Die Digedags waren von 1955 bis 1975 die Haupthelden der in der DDR erschienenen Comiczeitschrift Mosaik. Die drei Kobolde Dig, Dag und Digedag erlebten in mehreren großen Serien Abenteuer in Raum und Zeit. Dabei vermittelten sie historisches, geografisches sowie naturwissenschaftlich-technisches Wissen. Der Schöpfer dieser Comicreihe war der Zeichner Hannes Hegen (1925–2014). Die Hefte wurden in einem vielköpfigen Künstlerkollektiv gestaltet, in dem seit 1957 der Texter Lothar Dräger eine wesentliche Rolle spielte.
Entwicklung mini|Gedenktafel für Hannes Hegen in Berlin-Karlshorst Die ersten Mosaik-Hefte waren Comics mit Sprechblasen. Später ging man dazu über, Textbalken unter die Bilder zu setzen, was dem Comic Prosacharakter gab. Im Grunde beinhaltete das Mosaik seitdem keine Comics mehr, sondern Bildergeschichten. Zurück ging diese Entwicklung insbesondere auf die Zeichner der Hefte und allen voran auf den künstlerischen Leiter Hannes Hegen. Man wollte nicht, dass durch die Sprechblasen die Bilder verdeckt werden. In der letzten, im Orient spielenden Serie kehrte man wieder zu den Sprechblasen zurück, allerdings waren diese nicht mehr abgerundet. Sie standen eckig außerhalb des Bildes, quasi anstelle der wegfallenden Textbalken. Mithin war ungeachtet der Sprechblasen das Bild fast ohne Abdeckung – bis auf eine dünne Verbindung zwischen der Figur und ihrem Text.
Die Hefte erschienen zunächst vierteljährlich, umfassten 32 Seiten und kosteten 95 Pfennige, ab 1957 erschienen die Hefte monatlich mit 24 Seiten zum Preis von 60 Pfennigen. Bis 1960 erschien die Zeitschrift im Verlag Neues Leben, danach wurde sie an den Verlag Junge Welt abgegeben.
Hegen war bis 1969 über befristete Verträge an die Verlage gebunden und nutzte die jeweiligen Verhandlungen über die Verlängerung der Zusammenarbeit, um günstigere Konditionen für sein Team zu erwirken. Immer wieder drohte er dabei auch mit seiner Kündigung und der Einstellung der Heftproduktion. Für das im Dezember 1959 erschienene Heft 37 war bereits eine Abschieds-Version entworfen worden. Im November 1973 kündigte Hegen seinen seit 1969 bestehenden unbefristeten Vertrag mit dem Verlag zum 1. Juli 1975 (Heft 223). Als Grund führte Hegen "nicht mehr zu überbrückende Schwierigkeiten" bei der Produktion der Hefte an. Hintergrund war zum einen die Überlastung der Künstler aufgrund der Verkürzung der gesetzlichen Arbeitszeit (Wegfall des Samstags als Arbeitstag), die nicht durch Anwerbung neuer Fachkräfte ausgeglichen werden konnte. Zum anderen plante der Verlag eine Umstellung des Drucks von einer Bogenoffsetmaschine auf eine Rollenoffsetmaschine. Hegen hatte diesen Wechsel Anfang der 1970er Jahre zunächst gefordert, da dadurch eine deutlich größere Auflage produziert und die nie zu stillende Nachfrage besser bedient werden könnte. Nach ersten Proben hatte sich allerdings gezeigt, dass es durch das neue Druckverfahren zu Farbabweichungen kommen konnte. Außerdem konnten nur noch Hefte mit einem Umfang von 20 statt bisher 24 Seiten gedruckt werden. Die Beeinträchtigung der Qualität und die verkürzte Handlung pro Heft wollte Hegen nicht hinnehmen. Auf sein Angebot, künftig nur noch sechs Hefte pro Jahr mit 32 Seiten zu liefern, ging der Verlag nicht ein, da er zum einen auf die monatlichen Gewinne, die das Mosaik erwirtschaftete, angewiesen war, um andere, verlustreiche Kinder- und Jugendzeitschriften zu finanzieren. Zum anderen nutzte der Verlag Spannungen im Mosaik-Team – einige Mitglieder wie Lothar Dräger fühlten ihre Arbeit nicht hinreichend gewürdigt und sich nicht angemessen am Gewinn beteiligt –, um das Comic auch ohne Hegen fortzuführen.
