mini|right|140px|Historische Karte Der Landkreis Hofgeismar war bis 1972 ein Landkreis in Hessen. Sein ehemaliges Gebiet gehört heute zum Landkreis Kassel. Kreisstadt war die Stadt Hofgeismar. Hofgeismar war der einzige Landkreis in Hessen, der so gut wie ausschließlich im niederdeutschen Sprachgebiet lag.
Geographie Nachbarkreise Der Landkreis grenzte Anfang 1972, im Norden beginnend im Uhrzeigersinn, an die Landkreise Northeim und Münden (beide in Niedersachsen), Kassel und Wolfhagen (beide in Hessen) sowie an die Kreise Warburg und Höxter (beide in Nordrhein-Westfalen).
Reinhardswald Über 40 % des ehemaligen Kreisgebiets bestanden aus dem Reinhardswald, einem waldreichen Mittelgebirge zwischen Kassel im Süden und Bad Karlshafen im Norden sowie Hann. Münden im Osten und Hofgeismar im Westen. mini|140px|Alte Eiche aus dem Teilgebiet „Urwald Sababurg“ im Reinhardswald Der Reinhardswald ist die Heimat vieler Sagen und Legenden sowie Grimmscher Märchen und beheimatet bis heute das Märchenschloss Sababurg. Im Reinhardswald wurde auch über Jahrhunderte hinweg Bergbau betrieben. Auf den Hochlagen des hohen Gahrenbergs ist die Braunkohleförderung ab dem Jahr 1575 urkundlich belegt. Mit der Schicht am 30. Oktober 1970 wurde die letzte Kohle aus dem Gahrenberg gewonnen.
Geschichte Der Landkreis Hofgeismar wurde am 21. August 1821 als Kreis Hofgeismar in Kurhessen gebildet. Mit der Annexion Kurhessens durch Preußen im Jahr 1866 wurde auch der Kreis Hofgeismar preußisch und 1867 Teil des neuen Regierungsbezirks Kassel der preußischen Provinz Hessen-Nassau.
Am 1. Dezember 1970 schied die Gemeinde Hohenkirchen aus dem Landkreis aus und wurde in die neue Gemeinde Espenau im Landkreis Kassel eingegliedert.
Im Rahmen der hessischen Kreisreform entstand am 1. August 1972 aus den ehemaligen Landkreisen Hofgeismar, Wolfhagen und Kassel der neue Landkreis Kassel.
Einwohnerentwicklung Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Bevölkerungszahl durch den Zuzug vieler Heimatvertriebener stark zu. Jahr Einwohner Quelle 1871 36.317 Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Hessen-Nassau und ihre Bevölkerung 1871 1890 33.362 1900 36.109 1910 36.880 1925 39.249 1933 40.422 1939 40.665 1950 66.128 1960 58.300 1970 59.300 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972 1971 57.400 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1973
Politik Landräte 1822–1824 Friedrich Meisterlin 1844–1848 Carl von Benning 1851–1853 Florus Auffarth 1859–1862 Karl Cöster 1868–1875 Otto von Dehn-Rotfelser 1875–1881 Edwin von Posadowsky-Wehner 1881–1886 Richard Wentzel 1886–1898 Ludwig Friedrich Franz Beckhaus 1898–1908 Karl Rieß von Scheurnschloß 1908–1919 Georg Riedesel zu Eisenbach 1919–1924 Karl zu Solms-Laubach 1924–1933 Conrad Prange 1933–1935 Wilhelm Braun 1935–1943 Johann Graack (NSDAP) 1943–1945 Gerhard Luyken 1945–1948 Karl Höner (SPD) 1948–1966 Artur Steinbrenner (FWG) 1966–1972 Gerhard Arnold (SPD)
Wappen Im März 1952 wurde dem Landkreis Hofgeismar durch das Hessische Staatsministerium das Recht zur Führung eines Wappens verliehen.
Gemeinden Stand 1969 Bis zu den ersten Gemeindefusionen im Jahre 1970 bestand der Landkreis Hofgeismar aus 50 Gemeinden, von denen sieben das Stadtrecht besaßen: Arenborn Beberbeck Burguffeln Calden Carlsdorf Deisel Eberschütz Ehrsten Ersen Friedrichsdorf Friedrichsfeld Fürstenwald GewissenruhGieselwerder Gottsbüren Gottstreu Grebenstein, Stadt Grimelsheim Haueda Heisebeck Helmarshausen, Stadt Hofgeismar, Stadt Hohenkirchen Holzhausen Hombressen HümmeImmenhausen, Stadt Karlshafen, Stadt Kelze Lamerden Langenthal Liebenau, Stadt Lippoldsberg Mariendorf Meimbressen Niedermeiser Obermeiser Oedelsheim OstheimSchachten Schöneberg Sielen Stammen Trendelburg, Stadt Udenhausen Vaake Veckerhagen Vernawahlshausen Westuffeln Zwergen
Stand 31. Juli 1972 Nach einer Reihe von Gemeindefusionen bestanden im Landkreis Hofgeismar zum Zeitpunkt seiner Auflösung am 31. Juli 1972 noch 15 Gemeinden: Calden Ehrsten Grebenstein, Stadt HeisebeckHelmarshausen, Stadt Hofgeismar, Stadt Immenhausen, Stadt Karlshafen, StadtLiebenau, Stadt Obermeiser Oberweser ReinhardshagenTrendelburg, Stadt Wahlsburg Zwergen Gleichzeitig mit der Auflösung des Landkreises fanden am 1. August 1972 noch weitere Eingemeindungen statt. Ehrsten und Obermeiser wurden nach Calden, Helmarshausen nach Karlshafen, Zwergen nach Liebenau und Heisebeck nach Oberweser eingemeindet. Damit traten zehn Gemeinden aus dem Altkreis Hofgeismar in den neuen Landkreis Kassel ein.
Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen HOG zugewiesen. Es wurde bis zum 31. Juli 1972 ausgegeben. Seit dem 2. Januar 2013 ist es wieder im Landkreis Kassel erhältlich.
Literatur Artur Steinbrenner: Wirtschaft und Verkehr im Kreise Hofgeismar. In: Kreis Hofgeismar, Handbuch des Heimatbundes für Kurhessen, Waldeck und Oberhessen III. Marburg/Lahn 1966, S. 51 ff. Helmut Jäger: Die Entwicklung der Kulturlandschaft im Kreise Hofgeismar (= Göttinger geographische Abhandlungen. Heft 8). Magistrat der Stadt Immenhausen, 1988 (Unbearbeiteter Nachdruck, Dissertation, Geographisches Institut der Universität Göttingen, 1951).
Weblinks Landkreis Hofgeismar Verwaltungsgeschichte und die Landräte auf der Website territorial.de (Rolf Jehke), Stand 21. Dezember 2014. Landkreis Kassel
Einzelnachweise
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