mini|200px|Ehemaliges Logo, vielerorts noch vorhanden Der Neckartal-Radweg ist ein ausgeschilderter Radwanderweg entlang des Neckars. Die Route verläuft rund 370 km von Villingen-Schwenningen nach Mannheim.

Charakteristik Der Neckar weist auf seiner Strecke einen Höhenunterschied von rund 650 Metern auf. Im oberen Abschnitt bis Oberndorf weist auch die flussabwärtige Richtung noch einige Steigungen auf. Bis auf einige Steigungen zwischen Marbach und Heilbronn sowie kurz vor Hirschhorn ist der Rest der Route ohne nennenswerte Anstiege. Die Routenführung erfolgt größtenteils über ruhige Landstraßen oder eigene Radwege, teils gibt es auch kurze verkehrsreiche Abschnitte. Viele Ortsdurchfahrten verlaufen im öffentlichen Straßenverkehr.

Die ausgeschilderte Strecke führt mehrfach über den Fluss, sodass der Weg teils am linken, teils am rechten Ufer entlang führt. Parallel- oder Alternativstrecken am jeweils anderen Ufer sind in manchen Fällen vorhanden. Der Weg weicht streckenweise bis zu mehrere hundert Meter vom Fluss ab. Der allergrößte Teil der Strecke ist asphaltiert, teils gibt es auch Abschnitte mit Feinkies und naturbelassenen Waldwegen. Die Beschilderung ist in beide Richtungen durchgängig vorhanden und fast immer gut sichtbar. Das Wegweisersymbol hatte bis 2021 überwiegend die Form eines stilisierten Fahrrads auf blauem Grund mit der Aufschrift „Neckartal-Weg“, wobei lokal auch andere Beschilderungen anzutreffen waren. Seit 2021 wird der Weg mit einem neuen Logo beschildert, das ein Fahrrad und Flussschlingen auf orangem, eine Burg auf grünem und Weintrauben auf rotem Grund mit dem Schriftzug „Neckartal Radweg“ auf weißem Grund zeigt. Vielerorts findet man aber noch das alte Logo.

Nach ADFC-Angaben sind: Der Schwierigkeitsgrad: ca. 65 % leicht, 34 % mittel, 1 % schwer Die Streckenbeschaffenheit: ca. 76 % rennradgeeignet, 24 % wird Tourenrad empfohlen Die Verkehrsbelastung: ca. 95 % keine bis geringe, 4 % mäßig, 1 % hoch Ideal für Kinder: 25 %

Der ADFC zeichnete den Neckartal-Radweg 2018 als 4-Sterne-Qualitätsradroute.

Landschaft und Kultur mini|hochkant|Landschaften am Neckar

Der Neckartal-Radweg folgt dem Neckar von dessen Quelle auf der Baar bei Villingen-Schwenningen auf 706 m Meereshöhe und folgt ihm bis zu der Mündung in den Rhein in Mannheim. Zunächst fließt der Neckar zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb nach Nordosten, ab dem „Neckarknie“ bei Plochingen nordwestwärts bis nordwärts durch die Ballungsräume von Stuttgart und Heilbronn, dann ab Eberbach im Odenwald westwärts bis Heidelberg und schließlich durch das Oberrheinische Tiefland nordwestwärts bis Mannheim. Er ist von Plochingen abwärts mittels Stauhaltungen zum Großschifffahrtsweg (Bundeswasserstraße) ausgebaut mit bedeutenden Häfen in Stuttgart, Heilbronn und Mannheim. Noch bis kurz vor Rottweil ist der Neckar nur ein kleiner Bach, erst danach führt er durch den Zufluss mehrerer Bäche mehr Wasser. Unterhalb von Rottweil tritt der Neckar in ein enges, waldreiches Tal ein und bahnt sich dann für die nächsten 80 km seinen Weg nach Norden zwischen den Höhenzügen des Schwarzwalds und der Schwäbischen Alb. Bei Weitingen wird das Tal von der 127 m hohen Neckartalbrücke der A 81 überspannt. Bei Rottenburg tritt er in die Tübinger Talweitung ein. Hinter Tübingen verengt sich das Tal wieder. Ab hier sind die umliegenden Hochflächen wesentlich stärker besiedelt. Ab Plochingen ist der Neckar als Schifffahrtsstraße ausgebaut und verläuft bis Stuttgart in weiter, verstädterter, von Verkehrsbauten durchzogener und mit Industrie überbauter Flussaue, die erst im Bereich des Cannstatter Talknickes kurz von großen Parkanlagen unterbrochen wird.

