miniatur|Verlauf der B 14 bei Winnenden miniatur|Zipfelbachtalbrücke miniatur|Der Tunnel Leutenbach ist das Kernstück der B 14 Ortsumfahrung Winnenden. Im Hintergrund ist Leutenbach zu erkennen. miniatur|Blick auf die AS Winnenden-Mitte vor Verkehrsfreigabe 2006 miniatur|Tunnelfest am 11. Juli 2009. Blick vom Nordportal in Fahrtrichtung Backnang. Im Hintergrund die AS Nellmersbach miniatur|Unmittelbar bevorstehende Freigabe der Fahrtrichtung Stuttgart am 21. September 2009 16:35 Uhr an der AS Nellmersbach. Die Gegenrichtung ist eine halbe Stunde zuvor freigegeben worden, es hat sich am Ende der Ausbaustrecke schon ein Rückstau gebildet. miniatur|Blick nach Süden auf den Tunnel unter dem Hungerberg. Rechts die Schornsteine der Ziegelei (mittlerweile teilweise abgerissen) sowie die Bahnstrecke Waiblingen–Schwäbisch Hall-Hessental.

Bundesstraße 14n war die vorübergehende Bezeichnung der Neubaustrecke der Bundesstraße 14 von der Anschlussstelle Winnenden bis Winnenden-West/Leutenbach, die nach mehrjähriger Bauzeit am 27. November 2006 teilweise freigegeben wurde. Die eigentliche B 14 verlief weiterhin durch Winnenden hindurch. Der weiterführende Abschnitt durch den Leutenbacher Tunnel bis Nellmersbach wurde am 21. September 2009 freigegeben, worauf die nun vollendete Umgehungsstraße zur B 14 umgewidmet wurde. Die bisherige B 14 durch Winnenden und Hertmannsweiler wurde entsprechend zurückgestuft.Kreistag Rems-Murr-Kreis, Umwelt- und Verkehrsausschuss, Abstufung der bestehenden B 14 zwischen Winnenden Süd und Nellmersbach, Geschäftsbereich Hochbau, Straßenbau, Beratung 3. April 2006, Drucksache 22/2006: „Der Abschnitt 1 wird zu einem Bestandteil der Landesstraße 1140 in der Baulast des Landes. Der Abschnitt 2 wird abgestuft zur Gemeindestraße in der Baulast der Stadt Winnenden. Für den Abschnitt 3 zwischen dem Cafe Wien und Hertmannsweiler wurde folgende Lösung gefunden: Dieser Teil der alten B 14 wird zur Kreisstraße 1847 abgestuft. Der Abschnitt 4 wird zu einem Bestandteil der Landesstraße 1120 in der Baulast des Landes.“ (PDF; 807 kB; abgerufen am 20. Januar 2012)

Der weitere Ausbau der B 14 bis vor Waldrems ist bereits erfolgt. Für den restlichen Ausbau des planfestgestellten Abschnitts zwischen Waldrems und Backnang, u. a. mit neuer Trassierung zwischen Maubach und Heiningen hindurch, fehlen derzeit noch die Mittel. Zudem wird zwischen Stadt, Interessengruppen und Regierungspräsidium diskutiert über die Art des Anschlusses in Waldrems sowie an der „Spritnase“, wo gleich zwei Einmündungen auf kurzer Strecke unterzubringen sind. Das Murrtalviadukt wurde bereits 2011 durch einen Parallelbau auf der Westseite ersetzt. Seit 2023 ist eine zweite Brücke im Bau, zudem wird an der AS Backnang-West ("Krähenbachkreuzung") der Anschluss zum Autobahnzubringer B 328 (Ex-L1115) bis zum Gewerbegebiet Lerchenäcker erweitert.

Eine Verlegung der B14 innerhalb von Oppenweiler, Ortsumgehung genannt, ist noch in weiter Ferne. Das Hochwasserrückhaltebecken für die Murr im Norden des Ortes ist jedoch im Bau seitens des Wasserverband Murrtal. Der Damm soll eine neue B14 aufnehmen.

Beginn der Planungen Erste Pläne der Ortsumfahrung um Winnenden gab es bereits seit dem Jahre 1957, immer wieder wurde seitdem der Verlauf der Strecke geändert. Anfänglich waren die Planungen eng mit der Neckar-Alb-Autobahn verknüpft. Diese wurden jedoch 1979 aufgegeben. Seit 1979 bezeichnet man die Planungen für die Kraftfahrstraße als Neubaustrecke der Bundesstraße 14. 1986 erfolgte die Unterteilung in einen nördlichen und in einen südlichen Bauabschnitt. Die Verkehrsbelastung in der Ortsdurchfahrt betrug 1995 rd. 30.000 Kfz/Tag, die Verkehrsbelastung der neuen B 14 wird 2010/12 zu rd. 35.000 Kfz/Tag vorhergesagt, 2015 rd. 40.000 Kfz/Tag. Der jetzige Streckenverlauf steht seit dem 5. Juni 1999 endgültig fest, die Länge der Baustrecke beträgt rd. 5,3 km, dazu Nebenstrecken von rd. 2,8 km Länge. Am 27. Dezember 1996 erfolgte die Genehmigung durch das Bundesverkehrsministerium. In erster Linie dient die Neubaustrecke der Verkehrsentlastung der Großen Kreisstadt Winnenden, die sich durch die Umgehungsstraße eine Reduzierung des bisherigen Durchgangsverkehrs auf ein Viertel erhofft. Ein Großteil des Winnender Verkehrsaufkommens betraf auch Hertmannsweiler.

