Die Royale Union Saint-Gilloise ist ein belgischer Fußballverein aus den zur Region Brüssel-Hauptstadt gehörenden Gemeinden Saint-Gilles/Sint-Gillis und Forest/Vorst.

Geschichte 1897–1973: Rekordmeister, Pokalsiege, nationale Rekorde und Europacup Der am 1. November 1897 gegründete Klub gehört zu den ältesten noch bestehenden Fußballvereinen Belgiens. 1904 gewann Union Saint-Gilloise die erste von zwölf bisher errungenen Meisterschaften. Sieben der Titelgewinne gelangen vor dem Ersten Weltkrieg. 1913 und 1914 gelang zudem der Sieg im belgischen Pokal. Nach der achten Meisterschaft 1923 musste der Verein zehn Jahre warten, ehe der erneute Triumph gelang. 1933 bis 1935 stellte Union Saint-Gilloise einen bis heute gültigen Rekord auf, als man 60 Spiele in Folge ohne Niederlage überstand. Folglich wurde man auch 1934 und 1935 nationaler Meister. Danach war die Serie zunächst beendet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg spielte Union Saint-Gilloise auch international. Allerdings war der Messepokal nicht tabellenstandsbezogen, sondern die Teilnahme wurde nur durch den örtlichen Messestandort garantiert. Dabei gelang im 1958 bis 1960 ausgetragenen Wettbewerb sogar die Halbfinalteilnahme, Birmingham City erwies sich jedoch in den beiden Spielen als zu stark.

Den Titel des belgischen Rekordmeisters konnte Union von 1907 (ununterbrochen von 1909) bis 1965 halten. Erst in der Saison 1966 löste der Rivale RSC Anderlecht, welcher erst nach dem Zweiten Weltkrieg begann, Titel zu gewinnen, Royale Union Saint-Gilloise ab.weltfussball.de

1973–2021: Zwischen Zweiter und Vierter Liga 1973 verließ der Verein zum vierten Mal die höchste Spielklasse und kehrte erst knapp 50 Jahre später zurück. Der Tiefpunkt in der Vereinsgeschichte wurde 1981 erreicht, als man in die vierte und damit niedrigste Liga abstieg. 1983 gelang der Aufstieg in die Dritte und 1984 (für zwei Jahre) der Aufstieg in die Zweite Liga, der der Verein 1996/97 und von 2004 bis 2008 ebenfalls angehörte. Nach einigen Jahren in der semiprofessionellen dritten Liga und einem nur knapp verhinderten Abstieg in die vierte gelang Union Saint-Gilloise 2015 der Wiederaufstieg in die zweite Liga.

In der ersten Saison in der 2. Division erreichte der Verein dabei den 6. Platz, womit er sich für die neue Division 1B mit nur noch acht Vereinen qualifizierte. In der Saison 2016/17 konnte man in der Gesamtwertung mit einem Punkt Vorsprung Platz 4 erreichen, so dass man nicht an der Abstiegsrunde teilnehmen musste.

In der nächsten Saison belegte man in der Gesamtwertung nur Platz 6 und in der folgenden Abstiegsrunde mit fünf Punkten Vorsprung Platz 3, so dass Union Saint-Gilloise in der Division 1B verblieb. In der Saison 2018/19 kam der Verein auf Platz 3 der Gesamtwertung und in den folgenden Play-off 2 der ersten Division, an denen man aufgrund dieser Platzierung teilnehmen konnte, mit vier Punkten Rückstand auf den Gruppensieger auf Platz 2.

Im Pokal 2018/19 Konnte Union für eine ganze Reihe von Überraschungen sorgen und fast ins Finale vordringen. Im Sechzehntelfinale wurde auswärts das Derby beim RSC Anderlecht mit 3:0 gewonnen. Erst im Halbfinale schied der Club denkbar knapp mit 0:0 und 1:2 gegen den späteren Pokalsieger Mechelen aus.weltfussball.de

Am 19. Juni 2019 wurde der Vertrag mit dem bisherigen Trainer Elsner auf dessen Wunsch aufgelöst, weil dieser zum französischen Verein Amiens SC wechselte. Am 1. Juli 2019 wurde die Verpflichtung des neuen Trainers Thomas Christiansen mit einer Vertragslaufzeit von zwei Jahren bekanntgegeben. Dabei hatte Union Saint-Gilloise die Option, den Vertrag um ein weiteres Jahr zu verlängern. Nach der Saison 2019/20, in der Royale Union den 4. Platz in der Gesamttabelle belegte, wurde Mitte Mai 2020 die Zusammenarbeit mit Christiansen vorzeitig beendet. Am 24. Mai 2020 wurde Felice Mazzù als neuer Trainer bis zum Ende der Saison 2020/21 mit Verlängerungsoption verpflichtet.

