Friedrich Liechtenstein (* 2. JanuarMarkenzeichen Dandy — Performer Friedrich Liechtenstein im Gespräch mit Marco Schreyl, Deutschlandfunk Kultur, 12. September 2022 1956 in Stalinstadt, heute Eisenhüttenstadt; bürgerlich: Hans-Holger Friedrich) ist ein deutscher Musiker, Schauspieler und Unterhaltungskünstler.Friedrich Liechtenstein „Ich hoffe, Berlin bleibt so lässig“, Berliner Zeitung, 11. August 2014
Leben Friedrich wuchs in Stalinstadt, ab 1961 Eisenhüttenstadt, als Sohn einer Erzieherin und eines Zahnarztes auf. In Frankfurt (Oder) begann er eine Ausbildung zum Koch. Er studierte von 1980 bis 1984 an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin. 1986 versuchte die Staatssicherheit vergeblich, Friedrich als IM anzuwerben.BamS-Vorwürfe gegen Liechtenstein, Berliner Zeitung, 2. September 2014Der supergeile Werbestar und die Stasi, Die Welt, 30. August 2014 In Waitzdorf in der Sächsischen Schweiz zog er mit seiner ersten Frau drei Kinder groß.
Er begann seine berufliche Karriere als Puppenspieler, Theaterregisseur und Schauspieler. In den 1990er Jahren machte er mit verschiedenen Theaterinszenierungen in den Berliner Sophiensælen, der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und dem Kammertheater Neubrandenburg auf sich aufmerksam, darunter Regiearbeiten wie Tanztee für den Frieden mit Sophie Rois, der Bietikow Salon und der im Haus der Berliner Festspiele errichtete Carmen Miranda Revue Pavillon.Tagesspiegel Carmen Miranda Revue Pavillion, Der Tagesspiegel, 7. Juli 2001 Große Resonanz erfuhr sein Mittagsschlafsaal.„Vertreibung ins Paradies, Theaterschlaf“, Der Freitag, 7. Juli 2000
Im Jahr 2003 begann er unter dem Künstlernamen Friedrich Liechtenstein mit den Elektronik-Produzenten Arnold Kasar und Nicholas Bussmann eine Karriere als Elektro-Pop-Musiker und Entertainer. Darüber hinaus initiierte Liechtenstein Kunstprojekte wie die Sparkling Love Towers World Tour (Fernsehturm Berlin), Pop-Varietés oder Hörbücher wie Der kleine Mann im Bauch. Liechtenstein tourte mit seiner Liveshow durch Clubs von Berlin, Bremen, Hamburg, Dresden, München, Wien im deutschsprachigen Raum bis hin zu Bordeaux, Paris und Lille in Frankreich. Er war einer von drei Intendanten des ehemaligen Berliner Hansa-Theaters, später „Engelbrot (& Spiele)“ genannt.
Zu seinen weiteren Aktivitäten zählen popup Installationen in der Berliner Pan Am Lounge sowie die Radiomoderation im Bremer Radioprojekt schwankungen.de. Im Jahr 2009 war Friedrich Liechtenstein „Reiseleiter“ in der 3sat-Dokumentarreihe 1-2-3 Istanbul.1-2-3 Istanbul: Eine Balkan-Bus-Tour. Kurzbeschreibung der DVD der 3sat-Edition auf www.3sat.de. Die Berlinale 2012 begleitete er als Conférencier in den Sophiensælen mit der Show dark & cosy. Liechtenstein beschäftigt sich philosophisch mit Algen.
2013 trat Liechtenstein als Darsteller und Interpret im Musikvideo Supergeil von Der Tourist auf.Der Tourist feat. Friedrich Liechtenstein – Supergeil auf YouTube Im Februar 2014 startete der Einzelhandelsverbund Edeka eine virale Marketingkampagne mit einer eigenen Version des Supergeil-VideosFriedrich Liechtensteins Supergeil-Video für Edeka auf YouTube sowie einzelnen Clips, in denen Liechtenstein der Hauptdarsteller ist. Die Aktion fand im Internet rasche Verbreitung und verschaffte Liechtenstein internationale Bekanntheit.
