mini|hochkant=1.24|Neckarweihingen im Norden des Stadtgebiets mini|Hafenbetrieb mit Betonwerk und Wertstoffhof Neckarweihingen ist ein Stadtteil der Kreisstadt Ludwigsburg, der am 1. Januar 1974 eingemeindet wurde.
Geographische Lage Neckarweihingen liegt nordöstlich der Kernstadt am rechten Neckarufer und ist von einer Neckarschleife umgeben. Im Norden und Nordosten grenzt Neckarweihingen an Marbach am Neckar, im Osten an Poppenweiler, im Süden an Oßweil und Ludwigsburg-Ost und im Westen an Hoheneck. Neckarweihingen liegt etwa 15 Kilometer entfernt von der Stuttgarter Innenstadt.
Geschichte mini|rechts|Luftbild von Neckarweihingen, August 1918 mini|hochkant|Die Laurentiuskirche am Neckar Die erste gesicherte urkundliche Erwähnung Neckarweihingens stammt aus dem Jahre 1291; darin ist von einer Pfarrei de Wihingen und dem Neckar die Rede.Wirtembergisches Urkundenbuch Bd. IX, S. 447 f. Nr. 4106 (WUB online). Ältere Nennungen eines Hofes (curia) in Weihingen (Wihigin/Wihingen) aus den Jahren 1271Wirtembergisches Urkundenbuch Bd. VII, S. 158 f. Nr. 2235 (WUB online).Wirtembergisches Urkundenbuch Bd. VII, S. 159 Nr. 2237 (WUB online).Wirtembergisches Urkundenbuch Bd. VII, S. 159 Nr. 2238 (WUB online). bzw. 1275Wirtembergisches Urkundenbuch Bd. VII, S. 350 f., Nr. 2480 (WUB online). wurden in der Forschung hingegen mit Fragezeichen versehen, da sie sich auch auf Enzweihingen beziehen könnten.Vgl. Lutz Reichardt: Ortsnamenbuch des Stadtkreises Stuttgart und des Landkreises Ludwigsburg. Stuttgart 1982 (Veröffentlichungen der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg. Reihe B. Bd. 101), S. 164 f. Man nimmt an, dass das Dorf durch die enge Verbindung zu Hoheneck zur Markgrafschaft Baden gehörte und 1360 an die Grafschaft Württemberg kam. Den Ort bewohnten überwiegend Weinbauern und Fährleute. Im Jahr 1634 wurde das Dorf während des Dreißigjährigen Krieges weitgehend zerstört. Auch im Pfälzer Erbfolgekrieg 1693 kam es zu Zerstörungen. Während des Baus der Residenz Ludwigsburg wurde 1722 in Neckarweihingen eine hölzerne Brücke über den Neckar gebaut.
Im 19. Jahrhundert wurde der Ort ausgebaut. Unter anderem entstanden ein Schulhaus und zwei Backhäuser. 1862 wurde die alte Holzbrücke abgebrochen und durch eine steinerne Brücke ersetzt, sie wurde im Zweiten Weltkrieg von der Wehrmacht gesprengt. Provisorisch durch eine Holzkonstruktion repariert, machte sie 1955 einer Spannbeton-Brücke Platz, an deren Gestaltung Paul Bonatz mitwirkte.Roland May: Pontifex maximus. Der Architekt Paul Bonatz und die Brücken. Monsenstein und Vannerdat, Münster i. W. 2011, ISBN 978-3-86991-176-2, S. 472 f., 589 f., 663. Von 1911 bis 1926 war Neckarweihingen durch die Ludwigsburger Oberleitungs-Bahnen mit Ludwigsburg verbunden, deren Haltestelle "Neckarbrücke" befand sich allerdings am gegenüberliegenden Neckarufer. 1957 wurde das neue Rathaus eingeweiht. In den 1960er Jahren fielen viele alte Gebäude, auch das alte Rathaus, der Ortssanierung zum Opfer. Im Zuge der Gemeindereform wurde Neckarweihingen am 1. Januar 1974 nach Ludwigsburg eingemeindet.
