André Butzer (* 7. Juni 1973 in Stuttgart) ist ein deutscher bildender Künstler.

Leben und Werk Butzer studierte für kurze Zeit an der Merz Akademie in Stuttgart sowie der Hochschule für bildende Künste Hamburg und war von 1996 bis 2000 Mitglied der Gruppe „Akademie Isotrop“ in Hamburg.Siehe dazu das Kapitel „Familienbilder“, in: Christian Malycha, Sein und Bild. André Butzer 1994–2014, Bielefeld: Kerber Verlag 2017, S. 9–34.

Bekannt wurde Butzer durch seine von ihm selbst als „Science-Fiction-Expressionismus“ bezeichnete Malerei. Seine Gemälde sind in verschiedene Gattungen eingeteilt, so schafft er „Friedens-Siemense“, „Schande-Menschen“, die „Frau“, komplett monochrome oder extreme, abstrakte Bilder, die farbigen Visionen untergegangener technischer Utopien gleichen.Siehe zur Biografie und Werkentwicklung: Christian Malycha, Sein und Bild. André Butzer 1994–2014, Bielefeld: Kerber Verlag 2017; insbesondere den ersten Teil des Buches zum „Science-Fiction-Expressionismus“, S. 35–214. Nach Guillermo Solana erscheinen Butzers Charaktere „wie Disney-Figuren, die von Munch gemalt wurden“.Guillermo Solana im Gespräch mit André Butzer, „Conspiring with the paint“, in: André Butzer, Kat. Ausst. Museo Nacional Thyssen-Bornemisza, Madrid 2023, S. 62: „like Disney figures painted by Munch“.

Als seine Vorbilder nennt Butzer Walt Disney, Edvard Munch, Henri Matisse, Friedrich Hölderlin und Henry Ford.Vgl. André Butzer im Gespräch mit Berthold Reiß, in: André Butzer: Pressemitteilungen, Briefe, Gespräche, Texte, Gedichte. Band 1: 1999–2017, Wien: Verlag für moderne Kunst 2017, S. 63: „Friedrich Hölderlin. Das ist wohl mein Lieblingsdichter. Damit gehört er zu meinen Lieblingspersönlichkeiten überhaupt. Neben Hölderlin sind das Henry Ford, Walt Disney, Henri Matisse, Edvard Munch. Das sind Personen, die mir helfen, meine Sache zu machen, meinen Weg zu gehen. Sie fungieren wie Schutzheilige. Ich führe sie als lebendes Bücherregal, als Handbibliothek mit mir, ohne darin zu lesen.“ In der Öffentlichkeit trat er auch unter den Namen N-Hölderlin, Henry Butzer und Calvin Cohn auf. Butzers utopischer, künstlerischer Entwurf lokalisiert sich in dem fiktionalen Ort „Nasaheim“ („N“)Christian Malycha, Sein und Bild. André Butzer 1994–2014, Bielefeld: Kerber Verlag 2017, S. 136–138: „Heimat aber hat diesseits keinen Ort. Sie ist eine Erfindung, »überall und nirgends« zugleich hat sie allein im Bild Bestand. Jedoch gerade in dieser selbstbewussten Fiktion begründet er sein eigenes Bildverständnis. [...] Was ist, wofür steht »Nasaheim« oder »N«? »›NASA‹ ist das extrem Ferne. Das, was in weiter Entfernung stattfindet, in unserer Vorstellung«, jenseits der Welt. Hinzu kommt »›Heim‹«, also »etwas sehr Nahes, Warmes« oder Menschliches. Irdisches und Außerirdisches. Bereits als zusammengesetzte Wortschöpfung drückt Butzer mit ›Nasa-Heim‹ einen ausgeglichenen Zustand aus und benennt einen ›unbetasteten‹ Ort, an dem alles Erlittene gestillt und ausgetragen endet. Dafür steht N.“, eine Art Wallfahrtsort im Weltraum, wo „die Bewohner die stillgelegten Vernichtungsmaschinen betrachten und alle, die dort ankommen, unschuldig gemacht werden“.Zitat nach dem Plakat zur Ausstellung N-Leben in der Gió Marconi Gallery, Mailand, 2006

Jedoch scheinen seine Bilder keinesfalls Umsetzungen narrativer Strukturen zu sein, sie bringen eher Inhalte hervor, d. h., sie bringen etwas zur Sprache, was vorher nicht gesagt werden konnte.Christian Malycha, Sein und Bild. André Butzer 1994–2014, Bielefeld: Kerber Verlag 2017, S. 214: „Eine Sprache, die man nicht sprechen kann, weil sie Malerei ist.“ Der Künstler produziert oft in Serie und instrumentalisiert das Mittel der Wiederholung als „amoralische Methode der Repräsentation“. Die Bilder sind teilweise der Gattung des Historienbildes zuzuordnen, auch durch die Darstellung von Geschichte als Drama von individuellen Figuren.Thomas Groetz in: Chips und Pepsi und Medizin, Ausstellungskatalog, 2003

Butzers Malerei zeige, so Hannah Eckstein, eine Welt, die „erneut aus den Fugen geraten ist. Seine Bilder und Aquarelle berühren und verstören uns, mahnen zu Vorsicht und Wachsamkeit. Allzu leicht, wie die Geschichte zeigt, tendiert der Mensch dazu, seine Verfehlungen zu wiederholen, und erscheint wie in einem kafkaesken Alptraum mit monströs verwandeltem Angesicht.“Hannah Eckstein, „Maikäfer flieg!“, in: André Butzer: Maikäfer flieg!, Kat. Ausst. Kunstverein Friedrichshafen, Friedrichshafen 2023, S. 8. Er verwendet meist einen sehr pastosen Farbauftrag, malt in mehreren Schichten oder erzielt leichtere, cartoonhafte Ergebnisse durch Einsatz der Primamalerei.

