Yps war ein deutsches Comic-Magazin, das von 1975 bis 2000 wöchentlich erschien.
Jedem Heft lag ein Gimmick bei, oft ein Spielzeug oder Scherzartikel; dies hob es in den ersten Jahrzehnten seines Erscheinens von anderen Comic-Magazinen für Jugendliche ab.
2005 gab es eine Testausgabe und 2006 drei Testausgaben als Zeitschrift für Kinder.
Im Oktober 2012 erschien erneut eine Testausgabe als Zeitschrift für Erwachsene. Von März 2013 bis September 2017 wurde es als Comicheft für Erwachsene sechsmal jährlich herausgegeben.Yps wird wieder eingestellt, topfree.de, 21. September 2017. Im August 2022 erschien nach fast fünf Jahren die einmalige Ausgabe 1283.
Am 4. September 2025 erschien im Ehapa-Verlag eine Jubiläumsausgabe zum 50. Geburtstag des Yps-Magazins.
Konzept Das Konzept von Yps basierte auf dem französischen Heft Pif Gadget, das ursprünglich unter dem Namen (‚Vaillant, der junge Patriot‘) eine Jugendzeitschrift der kommunistischen Partei Frankreichs war, die zuerst während des Zweiten Weltkriegs im Untergrund erschien.Westfälische Nachrichten: Astronaut Gerst las gerne „Yps“-Hefte, Aus aller Welt, Namen und Nachrichten, dpa, 1. August 2025 In den 1960er Jahren wurde die Zeitschrift wesentlich weniger politisch, blieb jedoch locker an die kommunistische Partei angebunden; der Name wurde geändert zu (‚Vaillant, die spannendste Zeitschrift‘). Die spätere Titelfigur (‚Pif der Hund‘), die 1948 für kurze Schwarz-Weiß-Strips in der kommunistischen Tageszeitung erfunden worden war, erschien darin erstmals 1952 und wurde 1965 zur Hauptfigur. Ab 1967 erschien sie unter dem Titel . Ab 1969 wurde das Gadget (Gimmick) dazu genommen und die Zeitschrift als neu gestartet. Sie war daraufhin für einige Jahre außerordentlich erfolgreich und stellt bis heute im Comicbereich unübertroffene Rekorde von mehr als einer Million verkaufter Hefte einer einzigen Ausgabe auf, was einige internationale Nachahmer- und Lizenzausgaben hervorbrachte, darunter auch das deutsche Yps. Aus wurden für Yps zahlreiche Gimmicks (beispielsweise die „Urzeitkrebse“) und Comics (zum Beispiel Pif und Herkules) übernommen, jedoch von Anfang an durch eigene Comics deutscher Zeichner ergänzt. Im Gegensatz zu war Yps stets eine unpolitische Zeitschrift.
Schon 1971 bis 1972 legte der Rolf-Kauka-Verlag dem Comic Prima, später Primo, 33 Hefte lang ein Schnick-Schnack genanntes Gimmick bei.
Zeitweise gelang es der Redaktion, Prominente für die Zeitschrift zu gewinnen. So hatte über einen längeren Zeitraum der Zauberkünstler Hardy Gastauftritte und präsentierte Zaubertricks. Die erforderlichen Zauberutensilien lagen den jeweiligen Ausgaben als Gimmick bei. In einem anderen Fall wurde ein gemeinsames Abendessen mit Rosi Mittermaier und Christian Neureuther verlost und dieses dann in der Rubrik „Liebe Yps Fans!“ thematisiert.
Inhalt Neben den Comics lag ein Schwerpunkt von Yps auf kreativer Beschäftigung, neben den oftmals zusammenzubauenden Gimmicks zum Beispiel mit Bastelbögen, die in manchen Heften das Niveau professioneller Kartonmodelle erreichten (etwa bei den über mehrere Hefte verteilten Modellen von New Scotland Yard oder der Saturn-V-Rakete), und auf Hintergrundinformationen zum Beispiel zu naturwissenschaftlichen Themen, die manchmal an das aktuelle Gimmick angelehnt waren. Das Niveau dieser Beiträge wurde in den ersten Jahren beibehalten, später lag der Schwerpunkt mehr auf Unterhaltung. Yps wurde bereits kurz nach Erscheinen sehr populär und war eines der erfolgreichsten und auflagenstärksten Comicmagazine der 1970er und frühen 1980er Jahre.
