Mulatschak ist ein Kartenspiel mit Ursprung im Salzburger Raum. Es gilt laut österreichisch-ungarischem Spielkartenverein als Salzburger „Landesspiel“, da es im Bundesland Salzburg eines beliebtesten der häufigst gespielten Kartenspiele.Remigius Geiser: DIE 100 KARTENSPIELE DES LANDES SALZBURG in "Talon" Nr. 13/2004, Seite 29 ff, des österreichisch-ungarischem Spielkartenvereins Mulatschak wird zur Gruppe der Rams Spiele gezählt.Card Games: Rams Group pagat.com
Ziel des Spiels ist das Sammeln der angesagten Anzahl von Stichen wie vergleichbar in anderen Spielen wie Rage, Whist, Jass und vor allem Schnellen. Es herrscht hierbei sowohl Farbzwang als auch Stichzwang. Gespielt wird das Spiel mit doppeldeutschen Karten. Die höchste Karte ist generell die Sau als Trumpffarbe, die zweithöchste Karte ist der Weli. Anschließend folgen in der Trumpffarbe der König, Ober, Unter sowie 10 bis 6. Das Spiel wird mit 36 Karten und 3 bis 5 Spielern gespielt.
Wortherkunft Als Mulatschak (ungarisch „mulatság“ für „Belustigung“ oder „Vergnügen“) wird in Ungarn und in Österreich eine „ausgelassene Unterhaltung“ bezeichnet.Elsbeth Wallnöfer: Märzveigerl und Suppenbrunzer 400 Begriffe aus dem echten Österreich Seite 29, Verlag Anton Pustet, 2024, ISBN 978-3-7025-8002-5 Es ist auch ein Ausdruck für eine ausgelassene Feier, bei der am Ende die Gläser zerschlagen werden.Robert Sedlaczek: Österreichisch für Fortgeschrittene Seite 43, Amalthea Signum Verlag, 2018, ISBN 978-3-903217-27-0
Spielregeln für das Kartenspiel (nach Remigius Geiser) Am Beginn der Runde hat der Kartengeber die Karten zu mischen und auszuteilen. Der Kartengeber wechselt immer nach jeder Runde im Uhrzeigersinn.
Nach dem Mischen wird der Kartenstoß mit der Rückseite auf den Tisch gelegt, der Spieler rechts vom Kartengeber darf Abheben. Hebt er den Weli ab darf der Abheber diese Karte behalten. Die Karten werden im Uhrzeigersinn beginnend mit dem links neben dem Kartengeber sitzenden Spieler an die Mitspieler ausgeteilt. Es werden an jeden Spieler 5 Karten ausgeteilt. Zuerst sind 3 Karten jeweils an alle Spieler auszuteilen (sollte der Abheber den Weli abheben, diesem nur 2 Karten) und sodann nochmals 2 Karten.
Alle Spieler müssen jetzt ihre Karten einsehen. Sollte ein Spieler bei seinen 5 Karten nur Karten zwischen 6 und 10 haben (sogenannte „Weiße“) wird neu gemischt und ausgeteilt. Das mächst Spiel zählt dann doppelt.
Jeder Spieler hat ein Startkapital von 15 Punkten. Diese soll auf Null reduziert werden.
Von Dorf zu Dorf oder Tal zu Tal können die Regeln meist geringfügig abweichen. Es ist daher guter Brauch, dass vor Spielbeginn die Spieler kurz abklären, welche genaue Regeln gelten.
Stichansage bzw. Lizitation Der links neben dem Kartengeber sitzende Spieler, also der Spieler, der als erstes die Karten bekommen hat, muss jetzt ansagen, wie viele Stiche er macht. Dies kann nur zwischen 0 und 5 Stichen liegen. 5 Stiche werden als „Mulatschak“ bezeichnetm, das muss er aber in der ersten Bietrunde ansagt. Bei dieser Ansage müssen alle Spieler mitspielen. Der nächste Spieler müssen immer mindestens um einen Stich mehr bieten oder „weiter“ sagen (also nicht überbieten). Ansage geht bis zum Kartengeber. Der Kartengeber kann die Stichansage ebenfalls überbieten. Der Kartengeber muss aber die Stichansage nicht erhöhen, er kann die höchste Stichansage auch halten und wäre der Spieler mit der höchsten Stichansage. Der Spieler, der vor dem Halten die höchste Stichzahl angesagt hatte angesagt hatet, kann nun erhöhen und auch der Kartengeber kann beliebig oft „bei mir“ zum Halten rufen. Die Lizitation ist beendet, sobald das Höchstgebot nicht mehr überboten oder vom Teiler gehalten werden kann.