Im März 2014 veröffentlichte Liechtenstein die zehnminütige Single Belgique, Belgique. Im Sommer 2014 erschien das zugehörige Album Bad Gastein, ein Konzeptalbum über den gleichnamigen Kurort in den österreichischen Alpen, das er gemeinsam mit dem Künstler- und Produzentenduo Heavylistening schrieb. Das Album wurde von der Presse durchweg sehr positiv aufgenommen.Das Meisterwerk des Friedrich Liechtenstein, Die Welt vom 29. Juli 2014Ist wirklich Troll geworden, Der Freitag vom 24. Juli 2014Großmeister der Ironie, Süddeutsche Zeitung vom 25. Juli 2014
Obwohl Liechtenstein von sich selbst ausdrücklich sagt, er sei „kein Schriftsteller“, sondern „Performer“, hat er beim Blumenbar Verlag 2014 ein Buch herausgebracht. Es enthält vor allem Bilder, zu denen er kurze humoristische Sentenzen „Helfern ins Diktiergerät gesprochen“ hat.Friedrich Liechtensteins Buchparty, Süddeutsche Zeitung vom 15. Oktober 2014, abgerufen am 17. Oktober 2014 Als Vorbilder nennt er Julian Schnabel und Wes Anderson.Stil-Fragebogen: Friedrich Liechtenstein, FAZ vom 17. Oktober 2014, abgerufen am 17. Oktober 2014
Liechtenstein sorgte als DJ mit Hit-Jingles für die musikalische Untermalung bei der Verleihungsshow des Deutschen Webvideopreises 2015 in Düsseldorf.Ulmen präsentierte die größten Internetstars, NDR, abgerufen am 14. Juni 2015 2016 war Liechtenstein als Teil einer Werbekampagne kurzzeitig der Senderchef beim Fernsehsender Tele 5. Von April bis September 2016 war er für Arte Creative der Hauptdarsteller der 8-teiligen Webvideoserie Das Universum nach Friedrich Liechtenstein.Das Universum nach Friedrich Liechtenstein, arte creative auf YouTube Im November 2016 nahm er an der Tanzshow Deutschland tanzt (ProSieben) teil. 2018 trat er gemeinsam mit Liam Mockridge als Elevator Man and Lobby Boy bei Das Supertalent auf.RTL Television: Das Supertalent 2018: Liam Mockridge und Friedrich Liechtenstein wollen den Dancefloor retten vom 17. November 2018
Liechtenstein lebt nach eigener Auskunft im architektonisch ausgefallenen Berliner L40-Wohn- und Geschäftshaus des Architekten Roger Bundschuh am Rosa-Luxemburg-Platz, Ecke Linienstraße.Giovanni di Lorenzo: Interview in der Talk-Show 3 nach 9 auf Radio Bremen TV vom 7. März 2014; abgerufen am 1. Juni 2014.Frédéric Schwilden: Friedrich Liechtenstein: Sehr geiler Typ übrigens. Die Zeit, 27. Februar 2014. Abgerufen am 1. Juni 2014. 2023 eröffnete er zusammen mit Anna Müller, der Tochter des Dramatikers Heiner Müller, die von der Werbeagentur Jung von Matt finanzierte Bar Troya in Berlin.
Liechtenstein war zweimal verheiratet. Er war mit der Kostümbildnerin Gesine Völlm liiert. Sein Sohn ist der Schriftsteller Franz Friedrich. Im September 2023 wirkte er bei Die Verräter – Vertraue Niemandem! mit.
2024 veröffentlichte er das Lied „Die Maschine“, im Duett mit Purple Disco Machine.
Im Januar und Februar 2025 veröffentlichte der Deutschlandfunk den vierteiligen Doku-Podcast Who Killed Tupper – Aufstieg und Fall einer Dose über die Geschichte der Firma Tupperware, bei der Liechtenstein als Host und Erzähler „in die Rolle eines Schauspielers schlüpft, der so gerne mal ein Kommissar wäre“.
Im Mai 2026 veröffentlichte er die erste Single der noch nicht veröffentlichten Konzept-EP "Schnittchen Permament" mit dem Namen "The Majestic Sombrero Galaxy", die er gemeinsam mit Maéva produzierte.
Werke Selfie Man, #DerTagIstDeinFreund, Bilderbuch für Erwachsene, Blumenbar, Berlin 2014, ISBN 978-3-351-05018-4. mit Joachim Bessing: Super. Mein Leben, Piper, München / Zürich 2015, ISBN 978-3-492-05666-3.
