Die Justizvollzugsanstalt Rheinbach (kurz: JVA Rheinbach) liegt am Stadtrand von Rheinbach in Nordrhein-Westfalen und ist dem Landgericht Bonn zugeordnet.
Geschichte Im Jahr 1914 wurde die JVA als Zuchthaus eingeweiht. Damals konnten bis zu 714 Gefangene untergebracht werden. In den 1950er und 60er Jahren kam es zu einer Belegung von bis zu 850 Gefangenen. Im Jahr 1969 brachte die Strafrechtsreform eine Umwandlung zur JVA, damit ging eine deutliche Reduzierung der Belegungszahlen einher.
Am 3. Oktober 1990 kam es zu einer vier Tage anhaltenden Meuterei der Gefangenen. 142 Insassen forderten eine Amnestie, wie sie im Rahmen der Wiedervereinigung in Gefängnissen der ehemaligen DDR gewährt worden war;Martin Machowecz, Stefan Locke: 3. Oktober 1990: Und Recht und Freibier. In: Die Zeit, Nr. 40/2015, S. 4. 100 davon besetzten das Dach der Anstalt.JVA Rheinbach: Wissenswertes über das Gefängnis. In: Bonner General-Anzeiger, 3. April 2014
Von 2003 bis 2005 wurde die JVA modernisiert und um 50 Haftplätze erweitert.
Abteilung für lebensältere Inhaftierte Seit November 2015 verfügt die JVA Rheinbach über eine Abteilung für den Vollzug der Freiheitsstrafe an lebensälteren Gefangenen. Auf der Abteilung können Gefangene, die das 60. Lebensjahr vollendet haben, untergebracht werden.
Die Ausgestaltung, Behandlung und Betreuung ist speziell auf die Bedürfnisse Lebensälterer zugeschnitten. Neben einer altersgerechten und barrierefreien Unterbringung werden auch altersgerechte Sport- und Freizeitmöglichkeiten angeboten. Darüber hinaus wird bei der sozialen Betreuung auf spezielle Fragestellungen und Problemlagen lebensälterer Inhaftierter, wie z. B. Rentenbeantragung oder Unterbringung nach der Entlassung, eingegangen. Die Abteilung bietet Platz für bis zu 16 Gefangene.
Der Vollzug des Landes Nordrhein-Westfalen verfügt damit über zwei Abteilungen für lebensältere Inhaftierte im geschlossenen Vollzug. Bereits im Jahr 2007 wurde in der Justizvollzugsanstalt Detmold eine Abteilung mit 22 Haftplätzen eingerichtet. Mit der Einrichtung einer Abteilung für Lebensältere in der Justizvollzugsanstalt Rheinbach erweitert Nordrhein-Westfalen das Vollzugsangebot im südlichen Teil des Landes.
Zuständigkeit Die JVA Rheinbach ist zuständig für die Vollstreckung von: Freiheitsstrafe (Erstvollzug) von drei Monaten bis zwei Jahre Freiheitsstrafe von mehr als zwei Jahren entsprechend dem Ergebnis des Einweisungsverfahrens Freiheitsstrafe von mehr als 24 Monaten an Ausländern
Die Zuständigkeiten der Justizvollzugsanstalten in Nordrhein-Westfalen sind im Vollstreckungsplan des Landes NRW geregelt (AV d. JM v. 16. September 2003 – 4431 – IV B. 28).
Beirat bei der JVA Rheinbach In Vertretung der Öffentlichkeit übt der ehrenamtliche Beirat nach eine institutionalisierte Kontrollfunktion aus. Der Beirat bei der JVA Rheinbach unter dem Vorsitzenden Ingo Steiner, der auch im Beirat der JVA Siegburg sitzt, unterstützt die Anstaltsleitung, die ihm vorzutragen hat. Dieser Beirat besteht aus sechs Mitgliedern im Beirat. Er ist unabhängiger Ansprechpartner für Gefangene, Bedienstete und Anstaltsseelsorger.Beirat JVA Rheinbach, abgerufen am 24. Juli 2026.
Bekannte Insassen Anton Dumm Christel Guillaume Günter Guillaume Giwar Hajabi, bekannt als Rapper Xatar Joachim Kroll Alfred Lecki Karl-Heinz Meys, vormaliger Geschäftsführer der Rhein-Sieg-Abfallwirtschaftsgesellschaft (RSAG) Axel Reitz Hans-Jürgen Rösner Gustav Sorge Thomas Wolf Dieter Zurwehme
Weblinks
Website der JVA. Knastzeitung: Inside. knast.net
Einzelnachweise
Rheinbach Kategorie:Bauwerk in Rheinbach Kategorie:Organisation (Rheinbach) Kategorie:Behördengründung 1914