Oligonukleotide (von ολίγο ) sind aus wenigen Nukleotiden (DNA oder RNA) aufgebaute Oligomere (Grundwort -mer von gr. μέρος méros ‚Teil‘). So spricht man bei einer Reihe von 25 Nukleotiden (nt) von einem 25-mer. Ein weiteres Beispiel: Die Haarnadelstruktur des Genoms der Viren des Phylums Cressdnaviricota ( ) enthält ein hochkonserviertes Nonanukleotid (9 nt).

Verwendung Für viele Anwendungen besteht die Nukleotidsequenz aus 15 bis 30 Nukleotiden (entsprechend einem 15-mer bis 30-mer). Eingesetzt werden Oligonukleotide in der Molekularbiologie bzw. Biotechnologie, und zwar als: Antisense-Oligonukleotide Bausteine für das Vectordesign Bausteine für die künstliche Gensynthese Oligonukleotid-Chip Electrophoretic Mobility Shift Assay (EMSA) Oligonukleotidsonde Oligonukleotid DNA-Fingerprinting Primer für die cDNA-Synthese Primer für die Polymerase-Kettenreaktion (PCR) Primer für die DNA-Sequenzierung Primer für das Random Priming Sonden bei der Real Time Quantitative PCR Mutagenese-Kassette oder Primer in der Oligonukleotidvermittelten Mutagenese ()Laborjournal: Zielgerichtete Mutagenese, , ,

Aptamere (von ) sind Oligonukleotide, die ein spezifisches Molekül über ihre 3D-Struktur binden können. Verschiedene Oligonukleotide werden als Arzneistoffe verwendet.Martin Egli, Muthiah Manoharan: Chemistry, structure and function of approved oligonucleotide therapeutics. In: Nucleic acids research. Band 51, Nummer 6, April 2023, S. 2529–2573, , PMID 36881759, .

Synthese Die Oligonukleotide werden nach der Phosphoramidit-Methode an fester Phase (Festphasensynthese) synthetisiert. Bei der Synthese besteht die Möglichkeit Modifizierungen wie Fluoreszenzmarkierungen einzubauen.

Als umweltfreundlichere und effizientere Alternative zur Festphasensynthese gewinnt die enzymatische Oligonukleotidsynthese stark an Bedeutung.

Siehe auch K-mer Polynukleotid

Einzelnachweise

Oli Kategorie:Molekularbiologie Kategorie:Gentechnik Kategorie:Stoffgruppe