„André Butzers faszinierende Verbindung des frühen europäischen Expressionismus und der amerikanischen Readymade-Popkultur, die konzeptuelle Wiederholung und scheinbare Serialität seiner Figuren sowie sein Beharren auf der bloßen menschlichen Würde zeugen von seiner mutigen und beständigen Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Widersprüchen und sozialer Nonkonformität.“Steffen Krüger, „Pfirsiche“, in: André Butzer, hrsg. Timo Miettinen, Berlin: DCV 2024, S. 40.

Butzer lebt in Berlin-Wannsee.

Einzelausstellungen 2026: Galerie Max Hetzler, Berlin. 2025: Skarstedt, New York. Frau am Tisch mit Früchten, Galerie Max Hetzler, Paris 2024: Glaube, Liebe und Hoffnung, Museo Novecento, Florenz. »... und der Tod ist auch ein Leben.«, Museo Stefano Bardini, Florenz. GfG Gesellschaft für Gegenwartskunst, Augsburg. Farbtheorie, Pfarrkirche St Nikolaus, Innsbruck. nw9 – Kunstraum der Stiftung Kunstwissenschaft, Köln 2023: Maikäfer flieg!, Kunstverein Friedrichshafen. Museo Nacional Thyssen-Bornemisza, Madrid. Kirschmichel, Galerie Max Hetzler, Berlin. Nino Mier Gallery, New York. Miettinen Collection / Salon Dahlmann, Berlin. Oberpfälzer Künstlerhaus, Schwandorf 2022: Friedrichs Foundation, Weidingen 2021: 12 years collecting André, Nino Mier Gallery, Los Angeles. Galería Heinrich Ehrhardt, Madrid. André Butzer / Ulrich Wulff, Galerie Bernd Kugler, Innsbruck. Galerie Max Hetzler, Berlin 2020: Light, Colour and Hope, YUZ Museum, Shanghai. Museum of the Light, Hokuto. Galerie Max Hetzler, Paris. Carbon 12, Dubai 2019: Galerie Bernd Kugler, Innsbruck. Galerie Christine Mayer, München 2018: IKOB Museum of Contemporary Art, Eupen. Nino Mier Gallery, Köln. 1 Eis, bitte! (1999), Galerie Max Hetzler, London. Auf Wiedersehen in Kopenhagen. A Solo Show on Planet Earth, Sunday-S, Kopenhagen. Selected Works from Private Collections, Galerie Max Hetzler, Berlin 2017: Växjö Konsthall, Växjö. Carbon 12 Gallery, Dubai. Galerie Xippas, Geneva. Nino Mier Gallery, Los Angeles. Galerie Bernd Kugler, Innsbruck. Galeria Mário Sequeira, Braga. Metro Pictures, New York 2016: ... und sah den Frieden des Himmels, Bayerisches Armeemuseum, Ingolstadt. Neue Galerie, Gladbeck. Hiromi Yoshii, Tokyo. Galerie Christine Mayer, München 2015: Kunstverein Reutlingen. Galerie Max Hetzler, Berlin 2014: Galerie Christine Mayer, München. Hiromi Yoshii, Tokyo. Carbon 12, Dubai 2013: Metro Pictures, New York. Gió Marconi, Mailand. Galerie Max Hetzler, Berlin 2012: Rhona Hoffman Gallery, Chicago. Mário Sequeira, Braga. 2011: Kunsthistorisches Museum und CAC Contemporary Art Club im Theseustempel, Wien. André Butzer – Der wahrscheinlich beste abstrakte Maler der Welt, Kestnergesellschaft, Hannover 2010: Nicht fürchten! Don't be scared!, Metro Pictures, New York. Galerie Bernd Kugler, Innsbruck 2009: Viele Tote im Heimatland: Fanta, Sprite, H-Milch, Micky und Donald! Paintings 1999–2009, Kunsthalle Nürnberg. Galerie Max Hetzler, Berlin 2008: Butzer / Dahlem, Galerie Heinrich Ehrhardt, Madrid. Metro Pictures, New York 2007: Ortsmuseum Wolfshalden. Alison Jacques Gallery, London. Gary Tatintsian Gallery, Moskau. Friedens-Siemense (Teil 2) , Galerie Guido W. Baudach, Berlin 2006: Amerikanische Technik im Jahre 2017, Patrick Painter, Santa Monica. N-Leben, Gió Marconi, Mailand. Galerie Bernd Kugler, Innsbruck. Galerie Max Hetzler, Berlin 2005: Kunstverein Ulm 2004: Das Ende vom Friedens-Siemens Menschentraum, Kunstverein Heilbronn 2003: Chips und Pepsi und Medizin, Galerie Max Hetzler, Berlin. Todall! , Galerie Hammelehle und Ahrens, Köln 2002: Nasaheim Blumen , Galerie Christine Mayer, München. Friedens-Siemense (Teil 1) , Galerie Gabriele Senn, Wien. Wanderung nach Annaheim, Galerie Guido W. Baudach, Berlin 2001: Galerie Hammelehle und Ahrens, Stuttgart 2000: Der Realismus bereut nichts, Contemporary Fine Arts, Berlin 1999: Ich bin Munch, Galerie Esther Freund, Wien

