Paul Stastny (* 27. Dezember 1985 in Québec City, Québec) ist ein ehemaliger US-amerikanischer Eishockeyspieler slowakischer Abstammung. Zwischen 2006 und 2023 bestritt der Center über 1100 Partien in der National Hockey League (NHL), den Großteil davon für die Colorado Avalanche, die ihn im NHL Entry Draft 2005 an 44. Position ausgewählt hatte. Zudem lief er in der NHL für die St. Louis Blues, zweimal für die Winnipeg Jets, die Vegas Golden Knights und die Carolina Hurricanes auf. Mit der Nationalmannschaft der USA nahm er unter anderem an den Olympischen Winterspielen 2010 und 2014 teil und gewann dabei 2010 die Silbermedaille. Er stammt aus einer sehr erfolgreichen Eishockeyfamilie, so ist sein Vater Peter seit 1998 Mitglied der Hockey Hall of Fame, während seine beiden Onkel Anton und Marián ebenfalls viele Jahre in der NHL aktiv waren.

Karriere Jugend miniatur|links|Paul Stastny (2008) Paul Stastny begann seine Karriere 2002 bei den River City Lancers in der United States Hockey League, der höchsten Juniorenliga im Eishockey in den Vereinigten Staaten. In seinem zweiten und letzten Jahr für das Team erzielte er in 56 Spielen 77 Scorerpunkte. Ab 2004 besuchte er die University of Denver und spielte für deren Eishockeyteam in der National Collegiate Athletic Association. In seinem ersten Jahr gewann er mit Denver die College-Meisterschaft und wurde er als bester Rookie der Western Collegiate Hockey Association ausgezeichnet sowie von der NCAA ins Final Four All-Tournament-Team gewählt.

Colorado Avalanche Auf Grund seiner guten Leistungen wurde der Stürmer im NHL Entry Draft 2005 von der Colorado Avalanche in der zweiten Runde an insgesamt 44. Position ausgewählt. Er spielte allerdings noch ein weiteres Jahr an der University of Denver, in dem der Center zusammen mit Matthew Carle die Topscorer-Wertung seines Teams anführte. Vor der NHL-Saison 2006/07 ging niemand davon aus, dass Stastny den direkten Sprung in die NHL-Mannschaft schaffen würde, sondern in einem der Farmteams der Avalanche Erfahrung sammeln würde. Auf Grund der Herzprobleme von Steve Konowalchuk und dem daraus resultierendem Rücktritt vom aktiven Sport wurde jedoch ein Platz im Team der Avalanche frei, den sich Stastny auf Grund starker Leistungen im Training sicherte.espn.com, Stastny following father's footsteps in more ways than one So gab er in dieser Saison seinen Einstand im professionellen Eishockey und entwickelte sich schnell zu einer wichtigen Stütze im Team. Sein erstes Tor erzielte der Mittelstürmer am 21. Oktober 2006 bei einem Spiel der Avalanche gegen die Canadiens de Montréal. Mit einer Torvorlage im Spiel gegen die Minnesota Wild am 11. März 2007 brach er den 15 Jahre alten Rekord des Rookies mit der längsten Punkteserie. Dieser Rekord wurde zuvor von Teemu Selänne gehalten. Insgesamt erzielte er vom 3. Februar bis zum 17. März in 20 aufeinander folgenden Spielen mindestens einen Punkt pro Spiel. In diesem Zeitraum erzielte Stastny 29 Punkte; über die gesamte Saison konnte er 28 Tore und 50 Assists erreichen und war mit 78 Punkten zweitbester Rookie-Scorer hinter Jewgeni Malkin von den Pittsburgh Penguins, der sieben Punkte mehr erzielte. Trotzdem verfehlte die Colorado Avalanche die Play-offs. Für seine Leistungen wurde Stastny ins NHL All-Rookie Team gewählt, außerdem wurde er für die Calder Memorial Trophy für den besten Neuprofi nominiert, die Trophäe erhielt allerdings Jewgeni Malkin. miniatur|Stastny neben Joe Sakic (2008) In der darauffolgenden Saison fehlte er auf Grund einer Appendizitis und einer Leistenverletzung für 16 Spiele, wegen der Appendizitis musste er auch seine Teilnahme am All-Star Spiel absagen. Trotzdem beendete er die reguläre Saison als Colorados bester Scorer und erzielte in 66 Spielen 71 Punkte. In dieser Saison nahm er auch erstmals mit Colorado an den NHL Play-offs teil, dort konnte er aber seine Punktequote nicht halten. Der Stürmer traf in neun Spielen zwei Mal und erzielte insgesamt drei Punkte, bevor die Avalanche im Western Conference Halbfinale gegen den späteren Stanley-Cup-Sieger Detroit Red Wings ausschied. Am 17. November 2008 unterzeichnete Paul Stastny einen Fünfjahresvertrag, der mit Beginn der Saison 2009/10 gültig wurde.denverpost.com, Avs sign Stastny to long-term deal Kurz nach der Vertragsunterzeichnung brach er sich bei einem Spiel gegen die Phoenix Coyotes den linken Arm, als er einen Schuss von Olli Jokinen blockte und fehlte für 26 Spiele.avalanche.nhl.com, Stastny Activated Nach elf weiteren Spielen brach er sich im Spiel gegen die Minnesota Wild einen Fuß, wieder nachdem er einen Schuss blocken wollte, wodurch er für den Rest der Saison ausfiel.nhl.com, Stastny out 2-4 weeks with broken foot So kam er in der Spielzeit 2008/09 auf lediglich 45 von 82 möglichen Einsätzen, in denen er 36 Punkte erzielte.