Wappen und Flagge Das Neckarweihinger Wappen zeigt in Gold unter einer liegenden schwarzen Hirschstange einen vierbeinigen bestielten, mit Stiel und Ring nach oben weisenden schwarzen Rost.
Das Wappen wurde der ehemaligen Gemeinde zusammen mit einer schwarz-gelben Flagge am 25. Januar 1958 verliehen. Die Hirschstange verweist auf die Zugehörigkeit zu Württemberg, der Rost ist das Attribut des Neckarweihinger Kirchenheiligen Laurentius.
Sehenswürdigkeiten Evangelische Laurentiuskirche Friedrich-von-Keller-Schule, erbaut 1966 nach Entwurf von Günter Behnisch Kiesranzenbrunnen Schutzgebiet Neckarbiotop Zugwiesen mit Naturbeobachtungsturm „Storchennest“. Renaturierte Uferzone am Westufer des Neckars oberhalb der Staustufe Poppenweiler.Praktische Naturschutzmaßnahme „Neckarbiotop Zugwiesen“ auf der Webseite von NatureLife-International
Sport Kraftsportverein Ludwigsburg-Neckarweihingen e. V. (KSV Neckarweihingen) Rad- und Kraftfahrverein Neckarweihingen 1906 e. V. (RKV-06 Neckarweihingen) Turnverein Neckarweihingen 1899 e. V. (TVN)
Neben den nahe am Neckar liegenden Sport- und Tennisanlagen des TVN und der dortigen schulisch und von Vereinen genutzten Sporthalle mit angebautem Lehrschwimmbecken, sowie einer in der Au liegenden Sporthalle (RKV-06) nebst Rollkunstlauf-Freibahn, gibt es an der Friedrich-von-Keller-Schule eine weitere Sporthalle für den Schul- und Vereinsbetrieb.
Bildung Die Friedrich-von-Keller-Grundschule wurde nach dem Maler Friedrich von Keller benannt.
Ferner befinden sich zahlreiche Kindergärten wie z. B. der katholische Kindergarten Sonnenhaus im Ort.
Seit 1978 gibt es den außerschulischen Lernort Robinsonspielplatz Neckarweihingen.
ÖPNV Anschluss +LinieLinienverlaufDurchquerende Haltestellen in NeckarweihingenBetreiber421Neckarweihingen – Ludwigsburg ZOB – Oststadt – Oßweil-SüdImmanuel-Dornfeld-Straße, Scholppenäcker (nur in Richtung Oßweil), Hohenrainstraße (nur in Richtung Oßweil), Wendeplatte, Hauptstraße 99, LechtstraßeLVL Jäger421ANeckarweihingen – Schloss Favorite – (Ludwigsburg ZOB –) Bildungszentrum WestImmanuel-Dornfeld-Straße, Scholppenäcker, Hohenrainstraße, Wendeplatte, Hauptstraße 99, LechtstraßeLVL Jäger428Neckarweihingen-Au – Neckarweihingen Hermann-Hesse-Straße, Otto-Hahn-Straße, Lechtstraße (nur in Richtung Nwh.), Hauptstraße 99 (nur in Richtung Nwh.), Wendeplatte (nur in Richtung Nwh.), Immanuel-Dornfeld-StraßeLVL Jäger429Neckarweihingen-Au – Untere Stadt – Ludwigsburg ZOB (– Kornwestheim W&W)Hermann-Hesse-Straße, Otto-Hahn-StraßeLVL Jäger430Poppenweiler – Neckarweihingen – Ludwigsburg ZOB – Heilbronner StraßePeter-Hebel-Straße, LechtstraßeLVL Jäger430APoppenweiler – Neckarweihingen – Ludwigsburg ZOBPeter-Hebel-Straße, LechtstraßeLVL Jäger443Marbach (N) – Neckarweihingen – Ludwigsburg Klinikum – ZOBImmanuel-Dornfeld-Straße (in Richtung Ludwigsburg nur Ausstieg möglich)FMON41Ludwigsburg ZOB – Eglosheim – Neckarweihingen – Hoheneck – Ludwigsburg ZOBImmanuel-Dornfeld-Straße, Wendeplatte, Hauptstraße 99, LechtstraßeLVL Jäger
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr Neckarweihingen ist über die Neckarbrücke und die Marbacher Straße mit dem restlichen Teil Ludwigsburgs verbunden. Es wurde schon mehrfach über eine Sanierung der Brücke nachgedacht, da diese sanierungsbedürftig ist. Die Sanierung wurde jedoch aus Kostengründen Jahr für Jahr verschoben. Von März 2017 bis Ende Juni 2018 wurde die 1955 gebaute Brücke saniert.https://www.lkz.de/lokales/stadt-ludwigsburg_artikel,-nachgehakt-_arid,495680.html Über die L 1100 ist Neckarweihingen direkt mit Marbach am Neckar verbunden.
