mini|Bergwacht Kochel am See mini|Rettungsaktion in der Riesending-Schachthöhle mit Mitgliedern der Bergwacht Bayern (in rot/blau) Die Bergwacht Bayern ist die Bergrettungsorganisation in den Bayerischen Alpen und in den bayerischen Mittelgebirgen. Sie ist Teil des Bayerischen Roten Kreuzes, Körperschaft des öffentlichen Rechts. Vorsitzende der Bergwacht Bayern sind Peter Eisenlauer, Tobias Reploh und André Müllerschön. Die Bergwacht gliedert sich in 36 einzelne Bergrettungsbereiche und 6 Bergwacht-Regionen, mit insgesamt 107 Bergwacht-Bereitschaften. Sie leistet etwa 14.000 Einsätze im Jahr und hat 4.500 ehrenamtliche Bergretterinnen und Bergretter. Sitz der Bergwacht Bayern ist Bad Tölz.

Geschichte Im Jahr 1898 gründete sich unter dem Dach des Alpenvereins der „Alpine Rettungsausschuss“ in München, der Startpunkt der organisierten Bergrettung im östlichen Alpenraum. In den Folgejahren erfolgte die Einrichtung von Alpinen Rettungsstellen vom Allgäu bis nach Berchtesgaden, unter dem Dach des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins, getragen von den örtlichen Sektionen. Ebenfalls von Sektionen des Alpenvereins initiiert, erfolgte 1920 die Gründung der Bergwacht als „Sitten- und Naturschutzwacht“. Noch im selben Jahr gründeten sich in Mittenwald, Bad Tölz und Wolfratshausen weitere örtliche Zusammenschlüsse als Bergwacht. In den Jahren vor 1920 waren Einheiten des Roten Kreuzes als „Gebirgsunfalldienst“ unterwegs. Diese Einheiten konzentrierten sich auf Bereiche, in denen sich der Skisport ausbreitete. Die Tätigkeit beschränkte sich auf einzelne Gebiete. Formal übernahm die Bergwacht im Jahr 1923 auch die Aufgabe des Sanitätsdienstes und entwickelte sich zu einem flächendeckenden Rettungsdienst für die bayerischen Alpen und Mittelgebirge unter dem Dach des Alpenvereins als Deutsche Bergwacht. 1945 wurde der Deutsche Alpenverein als nationalsozialistische Organisation verboten. Die Bergwacht wurde daraufhin als Sonderformation in das Bayerische Rot Kreuz eingegliedert.

Die Einführung des ersten Lawinenhundekurses erfolgte im Jahr 1952. Erste Hubschrauberübungen der Bergwacht gab es 1956 im Tegernseer Tal. Die Aufnahme von Frauen in die Bergwacht scheiterte 1989 noch am Veto des Landesausschusses, inzwischen ist die Bergwacht-Ausbildung für Frauen in den Bereitschaften geöffnet.

Bergwacht-Zentrum für Sicherheit und Ausbildung mini|BW-ZSA Das Bergwacht-Zentrum für Sicherheit und Ausbildung (BW-ZSA) befindet sich in Gaißach und wird von der Stiftung der Bergwacht Bayern – Stiftung Bergwacht betrieben. Hier wird die Aus- und Fortbildung der Bergwacht-Einsatzkräfte sowie das Praxistraining zentral durchgeführt. Des Weiteren werden darüber hinaus Rettungstechniken entwickelt und Ausbildungsunterlagen erstellt. Hier befindet sich seit 2009 zudem eine Trainingsanlage für die technische Luftrettung. Kernstück ist die selbst entwickelte Hubschrauber-Simulationsanlage. Seit November 2022 werden an einem nach dem Vorbild des Hubschraubertyps H145 neu entwickelten Simulations-HubschraubersPressebericht Bergwacht Bayern Zentrum für Alpine Sicherheit vom 2. November 2022, https://www.amst.co.at/wp-content/uploads/2022/11/Bergwacht-AMST_Pressebericht_H145_2022-11-02.pdf, der an einer Kranbrücke in einer Halle hängt, die Einsatzkräfte der Bergwacht und anderer Hilfsorganisationen in der Zusammenarbeit mit Hubschraubern geschult. Die weltweit erste derartige Simulationsanlage (PDF; 257 kB). bietet den Vorteil, dass weitgehend auf Schulungen an echten Hubschraubern verzichtet werden kann und so die Kosten gering gehalten werden und gleichzeitig zum Umweltschutz beigetragen wird. Seit 2010 befindet sich im BW-ZSA zudem eine Simulationsanlage zur Evakuierung von Luftseilbahnen. Einige Übungen finden gemeinsam mit anderen Rettungs- und Sicherheitsorganisationen statt.