Die folgende Saison verlief für Stastny durchaus erfolgreich, so konnte er – mit Ausnahme eines Spiels am Ende der Saison, in welchem er geschont wurdedenverpost.com, Foote plans to return – wieder eine Saison durchspielen, gewann mit der US-amerikanischen Eishockeynationalmannschaft eine Silbermedaille bei den Olympischen Winterspielen 2010 und die Colorado Avalanche erreichte erneut die Play-offs, welche man im Vorjahr verfehlte. Dort schied das Team aber bereits in der ersten Runde gegen die San Jose Sharks aus. Der US-Amerikaner mit 79 Punkten aus 81 Spielen in der regulären Saison erneut bester Scorer der Avalanche. In der NHL-Saison 2010/11 nahm der Angreifer erstmals an einem NHL All-Star Game teil. Er ersetzte gemeinsam mit Carolinas Jeff Skinner die verletzten Pittsburgh Penguins Sidney Crosby und Jewgeni Malkin.cbssports.com, Skinner, Stastny replace Crosby, Malkin as Star replacements In dieser Saison konnte sich Colorado nicht für die Play-offs qualifizieren, Stastny beendete die Spielzeit als zweitbester Scorer des Teams hinter Matt Duchene. Auch in der Folgesaison war Paul Stastny zweitbester Punktesammler der Avalanche, lediglich Center Ryan O’Reilly erzielte mehr Punkte als er. Während des Lockouts vor Beginn der NHL-Saison 2012/13 absolvierte er 13 Partien für den EHC Red Bull München in der Deutschen Eishockey Liga. Nachdem die NHL ihren Spielbetrieb im Januar 2013 wieder aufnahm, kam der Center noch in 40 Partien für Colorado zum Einsatz; seine 24 erzielten Scorerpunkte waren teamintern hinter P. A. Parenteau und Matt Duchene die Drittmeisten.

St. Louis, Winnipeg, Vegas und Carolina Als Free Agent schloss sich Stastny im Juli 2014 den St. Louis Blues, für die er in der Folge knapp dreieinhalb Jahre aktiv war. Im Februar 2018 wurde er zur Trade Deadline an die Winnipeg Jets abgegeben, die im Gegenzug Erik Foley, ein Erstrunden-Wahlrecht im NHL Entry Draft 2018 sowie ein konditionales Viertrunden-Wahlrecht im NHL Entry Draft 2020 nach St. Louis schickten. Darüber hinaus übernahmen die Blues weiterhin 50 % seines Gehalts. Mit den Jets erreichte er in den anschließenden Playoffs das Conference-Finale, unterlag dort allerdings den Vegas Golden Knights.

Im Juli 2018 unterzeichnete Stastny als Free Agent einen Dreijahresvertrag bei den Vegas Golden Knights, der ihm ein durchschnittliches Jahresgehalt von 6,5 Millionen US-Dollar einbringen soll. Nach bereits zwei Jahren kehrte er allerdings nach Winnipeg zurück, als er im Oktober 2020 im Tausch für Carl Dahlström sowie ein Viertrunden-Wahlrecht im NHL Entry Draft 2022 zu den Jets transferiert wurde. Im Trikot der Jets bestritt er gegen Ende der Spielzeit 2020/21 sein insgesamt 1000. Spiel der regulären Saison in der NHL. Nach zwei Spielzeiten bei den Jets wurde der Vertrag des Angreifers im Sommer 2022 nicht verlängert, sodass er sich im August desselben Jahres als Free Agent den Carolina Hurricanes anschloss. Dort wurde sein Vertrag im Sommer 2023 nicht verlängert.

Anschließend beendete Stastny im Oktober 2023 seine aktive Karriere. Insgesamt hatte er 1145 NHL-Partien bestritten und dabei 822 Scorerpunkte verzeichnet.