Da die Urheberrechte an den Figuren der Digedags bei Hannes Hegen lagen, musste die Digedag-Serie mit dem Heft 223 eingestellt werden. Während der Arbeit an den letzten Heften der Amerika-Serie und den ersten Heften des Orient-Zyklus wurde parallel ab 1974 zunächst von Lothar Dräger und Wolfgang Altenburger, ab Anfang 1975 dann unter Hinzuziehung des übrigen Mosaik-Kollektivs, die neue Abrafaxe-Serie vorbereitet, deren Figuren im Januarheft 1976 die Digedags ablösten. Davor erschienen im zweiten Halbjahr 1975, ermöglicht durch eine lizenzrechtliche Vereinbarung zwischen Hegen und dem Verlag, noch einmal als Nachdruck die Hefte 90 bis 95 in fortgesetzter Nummerierung. Dieser Nachdruck diente unter anderem dem Test des neuen drucktechnischen Verfahrens, bei dem von einer Bogenoffsetmaschine auf eine Rollenoffsetmaschine umgestellt wurde. Aufgrund dieser Umstellung hatten die Abrafaxe-Hefte nur noch einen Umfang von 20 statt bisher 24 Seiten. Hegen hielt auch die Urheberrechte am Titel "Mosaik". Ungeachtet dessen wurde der Titel weiter verwendet, wenn auch nun als "mosaik". Klagen gegen die Weiterverwendung des Titels und gegen die Abrafaxe als Plagiate der Digedags blieben in der DDR und im wiedervereinigten Deutschland erfolglos.
In den frühen 1990er Jahren begann der Buchverlag Junge Welt, in Lizenz die Mosaik-Hefte 1 bis 223, von denen die Ausgaben der ersten Jahrgänge unter Sammlern mittlerweile zu hohen Preisen gehandelt werden und kaum noch auf dem Sammlermarkt erhältlich sind, als auflagenlimitierte Reprint-Kassetten nachzudrucken. Hegenbarth, der als Rechteinhaber sowie auch als Künstler mit der Gestaltung der Mappen beteiligt war, stellte hierzu die originalen Filme zum Druck zur Verfügung. Parallel wurde die komplette Digedags-Serie in verschiedenen Formaten, hauptsächlich aber in Form von Hardcover-Sammelbänden, teilweise bearbeitet, aber ebenso mittels der originalen Druckfilme, wiederveröffentlicht. Hierbei knüpfte man an eine Tradition an, die bereits mit der Buchveröffentlichung der Runkel- und Amerika-Serien in den 1960er und 1970er Jahren begonnen hatte.Liste aller Digedags-Sammelbände
Einzelne Hefte der Weltraum-Serie wurden Ende der 1990er in einem vergrößerten Format herausgebracht. Seit der vollständigen Integration des Buchverlages Junge Welt in den Tessloff Verlag zu Beginn des Jahres 2006 werden die Sammelbände und Reprintmappen von diesem herausgegeben. Seit 2007 ist nunmehr die gesamte Digedags-Serie in Buchform erhältlich, wobei die Erfinder- und Weltraum-Serie nun vollends getrennt wurden (in den Heften wurde immer abwechselnd über beide Serien erzählt). Zudem gibt es seit 1990 eine hohe Anzahl an Merchandising-Artikeln in Form von Figuren, Brotdosen über Mal- und Bastelbücher, Kalender, Postkarten bis Briefmarken, Kleidung und Geschirr mit den Motiven der Digedags.
Mittlerweile werden ältere Originalhefte, insbesondere die der Ritter-Runkelserie vorhergehenden Exemplare ab Nr. 89 abwärts und die sich in guten bis sehr guten Erhaltungszuständen befinden, zu teils extrem hohen Sammlerpreisen gehandelt. So erzielte eines der schätzungsweise nur noch 10 in diesem guten Zustand befindlichen Hefte der Nr. 1 von 1955 beim Online-Auktionshaus Ebay im Jahre 2012 den Enderlös in Höhe von 6605 EUR.
Eine ständige Ausstellung zu den Digedags zeigte von 2017 bis 2021 das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig.
Auflage 1955: 100.000 Exemplare 1956: 150.000 Exemplare 1957: 250.000 Exemplare 1963: 300.000 Exemplare 1967: 400.000 Exemplare 1970: 600.000 Exemplare 1975: 660.000 Exemplare
Da die Hefte aufgrund der hohen Nachfrage rege getauscht und weitergereicht wurden, erreichten sie schätzungsweise 2,5 Mio. Leser in der DDR.
Heftserien mini|Digedags am Haus Waldowallee 15, in Berlin-Karlshorst mini|Digedagsplatz in Berlin-Karlshorst Nummer 1–12 bilden noch keine eigenständige Serie, bauen aber handlungsmäßig aufeinander auf. Nach einem märchenhaften Auftakt im Orient, einer Schiffsreise und Auseinandersetzungen mit Piraten stranden die Digedags auf einer Südseeinsel. Dort bauen sie nach diversen Abenteuern einen Zirkus auf und begeben sich auf Welttournee. Nicht zur fortlaufenden Handlung gehören die Hefte 3 und 5, in denen Tiere die Protagonisten sind.