Gruppenausstellungen 2026: Becoming Paula: London Berlin Worpswede Paris. 150 Jahre Paula Modersohn-Becker, Paula Modersohn-Becker Museum, Bremen. 700 Year of Art, Städel Museum, Frankfurt am Main. Bilderkosmos #3: Leipzig im Dialog, Museum der bildenden Künste, Leipzig. Hamburger Kunsthalle, Hamburg 2025: The Long Now 1985–2025: Saatchi Gallery at 40, Saatchi Gallery, London. Collection Highlights, Rubell Museum, Miami. I will look into the Earth: Miettinen Collection, Kunsthalle Helsinki. Only Human, Kunsthalle 8000, Wädenswil. seconda horisonda: Asger Jorn and the others. Erinnerungen an die Zukunft, Ketterer, Köln. Denke frei, schaffe neu! Die Sammlung im Blick, Galerie Stadt Sindelfingen. All our Todays, MARe Museum, Bucharest. Sonne, Mond und Sterne — mit der Tradition nicht brechen, Städtische Galerie, Ostfildern. Maybe it was Magic: New works from the Miettinen Collection, Miettinen Collection, Berlin. Gras der Kindheit (Walter Zimmermann), Achim Freyer Kunsthaus, Berlin 2024: How to Collect Art: Karel Tutsch Story, Galerie moderního umění, Hradci Králové. Beginner’s Mind: Zum 75. Geburtstag von Walter Zimmermann, Galerie Max Hetzler, Berlin. Landschaftsmalerei, Galerie Bernd Kugler, Innsbruck. »daß die Göttin nicht himmelwärts, sondern herab nach ihren Freunden blickt«, Secci Gallery, Florenz 2023: Magic + Cool: Malerei der Jahrtausendwende, Museum Penzberg / Sammlung Campendonk, Penzberg. Now – Arte Contemporânea Mundial, Museu Inimá de Paula, Belo Horizonte. Extraordinary Form: Abstract and Non-Figurative Art from Miettinen Collection 1970 to the Present, Miettinen Collection, Berlin. Meisterwerke der Druckgrafik, Feuerbachhaus, Speyer. The Day I say You: Retatos de la Colección Fundación AMMA, Museo de Arte Contemporáneo Querétaro, Mexiko-Stadt. The Teardrop explodes, Kunsthaus Villa Jauss, Oberstdorf. das gelbe Licht 6 Uhr nachmittags, Galerie Max Hetzler, Berlin. 2022: Die Nacktheit der Zeichnung, Gesellschaft für Gegenwartskunst, Augsburg. wir sagen uns Dunkles dark things we tell each other, Miettinen Collection / Salon Dahlmann, Berlin. #holzschnitt: 1400 bis heute, Kupferstichkabinett, Berlin. Follow George Grosz – Gemälde, Zeichnungen, Druckgrafik und Filme, Kunstsammlung Jena. Mix & Match. Die Sammlung neu entdecken, Pinakothek der Moderne, München. Through our eyes: Resonance and Illusion in Contemporary Portraits, Center of International Contemporary Art, Vancouver. Unendliche Geschichten. Aus der Sammlung Oehmen, Museum Ratingen. The Innerworld of the Outerworld of the Innerworld, Soy Capitán, Berlin 2021: Expedition, Brattleboro Museum, Brattleboro / VT. Art-Book: Pictoriality in Print, Musashino Art University Museum, Tokyo. Nassima Landau Foundation, Tel Aviv. Kunstmuseum Stuttgart. 2020: Museum as a New Public Space: Distorted Portrait, Space K Gallery, Seoul. Under certain Circumstances, IKOB Museum of Contemporary Art, Eupen. Hölderlinturm, Tübingen. 2019: Inaugural Exhibition, Rubell Museum, Miami / FL. Contemporary German Art from the Adam Collection, Dům umění – House of Art, Ostrava. Hymne an die Jugend, Märkisches Museum, Witten 2018: Gastspiel – Die Sammlungen Grässlin und Wiesenauer im Dialog, Sammlung Grässlin – Räume für Kunst, St. Georgen 2017: Abstract Painting Now!, Kunsthalle Krems, Krems. Peter Saul, Sammlung Falckenberg, Hamburg. Hope and Hazard: A Comedy of Eros, Hall Art Foundation, Vermont.