Erscheinungsweise mini|Ganzkörper-Kostüm mit Känguru Yps auf der Maker Faire 2016 in Berlin
Die Originalausgabe von Yps (1975–2000) Vor dem Start der Reihe brachte der Hamburger Verlag Gruner + Jahr im Sommer 1975 nur in Hessen fünf Testausgaben heraus. In diesen Heften kam das namensgebende Känguru Yps noch nicht vor, ebenso fehlte die Reihe Yinni und Yan, die ab der regulären Ausgabe 1 bis kurz vor der Einstellung der Reihe fast immer vertreten war. Stattdessen wurde das Gimmick von der Figur Gulliver vorgestellt, die offenbar beim Leser nicht ankam. Ein Großteil der Comics wurde in den ersten regulären Ausgaben wiederverwendet. Die erste reguläre Ausgabe wurde etwa 600.000-mal verkauft und vom 13. Oktober 1975 an erschien das Magazin regelmäßig wöchentlich. Yps erschien im Phasenvertrieb, das heißt, es erschienen nicht alle Ausgaben überall gleichzeitig. In Bayern lag die wöchentliche Ausgabe beispielsweise immer neun Wochen hinter denen im restlichen Bundesgebiet. Auch in Österreich und der Schweiz waren die veröffentlichten Ausgaben nicht synchron mit denen in Deutschland. Daher verwenden die Yps-Hefte auch keine Ausgabedaten, sondern wurden lediglich der Reihenfolge nach durchnummeriert, was eine zeitliche Einordnung der verschiedenen Ausgaben heute schwierig macht.
1999 kaufte der Konkurrenzverlag Egmont Ehapa (Micky Maus) von Gruner + Jahr die Rechte an Yps. Die Erscheinungsweise wurde auf zweiwöchentlich geändert, die Seitenzahl von 48 auf 32 Seiten gesenkt und alle langjährigen Comicserien außer dem Yps-Känguru aus dem Heft entfernt. Aufgrund der schlechten Verkaufszahlen wurde das Heft mit Nr. 1253 vorerst eingestellt. Die letzte reguläre Ausgabe erschien am 10. Oktober 2000 – drei Tage vor dem 25. Jubiläum.
Testweise Neuauflage (2005–2006) Am 18. August 2005 brachte der Egmont Ehapa Verlag nach fünf Jahren Pause die Nummer 1254 mit einer Auflage von 150.000 Heften zum Preis von 2,99 Euro heraus. Als Zielgruppe gab der Verlag die 23- bis 32-Jährigen an; das Heft enthielt außer Lucky Luke und dem Yps-Känguru keine Comicserien aus der alten Zeit.
Vom 13. März bis 8. Mai 2006 erschienen drei weitere Testausgaben zum Preis von 2,70 Euro. Nach Unternehmensangaben reichten die Verkaufszahlen nicht für ein monatlich erscheinendes Yps-Magazin aus. Der Verlag ließ die Möglichkeit offen, bei veränderten Rahmenbedingungen oder mit einer tragfähigen neuen Idee die Serie fortzusetzen.
Nr. 1254 (August 2005): Die Geldmaschine Nr. 1255 (März 2006): Urzeitkrebse Nr. 1256 (April 2006): Alarmanlage Nr. 1257 (Mai 2006): Finger-Fußball
Neuauflage (2012–2017; 2022) Am 25. April 2012 kündigte Egmont Ehapa an, Yps neu aufzulegen. Das neue Yps werde sich mit Themen wie Mode, Automobil und Technik befassen. Laut Egmont Ehapa sollen die „Themen von damals inhaltlich und optisch in die jetzige Lebenswelt der Leser“ übersetzt werden. Das Magazin wurde vom Verlag als „Erwachsenenmagazin“ bezeichnet, da es sich an 30- bis 45-Jährige, die mit dem alten Yps aufgewachsen sind, richtete und Kindheitserinnerungen wecken sollte. Auch die Beigabe von Gimmicks war geplant. Die redaktionelle Leitung übernahm Christian Kallenberg, ehemals Chefredakteur des FHM-Magazins. Er kündigte an, es werde versucht, „den Geist von Yps, dieses positive Alles-mal-auszuprobieren, in das neue Yps zu übertragen“.
Die erste Ausgabe mit einer Startauflage von 120.000 Exemplaren erschien am 11. Oktober 2012 (dem 37. Jubiläum von Yps) zum Preis von 5,90 Euro."Yps" ist zurück – inklusive Urzeitkrebsen derstandard.at, abgerufen am 11. Oktober 2012. Es handelte sich hierbei um eine Einzelausgabe. Bei Erfolg war dann ab 2013 ein regelmäßiger Erscheinungsrhythmus geplant.Yps-Heft kommt zurück: Mit 35 noch Geheimagent werden. In Süddeutsche Zeitung vom 25. April 2012.Heft mit Gimmick: „Yps“ kommt zurück. In Spiegel Online vom 25. April 2012. Gimmicks Yps kehrt für seine alten Leser zurück auf golem.de vom 25. April 2012. Am 13. Oktober 2012 war in den meisten Verkaufsstellen das Magazin schon vergriffen, auch der Online-Shop des Verlags Egmont-Ehapa hatte keine Exemplare mehr und die Urzeitkrebse konnten nicht schnell genug für neugedruckte Ausgaben nachgeliefert werden. Am 19. Oktober 2012 gab es eine digitale Ausgabe für das iPad.. In: appblogger.de vom 19. Oktober 2012. Durch diesen Erfolg erschien Yps seit März 2013 regelmäßig alle drei Monatewuv.de: Aimaq von Lobenstein wird "Yps"-AgenturFocus.de: „Yps“ wird quartalsweise erscheinen und seit März 2015 zweimonatlich. Im zweiten Quartal 2015 wurden pro Ausgabe 60.593 Hefte verkauft. Für die zwischen 2012 und 2017 angebotenen neuen Ausgaben von Yps wurden neue Comics von Yps & Co. gezeichnet., hessenschau.de, 11. April 2017.Oliver Gerke zeigt Yps-Originale in Eiterhagen, hna.de, 21. März 2017. Mit der Ausgabe 1282 wurde Yps im September 2017 vorerst erneut eingestellt, nachdem die Anzeigeneinnahmen eingebrochen waren und der Chefredakteur Christian Kallenberg, der zeitweise bei Pop/Rocky in gleicher Position tätig war, gekündigt hatte.Egemont Ehapa legt „Yps“ auf Eis, clap-club.de, 10. November 2017.