Hinter Stuttgart schlägt er die Generalrichtung nach Norden ein. In einem kurvenreichen und engen Talabschnitt durch den Landkreis Ludwigsburg fließen ihm von rechts bei Remseck die Rems, dann ebenfalls von rechts nördlich von Marbach die Murr zu, nach Passieren der Hessigheimer Felsengärten erreicht ihn danach von links bei Besigheim die wasserreiche Enz. Im Unterland um Heilbronn durchläuft der Neckar dann in wieder breiter Aue eine offene Landschaft. Bei Bad Friedrichshall nimmt der Neckar auf nur zwei Kilometern Fließstrecke nacheinander von rechts die zwei anderen seiner großen Nebenflüsse auf, erst seinen wasserreichsten Nebenfluss Kocher und kurz darauf seinen offiziell längsten, die Jagst, was zusammen seine Wasserführung ungefähr verdoppelt.

Zwischen Bad Wimpfen mit seiner Stauferpfalz und Mosbach tritt der Neckar in den Odenwald ein, wo erneut in einem schluchtartigen Tal hohe, bewaldete Hänge seine Ufer säumen und vor allem rechtsseitig tief eingeschnittene Täler münden. Am letzten seiner markanten Knie bei Eberbach biegt er dabei nach Westen, tritt bei Hirschhorn kurz auf hessisches Gebiet über und ist anschließend bis nach Neckarsteinach auf langen Strecken die Landesgrenze zwischen Baden-Württemberg und Hessen. Bei Neckargemünd mündet von links die Elsenz, ihr Unterlauf nutzt den abwärtigen Teil der sich weit nach Süden ziehenden ehemaligen Maurer Talschlinge, die der Neckar nach einem Mäanderdurchbruch hinterlassen hatte. Bei der Stadt Heidelberg, die im Norden an den Odenwald und im Süden an das Königstuhlmassiv grenzt, ist das Neckartal zwischen beidseits über 400 Meter höheren Bergen am tiefsten eingeschnitten. Nach Passieren der Heidelberger Altstadt tritt der Strom in die weite Oberrheinische Tiefebene ein und mündet nach weiteren rund 25 Kilometern in Mannheim in den Rhein.

Die bedeutendsten historischen Städte am Radweg sind Rottweil, Rottenburg, Tübingen und Heidelberg. Daneben gibt es das kulturhistorisch bedeutete Residenzschloss Ludwigsburg, Schillers Geburtshaus in Marbach und die Kaiserpfalz Bad Wimpfen. Zwischen Esslingen am Neckar und Gundelsheim wird der Württemberger Wein zum Teil auf steilen Terrassen angebaut. Trutzige Burgen finden sich vor allem am Rande des Odenwaldes.

Anschlussradwege Etwa 100 Meter östlich der Bahnstation „Villingen-Schwenningen Zollhaus“ zweigt Richtung Süden der Römerweg ab. Auf ihm wird nach 9 km Donaueschingen und damit der Anschluss an den Donau-Radweg erreicht. Alternativ kann man auch ab dem Bahnhof Villingen dem Brigachtal-Radweg folgen der nach 16 km Donaueschingen erreicht und von hier entlang der Brigach bis zum Zusammenfluss mit der Breg, die zusammen die Donau bilden. Zwischen Villingen und Donaueschingen gibt es auch eine Bahnverbindung.

In Mannheim stößt der Neckartal-Radweg auf den Rheinradweg, die EuroVelo 15 (auch: EV15). Über ihn besteht Verbindung Richtung Norden bis zur Rhein-Mündung in Rotterdam oder Richtung Süden bis ins Quellgebiet des Rheins in den Schweizer Alpen am Oberalppass.

Der Drei-Täler-Radweg verläuft gemeinsam mit dem Neckartal-Radweg von Villingen über Rottweil bis Glatt und folgt ab hier den Flüssen Glatt und Kinzig bis Straßburg an den Rhein.

Sowohl bei Remseck als auch bei Heilbronn stößt man auf den Alb-Neckar-Radweg, der über die Schwäbische Alb durch das Biosphärengebiet Schwäbische Alb von der Ulmer Donau zum Neckar führt.

Der Kocher-Jagst-Radweg ist ein 330 km langer Rundweg entlang der Flüsse Kocher und Jagst der bei Bad Friedrichshall an den Neckar führt.

Der Hessische Radfernweg R4 beginnt in Hirschhorn am Neckar und verläuft mit einer Gesamtlänge von 385 Kilometern von Süd nach Nord durch Hessen, entlang von Mümling, Nidda und Schwalm nach Bad Karlshafen an der Weser.

Der 225 km lange 3-Länder-Radweg führt als Rundweg durch das Dreiländereck von Hessen, Baden-Württemberg und Bayern. Entlang von Mümling, Neckar und Main erkundet die Route den Odenwald.

Der Burgenstraßen-Radweg verläuft über ca. 1.200 Kilometer parallel zur Touristenroute Burgenstraße zwischen Mannheim und Prag.

In Heidelberg beginnt der Radweg-Bergstraße der bis nach Darmstadt führt.