Bühne Liveradio-Show „Something For The Dogs“, Engelbrot, Berlin, 2007 Sister City Loveslam, Engelbrot, Berlin, 2007 Die Zehn mit Herbert Fritsch und Sabrina Zwach, Engelbrot, Berlin, 2007 Die Großen Raucher, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin, 2008 Teach me tonight, Radialsystem V. (Sasha Waltz and Guests), 2008 Speisesaal d'amour mit A.Gsottschneider, Engelbrot, Berlin, 2008 The Himmelfahrt Radioshow von Jan Dvorak und Thomas Fiedler, Hebbel am Ufer, Berlin, 2009 Così fan tutte von Christoph Hagel, E-Werk, Berlin, 2009 Der Kleine Doomsday (monatliche Reihe in der Tanzbar Tausend, Berlin, seit 2009) The Dolphin Man, Prater der Volksbühne, Berlin, 2009 Deichkind in Müll, Kampnagel, Hamburg, 2010 Shanties & Tattoos von Claudia Kühn, Sebastian Undisz, Oliver Spatz und Ewelina Wanke, Seefahrerkirche Wieck, Greifswald, 2011 Icke – Die Oper, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin, 2011 Utopia, von Kommando Himmelfahrt, Kampnagel, Hamburg, 2013 Friedrich Liechtenstein feat. Mousse T. & Richard Dorfmeister, Berlin Live, 2016
Film/Fernsehen 2000: Autor, Produzent und Regisseur in Imagespot Giganten, Tele 5 2000: Autor, Produzent und Co-Regisseur in Fernsehsendung Boccia Boccia, Tele 5 2000: Darsteller, Regisseur und Produzent in Kampagne Aus dem Leben eines Senderchefs, Tele 5 2000: Darsteller in Tolle Lage, Spielfilm von Sören Voigt 2003: Darsteller in Lichter, Spielfilm von Hans-Christian Schmid 2006: Darsteller im Kurzfilm Wunderlich privat 2008: Darsteller im Kurzfilm Von Fall zu Fall 2009: Moderator für Reportage 1-2-3 Istanbul, 3sat 2010: Darsteller in Elf Onkel, Spielfilm von Herbert Fritsch 2012: Darsteller in Serie About:Kate, Arte 2012: Darsteller im Kurzfilm Schwarzatmen 2012: Darsteller im Musikvideo zur EP Kackvogel von Solomun 2013: Darsteller im Musikvideo zur EP StarWars von Ingo Pohlmann 2013: Darsteller und Featuregast im Musikvideo Supergeil von Der Tourist 2013: Darsteller im Kurzfilm Dorien 2014: Darsteller in Web-Produktion Alibi Agentur 2014: Darsteller in Serie Mann/Frau, BR 2014: Darsteller im Werbespot EDEKA Supergeil 2015: Darsteller im Werbespot EDEKA Mann zieht blank 2015: Darsteller im Kinofilm Der Nanny 2015: Darsteller im Kinofilm Halbe Brüder 2015: Darsteller im Fernsehfilm Die 7. Stunde 2015–2016: Darsteller in Serie Tankstellen des Glücks, Arte 2016: Darsteller im Spielfilm Mann im Spagat – Pace, Cowboy, Pace 2016: Darsteller in Serie Dit is Fussball!, Tele 5 2016: Teilnehmer bei Tanzshow Deutschland Tanzt, Pro7 2016: Darsteller im Fernsehfilm Das Märchen vom Schlaraffenland, ARD 2016: Tankstellen des Glücks – 10-teilige ARTE Reihe Jeremy JP Fekete 2016: Tankstellen des Glücks – der Film / ARTE Doku 2019: Darsteller im Werbespot EDEKA Supergeile Preise 2019: Darsteller im Werbespot HD PLUS Echt fett! 2019: Darsteller im Fernsehfilm Totengebet 2021: Darsteller im Imagefilm der Firma Weidmüller: #fromDetmoldwithLove 2022: Darsteller in der WDR-Miniserie Muspilli 2024: Darsteller im Musikvideo zur Single Touch Me von Asdis
Diskografie Alben 2004: Please Have a Look from Above (Fabrique Records) 2008: Daily Soap (Fabrique Records) 2014: Bad Gastein (HEAVYLISTENING Records) 2015: Schönes Boot aus Klang (Berliner Meister Schallplatten) 2017: Ich bin dein Radio (Okeh) 2022: Good Gastein (mit The Octagon Pavillon; Motor)
Singles / EPs 2005: Terrestrische Wellen EP (Fabrique Records) 2013: Supergeil / Der Tourist feat. Friedrich Liechtenstein (Starlight Musik) 2014: Belgique, Belgique (HEAVYLISTENING Records) 2014: Das Badeschloss (Made for the Future) (HEAVYLISTENING Records) 2016: 1000 Liter 2018: Elevator Man / Liam Mockridge feat. Friedrich Liechtenstein 2023: Funkroboter / Dilla & TimmyT feat. Friedrich Liechtenstein 2024: Die Maschine / Purple Disco Machine feat. Friedrich Lichtenstein 2024: Alle Getränke gehen aufs Haus 2024: 2.24 - Radio Edit / Friedrich Liechtenstein feat. The Addicted 2025: Eisbär / Friedrich Liechtenstein feat. Paul Eisenach (marketed by Motor Entertainment) 2026: The Majestic Sombrero Galaxy / Friedrich Liechtenstein feat. Maéva (marketed by Motor Entertainment)
Podcast
2025: Who Killed Tupper – Aufstieg und Fall einer Dose
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Einzelnachweise
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