Verlauf der Bauarbeiten Erstes Teilstück 2006 Baubeginn des ersten ca. 1,5 km langen Teilstücks des südlichen Bauabschnittes war am 23. Juli 2001, die Freigabe erfolgte am 27. November 2006. Als Zubringer- und Abfahrtsstraßen wurden hierbei rund 2,0 km Nebenstrecke errichtet, darunter die K 1898,Foto der K 1898 Im Zuge des ersten Teils war die Errichtung von fünf Bauwerken notwendig:

Überführung der B 14n über die Rampe Nordwest der B 14 (Anschlussstelle Winnenden-Süd)(August 2003 bis November 2005) Brücke über einen Wirtschaftsweg(Dezember 2001 bis März 2003) Brücke über die Bahnstrecke Waiblingen–Schwäbisch Hall-Hessental(Oktober 2003 bis Oktober 2005) Brücke über das Zipfelbachtal (465 m)(August 2002 bis März 2006) Brücke der L 1127 über die B 14n(Juli 2001 bis Juli 2003)

Zweites Teilstück 2009 Der Baubeginn des zweiten ca. 3,8 km langen Teilstücks erfolgte mit den Vorarbeiten zum insgesamt 1080 m langen Tunnel Leutenbach, der den Hungerberg unterquert. Um die Lehmgrube der angrenzenden Ziegelei Pfleiderer nicht zu zerschneiden, wurde der Tunnel länger gebaut, als ursprünglich geplant.

Es war geplant, dass sich die Firma Pfleiderer mit rund 15 Millionen Mark (Stand 2001) an den Baukosten für die Tunnelverlängerung beteiligt. Diese Kostenübernahme wurde nach Übernahme der Ziegelei durch die Etex AG von dieser rückgängig gemacht. Die Ziegelei wurde 2009 stillgelegt, da die Lehmgrube erschöpft ist bzw. die Anlieferung von Lehm nicht mehr rentabel ist.

Die Erdarbeiten an der Trasse begannen im November 2005, der Baubeginn für den Tunnel erfolgte im Frühjahr 2006. Der erste Tunneldurchschlag wurde am 4. September 2007 gefeiert, am 26. Februar 2008 erfolgte nach acht Monaten Bauzeit der feierliche Durchstich der zweiten Röhre. Die beiden Rampen im Tunnel weisen bei der Ausfahrt jeweils eine Steigung von ca. 4 % auf.

Nördlich des Hungerbergs führt die Trasse parallel zur Murrbahnlinie durch das Rotbachtal. Eine neue Brücke führt dort einen Feldweg über die B 14 und die Bahnlinie. Der weitere Verlauf der Trasse schwenkt weg von der Bahnlinie zur Anschlussstelle Nellmersbach östlich des Gewerbegebietes der Ortschaft. Nördlich der Anschlussstelle mündet die Neubaustrecke in die bestehende, zweispurige B 14, deren weiterer vierspuriger Ausbau zunächst bis Waldrems vorgesehen ist. Die Gesamtlänge der errichteten Nebenstrecken beläuft sich hier auf rund 0,8 km. Baubeginn der Anschlussstelle Nellmersbach war im Herbst 2007, seit Februar 2008 war die Trasse selbst im Bau.

Seit Anfang Mai 2009 wurde im Bereich Nellmersbach der Verkehr über die neu gebaute Westtrasse, über die Rampen der Anschlussstelle und die Brücke geleitet. Das alte Teilstück der B14 nördlich der ehemaligen Kreuzung wurde abgegraben und ca. zwei Meter tiefer durch das letzte Teilstück der Osttrasse ersetzt. Dieser zuletzt asphaltierte Abschnitt wurde Anfang August als erstes Teilstück der Neubaustrecke in Betrieb genommen, jedoch nur einspurig.