Bahnanbindung Beide Endpunkte des Neckartal-Radwegs sind gut mit der Bahn zu erreichen. Die Quelle erreicht man entweder über den Bahnhof Villingen, der Anschluss an das Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn hat, oder von dort weiter mit der Regionalbahn zum Bahnhof Schwenningen. Zur Mündung gelangt man über den Hauptbahnhof Mannheim, einen Hauptknotenpunkt des Schienenfernverkehrs. Der Neckartal-Radwegs wird fast auf der gesamten Länge von Bahnstrecken mit Personenverkehr begleitet: von Villingen bis Bahnhof Rottweil mit acht Haltepunkten von Rottweil bis Horb mit Halten in Oberndorf und Sulz von Horb bis Tübingen Hauptbahnhof mit sechs Haltepunkten. Zwischen Tübingen und Nürtingen gibt es keine begleitende Bahnlinie. Zwischen den beiden Städten kann aber der Regional-Express nach Stuttgart genutzt werden. Vom Bahnhof Nürtingen begleitet die Filstalbahn den Radweg weiter bis zum Bahnhof Plochingen mit Halten in Wendlingen und Wernau. Plochingen ist an das S-Bahn-Netz von Stuttgart angeschlossen und mit der Line S1 erreicht man entlang des Neckars sowohl den Hauptbahnhof von Stuttgart als auch Bad Cannstatt und Esslingen am Neckar. Zwischen Bad Cannstatt und Besigheim gibt es keine begleitende Bahnstrecke. Auf dem Abschnitt sind allerdings Ludwigsburg, Marbach und Benningen mit der S-Bahn von Stuttgart aus zu erreichen. Von Besigheim bis Heilbronn Hauptbahnhof verkehrt eine Regionalbahn mit vier Zwischenhalten. Der gesamte restliche Neckartal-Radweg wird durch die Neckartalbahn begleitet. Heute verkehren dort zwischen Heilbronn und Mosbach die Stadtbahn S41 und ab Mosbach die S-Bahnen S1 und S2 nach Homburg (Saar) Hauptbahnhof bzw. Kaiserslautern Hauptbahnhof über Mannheim Hauptbahnhof.

Verlauf Der Neckartalradweg wird für die Verlaufsbeschreibung in vier Abschnitte eingeteilt. Alle Angaben für Entfernung und Höhenmeter sind circa-Angaben. Villingen–Rottenburg am Neckar (102 km) Rottenburg–Stuttgart-Bad Cannstatt (94,5 km) Stuttgart-Bad Cannstatt–Bad Wimpfen (102 km) Bad Wimpfen–Mannheim (117,5 km)

Von Schwenningen bis Rottenburg

Streckenlänge: 102,0 km Höhenmeter: 516 m

Die Radwegmarkierung beginnt nördlich des Bahnhofes von Villingen nach Überquerung des Bickenstegs und führt Richtung Zollhaus und Schwenninger Moos, wo sich nahe der Europäischen Hauptwasserscheide zwischen Atlantik und Schwarzem Meer der Neckarursprung befindet. Danach vorbei am Eisstadion von Schwenningen in den Stadtpark Möglingshöhe, wo sich die symbolische Neckarquelle befindet. Von hier verläuft der Radweg entlang des Neckarbächleins über Deißlingen und Lauffen nach Rottweil. Dort vereinigen sich Neckar und Eschach. Auf dem Weg nach Oberndorf sind einige Steigungen zu überwinden, da sich der Neckar tief in die Landschaft eingeschnitten hat. Hier werden die Ortschaften Talhausen, Epfendorf und Altoberndorf passiert, bis man schließlich bei Kilometer 48 Oberndorf erreicht. Über Aistaig geht es dann nach Sulz, ab hier führt die Strecke deutlich ebener weiter. Durch Fischingen, Neckarhausen und Dettingen wird auf dem Weg in die alte Festungsstadt Horb gefahren. Von hier geht es dann direkt weiter in das über 2500 Jahre alte Rottenburg.

Sehenswertes Die Altstadt von Villingen befindet sich unmittelbar westlich des Bahnhofes. Innerhalb der zum großen Teil erhaltenen Stadtbefestigung mit noch drei Tortürmen befinden sich unter anderem: Das spätgotische Rathaus von 1534. Das frühgotische Münster Unserer Lieben Frau aus dem 13. bis 16. Jahrhundert. Der Münsterbrunnen. Im stadtgeschichtlichen Franziskanermuseum befinden sich viele Funde aus keltischen Fürstengrabhügeln am Magdalenenberg aus dem 6. Jahrhundert vor Christus.

Auf dem Weg nach Schwenningen führt die Radroute am Schwenninger Moos vorbei. Hier befindet sich der Neckarursprung der dann als Rinnsal nach Schwenningen führt. Im Schwenninger Stadtpark Möglingshöhe befindet sich die symbolische Neckarquelle, die 2009 einen neuen Quellstein erhalten hat. In Schwenningen selbst befindet sich: Das Uhrenindustriemuseum in den Räumen der ehemaligen Württembergischen Uhrenfabrik Bürk