Nr. 1258 (2012): Urzeitkrebse Nr. 1259 (2013): Die Maschine, die viereckige Eier macht Nr. 1260 (2013): Solar-Zeppelin Nr. 1261 (2013): Das Ei-Brett zum Selberwischen Nr. 1262 (2013): Die Zensur-Brille Nr. 1263 (2014): Ostereierbaum to go Nr. 1264 (2014): Der Solar-Ofen Nr. 1265 (2014): Urzeitkrebse XXL Nr. 1266 (2014): Das Survival-Werkzeug und das Abenteuer-Handbuch Nr. 1267 (März 2015): Der Zauberkasten Nr. 1268 (Mai 2015): Die elektrische Windmaschine Nr. 1269 (Juli 2015): Der Yps-Drachen Nr. 1270 (September 2015): 3D-Puzzle des Yps-Kängurus (gleichzeitig Jubiläumsausgabe – 40 Jahre Yps) Nr. 1271 (2015): Alarm für die Schublade Nr. 1272 (2016): Das Yps-Mobil mit Aufziehmotor Nr. 1273 (2016): RETRO LCD-Spiel Nr. 1274 (2016): Fotolinsen – drei Wechselobjektive für das Smartphone Nr. 1275 (2016): Die Mini-LED-Taschenlampe am Karabiner Nr. 1276 (2016): Ostereierbaum to go Nr. 1277 (2016): Virtual Reality Brille Nr. 1278 (2017): YPS-Büro-Set Nr. 1279 (2017): Die Maschine, die viereckige Eier macht Nr. 1280 (2017): Der Bausatz für ein echtes Mikroskop Nr. 1281 (2017): Das Periskop fürs Smartphone
Nr. 1282 (Mai 2017): Die Boom Box für dein Smartphone (vorletzte Ausgabe, zugleich Jubiläumsausgabe – 5 Jahre Yps für Erwachsene)
Am 31. August 2022 erschien nach über 5 Jahren die Nr. 1283.Alexander Krei: Mit Gimmick: Kult-Magazin "Yps" kommt vorerst einmalig zurück, dwdl.de, 23. August 2022.Yps-Comeback: In Dino Veritas, sueddeutsche.de, 31. August 2022.
Gimmicks mini|hochkant=1.1|Verschiedene YPS-Gimmicks
Das Gimmick war eine Beilage zum Heft, z. B. ein Spielzeug, und sollte einen zusätzlichen Kaufanreiz bieten. Gimmicks wie beispielsweise die Urzeitkrebse (Salinenkrebse oder Triops longicaudatus), Agenten- und Überlebensausrüstungen, Solarzeppelin, Zaubertricks und U-Boot-Bausätze sind legendär und wurden zu Kultobjekten. Zuständig für die Gimmicks war Reinhard Haas. Das Gimmick in Heft 1 war ein kleines Schleuder-Katapult aus Kunststoff, mit dem Papierkügelchen verschossen werden konnten. Mit einem gewissen Abstand vor Heft „Nr. 1“ war jedoch zuvor ein Pilotheft erschienen, dessen Gimmick in zwei länglichen Kapseln bestand, die durch eine kleine Stahlkugel im Inneren auf schrägen Flächen hinabpurzelten (das Gimmick erschien später noch einmal in einem anderen Heft). Manche Gimmicks wurden kontrovers diskutiert, beispielsweise gab es mit Gimmick Nr. 263 (erschienen am 18. Oktober 1980) drei echte tote Tropen-Schmetterlinge in Kästen und bei den „mexikanischen Springbohnen“ waren der Auslöser für das Springen lebende Larven der Motte Laspeyresia saltitans. Es gab auch höherwertige Gimmicks, die allerdings meist in Spezialausgaben (Yps Extra, Yps Spezial und Yps Grün) herausgebracht wurden, wie zum Beispiel ein MW-Radio (Detektorempfänger) zum Selberbauen oder kleinere technische Modellbausätze wie die Marsraupe, eine Art Mars-Rover.
Das häufigste Gimmick waren die Urzeitkrebse (Artemia nyos), die insgesamt 20-mal als Beilage zum Heft erschienen, gefolgt vom Yps Abenteuerzelt, das 15-mal Gimmick war.