J.C. Bamford Excavators Limited (kurz: JCB) ist ein britischer Hersteller von Bau-, Industrie- und Landmaschinen mit Hauptsitz in Rocester in der englischen Grafschaft Staffordshire. Das Familienunternehmen gehört Anthony Bamford und seiner Familie.
Das von Joseph Cyril Bamford (1916–2001) gegründete Unternehmen beschäftigt weltweit etwa 11.000 Mitarbeiter. Vorstandsvorsitzender Anthony Bamford ist der Sohn des 2001 verstorbenen Unternehmensgründers. Sein Sohn, Jo Bamford, leitet seit 2011 den Unternehmensbereich JCB Compact Products.
Im Markt für Baumaschinen wurde nach eigenen Angaben und Stückzahl JCB 2006 der drittgrößte Produzent weltweit und war damals laut eigener Aussage der „größte in Europa“.
Geschichte mini|Baggerlader JCB MK 1 von 1953 mini|Baggerlader JCB 1 von 1963 Joseph Cyril Bamford mietete 1945 eine Garage in Uttoxeter an und begann mit der Fertigung von Anhängern für die Landwirtschaft. Die Teile dafür stammten aus Armeebeständen. Nach der Verlegung der Fertigungsstätte 1947 gelang dem noch jungen Unternehmen 1948 mit der Entwicklung des hydraulischen Frontladers Major Loader für Traktoren ein wichtiger Schritt. 1950 expandierte JCB und verlegte den Firmensitz erneut.
Im Jahre 1953 brachte Bamford den ersten Baggerlader auf den Markt und baute den Unternehmenserfolg damit weiter aus.JCB Story, abgerufen am 6. Januar 2021. 1954 folgte der leistungsfähigere Hydra Digger und ab 1965 fertigte das Unternehmen auch Hydraulikbagger auf Basis des US-amerikanischen Herstellers Drott Manufacturing Company. Mit der Übernahme des britischen Baumaschinenherstellers Chaseside im Jahre 1968 konnte JCB seinen Kunden fortan auch Radlader anbieten.Keith Haddock: The Earthmover Encyclopedia. MotorBooks International, ISBN 978-1-61059-209-3, S. 87. Im gleichen Jahr entwickelte das Unternehmen zudem Laderaupen und nahm diese wenig später in das Verkaufsprogramm auf. Bis 1973 steigerte das Unternehmen den Umsatz auf rund 40 Millionen Pfund und 1975 gab der Firmengründer die Geschäftsleitung an seinen Sohn Anthony Bamford ab.JCB blickt auf 70 Jahre Firmengeschichte: Von der Werkstatt zum Weltkonzern, erschienen am 18. November 2015, abgerufen am 6. Januar 2022. 1977 kam der Teleskoplader zur Produktpalette hinzu. Zwischenzeitlich hatte JCB bereits die ersten Niederlassungen in Europa und den Vereinigten Staaten gegründet und Ende der 1970er Jahre auch mit dem Bau eines weiteren Werkes in Großbritannien und Indien begonnen.
1990 stellte das Unternehmen auf der Smithfield-Show in London mit dem Fastrac den ersten Traktor des Unternehmens vor. Dieser kam ab 1991 auf den Markt. Eine weitere Neuentwicklung war der Teletruk im Jahre 1997. Nach der Jahrtausendwende setzte JCB den Expansionskurs fort und eröffnete in China eine neue Produktionsstätte. 2004 wurde die 500.000ste und 2008 die 750.000ste JCB-Maschine hergestellt. Einen weiteren Expansionsschritt stellte die Werkseröffnung in Brasilien im Jahre 2012 dar. 2020 lancierte JCB den ersten Teleskoplader der Welt mit Elektroantrieb und entwickelte zudem einen 20-Tonnen-Hydraulikbagger, der vollständig mit Wasserstoff betrieben wird.
Politische Einflussnahme für den Brexit Vorstandsvorsitzender Anthony Bamford ist ein vehementer Verfechter eines harten Brexits und gilt als einer der wesentlichen politisch-wirtschaftlichen Strategen hinter dem Prozess. Durch den Austritt des Vereinigten Königreichs ohne Kooperationsvereinbarungen mit der EU erhofft sich Bamford vorteilhafte Deregulierung, den Wegfall von Vorschriften und eine für sein Unternehmen vorteilhafte marktliberale Steuergesetzgebung. Bamford spendete mehrere Millionen Pfund an Boris Johnson und dessen „Vote-Leave“-Kampagne. Seit 2001 spendeten Bamford und seine Familie fast 14 Millionen Pfund an politische Entscheidungsträger und Organisationen. Er unterstützte die euroskeptische Leadership-Kampagne von Iain Duncan Smith (2001), David Davis (2005) und Boris Johnson (2019). Neben einzelnen Personen unterstützte er Pro-Brexit-Gruppierungen bis zum Referendum 2016 mit 1,3 Millionen Pfund.
Boris Johnson nutzte immer wieder Maschinen von JCB, um öffentlichkeitswirksam Polystyrol-Wände einzureißen und für „Get Brexit done“ zu werben.
Produktionsstätten und Produkte mini|JCB-Werk in Cheadle, Staffordshire JCB fertigt in 22 Werken auf vier Kontinenten. Zehn Werke befinden sich in England, drei in Indien und je ein Werk besteht in den USA, Brasilien und China. Außerdem gibt es Tochtergesellschaften in Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Belgien, Spanien und Singapur.
Das Unternehmen fertigt über 300 verschiedene Maschinen, darunter Baggerlader, Teleskoplader, Ketten- und Mobilbagger, Radlader, Dumper, Geländestapler, Minibagger, Kompaktlader, JCB-Vibromax-Verdichtungsmaschinen und Geräte für die Garten- und Landschaftspflege.
Zusätzlich produziert JCB eine Reihe von Radladern, Teleskopladern und Fastrac-Traktoren für den landwirtschaftlichen Bereich. Für den Industriesektor wird darüber hinaus der Teleskop-Gabelstapler Teletruk gefertigt.
Weltrekord mini|JCB-Stromlinienfahrzeug Dieselmax Im Jahr 2004 ging nach einer Investition von 80 Mio. Pfund ein von JCB entwickelter Dieselmotor für Off-Highway-Fahrzeuge in Produktion. Zur Dokumentation der Leistungsfähigkeit unternahm JCB den Versuch, mit einem eigens entwickelten Rennwagen, dem mit zwei 750-PS-Motoren ausgestatteten JCB Dieselmax, den bestehenden Geschwindigkeitsrekord für dieselgetriebene Landfahrzeuge zu brechen. Mit 563,418 km/h gelang dies am 23. August 2006. Die bisherige Rekordgeschwindigkeit von 380 km/h vom August 1973 wurde somit um fast 50 Prozent überboten.
Weblinks
Website JCB
Einzelnachweise
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