Nach einer zweijährigen Umbauphase wurde im April 2016 das BW-ZSA neu eröffnet. Dabei wurde eine zweite Hubschrauberkabine eingebaut, mit der verschiedene Hubschraubertypen simuliert werden können. Die an einen Super Puma angelehnte Kabine wurde an einer zweiten, zusätzlichen Kranbrücke aufgehängt. Außerdem wurden ein Haus, ein flutbares Tauchbecken, unterirdische Gänge für die Höhlenrettung und eine Kletterwand errichtet, um die Trainingsmöglichkeiten zu erweitern. Damit können auch andere Rettungsorganisationen wie Wasserwacht und Feuerwehr sowie Einsatz- und Spezialkräfte der Polizei und Bundeswehr im BW-ZSA trainieren. In der ebenfalls neu errichteten Kältekammer können Einsatzkräfte bei bis zu minus 20 °C trainieren und Ausrüstungsgegenstände testen. Daneben existiert ein medizinischer Notfallraum, der einer Notaufnahme ähnelt.

Stiftung Bergwacht Die Bergwacht Bayern gründete 2012 die gemeinnützige Stiftung Bergwacht, eine Stiftung bürgerlichen Rechts. Sie wurde gegründet, um die Arbeit der Bergwacht Bayern und ihrer Einsatzkräfte umfassend zu unterstützen und weiterzuentwickeln. Die Stiftung engagiert sich vor allem in Bereichen der Ausbildung, der Sicherheit der Bergretter und der Sicherung der Zukunftsfähigkeit der Bergwacht. Sie ist Betreiber des Bergwacht-Zentrums für Sicherheit und Ausbildunghttps://bw-zsa.org sowie Bauherr des Bayerischen Zentrums für Alpine SicherheitGroßprojekt Bayerisches Zentrum für Alpine Sicherheit in Bad Tölz.

Die Aufgaben finden sich in der Satzung der Stiftung.Satzung_StiftungBergwacht_VermerkReg.pdf Die Stiftung wird von zwei Organen geführt: Der Stiftungsrat überwacht de Einhaltung des Stifterwillens und beaufsichtigt den Vorstand. Der Vorstand führ die operativen Geschäfte. Vorstandsvorsitzender ist Josef Niedermaier; ihm zur Seite stehen die beiden Vorstände Roland Ampenberger und Tobias Vogl.

Die Stiftung finanziert ihre Arbeit aus den Erträgen ihres Grundstockvermögens, Spenden, öffentlichen Mitteln sowie Gebühren für erbrachte Leistungen.

Gliederung mini|Pinzgauer der Bergwacht aus Mittenwald Die Bergwacht Bayern ist in 6 Bergwacht-Regionen mit 107 Bergwacht-Bereitschaften und in insgesamt 36 Bergrettungsbereiche gegliedert. Die Regionen sind:

Bergwacht-Region Allgäu (17 Bereitschaften) Bergwacht-Region Bayerwald (22 Bereitschaften) Bergwacht-Region Chiemgau (15 Bereitschaften) Bergwacht-Region Franken (23 Bereitschaften) Bergwacht-Region Hochland Ost (11 Bereitschaften) Bergwacht-Region Hochland West (19 Bereitschaften)

Die Regionen werden von Regionalleitern geführt., aufgerufen am 17. April 2017.

Ausbildung Um eine aktive Einsatzkraft der Bergwacht Bayern zu werden, muss eine ca. zwei- bis fünfjährige Ausbildung als Bergwacht-Anwärter durchlaufen werden. Nach einer Basisausbildung mit Sommer- und Winterteil müssen diese mit je einem Eignungstest bestanden werden. In diesen werden u. a. die Fähigkeiten Bergsteigen, Klettern, Skifahren, Skibergsteigen und die körperliche Leistungsfähigkeit geprüft. Anschließend folgt die eigentliche Grundausbildung, die sich in fünf Themenbereiche gliedert:

Winter: u. a. Bergrettung mit Akja, Lawinenrettung Notfallmedizin Luft- und Seilbahnrettung Sommer: u. a. verschiedene alpine Bergrettungsarten Naturschutz

Jeder Bereich wird durch eine Prüfung mit Theorie- und Praxisteil abgeschlossen. Erst nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung ist der/die Bergwachtmann/-frau eine aktive Einsatzkraft. Anschließend werden die Ausbildungsinhalte regelmäßig geübt und weiter vertieft.

