Erich Schmid (* 6. März 1947 in Frauenfeld; heimatberechtigt in Amlikon-Bissegg) ist ein Schweizer Journalist, Autor, Drehbuchautor und Filmregisseur.
Leben Schmid absolvierte ab seinem 15. Lebensjahr bis 1965 eine Lehre in Frauenfeld und Winterthur und besuchte später die Kantonale Maturitätsschule für Erwachsene (Zürich). Danach begann er als Journalist zu arbeiten. Von 1976 bis 1986 war er Reporter beim Tages-Anzeiger. Ab 1984 recherchierte er über die Winterthurer Ereignisse und publizierte das Buch Verhör und Tod in Winterthur, was seine Entlassung beim Tages-Anzeiger zur Folge hatte.Stefan Howald. Links und bündig: WOZ – Die Wochenzeitung: Eine alternative Mediengeschichte. Zürich 2018. ISBN 978-3-85869-755-4. S. 80. Anschliessend war Schmid bis 1988 als Inlandredaktor bei der Wochenzeitung WoZ in Zürich tätig. Danach arbeitete er als Filmemacher und freier Journalist für das Schweizer Fernsehen und berichtete über den Bürgerkrieg in Sri Lanka und die Repression in der Türkei.Fernsehbeiträge, auf erichschmid.ch 1991 begleitete er die nach einem Hungerstreik in Flüeli-Ranft verhafteten und ausgeschafften kurdischen Flüchtlinge nach Izmir.Erica Brühlmann-Jecklin. Das Schweizerkreuz nicht mehr ertragen: Die Flüeli-Ranft-Flüchtlinge und ihre Versteckerinnen im Jubeljahr 1991. Basel 1994. ISBN 3-907163-03-6. S. 186.
1987/1988 verfasste er mit Richard Dindo das erste Drehbuch. Seither ist er hauptsächlich als Filmschaffender und Buchautor tätig. Sein erster Dokumentarfilm Er nannte sich Surava kam 1995 in die Kinos und beleuchtete anhand der Biografie des Journalisten Peter Surava die Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg. Die Filme Meier 19 (2001) und Staatenlos – Klaus Ròzsa, Fotograf (2016) thematisierten die Jugendunruhen von 1968 und 1980 in Zürich. In weiteren Filmen porträtierte er Max Bill (bill – das absolute augenmass, 2008) und Adolf Muschg (Adolf Muschg – der Andere, 2021). Zwischen den Filmproduktionen schrieb er unter anderem das Buch In Spanien gekämpft, in Russland gescheitert über den Schweizer Spanienkämpfer Hermann «Männy» Alt, der ab 1937 zwei Jahre lang gegen die Truppen von General Franco kämpfte und 1956 in die Sowjetunion emigrierte.
Heute lebt und arbeitet Schmid im Wohn- und Atelierhaus von Max Bill in Zumikon, mit dessen Witwe, der Kunsthistorikerin Angela Thomas, er verheiratet ist.Erich Schmid, auf maxbill.ch, abgerufen am 9. Januar 2023 Seit 2001 ist er im Stiftungsrat der max bill georges vantongerloo stiftung.
Publikationen
Verhör und Tod in Winterthur. Eine Reportage über die Winterthurer Ereignisse. Limmat Verlag, Zürich 1986; überarbeitete und ergänzte Neuauflage 2002, ISBN 3-85791-382-7. Kumar. Kurzgeschichte. In: Felix Aeschlimann u. a. (Hrsg.): Zur Feier des Tages, Vierzehn Geschichten. Schweizer Arbeiterliteraturpreis. Cosmos Verlag, 1992, ISBN 978-3-305-00342-6, S. 103. Wir rochen den braunen Tang. Essay. In: Entwürfe, 1995. als Hrsg.: Abschied von Surava. Eine Dokumentation mit Geschichten von Peter Surava. Wolfbach Verlag, Zürich 1996, ISBN 3-9520831-4-3. In Spanien gekämpft, in Russland gescheitert. Männy Alt (1910–2000) – ein Jahrhundertleben. Orell Füssli Verlag, Zürich 2011, ISBN 978-3-280-06122-0.
Filmografie 1988: Indischer Frieden in Sri Lanka, Dokumentarfilm 1989: Geständnisse in Mamak, Dokumentarfilm (CH/Türkei) 1991: Jeevan, Dokumentarfilm (CH/Sri Lanka) 1995: Er nannte sich Surava, Kino-Dokumentarfilm 2001: Meier 19, Kino-Dokumentarfilm 2002: Verhör und Tod in Winterthur, Regie: Richard Dindo, Drehbuch: Erich SchmidVerhör und Tod in Winterthur, auf richarddindo.ch, abgerufen am 9. Januar 2023 2008: Bill – das absolute Augenmass, Kino-Dokumentarfilm 2016: Staatenlos – Klaus Rózsa, Fotograf, Kino-Dokumentarfilm 2021: Adolf Muschg – der Andere, Kino-Dokumentarfilm Quelle (soweit nicht anders angegeben):
Filmpreise 1989: Hauptpreis Film- und Videofestival Viper Luzern für Geständnisse in MamakGeständnisse in Mamak Presse-Clips, auf erichschmid.chKatalog Viper 1989, bei medienarchiv.zhdk.ch, abgerufen am 12. Januar 2023 1995: Auszeichnung Stadt Zürich für Er nannte sich Surava 1995: 5. Nov., Télévision suisse romande, Best of reportage 1996: Auszeichnung Cinéprix Telecom für Er nannte sich Surava 1996: International MediaNet Award München, Filmfest München, für Er nannte sich Surava 2008: Auszeichnung Semaine de la Critique, Filmfestival Locarno für bill – das absolute augenmassSemaine de la critique, abgerufen am 12. Januar 2023 2009: Memorable Award, 11th International Panorama of Independent Cinema Creators, Thessaloniki, für bill – das absolute augenmass Er nannte sich Surava (1995) und Meier 19 (2001) waren jeweils die erfolgreichsten Dokumentarfilme der Schweiz des Jahres 1995 respektive 2001Bundesamt für Statistik, Kinoeintritte Schweizer Filme, abgerufen am 12. Januar 2023
Weblinks
Erich Schmid bei swissfilms.ch Website von Erich Schmid
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1947 Kategorie:Mann