2020–2024: Wiederaufstieg, Fast-Meisterschaft und Europacup-Viertelfinale In der Saison 2020/21 stand Union Saint-Gilloise nach dem Sieg gegen den RWD Molenbeek bereits nach 23 Spieltagen uneinholbar auf Platz 1 und stand somit vorzeitig als Meister und Aufsteiger fest. Mitte Mai 2021 wurde Mazzùs Trainervertrag auf unbestimmte Zeit verlängert. Ende Mai 2022 löste Mazzù seinen Vertrag bei Union auf, weil er als Trainer zum Ligakonkurrenten RSC Anderlecht wechselte. Mitte Juni 2022 wurde der bisherige Co-Trainer Karel Geraerts zum Trainer mit einem unbefristeten Vertrag berufen.

In seiner ersten Erstligasaison nach 48 Jahren startete Union furios. Am ersten Spieltag wurde das Derby beim RSC Anderlecht auswärts mit 3:0 gewonnen. Danach behauptete sich der Club nach dem 10. Spieltag ununterbrochen auf Platz eins der Tabelle. Mitunter konnte zu Platz zwei ein Vorsprung von zehn Punkten herausgearbeitet werden. Nach 34 Spieltagen wäre Union als Aufsteiger sensationell Meister gewesen. Allerdings folgt in der belgischen Liga im Anschluss eine „Meisterschaftsrunde“ (Play-off), bei der u. a. die Punktzahl der regulären Saison halbiert wird. Nachdem die Blau-gelben ein kleines Formtief ereilte, konnte der FC Brügge sie in der Meisterschaft der Saison 2021/22 noch überholen.

Der Klub erreichte überraschend das Viertelfinale der UEFA Europa League 2022/23 und schied dort gegen Bayer 04 Leverkusen am 20. April 2023 im Rückspiel nach einem 1:4 aus. In der Division 1A erreichte der Verein in der Hauptrunde den 2. Platz und rutschte in den Meister-Play-offs in der Nachspielzeit der letzten Partie (auch durch ein Tor des Konkurrenten Royal Antwerpen in der Nachspielzeit bei deren zeitgleichen Spiel) noch von Platz 1 der Livetabelle auf Platz 3 ab.weltfussball.de Da Meister Royal Antwerpen zugleich Pokalsieger wurde, qualifizierte sich Royale Union damit für die Play-off-Runde der Europa League.

Bei der Saisonanalyse konnte zwischen Verein und Trainer keine Einigung über Vertragsdetails für die neue Saison erzielt werden. Trotz bestehendem Vertrag hielt der Verein dies für keine ausreichende Grundlage, die Zusammenarbeit fortzusetzen.

Anfang Juli 2023 wurde Alexander Blessin als neuer Trainer mit einer Vertragslaufzeit von zwei Jahren verpflichtet. Die Hauptrunde der Saison 2023/24 wurde als Erster mit sieben Punkten Vorsprung beendet, aus denen in den Play-offs um die Meisterschaft vier Punkte Vorsprung wurden. Die ersten vier Spiele in den Meister-Play-offs wurden verloren, wodurch der Verein bis auf Platz 3 abrutschte. Am Ende wurde die Saison auf Platz 2 mit einem Punkt Rückstand auf Platz 1 beendet. Hätte der FC Brügge am letzten Play-off-Spieltag im Lokalderby gegen Cercle Brügge statt Unentschieden verloren, wäre RUSG Meister geworden. Neben der Vizemeisterschaft wurde gegen Royal Antwerpen der belgische Pokal gewonnen. Der Verein qualifizierte sich durch die Vizemeisterschaft für die 3. Qualifikationsrunde der nächstjährigen Champions League.