Nummer 13–24 umfassen die Römer-Serie. Die Handlung setzt an der Stelle ein, wo Heft 12 endete und setzt die Handlung um den neu gegründeten „Circus Digedag“ fort. Durch einen Wirbelsturm werden die Digedags mit ihrem Schiff ins antike Rom versetzt, wo sie als Zirkusbetreiber Karriere machen. Selbst der Kaiser ist von ihnen begeistert. Damit erwecken sie den Neid der alten Favoriten des Caesaren. Diese verschwören sich und schicken Truppen nach Rom. Der Angriff kann dank der Digedags abgewehrt werden. Weil das Volk die Digedags gerechterweise als Sieger feiert, fallen sie nun auch beim missgünstigen Kaiser in Ungnade und werden in die Fremdenlegion gesteckt. Mit ihren Streichen gelingt es ihnen, dort ein solches Wirrwarr anzurichten, dass die Legion zerfällt und die Soldaten in ihre Heimat flüchten. Als die Digedags nun erfahren, dass der Kaiser inzwischen beschlossen hat, ihre Zirkustiere mit Gladiatoren in die Arena zu schicken, trennt sich Digedag von seinen Gefährten, um in Rom alles in Ordnung zu bringen. Unterdessen flüchten Dig und Dag mit ihrem neuen Freund, dem germanischen Koch Teutobold, nach Malta. Dort lernen sie den Wissenschaftler Sinus Tangentus kennen. Gemeinsam gelingt es ihnen, den Bau eines Kriegshafens auf Malta zu verhindern. Nach dem Sieg über eine römische Flotte entdeckt man am Himmel einen Meteoriten, der nach der Einschätzung von Sinus Tangentus in der Sahara niedergehen muss. Er beschließt, diesen zu suchen, und die Digedags schließen sich ihm an.
Nummer 25–44 umfassen den ersten Teil der sogenannten Weltraum- oder Neos-Serie, die direkt an die Römerserie anknüpft. Der vermeintliche Meteorit entpuppt sich als Raumschiff vom Planeten Neos, das Dig, Dag und Sinus Tangentus ins All entführt. Auf dem Neos geraten sie in den Konflikt zwischen den zwei Staaten dieses Planeten, der Republikanischen Union und dem Großneonischen Reich, die den Gegensatz von Sozialismus und Kapitalismus versinnbildlichen. Später begleiten die Digedags den Raumschiffkapitän Bhur Yham auf einer Weltraumexpedition.
Nummer 51, 52, 56, 57, 61, 62, 66, 67, 72 und 73 bilden den zweiten Teil der Weltraum-Serie und erzählen anhand von Zwischenlandungen auf verschiedenen Planeten die Evolutionsgeschichte des Lebens auf der Erde. Parallel zum zweiten Teil der Weltraum-Serie umfassen …
Nummer 45–50, 53–55, 58–60, 63–65 und 68–71 den ersten Teil der Erfinder-Serie, in dem die Entwicklung der Dampfmaschine von der Antike bis zu James Watt erzählt wird.
Nummer 74–89 umfassen den zweiten Teil der Erfinder-Serie. Darin begleiten die Digedags bedeutende Erfinder des 19. Jahrhunderts, wie Werner von Siemens und Wilhelm Bauer.
Nummer 90–151 umfassen die Ritter Runkel-Serie. Sie spielen im Jahr 1284. Dig und Dag begleiten den tollpatschigen Ritter Runkel auf der Suche nach einem Schatz, den sein Vater einst in Kleinasien zurücklassen musste. Von Venedig führt die Reise über Konstantinopel und den Vorderen Orient bis in den heutigen Iran, wo sie gegen Ende der Serie, in Heft 141, wieder auf Digedag treffen, der seine Gefährten während der Römer-Serie verlassen hatte. Er ist im Kaiserreich China in eine hohe Beamtenposition aufgestiegen. Gemeinsam reisen sie zurück auf die Stammburg Runkels nach Franken.
Nummer 152–211 ab August 1969 umfassen die Amerika-Serie. Sie spielen in den Jahren 1860/61. Die Digedags sind in New Orleans als Zeitungsreporter tätig. Eine Reihe von Verwicklungen führt sie in die Rocky Mountains, wo sie zusammen mit einigen Widersachern eine Goldmine suchen. Diese entpuppt sich jedoch nur als ein Racheplan eines früher betrogenen Goldsuchers an einem nunmehr reichen Reeder der Südstaaten. Sie können jedoch massive alte Goldfiguren der Tolteken finden und an einen wohlhabenden Geschäftsmann veräußern. Den hohen Erlös spenden sie als Mithilfe zur Befreiung der schwarzen Sklaven.
Nummer 212–223