Qualifikationen Nach einer erfolgreichen Ausbildung zur aktiven Einsatzkraft können folgende zusätzliche Qualifikationen erworben werden:www.bw-zsa.org Qualifikationen. Aufgerufen am 12. März 2012.

Air Rescue Specialist und Unterwiesene Einsatzkraft in der Luftrettung Bergwacht Einsatzleiter Zusatzmodul: Umwelteinsätze wie Bergwaldbrände, Murenabgänge etc. Zusatzmodul: Großschadens- und Katastropheneinsatz Bergwacht Fachausbilder Sommer und Winter Bergwacht-Spezialeinsatzkraft: Spezialist Canyonrettung Spezialist Höhlenrettung Spezialist Rettungshundeführer Spezialist LKLD (Lokalisation, Kommunikation, Lagedarstellung, Dokumentation) Spezialist Presse/Öffentlichkeitsarbeit Bergwacht Fachberater Krisenintervention/Stressbearbeitung Bergwacht Rettungssanitäter Bergwacht Notarzt

Besondere Einsätze alternativtext=Bergretter klettert am Seil gesichert eine vereiste und verschneite Felswand bei Nacht im Schneesturm empor.|mini|Sucheinsatz am Hochkalter: Nächtlicher Aufstieg bei Schneesturm im Bereich Rotpalfen

15. Mai 1965: Lawinenunglück auf dem Zugspitzplatt mit 10 Toten und 21 Verletzten 17. August 1999: Erdbeben in der Türkei mit 18.373 Toten und 48.901 Verletzten 11. November 2000: Brandkatastrophe der Gletscherbahn Kaprun 2 2. Januar 2006: Einsturz der Eislaufhalle Bad Reichenhall mit 15 Toten und Lawinenunglück an der Reiteralpe mit 3 Lawinentoten 8. Juni 2014: Rettungsaktion in der Riesending-Schachthöhle mit 700 Einsatzkräften aus 5 Nationen 2. Februar 2016: Eisenbahnunfall von Bad Aibling 1. Juni 2016: Sturzflut Simbach am Inn 10. Oktober 2021: Suche nach vermissten Mädchen mit 800 Einsatzkräften aus Deutschland und Tschechien am Berg Čerchov 19. September 2022: Sucheinsatz am Hochkalter mit erstem Einsatz einer Recco-Boje der Bergwacht Bayern und eines Eurofighters der Luftwaffe

Liste der Bergwacht-Bereitschaften in Bayern Auf dieser Seite sind die Bereitschaften der Bergwacht Bayern aufgelistet.

Region Allgäu Die Bergwacht Region Allgäu umfasst 13 Bergrettungswachen, vier ergänzende Wachen und 500 aktive Einsatzkräfte. Die Geschäftsstelle der Region Allgäu befindet sich in Immenstadt. +NameRegionOrtDienstgebietAugsburgAllgäuAugsburgErgänzende Bereitschaft zur Unterstützung der Bergwachten Oberstdorf und MemmingenBalderschwangAllgäuBalderschwangGrünten, Hörnergruppe, Gunzesrieder TalFüssenAllgäuFüssenTegelberg, SäulingHindelangAllgäuHindelangHirschberg, Spieser, Imberger HornHintersteinAllgäuHintersteinIseler, Gaishorn, Rauhorn, Schrecksee, Hochvogel, Prinz-Luitpold-HausImmenstadtAllgäuImmenstadtMittagbahn, Alpsee Bergwelt, NagelfluhketteKaufbeurenAllgäuKaufbeurenErgänzende Bereitschaft zur Unterstützung der Bergwacht FüssenKemptenAllgäuKemptenGroßraum KemptenMemmingenAllgäuMemmingenMemminger UmlandNesselwangAllgäuNesselwangAlpspitz, EdelsbergNeu-UlmAllgäuSendenErgänzende Bereitschaft zur Unterstützung der Bergwacht Oberstdorf und UnterjochOberstaufenAllgäuOberstaufenSteibis, Hochgrat, NagelfluhketteOberstdorfAllgäuOberstdorfNebelhorn, Zeiger, Großer Seekopf, Fellhorn, KanzelwandPfrontenAllgäuPfrontenPfrontener Tal, BreitenbergSonthofenAllgäuSonthofenGrünten, Sonnenköpfe, HörnergruppeUnterjochAllgäuUnterjochZinken, Spieser, Wertacher-HörnleWertachAllgäuWertach

Region Bayerwald Die Bergwacht Region Bayerwald umfasst 22 Bereitschaften. Die Geschäftsstelle der Region Bayerwald befindet sich in Deggendorf.