Seit 2024: Rückkehr der Titel Nach 110 Jahren gewann Union 2024 erstmals wieder den Pokal. Vor 47.000 Zuschauern im Brüsseler König-Baudouin-Stadion errang der Verein aus der Region Brüssel-Hauptstadt seinen dritten Pokalsieg nach 1913 und 1914.weltfussball.de Kurz darauf holten sie sich auch den Supercup durch einen Sieg gegen den Meister FC Brügge.weltfussball.de Nach 90 Jahren feierte der Club in der Saison 2024/25 wieder die belgische Meisterschaft und gewann damit seinen insgesamt 12. Meistertitel., Meldung vom 25. Mai 2025 Im dritten Jahr in Folge konnte RUSG mit dem Pokal 2025/26 einen wichtigen Titel gewinnen. Das Finale wurde im Brüsseler Regionalderby gegen den RSC Anderlecht im Brüsseler König-Baudouin-Stadion 3:1 gewonnen. In der Meisterschaft gab es einen ersten Platz, der aber in den Playoffs an den FC Brügge verloren wurde. Damit wurde im fünften Jahr nach dem Aufstieg zum fünften Mal ein Platz auf dem Podest erreicht. Seit dem Wiederaufstieg in die höchste belgische Liga konnte sich der Club aus der Hauptstadt unter den Top 3 des Nationalen Fußballs etablieren. Eine Meisterschaft, drei Vizemeisterschaften und ein dritter Platz, mit einem Punkt Rückstand auf Platz eins, sprechen eine eindeutige Sprache. Dazu zwei Pokalsiege, einen Supercup und das Erreichen des Europacup-Viertelfinales. Die Bilanz des Derbys gegen den Rekordmeister RSC Anderlecht fällt seit der Rückkehr mit fünfzehn Siegen, drei Unentschieden und nur zwei Niederlagen (bei 39:13 Toren) deutlich zugunsten der Blau-gelben aus (Stand: 27. Mai 2026).weltfussball.de

Kader 2026/27 Stand: 17. September 2026 Nummer Spieler Nationalität im Verein seit letzter Verein Geburtsdatum Torhüter 1 Vic Chambaere 2024 KRC Genk 18 Giorgi Kavlashvili 2024 KVC Westerlo 71 Keo Boets 2026 KFC Dessel Sport 99 Hervé Koffi 2026 RC Lens Abwehr 4 Nohim Chibani 2026 US Quevilly 5 Kevin Mac Allister 2023 Argentinos Juniors 21 Denzel De Roeve2026 Brann Bergen10.08.200426 Ross Sykes 2022 Accrington Stanley 27 Louis Patris 2025 VV St. Truiden 29 Massiré Sylla 2026 Lyn Oslo 55 Nikki Havenaar 2026 SV Ried Mittelfeld 6 Kamiel Van De Perre 2024 KRC Genk 8 Adem Zorgane 2025 Sporting Charleroi 10 Anouar Ait El Hadj 2024 KRC Genk 14 Ivan Pavlic 2025 FC Paços de Ferreira 17 Rob Schoofs 2025 KV Mechelen 23 Besfort Zeneli 2026 IF Elfsborg28 Darius Olaru2026 FCSB Bukarest80 Ondřej Kričfaluši2026 Baník Ostrava Angriff 9 Mateo Biondić 2026 Eintracht Trier 11 Guilherme Smith2025 FC Nõmme Kalju13 Kevin Rodríguez2023 Independiente del Valle 20 Dylan Aquino2026 CA Lanús 21 Ilan Hurtevent2026 KV Kortijk 30 Raul Florucz2025 NK Olimpija Ljubljana 38 Relebohile Mofokeng2026 Orlando Pirates Europapokalbilanz

Vorstand Von 2014 an lag die Mehrheit der Anteile an Royale Union Saint-Gilloise in den Händen des Präsidenten Jürgen Baatzsch, einem deutschen Unternehmer mit belgischem Wohnsitz. Im Juni 2018 verkaufte er seine Anteile an den englischen Geschäftsmann Tony Bloom, der auch Anteilseigner und Vorstand von Brighton & Hove Albion ist. Zugleich wurde Baatzsch zum Ehrenpräsidenten ernannt. Der Verwaltungsrat des Vereins wählte Anfang August Alex Muzio, der einen Minderheitsanteil am Verein besitzt, zum neuen Präsidenten.

Erfolge Belgischer Meister: 1904, 1905, 1906, 1907, 1909, 1910, 1913, 1923, 1933, 1934, 1935, 2024/25 Belgischer Pokalsieger: 1913, 1914, 2023/24, 2025/26 belgischer Supercup: 2024, 2026 Meister der Division 1B: 1950/51, 1963/64, 2020/21

Trainer 2006–2007 Alexandre Czerniatynski – – – 2015–2018 Marc Grosjean 2018–2019 Luka Elsner 2019–2020 Thomas Christiansen2020–2022 Felice Mazzù2022–2023 Karel Geraerts2023–2024 Alexander Blessin2024–2025 Sébastien Pocognoli2025– David Hubert

Literatur Fabrizio Basano, Philippe Dieu, Yves Van Ackeleyen: Royale Union Saint-Gilloise. 125 years. The official book. Kennes, Loverval 2022, ISBN 978-2-3807-5831-3.

Weblinks

Offizielle Vereinsseite

Einzelnachweise

Union Saint-Gilloise Kategorie:Sport (Forest/Vorst) Kategorie:Vereinsgründung 1897