Der Höchstbietende ist nun verpflichtet diese Stichanzahl zu erreichen.
Farbauswahl – Trumpffarbe und Kartenaustausch Der Höchstbietende darf nun bestimmen, welche Farbe die Trumpffarbe ist. Dabei wählt der Spieler natürlich die Farbe, in welcher er die höchsten und die meisten Spielkarten hat.
Anschließend können die Spieler die Karten austauschen (ausgenommen angesagter „Mulatschak“). Dabei können einmal 0 bis 5 Karten ausgetauscht werden. Als erstes bekommt der Spieler mit der Stichansage die Karten. Falls er nur eine Karte als Tausch angesagt wurde, erhält der Spieler diese un eine weitere Karte wird aufgeschlagen und er kann entscheiden, ob er sie austauschen will gegen eine seiner Handkarten, die er dann verdeckt auf den Ablagestapel ablegt. Ist jedoch die „auf Sicht“ aufgeschlagene Karte von der Trumpffarbe und tauscht er sie aus, dann erhält er eine weitere „auf Sicht“ aufgeschlagen und so fort bis schließlich eine Karte erscheint, die nicht der Trumpffarbe angehört. Nun können die restlichen Spieler entscheiden, ob sie „mitgehen“, d. h. mitspielen und dann gleichfalls KArten tauschen oder „daheimbleiben“, d. h. nicht mitspielen. Falls alle Spieler außer dem Höchstbietenden daheim bleiben, muss rechte Nachbar dieses Spielers mitspielen. Bei Herz als Trumpffarbe und Mulatschak müssen alle Spieler mitspielen.
Das Spiel Der Spieler mit der Stichansage spielt die erste Karte aus. Es besteht Farbzwang, das bedeutet, dass die folgenden Spieler immer die Farbe spielen müssen, die vom Ausspieler ausgespielt worden ist. Erst wenn die ein Spieler nicht mehr die jeweilige die Farbe haben, die vom Ausspieler ausgespielt wurde, darf eine Trumpfkarte gespielt werden. Die höchste Spielkarte gewinnt den Stich. Dann muss immer der Spieler ausspielen, der einen Stich gemacht hat. Dies geht weiter bis alle Stiche gespielt sind.
Wer mitspielt, darf von seinem Punktestand so viele Punkte abziehen, wie er Stiche erzielt hat. Wer daheim bleibt bekommt einen Zusatzpunkt. Wer mitspielt, aber keinen Stich erzielt, bekommt 5 Zusatzpunkte. Erzielt der Höchstbietende nicht die angesagte Stichzahl, bekommt er 10 Punkte hinzu. Gelingt ein Mulatschak, d. h. alle Stichen gehen an einen Spieler, dann zieht der der Spieler 10 Punkte ab, alle anderen bekommen 10 Punkte hinzu. Gelingt der angesagte Mulatschak nicht, dann bekommt der Spieler 10 Punkte hinzu, die anderen je 10 Punkte herunter. Ist Herz Trumpf, dann werden sämtliche Punktezahlen verdoppelt.
Wer einen Punktestand unter 6 hat darf nicht mehr „daheim bleiben“ also aussetzen. Wer einen Punktestand unter 4 hat, darf nicht mehr „daheim bleiben“ und auch Karten nicht mehr austauschen. Wer als erster den Punktestand 0 erreicht hat das Spiel gewonnen.
Wenn mehrere Runden gespielt werden bekommt der Sieger die übriggebliebenen Punkte der Mitspieler gut geschrieben. Der Gesamtsieger ist derjenige, der nach einer festgesetzten Zeit oder Anzahl von Spielen die meisten Punkte hat.
Computerspiel Das Kartenspiel wurde als App umgesetzt. Zudem wurde auf Basis des Kartenspiels ein digitales Computerspiel durch Studenten der Fachhochschule Salzburg entwickelt.
Weblinks
Bräuche im Salzburger Land 3 bei brauch.at der Salzburger Volkskultur Weli/Mulatschak bei fh-salzburg.ac.at
Einzelnachweise
Kategorie:Kartenspiel mit traditionellem Blatt Kategorie:Stichspiel Kategorie:Salzburg