Kraftfahrzeugfreie Neckarüberwege mini|Lucien-Tharradin-Brücke zwischen den Ludwigsburger Stadtteilen Hoheneck und Neckarweihingen Westlich der Neckarbrücke können Fußgänger und Radfahrer den Neckar auch über die Lucien-Tharradin-Brücke nach Hoheneck überqueren, um zur Schiffsanlegestelle Ludwigsburg-Hoheneck des Neckar-Käpt'n, eines Flusskreuzfahrtschiffes oder zum dort gelegenen Heilbad zu gelangen.
Östlich davon können Spaziergänger und Radfahrer den Weg auf der breit ausgebauten Staustufe Poppenweiler nutzen – beispielsweise um zum Freibad am gegenüberliegenden Neckarufer, oder zur Naherholung in den renaturierten Uferbereich des Schutzgebiets Neckarbiotop Zugwiesen zu gelangen. mini|Schutzgebiet Neckarbiotop Zugwiesen, Pilotprojekt zwischen Neckarweihingen und Poppenweiler – 2012, IKoNe (Integrierende Konzeption Neckar-Einzugsgebiet)
Ansässige Unternehmen Folgende Unternehmen haben ihren Hauptsitz in Neckarweihingen: Die Jetter AG, ein Hersteller von speicherprogrammierbaren Steuerungen (SPS). Die Deutsche Vortex GmbH & Co. KG, ein Hersteller von Brauchwasser- und Heizungspumpen und Mitglied der Grundfos-Gruppe. Die Heidelberg Postpress Deutschland GmbH, ein Hersteller von Falzmaschinen und Tochter der Heidelberger Druckmaschinen AG. Die Leopold Verpackungen GmbH mit Hauptverwaltung und einem Werk. Leopold ist ein Hersteller für Verpackungen in Deutschland und Europa.
Feste mini|Sonnwendfeuer im Juni 2011 Großer Fasnetsumzug: in der Regel im Februar mit über 80 teilnehmenden Gruppen und bis zu 20.000 Besuchern. Feuerwehrfest Sonnwendfeuer mit Jugendaktionstag Herbstferienprogramm der Vereine mit Herbstfest
Persönlichkeiten Friedrich von Keller (1840–1914), Maler
Literatur Theodor Bolay: Chronik von Neckarweihingen. 2. Auflage. Bietigheim/Württ.: Verlag Eduard Krug, 1968
Weblinks
Webpräsenz von Neckarweihingen
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Ludwigsburg) Kategorie:Ort im Landkreis Ludwigsburg Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ludwigsburg) Kategorie:Weinort im Weinanbaugebiet Württemberg Kategorie:Ersterwähnung 1291 Kategorie:Ort am Neckar Kategorie:Gemeindeauflösung 1974 Kategorie:Weinort in Baden-Württemberg