Am 11. Juli 2009 fand ein „Tunnelfest“ statt, wobei die Trassen als Zufahrten bzw. Parkplätze für Besucher dienten. Am Vormittag des 21. September 2009B14-Freigabe am 21. September 2009 wurde der Tunnel mit Festreden, Musik und Oldtimerkorso eingeweiht. Sechs Tage vor der Bundestagswahl zerschnitten dabei nicht weniger als 13 Politikerbkz-online.de das schwarzrotgoldene Absperrband medienwirksam in 14 Teile. Landrat Fuchs postulierte für Pendler eine Zeiteinsparung von jeweils 15 Minuten pro Durchfahrt, oder 110 Stunden im Jahr, sowie eine Einsparung von 15 bis 20 % CO2, mehrere 10.000 Tonnen pro Jahr. Landwirte demonstrierten neben der Neubautrasse mit brennenden Strohballen gegen zu niedrige Milchpreise und vergossen dabei 40.000 Liter Milch.bkz-online.de Radfahrer konnten Tunnel und Trasse erkunden, während die letzten Arbeiten an den Absperrungen verrichtet wurden. Dazu wurde auch der Südabschnitt (B14n), auf dem die Überholspuren seit 2006 gesperrt waren, komplett gesperrt. Die eigentliche Verkehrsfreigabe erfolgte erst am Nachmittag, wobei nach 16 Uhr zunächst den im Rückstau vor Winnenden-Süd wartenden Fahrzeugen die nun zweispurige Fahrt nordwärts hinter Polizeiwagen ermöglicht wurde. Eine halbe Stunde später waren die Absperrungen bei Nellmersbach entfernt, und der Verkehr wurde auch hier zweispurig südwärts geführt und freigegeben.

Die vorübergehende Bezeichnung B 14n wurde durch B 14 ersetzt, wobei die Schilder zunächst noch provisorisch aufgestellt waren. Die AS Winnenden wurde zwei Tage für Markierungsarbeiten gesperrt. Die bisher Winnenden und Hertmannsweiler durchquerende ehemalige B 14 wurde zur Kreisstraße 1847 oder zu den Landesstraßen 1120 bzw. 1140 herabgestuft.

Querschnitt, Entwässerung und Lärmschutz Die autobahnähnlich ausgebaute Trasse verfügt über einen zweibahnigen Querschnitt mit einem Standstreifen je Richtungsfahrbahn. Die Fahrbahnbreite einer Richtungsfahrbahn beträgt 7,5 Meter, die Breite der Standstreifen beläuft sich auf 2,0 Meter. Zur Entwässerung der Fahrbahnen wurden entlang der Strecke drei Regenklärbecken, sowie drei Regenrückhaltebecken, kombiniert mit Regenklärbecken errichtet. Nach bisherigen Gutachten ist zur Abschirmung der Trasse gegen die nahe gelegenen Wohngebiete der Stadt Winnenden und der Gemeinde Leutenbach kein Lärmschutz erforderlich, zumal sich die Bahnlinie dazwischen befindet. Das Geländer der Zipfelbachtalbrücke wurde jedoch in Richtung Winnenden mit einem Spezialglas verkleidet. Ebenso wurde im Bereich der Ortslage Nellmersbach ein vier Meter hoher und 400 Meter langer Erdwall errichtet bzw. die Fahrbahn entsprechend tief gelegt.

Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen Nach der geringfügigen Verlegung der L 1127 und der Anlegung zweier Kreisverkehre wurde der bisherige Straßenverlauf renaturiert. Des Weiteren wurden Gehölzpflanzungen an Böschungen und im näheren Umfeld der Trasse vorgenommen. Auch die Renaturierung von Fließgewässern ist Bestandteil der Ausgleichsmaßnahmen. Nach der Freigabe der B 14 bis Nellmersbach wurde die Ortsdurchfahrt Winnenden für den Durchgangsverkehr unattraktiv gemacht. Dies wurde durch Rückbaumaßnahmen und geänderte Ampelsteuerungen erreicht.

Kosten Die Gesamtkosten für das Projekt werden auf zirka 101 Millionen Euro geschätzt, wovon allein 74 Millionen Euro auf die errichteten acht Bauwerke entfallen. Die Zipfelbachtalbrücke (Bauwerk 4) wurde mit zirka 12 Millionen Euro beziffert. Der 1.080 m lange Leutenbacher Tunnel (Bauwerk 6) wird voraussichtlich 56 Millionen Euro kosten. Hiervon entfallen auf den Rohbau rund 50 Millionen Euro, und auf die technische Einrichtung 6 Millionen Euro.

Verkehrsregelungen Da zunächst nur das erste Teilstück des südlichen Bauabschnitts fertiggestellt und freigegeben wurde und die B 14 somit vorübergehend genau vor den Toren der Gemeinde Leutenbach endete, wurden umfangreiche Verkehrslenkungsmaßnahmen ergriffen, damit die Verkehrsbelastung in den Gemeinden Leutenbach und Nellmersbach nicht um ein Vielfaches ansteigt. Dazu gehörte die Einengung auf nur eine Spur, ein Tempolimit von 30 km/h in Leutenbach sowie an der Anschlussstelle Winnenden-Süd die Vollsperrung der Ausfahrt in Südrichtung sowie die Leitung des Hauptverkehrs in Nordrichtung auf zwei Spuren in die Stadt Winnenden. Mit der Eröffnung des restlichen Abschnitts bis Nellmersbach sind diese Maßnahmen obsolet geworden.

Weitere Ausbauvorhaben miniatur|Weiterer geplanter Ausbau der B 14 bis zum A 81-Zubringer nordwestlich von Backnang. Die Trasse (rot) ist größtenteils identisch mit der bestehenden (blau-grau) und weicht nur bei Maubach deutlich von dieser ab