387 BRT) () durch zwei Torpedos. Es hatte Weine und Spirituosen geladen und befand sich auf dem Weg von Bordeaux nach Westafrika. 79 Besatzungsmitglieder und 300 Passagiere starben. 53 Besatzungsmitglieder und 144 Passagiere überlebten. Sie war das größte von U 37 versenkte Schiff. 28. Mai: Versenkung des französischen Fischdampfers Julien (177 BRT) () durch Artillerie. Er war beim Fischfang. Es gab keine Menschenverluste und zehn Überlebende. 29. Mai: Versenkung des französischen Dampfers Marie José (2.477 BRT) durch Artillerie und einen G7a-Torpedo. Er hatte 5.000 t Stückgut geladen und befand sich auf dem Weg von Casablanca nach Bordeaux. 29. Mai: Beschädigung des britischen Tankers Telena (7.406 BRT) durch Artillerie. Er hatte 9.368 t Rohöl geladen und befand sich auf dem Weg von Tripoli nach Pauillac. Es gab 18 Tote und 18 Überlebende. Der Tanker wurde nach Vigo eingebracht und das Öl geborgen. Das Schiff wurde später an Spanien verkauft und fuhr unter spanischer Flagge ab 7. Oktober 1940 als Gerona. 1. Juni: Versenkung des griechischen Dampfers Ioanna (950 BRT) durch einen Torpedo. Er hatte eine unbekannte Ladung und war auf dem Weg von Alexandria zum Tyne. Es gab keine Menschenverluste. 3. Juni: Versenkung des finnischen Dampfers Snabb (2.317 BRT) durch Artillerie. Er hatte eine unbekannte Ladung und war auf dem Weg von Greenock nach Dakar. Es gab einen Toten.

Sechste Unternehmung Das Boot lief am 1. August 1940 um 12.15 Uhr von Wilhelmshaven aus und am 12. August 1940 um 9.48 Uhr in Lorient ein. Auf dieser zirka 2.100 sm langen Unternehmung im Nordatlantik und dem Nordkanal wurde ein Schiff mit 9.130 BRT versenkt.

8. August: Versenkung des britischen Motorschiffs Upwey Grange (9.130 BRT) () durch einen Torpedo. Er hatte 5.380 t Gefrierfleisch und 51 Kisten Dosenfleisch sowie elf Passagiere an Bord und befand sich auf dem Weg von Buenos Aires nach London. Es gab 36 Tote und 50 Überlebende.

Siebente Unternehmung Das Boot lief am 17. August 1940 um 20.00 Uhr von Lorient aus und am 30. August 1940 um 14.45 Uhr wieder dort ein. Auf dieser etwa 2.800 sm langen Unternehmung im Nordatlantik, vor den Hebriden, Irland und der Rockall Bank wurden sechs Schiffe mit 24.408 BRT und eine Sloop mit 1.025 t versenkt.

23. August: Versenkung des norwegischen Dampfers Keret (1.718 BRT) () durch einen Torpedo. Der Dampfer fuhr in Ballast und befand sich auf dem Weg vom Tyne nach Sydney. Es gab 13 Tote und drei Überlebende. 23. August: Versenkung des britischen Dampfers Severn Leigh (5.242 BRT) () durch einen Torpedo. Der Dampfer fuhr in Ballast und war auf dem Weg von Kingston upon Hull nach Saint John. Das Schiff gehörte zum Konvoi OA-200. Es gab 33 Tote und zehn Überlebende. 24. August: Versenkung des britischen Dampfers Brookwood (5.100 BRT) () durch Torpedo und Artillerie. Der Dampfer fuhr in Ballast und war auf dem Weg von London über Sydney (Nova Scotia) nach Methil. Das Schiff gehörte zum Konvoi OA-200. Es gab einen Toten und 36 Überlebende. 24. August: Versenkung der britischen Sloop HMS Penzance (1.025 t) () durch einen Torpedo. Das Schiff gehörte zum Konvoi SC-1.