International Der Mittelstürmer, der sowohl die US-amerikanische als auch die kanadische Staatsbürgerschaft besitzt und sich dementsprechend aussuchen durfte, für welche der beiden Nationalmannschaften er spielen könnte, entschied sich für das Team der Vereinigten Staaten. Zum einen, um die Chance zu haben, mit seinem Bruder Yan zusammen bei einem internationalen Turnier spielen zu können, da er sich vor Paul bereits für die USA festgelegt hatte und zum anderen, da er in den Vereinigten Staaten aufgewachsen ist und seit seiner Kindheit in der United States Hockey League spielte.espn.com, Richards' hefty deal can actually bring the people together Paul Stastny vertrat die US-amerikanischen Eishockeynationalmannschaft erstmals bei der Weltmeisterschaft 2007. Das Team verfehlte jedoch eine Medaille und schied im Viertelfinale gegen die finnische Eishockeynationalmannschaft aus dem Turnier aus. Bei den Olympischen Winterspielen 2010 gewann er zusammen mit seinem Team die Silbermedaille, nachdem sie im Finale den Kanadiern unterlagen. Bei der Weltmeisterschaft 2012 schied Stastny mit der US-amerikanischen Auswahl im Viertelfinale aus.

Bei der Weltmeisterschaft 2013 in Stockholm und Helsinki lief er als Mannschaftskapitän des Team USA auf und gewann mit diesem die Bronzemedaille. Stastny kam in allen zehn Partien zum Einsatz und war mit 15 Scorerpunkten hinter dem Finnen Petri Kontiola zweitbester Scorer des Turniers. Zudem wurde er durch die Medienvertreter in das All-Star-Team des Turniers gewählt.

Erfolge und Auszeichnungen 2005 NCAA-Division-I-Championship mit der University of Denver 2005 NCAA Final Four All-Tournament-Team 2005 WCHA Rookie of the Year 2006 Topscorer der WCHA 2007 NHL-Rookie des Monats Februar 2007 NHL All-Rookie-Team 2008 Teilnahme am NHL All-Star-Game (verletzungsbedingte Absage) 2011 Teilnahme am NHL All-Star-Game

International 2010 Silbermedaille bei den Olympischen Winterspielen 2013 Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft 2013 All-Star-Team der Weltmeisterschaft

Karrierestatistik Reguläre Saison Playoffs Saison Team Liga Sp T V Pkt +/− SM Sp T V Pkt +/− SM 2002/03 River City Lancers USHL 57 10 20 30 39 8 0 1 1 2 2003/04 River City Lancers USHL 56 30 47 77 46 3 1 2 3 0 2004/05 University of Denver NCAA 40 15 27 42 26 2005/06 University of Denver NCAA 39 19 34 53 79 2006/07 Colorado Avalanche NHL 82 28 50 78 +4 42 – – – – – – 2007/08 Colorado Avalanche NHL 66 24 47 71 +22 24 9 2 1 3 −1 6 2008/09 Colorado Avalanche NHL 45 11 25 36 −9 22 – – – – – – 2009/10 Colorado Avalanche NHL 81 20 59 79 +2 50 6 1 4 5 −2 4 2010/11 Colorado Avalanche NHL 74 22 35 57 −8 56 – – – – – – 2011/12 Colorado Avalanche NHL 79 21 32 53 −8 34 – – – – – – 2012/13 EHC Red Bull München DEL 13 7 11 18 +1 20 – – – – – – 2012/13 Colorado Avalanche NHL 40 9 15 24 −7 14 – – – – – – 2013/14 Colorado Avalanche NHL 71 25 35 60 +9 22 7 5 5 10 −1 4 2014/15 St. Louis Blues NHL 74 16 30 46 +5 40 6 1 0 1 −3 4 2015/16 St. Louis Blues NHL 64 10 39 49 +3 26 20 3 10 13 −4 16 2016/17 St. Louis Blues NHL 66 18 22 40 +4 36 7 2 1 3 +4 2 2017/18 St. Louis Blues NHL 63 12 28 40 −5 14 – – – – – – 2017/18 Winnipeg Jets NHL 19 4 9 13 +6 4 17 6 9 15 +5 0 2018/19 Vegas Golden Knights NHL 50 13 29 42 +14 30 7 2 6 8 +2 2 2019/20 Vegas Golden Knights NHL 71 17 21 38 +6 24 18 3 6 9 +1 8 2020/21 Winnipeg Jets NHL 56 13 16 29 −3 32 6 1 1 2 +1 8 2021/22 Winnipeg Jets NHL 71 21 24 45 +14 14 – – – – – – 2022/23 Carolina Hurricanes NHL 73 9 13 22 +4 16 15 4 0 4 −1 4 USHL gesamt 113 40 67 107 85 11 1 3 4 2 NCAA gesamt 79 34 61 95 105 NHL gesamt 1145 293 529 822 +54 500 118 30 43 73 +1 58

International Vertrat die USA bei: Weltmeisterschaft 2007 Olympischen Winterspielen 2010 Weltmeisterschaft 2012 Weltmeisterschaft 2013 Olympischen Winterspielen 2014