María ist ein Roman des kolumbianischen Schriftstellers Jorge Isaacs. Er gilt als der wohl berühmteste hispanoamerikanische Roman des 19. Jahrhunderts.Beckman, Ericka. "Jorge Isaacs’s María and the Space-Time of Global Capitalism." SEL Studies in English Literature 1500-1900, vol. 56 no. 3, 2016, p. 539–559.

Inhalt Nach sechs Jahren der Ausbildung in Bogotá kehrt Efraín auf die Hacienda seiner Familie im Valle del Cauca zurück und verliebt sich in María, eine von seiner Familie aufgenommene Verwandte. Ihre Beziehung wird durch Marías schwere Krankheit und Efraíns geplante weitere Ausbildung in Europa überschattet. Nachdem Efraín nach London gereist ist, verschlechtert sich Marías Gesundheitszustand zunehmend. Als er von ihrer lebensbedrohlichen Erkrankung erfährt, kehrt er nach Kolumbien zurück, erreicht die Heimat jedoch erst nach ihrem Tod. Nach der Beerdigung besucht er noch einmal die Orte ihrer gemeinsamen Erinnerungen und verlässt schließlich das Valle del Cauca auf unbestimmte Zeit.

Ausgaben Der Roman „María“ wurde 1867 in Kolumbien veröffentlicht und in den ersten beiden Jahren nach seinem Erscheinen zweimal neu aufgelegt. 1877 erschien eine Ausgabe in Chile, 1878 eine weitere in Argentinien. Besonders großen Ruhm erlangte María in Mexiko.

In den dreißig Jahren zwischen seiner Erstveröffentlichung und dem Ende des Jahrhunderts wurde der Roman mehr als 25-mal gedruckt und neu aufgelegt; bis 1974 waren in Lateinamerika insgesamt 164 Ausgaben erschienen. Isaacs wurde durch den Roman berühmt.

Im 20. Jahrhundert gab es fast zweihundert Ausgaben von „María“ von fast allen Verlagen Kolumbiens. Neben den westlichen Sprachen wurde es auch ins Esperanto, Russische, Japanische und Chinesische übersetzt.

Adaptionen Der Roman wurde für Theater, Oper, Zarzuela, Ballett, Fotoromanhefte, Kino und Fernsehen adaptiert.

Filme Der Roman wurde seit 1918 mehrfach für Film und Fernsehen adaptiert. Isleny Cruz-Carvajal erwähnt sieben Verfilmungen in unterschiedlichen Formaten sowie eine Fernsehserie. Die früheste bekannte Verfilmung entstand 1918 in Mexiko unter der Regie von Rafael Bermúdez Zataraín, gilt jedoch als verschollen. Die erste kolumbianische Verfilmung von María hatte am 20. Oktober 1922 als Stummfilm Premiere. Das Drehbuch stammte von dem Chilenen Alfredo del Diestro (1885–1951), der zugleich die künstlerische Leitung übernahm, während der Spanier Máximo Calvo (1886–1973) für die Kameraarbeit verantwortlich war. Von dem Film sind lediglich 25 Sekunden Filmmaterial, das Drehbuch und ein Fotoalbum erhalten; zudem ist er durch zeitgenössische Zeitungsberichte, Briefe und amtliche Dokumente belegt.

Ausgaben Jorge Isaacs: María (Letras hispanicas; Bd. 248). Catédra, Madrid 2004, ISBN 84-376-0610-1 (EA 1873). Jorge Isaacs: María. Roman; der Welterfolg aus Kolumbien („María“, 1873). Sonrrie Verlag, Norderstedt 2003, ISBN 978-3-936968-02-6.

Verfilmung Máximo Calvo Olmedo (Regie): María, Kolumbien 1922 (keine Kopie erhalten) Tito Davison (Regie): María. 1972.

Literatur Germán Arciniegas: Vida y pasión de „María“. In: Ders.: Genio y figura de Jorge Isaacs (Colección Genio y Figura; Bd. 13). Editorial Universitaria, Buenos Aires 1970, S. 86–95. Donald MacGrady: Función del episodio de Nay y Sinar en „María“ de Isaacs. In: Nueva Revista de filología hispánica, Jg. 18 (1965/66), Heft 1/2, S. 171–176, . Donald MacGrady: Fue drama la „María“ de Jorge Isaacs. In: Thesaurus. Boletín del Instituto Caro y Cuervo, Jg. 26 (1971), Heft 3, S. 618–620, .

Weblinks

María (1966) - Enrique Grau

Einzelnachweise

Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Literatur (19. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Spanisch) Kategorie:Kolumbianische Literatur Kategorie:Roman, Epik